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Das Jamora-ExperimentSo, jetzt kommt ein Züchterthema. Wer Zucht generell doof findet und ablehnt, sollte nicht weiterlesen. Für alle anderen ist das hier mein kleiner Versuch, Zucht mit artgerechter Haltung zu kombinieren. Mit den Satinangora praktiziere ich das ja bereits recht erfolgreich seit ein paar Jahren. Nun kommt der Schritt in die Vereinszucht. Da meine neuen Jamora nicht wirklich zu den Langohrschafen gehören, mache ich mal ein neues Thema auf. Außerdem will ich das sozusagen als Logbuch für das Experiment "Kaninchenzucht in Gruppenhaltung und Ausstellungen" verwenden. Denn obwohl mehr und mehr Züchter zu der Ansicht gelangen, dass die Einzelhaltung in Buchten nicht artgerecht ist, bleibt immer noch die Meinung, dass es nunmal nicht anders ginge, wenn man Ausstellungen mit den Tieren betreiten möchte. Ich hatte dazu auf der Bundesrammlerschau Gespräche mit verschiedenen Züchtern, besonders auch mit Usern des RKZ-Forums, die sich dort verabredet und getroffen haben. Wir stimmen insoweit überein, dass man nicht jedes Rassekaninchen aus der Bucht in eine Gruppe stecken kann, und in einer Bucht zusammenpacken geht schon gleich dreimal nicht! Manche Rassen gelten gemeinhin als aggressiv, es wurde halt nie auf Verhalten selektiert. Mir wurde erzählt, dass manche Rassen bereits mit 6 Wochen anfangen, auf die Wurfgeschwister loszugehen. Da wird es wohl nicht nur am vorhandenen Platz liegen, sondern es gibt noch sehr viel Zuchtarbeit zu leisten, um auch diese Rassen gesellschaftsfähig zu machen. Aggressive Tiere, die auch bei Haltung auf genug Platz weiterhin im Wortsinne asozial sind, dürfen nicht weiter zur Zucht genommen werden, sondern es muss darauf geachtet werden, auch den Charakter der Tiere als Auswahlkriterium zu berücksichtigen, nicht nur die Schönheit.Nunja, fangen wir also vorne an mit der Vorstellung meiner ersten Jamorazuchttiere: Da wäre zunächst mal Bernadette. ![]() ![]() Bernie ist eher zurückhaltend, flitzt lieber in ihre Höhle, wenn es ihr nicht so recht geheuer ist. Sie trägt das Kennzeichen CJ38 348 in den Ohren und wurde am 9.2.17 noch bei der abgebenden Züchterin mit einem dortigen Rammler gedeckt. Drücken wir die Daumen, dass sie auch trächtig geworden ist und die Reise unbeschadet überstanden hat! Dann gibt es noch Penny ![]() ![]() Penny ist etwas robuster im Verhalten, bleibt gemütlich liegen wenn man an den Stall geht, und ließ sich auch schon kraulen. Als es ihr zuviel wurde, bekam ich eine gekonnte Rechts-Links-Kombination mit den Vorderpfoten. Trächtigen Damen sei ein leicht zickiges Verhalten aber zugestanden. Denn Penny wurde am 27.1.17 von Howard gedeckt, ebenfalls noch bei der abgebenden Züchterin. Sie trägt in den Ohren CJ38 163. Dann kommen die Jungs dran. Howard kommt von der gleichen Züchterin wie die Damen. ![]() ![]() ![]() Ich konnte ihn bereits mit einem leckeren Kringel bestechen, aber so richtig viel Bock hat er noch nicht auf mich. Sein zweigeteiltes Gesicht ist besonders apart. Sein Kennzeichen lautet C38 366. Leonard vervollständigt das Ensemble ![]() ![]() Er ist noch sehr schüchtern und flitzt im Zweifelsfall lieber schnell in seine Transportbox, die den beiden Herren als Rückzugsraum im Quarantänestall zur Verfügung stehen. Sein Kennzeichen lautet (ups, muss ich nachtragen), er kommt von einem anderen Züchter als die anderen. Er hat auf einer Ausstellung 95 von möglichen 100 Punkten bekommen. Alle Jamora sind komplett geimpft und müssen daher nicht so lange in Quarantäne bleiben. Notgedrungen sitzen die Jungs im alten, kleinen Stall. Die Damen wohnen feudal im großen, neuen Stall und werden dort auch ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen. Trächtige Häsinnen, deren Charakter ich noch nicht einschätzen kann, werde ich nicht vergesellschaften. Erst wenn die Jungtiere dann selbstständig (und vorschriftsmäßig tätowiert) sind, wage ich das. Der Plan ist, dass der vordere Laufstall bis dahin leergezogen ist und alle Satinangora draußen im Gehege wohnen. Späterhin werde ich vielleicht sogar gemischte Gruppen bauen, Angora und Jamora zusammen. Aber zuerst muss ich die Jamora einschätzen können. Denn ich will ja ausstellen, um einfach nachzuweisen, ob das geht oder nicht. Bisswunden und daraus entstehende weiße Büschel, die zum Punktabzug führen, werden ja als oberstes Argument angeführt für die Einzelhaltung. Ich habe allerdings auf der Ausstellung eine Züchterin getroffen (die meinen Greg gekauft hat) die ihre Kaninchen komplett in Gruppen hält und "trotzdem" ausstellt. Warum soll das dann bei mir nicht gehen?!
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| Neu für mich ist die Dokumentation, die nach einem festgelegten Muster erfolgen muss. Dazu gibt es Vordrucke mit dem Verbandslogo in der oberen Ecke. ![]() Die Angaben darin sind notwendig, damit die Jungen gekennzeichnet und ins Vereinszuchtbuch aufgenommen werden. Ich habe das bisher - und werde es weiterhin tun - in meinem Programm "Kaninchenscout" eingetragen. Für den Papierkrieg hab ich mir jetzt einen extra Ordner angelegt.
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Ob die ausgekämmte Unterwolle dann spinnbar ist, werde ich auf jeden Fall probieren Aber gedacht sind sie dafür nicht. Sie sind auch kleiner und leichter als die Satinangora.
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| Wobei bei den "richtigen " Japanern eine exakte Farbflächenverteilung gibt . Hell, dunkel und in der nächsten Reihe genau entgegengesetzt, sowie eine zweigeteile Gesichtsfärbung. Ähnlich den Rhönkaninchen.
__________________ Liebe Grüße Heike
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| Wie süß, eine Big Bang Truppe. Aber dass Howard Penny gedeckt hat. Auweia ![]()
__________________ “Unfug denkt man sich nicht aus. Unfug wird’s von ganz allein. Aber dass es Unfug war, weiß man erst hinterher.” Michel aus Lönneberga (A. Lindgren)
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ja da hätte ich vielleicht die Namen anders zuordnen sollen. Ich bin da mehr nach dem Auftreten gegangen, das die Tiere nach der kurzen Eingewöhnungszeit zeigen. Penny und Howard sind die beiden aufgeschlosseneren, Leonard und Bernadette die schüchternen, schreckhaften. Aber letztlich ist das ja wurscht. Ich bin noch nicht ganz schlüssig wie ich mit den Namen der Jungtiere verfahren soll, ob ich da wieder von vorn bei A anfange oder generell Namen aus TV-Serien nehmen... Wird sich zeigen.
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| Ist ja interessant hier Finde die Jamoras ganz süß. Die Namen würde ich nach dem Anfangsbuchstaben, von den Namen der Eltern machen.
__________________ LG von Heublume mit Ole und Lia ♥ Kajsa † 29.07.2013, Finn † 17.11.2013, Fenja † 29.08.2015 und Pimpfi † 18.12.2015
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| Und ich dachte es geht um Kohl in diesem Thread .Hab ich das jetzt richtig verstanden? Dein Zeil ist es gesunde Tiere in artgerechter Haltung zu züchten und damit Uüchtern zu zeigen, dass es auch anders geht? Wenn das Sozialverhalten ebenfalls ein Auswahlkriterium ist? Finde ich richtig klasse. Bin sehr gespannt.
__________________ Menschen, die immer etwas ganz Besonderes bleiben werden. Du wirst uns fehlen!
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| Vielleicht denke ich mir auch ein ganz kompliziertes System aus, wie bei den Lippizzanern, deren Namen aus Mutter- und Vaterlinie zusammengesetzt werden (z.B. Maestoso Austria, das war der Held eines Buches und fällt mir daher spontan ein )Jetzt musste ich kurz grübeln wieso jemand auf Kohl kommen kann - na klar, kurz Buchstaben umrühren: Jaroma! Ja genau das ist mein Plan. Ist natürlich ein ehrgeiziges Ziel, so als Neuling an den Grundfesten althergebrachten Zuchtwissens rütteln zu wollen ![]() Geändert von Angora-Angy (12.02.2017 um 23:14 Uhr).
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| Oh, Jamoras ![]() Auf die bin ich gestoßen, als ich damals das erste Mal Wuschel kurz geschoren hatte, und auf eine sehr helle aber japanerartige Zeichnung gestoßen bin bei ihr. Da bin ich neugierig geworden und habe mal ein bisschen herum gegoogelt, was bei Wuschel so alles seinen Senf dazu getan hätte haben können, und bin natürlich prompt auf diese Schönheiten gestoßen.
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Ich bin schon sehr gespannt auf deine weiteren Berichte. Wenn ich das richtig erkenne haben sie alle die gleiche Farbe wie meine beiden. Ist das richtig das die Japaner heißt? Würde mich bei meinen nämlich auch interessieren? Und noch etwas würde mich interessieren. Wie hält man unkastrierte Rammler in Gruppen? Mit Kastraten zusammen? Klappt das? Edit: hab jetzt weitergelesen und die Antwort bzg Farbe schon gefunden Geändert von Polly8 (13.02.2017 um 15:21 Uhr).
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| Als ich meine in Gruppen lebende Tiere ausgestellt habe, hat das die althergebrachten Züchter nicht im geringsten zum Umdenken gebracht. Obwohl die Richter es nicht mal gemerkt haben, daß sie aus Gruppenhaltung sind. Aber das ist schon eine ganze Ecke Zeit her. Vielleicht geht es nun besser und es gibt endlich etwas mehr Leute, die bereit sind, nachzudenken. Wenn schon welche vom RKZ bereit sind darüber zu reden. Das läßt hoffen. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg in den Gehirnen der Leute! Geändert von Hasenkaninchen (13.02.2017 um 13:58 Uhr).
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| Zitat:
Und wenn sie mal grad keinen direkten Partner haben, laufen sie halt in einer Gruppe mit.
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| Sehr interessantes Thema. Die Wuschel sind ja wirklich sehr süß! Und die Namen!
__________________ Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist ein Geheimnis, aber jeder Augenblick ist ein Geschenk.
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| Bernadette ist wohl der Meinung, dass Heu in der Raufe nichts verloren hat... ![]() Jedes Mal scharrt sie alles raus. Na wenn es sie glücklich macht... ![]()
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| Bernie biegt ja auch in die Zielgerade der Trächtigkeit ein. Vielleicht muss sie das Heu schonmal vorsortieren...
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