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Hilfe - junges Nin drangsaliert die Gruppe auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 27.06.2015
Beiträge: 5
Cohupu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2015, 22:21

Hilfe - junges Nin drangsaliert die Gruppe


Hallo zusammen,

wir haben im Moment ein echtes Problem.

Wir haben vier Kaninchen, die sich einen großen Balkon teilen (ca. 10-11 qm). Die Gruppe besteht aus folgenden Tieren:

"Mutti" (ca. 3 Jahre) - weiblich, kastriert
Kastrat (ca. 3 Jahre) - männlich, kastriert
Schlappi 1 (etwas über 1 Jahr) - weiblich, kastriert
Schlappi 2 (etwas über 1 Jahr) - weiblich, unkastriert

Zuerst hatten wir "Mutti" und den Kastraten (zusammen seit Februar 2014), haben uns letztes Jahr im Juli jedoch dazu entschieden noch zwei Nins dazuzuholen. Leider ist es uns schon zweimal passiert, dass eines unserer beiden Kaninchen im Winter verstorben ist und die Partnersuche gestaltete sich aufgrund der Witterungsverhältnisse sehr schwierig und geschah natürlich unter Zeitdruck. Das wollten wir verhindern, denn sollte hier eines unserer Süßen über die Regenbogenbrücke hoppeln, wären sie wenigstens noch zu dritt und der Druck nicht ganz so groß.

Wir hatten das Glück, dass im Tierheim kurz zuvor eine trächtige Häsin abgegeben wurde, die zwischenzeitlich geworfen hatte. Nach viel Überlegen und Beratung haben wir uns für zwei Schwestern entschieden. Uns wurde gesagt, dass es, wenn überhaupt, wahrscheinlich um die Zeit wo die Mäuse ein halbes Jahr sind, Probleme bzgl. der Rangordnung geben könnte.

Das war bei uns nicht der Fall. Im Gegenteil: Nach anfänglicher Angst der zwei Kleinen vor der großen "Mutti" wurde eine ganz tolle Gruppe aus den vieren, bei der jeder mit jedem kuschelte (teils auch wirklich im Viererpulk ) und es nur selten kurzes Gejage gab. Das war dann mal einen halben Tag und dann war die Sache wieder gegessen...

Seit Mitte Mai geht's jetzt allerdings rund: Schlappi 1 fing an "Mutti" zu drangsalieren. Das ging soweit, dass beide größere Verletzungen hatten ("Mutti" musste am Kiefer sogar genäht werden ) und teilweise richtig aggressiv ineinander gesprungen sind. Auf Anraten der Tierärztin haben wir Schlappi 1 dann kastrieren lassen - in der Hoffnung, dass ihre Aggressivität von den Hormonen herrührt und sich deren Produktion nach einer Kastration verringert. Also, "Mutti" und Kastrat zu Doc zum "Mutti"-Nähen, am nächsten Tag die beiden abgeholt und die Schwestern hin um Schlappi 1 kastrieren zu lassen.

Direkt nach der Kastration sind die beiden wieder aufeinander los, daher mussten wir sie wohl oder übel trennen. Aus Platzmangel gab es da leider nur die Möglichkeit, eine Trennwand in den Balkon einzuziehen. Dass das weit entfernt von optimal ist, weiss ich, eine andere Möglichkeit hatten wir leider nicht.

Zuerst hatten wir die Schwestern zusammen. Daraufhin hat Schlappi 1 sich Schlappi 2 vorgenommen und ihren Frust an ihr ausgelassen. Sie ist dann (wir fragen uns immer noch, wie sie das geschafft hat) zu den anderen beiden geflüchtet. Also haben wir den Kastraten, der während all der Streitigkeiten immer der Ruhepol war und höchstens mal was abkriegte, wenn er gerade zur falschen zeit am falschen Ort war, zu Schlappi 1 gesetzt. Hat soweit wunderbar funktioniert, nur das man merkte, dass sich "Mutti" und Kastrat tierisch vermissten (er ist auch einmal zu den anderen beiden geschlüft - er ist SEHR klein und konnte sich zwischen Trennwand und Balkonbrüstung durchzwängen). Das ganze haben wir ca. 4 Wochen so gehalten.

Nur fanden die Nins das natürlich auch nicht toll. Abgesehen von den Fluchtversuchen haben sie versucht die Trennwand zu durchnagen und haben an den Balkongittern gerüttelt. Tolle Geräuschkulisse - vor allem Nachts ein wahrer Ohrenschmaus.

Also haben wir die vier mehr oder minder kontrolliert wieder zusammengelassen. Einen gescheiterten VG-Versuch hatten wir schon hinter uns, da sind "Mutti" und Schlappi 1 sofort wieder aufeinander los und waren nur mit Besen zu trennen. Die zweite VG verlief relativ reibungslos. Zuerst waren alle ganz vorsichtig, dann etwas jagen, aber alles im Rahmen.

Die Dynamik hat sich KOMPLETT verändert: Die resolute "Mutti" ist seither so verschreckt, dass sie nur selten das große Klo verlässt. Sie traut sich auch nur ganz kurz raus und wird von Schlappi 1 dann wieder in die Schranken gewiesen. Sie ist allgemein sehr, sehr verschreckt. Und das, obwohl das alles schon so lange her ist und sie noch immer die Größte ist. Es wird noch immer viel gejagt: Schlappi 1 jagt "Mutti", Schlappi 1 jagt Schlappi 2 und ganz selten muss auch der Kastrat mal dran glauben.

Es gab auch noch den ein oder anderen Biss (konnte ein paarmal Wundschorf fühlen) und Kratzer. Während der Hitze der letzten Tage war es etwas besser, da wurde nur noch wenig gejagt. Wenn, dann natürlich nachts bzw in den frühen Morgenstunden (ab ca. 4 Uhr). Wir sind genervt und die Nachbarn erst recht. Ich hatte gehofft, dass es sich von selbst legt, wenn die neue Rangordnung gefestigt ist, aber das scheint noch lange nicht der Fall zu sein.

Nun meine eigentlich Frage: Wie lange kann es dauern, bis sich da draußen alles wieder normalisiert? Wie lange sollen wir mehr oder minder tatenlos zusehen bzw. zuhören? Was kann man "Mutti" noch Gutes tun, ausser sie etwas betüdeln und ihr separat Futter ans Klo zu legen (sie hat seither auch abgenommen, das ist mir gestern erst aufgefallen)?

Ich mache mir echt tierische Sorgen. Bin zwar im Moment viel zuhause, kann aber auch nicht ständig bei den Nins hocken und schauen, dass alles läuft bzw. eingreifen, da ich ein 4 Monate altes Baby zu versorgen habe. Bin mittlerweile so frustriert mit der Situation und könnte nur noch heulen, wenn es da draußen wieder rund geht. Ich will doch nur meine alte, harmonische, große Kuschelgruppe zurück!! Uns ist zwischenzeitlich, als es nach der VG wieder mal ne zeitlang nachts gar so hoch her ging, natürlich auch schon der Gedanke gekommen, Schlappi 1 abzugeben, aber das wäre für uns wirklich nur der aller-, aller-, allerletzte Weg...

Sorry, dass das jetzt alles so lang geworden ist. Ich hoffe, irgendjemand kann mir vielleicht noch den ein oder anderen Tipp geben...

Vielen Dank und viele Grüße
cohupu



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.07.2015, 17:28

Zitat:
Uns ist zwischenzeitlich, als es nach der VG wieder mal ne zeitlang nachts gar so hoch her ging, natürlich auch schon der Gedanke gekommen, Schlappi 1 abzugeben, aber das wäre für uns wirklich nur der aller-, aller-, allerletzte Weg...

Du kannst es noch mit Homöopathie versuchen. Vielleicht bringt das was. Ich kenne mich damit nicht aus, aber es wird sich hoffentlich noch jemand melden. Ansonsten würde ich für Schlappi 1 wirklich ein neues Zuhause suchen. Im Moment scheint keiner so richtig glücklich zu sein. Sie sollte dann zu nur einem Kastraten ziehen, der ihr auch Kontra geben kann.




Ninchen
 
Registriert seit: 27.06.2015
Beiträge: 5
Cohupu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.07.2015, 11:24

Hallo, vielen Dank für Deine Antwort. Mit Homöopathie hatten wir auch schon überlegt. Leider ist es alles nicht besser geworden. Über die sehr heißen Tage ging es etwas, aber seit zwei Tagen ist der Balkon wieder ein Schlachtfeld und eben musste ich entdecken, dass "Mutti" wieder eine große Wunde hat... Zum Besten für alle Beteiligten (Schlappi leider darunter ja sicherlich auch), haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, ein neues Zuhause für sie zu suchen. Das ist das erste Mal, dass ich ein Kaninchen wieder abgeben muss und es bricht mir das Herz, aber so kann es einfach nicht weitergehen :-( :-(



 
 
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