| Ernten, trocknen, lagern. Nachdem das mit den Redaktionsartikeln leider nicht klappt und ich diesen Artikel schon 2013 geschrieben habe stelle ich ihn jetzt hier ein. Es soll ja nützlich sein und nicht nur irgendwo aufgeschrieben wo es niemand nachlesen kann. Richtig ernten, richtig trocknen.
Es macht großen Spaß in die Natur zu gehen um für die Kaninchen gesundes, frisches Grün für den täglichen Bedarf zu pflücken. Wer hat sich dabei nicht schon gefragt, wie man die ganze wunderbare Vielfalt an frischem Grün auch noch in der vegetationsarmen Zeit nutzen könnte.
Das Zauberwort heißt: Trocknen.
Man sollte sich zwar darüber im Klaren sein, dass beim Vorgang des Trocknens einiges an Inhaltsstoffen verloren geht, trotzdem ist es eine schöne Möglichkeit ein bisschen was von der Fülle des Sommers in den Winter hinein zu retten.
Beim Trocknen von Pflanzen wird als Hauptanteil Wasser entzogen. Leider ist dabei auch mit einem gewissen Verlust verschiedener Vitamin- und sekundärer Pflanzenstoffe zu rechnen.
Das Haltbarmachen durch trocknen, war besonders für unsere Vorfahren, die noch nicht im Genuss eines Kühlschranks oder eines Eiskellers waren, eine wichtige Methode. So war auch im kargen Winter für Vorrat gesorgt, was natürlich überlebenswichtig war.
Diese Art der Konservierung hat also eine lange Tradition. Warum sollten wir sie nicht nutzen um für unsere Kaninchen einen kleinen Wintervorrat anzulegen. Ernte
Laut Volksmund ist die beste Zeit für die Ernte die Zeit zwischen Johanni (24.6.) und Maria Himmelfahrt (15.8.). Dies ist natürlich nur ein grober Anhaltspunkt auch aus der Historie. Diese Tage waren/sind wichtige Tage in der Landwirtschaft. Die sogenannten Lostage gelten als aussagekräftige „Wettertage“ des Jahres Wie das Wetter an diesen Tagen ist, gibt laut Beobachtungen und Überlieferungen, Aufschluss über das weitere Wetter.
Es spricht sicher nichts dagegen die Ernte auch vor, bzw. nach diesen Terminen fortzusetzen. So gelten die 30 Tage nach Maria Himmelfahrt z. B. als sehr segensreiche Tage. Es soll ja auch Spaß machen und die Ernte richtet sich auch nach der Blütezeit, usw.. Natürlich ist der Nährstoffgehalt im Frühjahr/Sommer höher als gegen den Herbst zu. Das sollte man bedenken. Was eignet sich zum Trocknen?
Eigentlich fast alles was man auch sonst für seine Tiere erntet. Auch hier darf man natürlich nichts Giftiges verwenden. Wenn man Zeit und Lust dazu hat kann man Löwenzahn und Co nehmen.
Sinnvoller ist es aber sich auf Pflanzen zu konzentrieren, die für die Tiere im getrockneten Zustand einen größeren Nutzen haben. Das sind besonders (siehe auch Liste Ernährungsthread): Kräuter, Wild- und Heilkräuter, z. B.:
Dill, Bohnenkraut, Estragon, Lavendel, Oregano, Petersilie, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian,
Kamille, Huflattich, Wegerich, Schafgarbe, Rossminze, Hirtentäschelkraut, Johanniskraut, Bärenklau, Vogelmiere, Brennesseln, usw..
Gut eignen sich auch: Blätter von Sträuchern und Bäumen, z. B.:
Haselnussblätter, Obstbaumblätter, Johannisbeerblätter, Weide, Himbeere, Brombeere, verschiedene Wiesenblumen, Blüten, usw., usw..
Obst und Gemüse.
Geerntet wird am Besten vormittags an einem sonnigen Tag. Der Morgentau muss bereits abgetrocknet sein. An festes Schuhzeug und evtl. Mückenschutz denken.
• Es ist sinnvoll nur immer eine Sorte zu ernten und zu trocknen. Dabei kommt es natürlich auch auf die Größe des Trockenplatzes, bzw. die geerntete Menge an. Verschiedene Blätter kann man gleich in guter Mischung sammeln und trocknen.
• Geeignete Werkzeuge sind Messer, Scheren, Sichel, Sense, oder man pflückt mit den Händen (Handschuhe nicht vergessen).
• Für die Ernte und den schonenden Transport wählt man luftdurchlässige Körbe, Wäschekörbe, usw.. Bitte keine Plastiktüten, darin verdirbt das gesammelte Grün schnell.. Trocknen
Die Kräuter, Blüten und Blätter sollten sauber und trocken sein. Je nach Art der vorgesehenen Trocknung, bzw. Aufbewahrung werden die Pflanzen z. B. in kleinere Stücke geschnitten. Blätter vom Ast gezupft, usw..
Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Konservierens durch Trocknung.
• Kleine, nicht zu dicke Sträuße bündeln, an den Stängeln zusammen binden und mit Hilfe einer Schnur, Bast, Gummi mit dem Kopf nach unten (Schnur, Wäscheleine, Balken) aufhängen.
• Es gibt spezielle Dörrgeräte.
Die Anschaffung lohnt sich nur, wenn man wirklich sehr viel trocknet. Gute Geräte sind nicht ganz billig. Man kann nur Kleinmengen (je nach Gerätegröße) dörren. Eignet sich auch für Obst, Gemüse und Wurzeln, das dazu klein geschnitten werden muss. Energieaufwendig.
• Selbstgebautes.
Man könnte sich aus Leisten/Dachlatten einen Rahmen bauen, den man mit einem Netz, Gitter oder z. B. Mull bespannt. Darauf kommt das zu trocknende Material. Dieses immer wieder wenden.
Z. B. Apfelringe auf eine Schnur auffädeln und aufhängen.
• Trocknung im Backofen, bei geringer Temperatur (30° bis max.50°).
Auf dem Rost, auf Backpapier, Blech, die Türe mit Hilfe eines Kochlöffels einen Spalt geöffnet lassen um die Feuchtigkeit abzuleiten.
Nur kleine Mengen möglich, zeitaufwendig (durch die Niedrigtemperatur mindestens drei Stunden). Energieaufwendig. Immer wieder kontrollieren.
• Mit Unterlage, z. B. Handtuch, Decken auf dem Boden.
So können größere Mengen getrocknet werden. Durch die Unterlage leichter an andere Orte zu transportieren. Immer wieder wenden und lockern. Bitte beachten das es durch Gerbstoffe in den Blättern zu Boden bzw. Stoffverfärbungen kommen kann, die schwer zu beseitigen sind.
Bei der Trocknung ohne Geräte wählt man einen Ort mit guter Luftzirkulation.
Möglichkeiten sind:
• Dachboden, Schuppen, Gartenhäuschen, Balkon, usw..
Keine direkte Sonneneinstrahlung. Immer wieder wenden.
Je nach Wetterlage, Ort und Feuchtigkeit kann das bis zu drei Wochen dauern.
Das fertig Getrocknete „knirscht“ wenn man es berührt. Das sorgfältige Trocknen ist wichtig um Schimmelbildung, Pilzsporen oder Gärungsprozessen vorzubeugen.
Nun muss man noch für die richtige Aufbewahrung sorgen.
Um die sorgsam getrockneten Kräuter, Blätter und Blumen zu lagern eignen sich Behältnisse aus luftdurchlässigen Materialien. • Papiertüten
• Kartons
• Schuhkartons
• Tontöpfe
• Dunkle Glasgefäße
• Obststeigen
Jetzt fehlt nur noch das Beschriften. Die getrockneten Vorräte dunkel aufbewahren.
Viel Spaß beim sammeln und trocknen. |