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Encephalitozoon CuniculiHallo, ich habe mich eben neu angemeldet und ich habe direkt eine Frage. Bei meinem Casimir, ein kleines Zwergkaninchen von 8,5 Jahren, wurde letzte Woche Encephalitozoon Cuniculioer per Blutentnahme diagnostiziert. Mittlerweile ist der kleine Mann auch auf beiden Augen erblindet. Mich ärgert das maßlos, da ich schon seit 2 Jahren regelmäßig mit Schnupfen und Niesen zum Tierarzt gehe und mein ehemaliger Tierarzt des Vertrauens die Diagnose nicht geregelt bekommen hat. Erst durch den Tierarztwechsel wurde das nun festgestellt. Leider ist damit aber der Schnupfen oder das Niesen nicht behoben. Auf Antibiotika reagiert er nicht. Die Tierärztin meint, dass solange er frisst und trinkt, ich mir keine Sorgen machen muss. Mich stellt diese Aussage allerdings nicht zufrieden. Hat jemand hier Erfahrung damit? Ich lasse Casimir regelmäßig inhalieren und füttere auch Heilkräuter. Aber das bringt mich alles nicht vorwärts. :-( Vielen Dank für Eure Hilfe.
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| Hallo Liasanya, herzlich willkommen. Welche Symptome zeigt Casimir außer der Erblindung und der Schnupfensymptomatik? Und mit welchem Antibiotikum und welchen anderen Medikamenten wird derzeit behandelt? Generell lässt sich sagen, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Kaninchen in Heimtierhaltung mit E.Cuniculi infiziert sind, ohne dass die Erkrankung ausbricht. Die angegebenen Schätzzahlen schwanken, es ist allerdings von Zahlen bis zu einer Höhe von 80 % die Rede. Diese Tiere sind sogenannte Krankheitsträger. Ein Bluttest sagt also nicht unbedingt etwas darüber aus, inwiefern es Symptome gibt oder der Erreger für Symptome verantwortlich ist. E. Cuniculi sollte immer dann sofort behandelt werden, wenn es den Verdacht gibt dass der Erreger für ein Symptom verantwortlich ist - die Erkrankung kann schnell fortschreiten. Zu diesen Symptomen zählen neben einer Erblindung (Abgrenzung zu altersbedingten Augenerkrankungen wie Grauem Star in diesem Alter sinnvoll!) auch Probleme mit dem Gleichgewichtssinn, Orientierungsschwierigkeiten, die Kopfschiefhaltung die der Krankheit den Namen "Sternenguckerkrankheit" eintrug, ebenso Nierenprobleme und eine sonst unerklärliche Gewichtsabnahme. Behandelt wird mit einer Kombination aus einem gehirngängigen Antibiotikum, Panacur und einem Vitamin-B-Komplex. In besonders schweren Fällen mit extremen Symptomen kann außerdem über einen Einsatz von Kortison nachgedacht werden - dies ist aber wegen der unerwünschten Wirkungen von Kortison stets sorgfältig abzuwägen. Nicht zu den E.C.-verdächtigen Symptomen zählen die Schnupfensymptome. Hier besteht eher der Verdacht auf eine chronische Infektion mit dem sogenannten Kaninchenschnupfen. Welcher Erreger für die Symptomatik verantwortlich ist, lässt sich manchmal über einen Abstrich feststellen. Mit diesem sollte dann gleich ein Antibiogramm angefertigt werden, um zu sehen auf welche Antibiotika der gefundene Keim empfindlich reagiert. Symptome wie Nasenausfluss und niesen können aber auch noch andere Ursachen haben. Hierzu zählen Zahnprobleme wie retrogrades Wurzelwachstum (Röntgenaufnahme des Schädels zur Diagnose!) ebenso wie Fremdkörper im Bereich der Nase. Ich weiß von einem Fall wo ein Kaninchen monatelang eitrigen Ausfluss aus einem Nasenloch sowie Niesanfälle hatte, bis ein besonders heftiger Nieser endlich das Ende eines Heuhalms zum Vorschein brachte.
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| Hallo, vielen Dank und DANKE für die schnelle Antwort. Der Abstrich wurde schon gemacht und angeblich hätte das AB helfen sollen. Hat es aber nicht dauerhaft. Die neue Tierärztin hat das noch nicht gemacht, sie möchte erst die Behandlung von E. C. nun noch 2 Wochen durchziehen und dann wieder schauen wie es ihm geht. Veracin werde ich mir notieren und mal nachfragen. Das mit dem Schwarzkümmelöl habe ich noch nicht gehört, vielen Dank für den Tipp. Ich füttere Seniorenfutter, ich denke darauf kann ich es auch träufeln. Bisher ist Casimir "nur" erblindet. Lähmungen oder Kopfschiefhaltung gibt es bisher nicht. Ich hoffe dass das Medikament es auch vermeidet.
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| Bei einem 8,5 jährigen Kaninchen ohne sonstige Symptome bin ich ehrlich gesagt am zweifeln, ob die Erblindung tatsächlich mit E.C. zusammenhängt. E.C. verursacht Erblindungen nämlich häufig durch eine Infektion im Mutterleib während der Trächtigkeit, eine Erblindung in höherem Alter durch E.C. ist seltener. Und in dem genannten Alter kommen eben auch andere Ursachen für die Erblindung in Frage. Mich würden in diesem Zusammenhang interessieren wie hoch der Titer war und welcher Referenzwert angegeben wird. Welches Antibiotikum bekommt Casimir und welche anderen Medikamente werden begleitend eingesetzt? Womit lässt du ihn inhalieren? Die Tierärztin kann sich nach der E.C.-Behandlung den Abstrich erst mal eine ganze Weile sparen. Das gegebene Antibiotikum kann die Ergebnisse deutlich verfälschen. Da sollte man dann eine Weile warten. Die Abklärung einer möglichen Zahnproblematik bzw. Fremdkörper sollte man aber direkt machen, um diese Ursachen auszuschließen.
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| Hallo Lupine, dankeschön. Casimir zeigt bisher keine anderen Symptome, "nur" die Erblindung. Ein Antibiotikum wird im Moment nicht gegeben, nur dieses Panacur für insgesamt 3 Wochen. Eine Woche habe ich schon geschafft. Die Tierärztin führt die Erblindung darauf zurück, ich muss ihr das einfach so glauben. Die Organe sind laut Bluttest alle in Ordnung, sein Appetit ist auch nicht gestört. Er futtert alles was ich ihm gebe. Hätte er das niesen nicht von Anfang an gehabt wenn was mit den Zähnen nicht in Ordnung wäre? Der Ausfluss ist nicht eitrig, er ist sehr flüssig und nur manchmal leicht gelb verfärbt. Die Tierärztin sagte dass der Ausfluss aus der Nase in Ordnung wäre, da er sehr dünn ist und Casimir ungestört atmen und futtern kann. Es würde schlimmer aussehen wie es ist. Ich halte ihn zusammen mit einer Hasendame, sie ist fit wie ein Turnschuh und niest überhaupt nicht.
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| Zahnprobleme entwickeln sich manchmal jahrelang im Verborgenen bevor sie sich zeigen. Mein Leo zeigte mit ca. 4 Jahren das erste Mal Symptome, anhand des Befundes kann man aber sagen dass er diese Problematik über mindestens 1 Jahr, eher länger, bereits entwickelt haben muss. Gerade bei retrogradem Wurzelwachstum entstehen "sichtbare" Probleme oft erst, wenn die Zahnwurzeln entweder die Tränennasenkanäle oder die Atemwege erreicht haben bzw. sich ein Wurzelabszess entwickelt. Gut ist, dass das Sekret bislang klar und dünnflüssig ist. Ich würde auf jeden Fall das Schwarzkümmelöl ausprobieren, und evtl. auch eine Zylexis-Kur ins Auge fassen.
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| Am Anfang hatte ich Pfefferminzöl in das heiße Wasser geträufelt. Ich arbeite in einem Krankenhaus und habe das Öl genommen, das auch für die Intensivpatienten genommen wird. Das Öl habe ich mittlerweile abgesetzt und nehme Meersalz mit heißem Wasser. Der Titer wäre extrem hoch gewesen, leider weiß ich die Zahl nicht. Außer dem Panacur bekommt Casimir im Moment nichts. Die Tierärztin hat bewusst auf weiteres Antibiotika verzichtet.
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| Auf das Antibiotikum zu verzichten ist die eine Sache - da E.C. jedoch eine Nervenerkrankung ist, sollte keinesfalls auf den Vitamin-B-Komplex verzichtet werden! Wobei ich auch den Verzicht aufs AB durchaus kritisch sehe, denn es ist bislang noch nicht geklärt ob Panacur tatsächlich wie manchmal behauptet gehirngängig ist. Wird wenigstens die Häsin mitbehandelt? Sie ist mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls Trägerin, und wenn man den Infektionsdruck wirksam senken will, muss man auch bei ihr ansetzen.
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| Ich werde das mit den Zähnen auf jeden Fall bei meiner Ärztin ansprechen, danach hat sie nicht geschaut. Wo kann ich das Zylexis kaufen? Wie gebe ich es? Dosierung?
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| Ein Vitamin B Komplex wurde mir nicht zusätzlich empfohlen. Nein, die Häsin Nelly wird nicht mitbehandelt. Ich hatte gefragt ob ich mit ihr kommen soll um sie auch zu untersuchen, sie meinte dass dies nicht notwendig ist, so lange sie keinerlei Anzeichen zeigt. Ich finde das auch seltsam, ich hätte vermutet das man sie auch untersucht damit sie erst gar nicht blind wird oder andere Probleme bekommt.
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| Eine Untersuchung des Partnertiers erübrigt sich normalerweise, mein TA hat das auch nicht gemacht als bei Jule E.C. ausbrach. Er hat mich aber angewiesen alle drei mit Panacur zu behandeln um den Infektionsdruck für Jule zu senken. Dass die anderen beiden auch Träger waren, war ohnehin so gut wie sicher. Zylexis wird normalerweise als Spritzenkur verabreicht, frage bitte die TÄ danach. Es handelt sich um einen sogenannten "unspezifischen Immunmodulator", ein Mittel was das Immunsystem zu verstärkter Aktivität veranlasst und so dafür sorgt, dass Schnupfenkaninchen sich besser gegen die Erreger wehren können. Ich kenne viele Erfahrungsberichte dass es bei Schnupfenkaninchen angeschlagen hat und die Symptome deutlich vermindert hat. Ob es angesichts der laufenden E.C.-Behandlung allerdings zum jetzigen Zeitpunkt in Frage kommt, weiß ich nicht - das muss die TÄ entscheiden. Auf jeden Fall kommt ein Versuch mit dem bereits empfohlenen reinen Schwarzkümmelöl in Frage. Auch hier gibt es zunehmend positive Rückmeldungen von Schnupfenkaninchenhaltern.
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| Ok, ich habe es mir aufgeschrieben und ich werde danach fragen. Vielen lieben Dank für Deine Mühe und Deine ausführlichen Antworten. Das Schwarzkümmelöl habe ich bereits bestellt. Vielleicht habe ich Glück und zumindest wird das wieder besser, damit er sich wohler in seinem Fell fühlt und noch ein paar schöne Jahre hat.
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