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Kaninchen tot - suche Todesursache auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Alphaente
Ninchen
 
Registriert seit: 02.11.2014
Beiträge: 22
Alphaente befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 04.11.2014, 17:15

Kaninchen tot - suche Todesursache


Hallo ~

leider ist letzte Woche mein über alles geliebtes Kaninchen verstorben, was mich total fertig macht. Ich bin sehr oft am Weinen und überaus traurig. Vor allem tut es mir für das Kaninchen unheimlich leid, da es nur acht Jahre und acht Monate alt wurde. Dies ist eigentlich kein Alter, wenn man bedenkt, dass die Kaninchen von anderen Haltern elf oder zwölf Jahre alt geworden sind.

Weiterhin bin ich ständig am Überlegen, was letztendlich die Todesursache war und ob ich nicht anders beziehungsweise besser hätte handeln können. Letzte Nacht habe ich eigentlich nicht geschlafen und mich nur im Bett herumgewälzt.

Im März war alles noch in Ordnung. Dem Kaninchen ging es zu seinem achten Geburtstag bestens und es hatte auch nie irgendwelche Krankheiten. Ich war mir sicher, dass es eines von diesen Kaninchen wird, welches ein stolzes Alter erreicht.

Problematisch wurde es ab Mai. Zuerst entdeckte ich, dass es eine Verletzung am Penis hatte und diesen nicht mehr einziehen konnte. Ich war beim Tierarzt und dieser meinte, dass er nichts machen kann. Irgendwann heilte die Verletzung ab und das Kaninchen konnte seinen Penis wieder einziehen.

Einige Wochen später bemerkte ich, dass das Kaninchen nicht mehr richtig laufen konnte, einige Male auf sein Kinn flog und so einen komischen Katzenbuckel machte. Auch legt es sich öfters lang hin und mahlte genüsslich mit den Zähnen. Ich ging davon aus, dass es zuvor Schmerzen hatte und deswegen mit den Zähnen mahlte. Also ging ich wieder zum Tierarzt. Er meinte, dass es wohl Arthrose sei und das Kaninchen eben aus Altersgründen abbaut.

Kurz darauf hatte das Kaninchen einige kurze Krämpfe (maximal eine Minute). Diesmal ging ich zu einer Tierärztin, da der erste Tierarzt nie richtig helfen konnte. Sie stellte fest, dass es an den Ohren Milben hatte. Wahrscheinlich bekam es die Krämpfe, weil es ihn an den Ohren juckte, sich mit den Hinterläufen kratzen wollte und dann den Halt verlor.

Einige Zeit später bekam es Durchfall. Also ging ich wieder zur Ärztin. Sie meinte, dass man auf seine tägliche Karotte verzichten sollte und ihm stattdessen nur noch Trockenfutter sowie Heu geben soll. Auch verschrieb sie ProPre-Bac, welches es täglich bekam.

Ende September machte es wieder so einen komischen Katzenbuckel und hatte einen ganz nassen Po. Also ging ich wieder zur Ärztin, sie röntge es und stellte fest, dass es Blasengries hat. Daraufhin gab sie den Rat, dass man ihm etwas Gurke geben sollte, damit der Blasengries ausgespült wird. Dies wurde dann auch so gemacht.

Mitte Oktober war ein Kontroll-Termin, bei dem festgestellt wurde, dass es wieder ein paar Milben hatte. Ansonsten war alles gut.

Am 27. Oktober ging es dem Kaninchen recht gut. Es legte sich hin und wenn man es streichelte, mahlte es mit seinen Zähnen. Jedoch schied es eine größere Menge glasklaren Schleim aus, was wohl Durchfall war. Blut war jedoch nicht dabei. Am nächsten Tag lag es im Stall und konnte nicht mehr aufstehen. Wenn man es aufrichtete, stellte es die Vorder- sowie Hinterpfoten ganz dicht zusammen und machte diesen komischen Katzenbuckel. Daraufhin fiel es nach kurzer Zeit wieder um. Also ging ich schnell zur Ärztin und sie meinte, dass sie nichts mehr machen kann. Sie sagte, dass es deswegen so oft hinfällt, weil es hinten kaum noch Muskulatur hat. Abends streichelte ich es noch ein bisschen, was es aber nicht so wollte. Auch flog es immer wieder um. Am Mittwoch, den 29. Oktober lag es dann morgens tot in seinem Stall.

Ich bin jetzt total deprimiert und frage mich immer, was falsch gelaufen ist und was man hätte besser machen können. Irgendwie finde ich diesbezüglich keine Ruhe. Dies liegt wohl auch daran, dass das Kaninchen etwas ganz besonderes war. Es war überaus gutmütig und wollte immer nur gestreichelt werden.

Erwähnenswert ist auch noch, dass es seit Januar immer täglich eine Gemüseknabberstange bekam, was es sehr gerne aß. Hier sieht man das Produkt: http://www.dehner.de/zoo-kleintiere-nagersnacks/JR-Farm-Gemuese-Knabberstangen-125-g-X003868650/?ac=N511821

Ab Mai wurde es auch immer von einem Arbeitslosengeld II Empfänger gestreichelt. Ich habe erst jetzt erfahren, dass er vor dem Streicheln verschiedene Mülleimer nach Pfandflaschen durchsucht hat. Daher frage ich mich, ob er eventuell mein Kaninchen mit Milben oder Schlimmeren angesteckt hat.

Eigentlich ging es meinem Kaninchen vor dem Tod noch recht gut. Es wollte eigentlich immer gestreichelt werden und mahlte dann immer genüsslich mit den Zähnen (auch wenn dies dann ein wenig länger dauerte als sonst).

Irgendwo habe ich gelesen, dass der Katzenbuckel auch ein Zeichen für Darmkokzidiose ist. Kann es sein, dass der Arbeitslosengeld II Empfänger dies meinem Kaninchen eingebrocht hat? Von den Tierärzten bin ich schon enttäuscht, da sie nicht allzu hilfreich waren.

Es wäre echt nett, wenn mir jemand bezüglich der Todesursache weiterhelfen könnte. So macht mich dies schon fertig und ich bin nur noch am Weinen. Ich bedanke mich schon jetzt für die Mühe und stehe bei Fragen oder Wünschen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen,



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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 04.11.2014, 17:32

Eines kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen: der ALG-II-Empfänger hat deinem Kaninchen nichts eingebrockt. Die Ursache dürfte woanders liegen. Hier allerdings kommen wir dann ins Reich der Spekulationen.

Mir fallen folgende Dinge auf:

- Krampfanfälle.

Wurde auf E. Cuniculi untersucht? Diese Erkrankung ist sehr tückisch, und sie ist wenig kaninchenerfahrenen Tierärzten oft nicht ausreichend bekannt. Man schätzt dass ca. 80 % des Kaninchenbestandes mit dem Erreger infiziert ist, warum es bei einigen ausbricht und beim Rest nicht, ist unklar. Oft stellt man aber im Nachhinein fest dass ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle spielt (z. T. handelt es sich um Tumorerkrankungen).

E. Cuniculi kann Nierenschäden verursachen, die in vielen Fällen leider zum Tod führen. Ich habe auch ein Kaninchen daran verloren. Der nasse Po kann ein Zeichen dafür sein. Gelingt es nicht, die Nieren zu stabilisieren, versagen sie irgendwann.

- Schleimabgang aus dem Darm.

Das weist auf eine stark geschädigte Darmschleimhaut hin. Dabei muss es sich hier nicht zwangsläufig um eine Kokzidiose handeln, die sich fast immer mit dem typischen Durchfall bemerkbar macht. Auch andere Darmerkrankungen, sei es durch Bakterien, Viren oder auch durch Pilze (Hefen) kommen da in Frage.

Hier kommen wir ebenfalls zu möglichen eklatanten Tierarztversäumnissen. Es hätte bei dem Durchfall umgehend eine Kotprobe untersucht werden müssen. Bei deiner Fütterung (Möhre, Trockenfutter), würde ich fast wetten wollen dass man entweder Hefen oder Kokzidien, vielleicht sogar beides, gefunden hätte. Beides ist behandelbar.

Leider ist jedoch der Tipp den dir die Tierärztin gab, grundfalsch. Trockenes Futter "kuriert" die Symptome! Und zwar deshalb, weil Kaninchen einen Wassersparmechanismus besitzen, um in Notzeiten mit wenig Wasser auszukommen. Sie trocknen dann ihren Kot aus um Wasser zu sparen. Deshalb "verschwindet" der Durchfall - allerdings nur das Symptom, nicht aber die Ursache! Die macht das Tier weiter krank. Und das Wassersparen geht noch zusätzlich auf die Nieren... wobei wir wieder bei Punkt 1 wären...

Grundsätzlich braucht ein Durchfallkaninchen neben einer gründlichen Diagnostik und den geeigneten Medikamenten eine Ernährungsumstellung - weg von trockenem Futter, hin zu artgerechtem frischem Futter. Kaninchen brauchen frisches, blättriges Futter, vor allem wenn sie einen empfindlichen Darm haben.

Dass es Kaninchen gibt die die übliche Trockenfutterfütterung 10 Jahre oder länger überstehen, liegt schlicht und einfach an deren extrem robustem Darm - ein glücklicher Zufall.

Die Tierärztin hätte dir also, neben der Kotprobe, zwar von der Möhre ab- aber niemals zum Trockenfutter zuraten dürfen, sondern hätte dir ans Herz legen müssen seine Nahrung um frische Kräuter und Gräser zu erweitern, schön langsam und vorsichtig um seinen kaputten Darm nicht zu überfordern. Leider hat sie sich an die alten und falschen Empfehlungen von vor 15 oder 20 Jahren gehalten...

Wie gesagt: es sind Spekulationen. Sie beruhen auf Erfahrungen mit Kaninchen und mit Tierärzten. Sicherheit geben was wirklich passiert ist können sie dir nicht. Sie können aber eines:

Wenn du dir wieder Kaninchen anschaffst, dann such dir bitte neben Informationen zur artgerechten Haltung und Fütterung (Lesetipp: www.kaninchenwiese.de) auch einen Tierarzt der nicht auf Kleintiere, sondern auf "kleine Heimtiere" spezialisiert ist und idealerweise von erfahrenen Kaninchenhaltern empfohlen wird.



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Benutzerbild von Alphaente
Ninchen
 
Registriert seit: 02.11.2014
Beiträge: 22
Alphaente befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 04.11.2014, 18:19

Hallo Lupine ~

lieben Dank für deine Antwort. Dies war nett. Danke!

Ich wollte dem Hartz IV-Empfänger auch nichts unterstellen. Als ich mich jedoch stundenlang im Bett herumgewälzt habe, habe ich mich gefragt, ob in den Mülleimern eventuell Milben oder Schlimmeres waren. Dort liegt ja alles mögliche rum zum Beispiel Hundekot, Mc. Donalds Verpackungen und eben auch Pfandflaschen, auf die der Hartz IV-Empfänger scharf war. Er gab meinem Kaninchen manchmal einen Gemüsestick und daher habe ich überlegt, ob eventuell etwas Hundekot an seinen Fingern war und das Kaninchen somit etwas abbekommen hat.

Die Tierärztin habe ich beim ersten Besuch selbstständig auf E. C. angesprochen. Vor dem Besuch habe ich mich etwas im Internet schlau gemacht und bin auf E. C. gestoßen. Daher habe ich eben gefragt. Sie hat mich dann fast etwas ausgelacht und gemeint, dass Kaninchen mit E. C. zum Beispiel einen schiefen Kopf hätten und es bei meinem absolut ausgeschlossen. Ich war dann etwas peinlich berührt, weil sie mir das Gefühl gab, dass ein E. C. Verdacht bei meinem Kaninchen völliger Unsinn sei. Die Ärztin habe ich auch sehr genau auf die Krampfanfälle angesprochen. Sie hat dann gemeint, wenn es keine Milben mehr hat, dann hat es auch keine Krampfanfälle mehr. Dies war dann auch so.

Eine Kotprobe hat sie leider nie gewollt und ich war leider auch zu dumm, um dies zu fordern. Sie hat gemeint, dass man bei Durchfall die Karotte weglassen und fast vollständig auf Trockenfutter umstellen soll. Dann hat sie eben noch das Medikament ProPre-Bac verschrieben, dass es auch täglich bekommen hat.

Meinem Kaninchen habe ich nicht nur Trockenfutter gegeben. Es gab auch Gras von der Wiese, Salat und sonstiges. Mit der Ernährung hatte es eigentlich nie Probleme. Wie gesagt, zu seinem achten Geburtstag hatte es nie etwas und ich war mir ziemlich sicher, dass es sehr alt werden wird.

Mit den Tierärzten war ich auch etwas unzufrieden. Die Ärztin schien sich mehr im Bereich der Katzen auszukennen und der Arzt war noch schlimmer. Bedauerlicherweise gehen fast alle meine Bekannten zu diesen beiden Ärzten, da es nicht viele Tierärzte in unserer Region gibt.

Ein Kaninchen werde ich mir wohl nicht mehr anschaffen. Die Krankheitszeit und vor allem der Tod war viel zu schmerzhaft und ich möchte dies nicht nochmals erleben. Auch habe ich das Gefühl, dass mein Kaninchen etwas ganz besonderes war und es fast unmöglich ist, solch eines nochmals zu bekommen. Es lag mir wirklich sehr am Herzen und daher lässt es mich nicht in Ruhe, woran es gestorben ist.

Ich bedanke mich für die ausführliche Antwort. Dies war sehr nett! Bei Fragen oder Wünschen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Alles Gute und beste Grüße,




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Kaninchen
 
Registriert seit: 19.10.2013
Beiträge: 42.082
Minerva befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 04.11.2014, 18:37

Zitat:
Zitat von Alphaente Beitrag anzeigen
Meinem Kaninchen habe ich nicht nur Trockenfutter gegeben. Es gab auch Gras von der Wiese, Salat und sonstiges. Mit der Ernährung hatte es eigentlich nie Probleme. Wie gesagt, zu seinem achten Geburtstag hatte es nie etwas und ich war mir ziemlich sicher, dass es sehr alt werden wird.
Bitte mach dir keine Vorwürfe mehr. Du hattest dich schlicht und einfach auf die Tierärzte und deren Fachwissen verlassen und die sind eben oft in Sachen Kaninchen nicht sehr bewandert.

Und zum Alter: Dein Kaninchen hat mit 8 Jahren durchaus ein stolzes Alter erreicht. Ich halte seit mehr als 20 Jahren Kaninchen und mein ältestes wurde auch "nur" 8 Jahre und ein paar Monate alt.

Das Sterben von Kaninchen kommt auch in jungen Jahren oft sehr plötzlich vor, da die Tiere ihre Erkrankungen sehr gekonnt verstecken. Du warst mit deinem Tier immer beim TA wenn du denn Eindruck hattest, dass was nicht stimmt. Die Fehler haben die sogenannten "Spezialisten" gemacht, nicht du.

Lass deine Trauer zu, aber mach dir keine Vorwürfe mehr. Das hätte dein Mümmelmann auch nicht gewollt.



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Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 04.11.2014, 19:31

Sicher, man fragt sich unendlich viel wenn man ein Tier verliert. Ich kenne das auch. Und du hast auch Recht wenn du sagst: dieses Tier war ein ganz besonderes, man kann es nicht ersetzen. Muss man aber auch nicht, denn ein Herz ist groß und es ist viel Platz darin. Nimm dir aber erst die Zeit zu trauern, du brauchst sie. Er war nicht nur ein Tier, er war Teil deines Lebens und du hast ihn geliebt. Wenn der Schmerz verblasst, kannst du neu entscheiden. Und vielleicht nimmt dir ein Nin (besser zwei) diese Entscheidung eines Tags ab, indem du für ein unverstandenes, oder ungewolltes Tier zum Retter wirst. Das wird aber die Zeit und das Schicksal zeigen.

Trotzdem gingen deine Gedanken hier nicht in die richtige Richtung, denn Kokzidien sind eher selten ein Problem das durch Hunde und/oder Katzen übertragen sind - Vögel sind viel eher ein Problem, vor allem Tauben. Und Milben befinden sich ständig in unser aller Umwelt - dass sie ihm zusetzten, hat mit seinem zu diesem Zeitpunkt angegriffenen Immunsystem zu tun. Normalerweise kommen die Tiere gut damit zurecht, ab und an ein paar Milben ausgesetzt zu sein, die sich z. B. gern in Heu und Einstreu verbergen.

Es ist bitter, wenn man feststellen muss dass die, denen man vertraut hat dass sie wüssten was sie täten, nicht wussten was sie tun. Mit dieser Erfahrung bist du aber nicht allein.

Diese Tierärztin hat, wie ich schon befürchtet hatte, von E. Cuniculi absolut keine Ahnung. E.C. hat meiner groben Schätzung nach nur in der Hälfte bis maximal drei Viertel der Fälle den angeblich so typischen Schiefhals zur Folge, der Rest äußert sich ohne die Kopfschiefhaltung durch Gleichgewichtsstörungen, durch Lähmungen (oft an der Hinterhand), durch Blindheit (meist wenn die Ansteckung bereits im Mutterleib erfolgte), durch Nierenprobleme, oder auch in einigen Fällen durch "unerklärliches" Abnehmen.

Allein schon dass sie dir das Gefühl gegeben hat dass dein Verdacht völliger Unsinn war, war absolut ein Unding!

Mein TA war zum Glück anders - was in einem Fall dazu führte, dass ich zufällig auf eine richtige Diagnose kam, die er übersehen hatte. Er hat nicht gezögert sie zu überprüfen, und das war Leos und mein Glück. Leo hatte einen Hefenbefall, er fraß nicht und musste zwangsernährt werden. Der TA wollte schon aufgeben, ich suchte verzweifelt nach der Ursache seines Problems. Eine kahle Hautstelle brachte mich zu einem Pilzbefall der Haut und von dort weiter zum Pilzbefall des Darmes, und da stand etwas was mich elektrisierte: Nicht immer kommt es bei Hefenbefall zu Durchfall, sondern in seltenen Fällen auch zu Verstopfung. Ich bin umgehend mit einer Kotprobe zum TA gefahren, und dieser hat keine Sekunde gezögert meinem Verdacht nachzugehen, ihn zu bestätigen und mir die Behandlung darzulegen - und 24 Stunden später begann Leo wieder zu fressen.

Auch die fehlende Kotprobe bei Durchfall ist meiner Meinung nach eine grobe Fahrlässigkeit. Bitte fordere, falls du einmal wieder in eine solche Situation kommst, das ein von dem du meinst dass es sinnvoll und richtig ist. Du zahlst schließlich diese Leistungen, da ist es dein gutes Recht zu sagen: diese Zusatzleistung will ich haben! Vor allem wenn es sich um etwas wie eine Kotprobe handelt, das dem Tier überhaupt nicht zusetzt, es muss ja dafür nicht einmal mit in die Praxis. Meine Nins habe ich regelmäßigen vorsorglichen Kotproben unterzogen, immer kurz vor den Impfungen, um nicht versehentlich in einen Infekt hineinzuimpfen.

Abschließend möchte ich dich noch auf den Regenbogenthread aufmerksam machen. Vielen hilft es, einen Abschiedsgruß zu hinterlassen, vielleicht auch dir. Wenn du magst, verewige deinen Liebling dort mit seiner Geschichte, oder auch nur mit einem Gruß an ihn, ganz wie es für dich richtig scheint.




Benutzerbild von Alphaente
Ninchen
 
Registriert seit: 02.11.2014
Beiträge: 22
Alphaente befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.11.2014, 20:19

Hallo Minerva und Lupine ~

vielen Dank für die lieben Antworten. Dies war sehr nett. Leider komme ich erst jetzt zum Schreiben, da die letzten Tage stressig für mich waren. Dies möchte ich entschuldigen.

Obwohl ich die letzten Tage viel um die Ohren hatte, musste ich ständig an mein Kaninchen denken. Sicherlich kann ich mir bezüglich der Tierarztbesuche keine großen Vorwürfe machen. Immer wenn ich das Gefühl hatte, dass mit meinem Kaninchen etwas nicht stimmt, bin ich sofort zum Tierarzt gegangen oder habe noch für den selben Tag einen Termin ausgemacht. Ich mache mir jedoch Gedanken, ob ich eventuell etwas machen hätte können, damit bestimmte Sachen erst gar nicht entstanden oder ausgebrochen wären. So überlege ich, ob es eventuell von mir die Milben hatte, als ich es nach der Gartenarbeit oder dem Sortieren der alten Wäsche gestreichelt habe.

Es war eben ein ganz liebes Kaninchen, dass den ganzen Tag gestreichelt werden hat wollen und mich immer so treuherzig angeschaut hat. Dies verstärkt eben das Gefühl, dass ich für es die Verantwortung hatte und doch etwas versagt habe. Zudem war es überaus intelligent und dies führte eben alles dazu, dass ich ihm liebend gerne ein stolzes Kaninchen-Alter ermöglicht hätte. Bitter ist auch, dass es bis zu seinem achten Geburtstag nie etwas hatte und es ihm immer blendend ging.

Das Kaninchen ihre Krankheiten gut verstecken können, ist wohl evolutionsbedingt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Kaninchen ihren Fressfeinden nicht zeigen möchten, dass sie geschwächt oder erkrankt sind, da sie in diesem Fall dann verstärkt angegriffen werden. Daher ist es wohl etwas schwieriger Krankheiten bei ihnen zu erkennen.

Das Tierärzte in Sachen Kaninchen oft nicht all zu bewandert sind, habe ich von einigen anderen auch in den letzten Tagen erfahren. Ein paar Bekannte haben mir berichtet, dass sie auch ihre Kaninchen verloren haben und dann später festgestellt wurde, dass der Tierarzt etwas falsch gemacht hat und es eventuell noch zu retten gewesen wäre. Aber irgendwie lindert dies meinen Schmerz nicht.

Im Moment kann ich mir nur schwer vorstellen, mir ein neues Kaninchen anzuschaffen. Aber sicherlich hat Lupine recht und mit der Zeit verblasst entsprechend der Schmerz. Sollte ich mir nochmals ein Kaninchen zulegen, so werde ich selbstverständlich zwei besorgen. Ein Kaninchen alleine ist doch eher einsam, langweilt sich und bekommt Depressionen.

Es freut mich aber, dass Lupine einen Tierarzt hat, der sich in Kaninchen Angelegenheiten gut auskennt und mit dem sie zufrieden ist. Glücklicherweise ging der Hefenbefall mit Leo gut zu Ende. Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute sowie ein langes Kaninchen-Leben.

Wahrscheinlich war es wirklich eine grobe Fahrlässigkeit, dass die Tierärztin den Kot nicht untersucht hat. Eventuell hätte man dadurch etwas gesehen, wodurch mein Kaninchen noch am Leben wäre. Leider war ich zu dumm, danach zu fragen. Eventuell war ich auch ein wenig eingeschüchtert, da die Tierärztin meinen Verdacht auf E. C. als ziemlich dämlich abgetan hat. Ein Kotprobe wäre absolut keine Belastung für mein Kaninchen gewesen und die paar Euro zusätzlich auf der Tierarztrechnung hätten mir überhaupt nicht wehgetan. Es stimmt, dass man als Zahler ruhig auf bestimmte Leistungen bestehen sollte und diese dann auch nutzen sollte.

Danke auch für die Information des Regenbogenthread. Dies war nett. Sicherlich werde ich dies in den nächsten Tagen machen. Zwischenzeitlich habe ich mein Kaninchen im Garten beerdigt. Auf eBay habe ich eine schöne Grabtafel für etwa 50,- € gefunden, die ich neben sein Grab stellen werde. Auch werde ich wohl ein Steinfigur kaufen, damit alles nett aussieht und es mit seinem Grab zufrieden gewesen wäre.

Ich bedanke mich nochmals herzlich für die Antworten und die netten Aufmunterungsversuche. Sicherlich werden auch wieder bessere Tage kommen, auch wenn es mir im Moment nicht so gut geht.

Beste Grüße,




Benutzerbild von Minerva
Kaninchen
 
Registriert seit: 19.10.2013
Beiträge: 42.082
Minerva befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.11.2014, 20:25

Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft!
Es wird besser werden, das wirst du bestimmt bald feststellen. Und irgendwann wird der Tag kommen, an dem du dich voller Freude an die schönen Jahre mit deinem Kaninchen erinnern kannst.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
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Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 08.11.2014, 21:26

Leo hoppelt inzwischen ebenfalls hinter der Regenbogenwiese, wie auch die beiden anderen Nins in meinem Avatar, sie hießen Jule und Wuschel. Aber keine Sorge, du hast mich nicht traurig gemacht. Nicht mehr - ich kann an sie denken ohne dass ich traurig werde. Oft sogar schon mit einem Lächeln.

Leo war ein ganz besonderer Fall, als ich ihn damals holte, war er schwerst krank und ich habe tagelang um sein Leben gekämpft. Ich habe damals jeden Tag damit gerechnet ihn zu verlieren. Aus den paar Tagen die ich uns gab, wurden am Ende 4 Jahre. 4 Jahre voller Gesundheitsprobleme, aber auch 4 Jahre voller Freude. Deshalb kann ich - auch wenn ich ihn vermisse - dankbar sein dass ich ihn gehabt habe, statt immer noch traurig zu sein dass ich ihn gehen lassen musste. Leo wurde zwischen 7 und 8 Jahre alt, genau weiß ich das nicht weil ich nicht weiß wie zuverlässig die Angaben der Vorbesitzer zu seinem Alter waren.

Ich weiß wie du im Moment fühlst - und: ich bin im Moment ebenfalls (noch) kaninchenlos. Denn ewig wird das nicht so bleiben, irgendwann werden hier wieder Langohren einziehen. Jeder muss für sich selbst entscheiden wann er bereit ist für neue Tiere. Und wie ich mich kenne, werde nicht ich die Entscheidung treffen, sondern die Kaninchen werden mich finden. So wie Leo mich fand. Mein Weihnachtswunschkaninchen Ich erfuhr nämlich auf einer Weihnachtsfeier von seiner Existenz, und dass er in seiner Ursprungsfamilie "übrig" war, seit ein kleiner Hund eingezogen war. Und meine beiden Zicken konnten einen "Mann im Haus" gut brauchen, die Mädels waren manchmal nämlich wie Hund und Katz zueinander. So sagte ich ja. Leo ist übrigens der schwarze mit dem hellgrauen "Halsreif", Jule die braune in der Mitte, und Wuschel ist das Flusenmonster.



 
 
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kaninchen, tief traurig, tierarzt, todesursache, tot



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