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Tod nach gelungener (Wieder-)Vergesellschaftung - wie weiter? auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 15.09.2014
Beiträge: 2
KatharinaClara befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.09.2014, 13:35

Tod nach gelungener (Wieder-)Vergesellschaftung - wie weiter?


Liebe Hasengemeinde,

ich hoffe, hier ein paar Anregungen, Ratschläge oder Einschätzungen für mein Problem zu bekommen. Die Geschichte dahinter ist etwas komplizierter, weshalb ich ein wenig ausholen muss.

Wir hatten ursprünglich drei Kaninchen. Filou (m), Grisu (w) und TaoTao (w). Sie sind Wurfgeschwister und im Juli 6 Jahre als geworden. Sie leben in einem mehrstöckigen Stall mit ins. 6qm und vielen Häuschen etc.
Vor einigen Monaten verletzte sich Grisu an der Hinterpfote. Eine Kralle war ausgerissen und ein Zeh gebrochen. Grisu ist eine sehr dominate und zähe Häsin, die Schmerz erst sehr spät zeigt. Trotz guter Beobachtung im abendlichen Freilauf im Wohnzimmer bemerkten wir die Verletzung erst einige Tage später als die Schwellung das Fell aufwarf. Die Zehe musste leider amputiert werden und Grisu deshalb eine Nacht in der Tierarztpraxis bleiben. In der Heilungsphase sollte Grisu sich natürlich schonen und möglichst wenig springen. Leider sah TaoTao, die unterlegene Häsin nun ihre Chance auf Rangaufstieg gekommen und jagte sie durch den Stall. So war an Heilung natürlich nicht zu denken und wir entschlossen uns scheren Herzens, die drei auf verschiedenen Ebenen zu trennen, da Grisu auch nicht daran dachte, das hoch/runterspringen zu unterlassen.
Nach erfolgreicher Heilung, die sich zwar etwas zog, aber schließlich gut gelang, wollten wir die Wiedervergemeinschaftung angehen. Was auf neutralem Boden im Gang gut funktionierte, klappte zurück im Wohnzimmer leider gar nicht. Das Kuriose war, dass Grisu sich komplett den Rangkämpfen entzog, sondern nur panisch davon rannte, wenn sich eines der anderen beiden, insbesondere die Häsin, näherte. Grisu war sehr gestresst und wir befürchteten, dass das Ganze zuviel für sie werden würde. Wir beschlossen daher, die Vergemeinschaftung zunächst abzubrechen und den ohnehin angedachten Stallneubau anzugehen, um die drei dann auch hier auf neutralem Boden zusammenkommen zu lassen.
Es zog sich leider noch eine Zeit, bis wir den Neubau umsetzen konnten. Anfang September war es dann endlich soweit.
Wir begonnen die Wiedervergesellschaftung erneut im Gang, wo die Vergemeinschaftung soweit sehr gut funktionierte, und setzten die drei danach in ihr neues Zuhause. Am ersten Tag war Grisu sehr änglichst udn versteckte sich viel. Am zweiten Tag löste sich die Angst allmählich und man begann gemeinsam zu fressen und sich zu putzen. Am dritten Tag war alles wieder so, wie vor der Verletzung. Das Männchen, Filou, hat hier entscheidend zur Annäherung der beiden Häsinnen beigetragen! Unsere Freude war unglaublich groß, da wir natülich befürchteten, es könnte wieder schief gehen. Aber diesmal war alles gut. Ins Wohnzimmer wollten wir sie erst lassen, wenn sich die Situation über einige Tage hinweg stabil zeigt.
Dann die traurige Wendung. Filou starb letzten Dienstag überraschend und sehr schnell an Magenüberladung. Schock und Trauer lassen sich kaum in Worte fassen. Wir brauchten alle ein paar Tage, uns zu fangen.
Da das Leben aber weitergehen muss, wollten wir gestern Abend damit anfangen, die beiden Häsinnen wieder ins Wohnzimmer zu entlassen. Hier hatten wir zuvor alles gründlich gereinigt und zum Teil auch neue Teppiche angeschafft. Komplett neu einrichten konnten wir uns natürlich nicht. Leider verfiel Grisu beim öffnen den Stalls wieder in den änglichsten Zustand und traute sich nur für einige kleine Hoppelsprünge aus dem Stall. Danach zog sie sich sofort wieder in die mittlere Etage zurück. TaoTao hingegen hatte den Spaß ihres Lebens. Im Stall selbst verstehen sich die Häsinnen sehr gut, putzen sich, liegen beisammen, etc. Aber Grisu traute sich nicht mehr raus und rannte sofort, als TaoTao wieder in den Stall sprang.
Nun - lang langer Rede - meine Frage: Wir möchten schon wieder einen Bock zu den beiden dazusetzen. Wäre es klüger, den Bock sehr schnell zu holen (wir denken ans Tierheim) und nach der Vergesellschaftung im neutralen Raum dann das Wohnzimmer anzugehen? Meine Hoffnung wäre, dass sich Grisu dann vielleicht nicht so sehr in TaoTaos Schusslinie fühlt, wenn noch ein weiteres Kaninchen beteiligt ist. Oder wäre es ratsam, zunächst die Entspannung zwischen den beiden Häsinnen zu warten?
Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Situation?

Wer es bis hierhin geschafft hat, meinen Sermon zu lesen: vielen Dank!

Ich freue mich auf hilferiche Tipps!
Katharina



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Benutzerbild von iLulu
Kaninchen
 
Registriert seit: 12.07.2012
Beiträge: 4.098
iLulu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.09.2014, 15:45

Hallo Katharina,

erstmal: herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.
und: Mein Beileid für euren Verlust.

Im Grunde ist alles was passiert ist ganz normal und kaninchentypisches Verhalten.

Wenn ich es richtig verstehe, ist die Situation im Moment ja in Ordnung. Heißt, es gibt keine Beißereien oder schlimmen Kämpfe.
Eins würde mich noch genauer interessieren: Wie genau muss ich mir den Stall bzw. das Gehege vorstellen? Kannst du vielleicht ein Foto reinstellen?
Wichtig wäre, dass sowohl der Stall als auch das Gehege keine Sackgassen bildet, UND, dass deiner Truppe mindestens 6qm (besser mehr) 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen.

Ansonsten kannst du, meiner Meinung nach, ein neues Kaninchen dazu holen. Wann? Das liegt ganz an euch. Wenn ihr soweit seid...
2 Weibchen allein, sind so oder so eine explosive Mischung. Es kann gut gehen, muss aber nicht. Es kann auch eine Weile gut gehen und dann plötzlich schief gehen. Ein Kastrat kann da Ruhe reinbringen, ist aber auch keine Garantie.

Ich würde ein VG-Gehege einrichten, den Neuen ein paar Minuten allein reinsetzen und dann die anderen dazu. In der Zeit würde ich dann das alte Gehege nochmal reinigen, umstellen, neue Einrichtungsgestände (hier reichen auch Kartons) reinstellen..
Erst wenn die 3 mehrere Tage lang gut klar kommen und die Rangordnung geklärt ist würde ich sie umsetzen. Es kann trotzdem sein, dass es dann im Wohnzimmer wieder Jagereien gibt. Vielleicht würde ich für den Anfang sogar den gewohnten Stall absperren, damit Gisu sich damit auseinander setzen muss.

Viele Grüße
Luisa



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Ninchen
 
Registriert seit: 15.09.2014
Beiträge: 2
KatharinaClara befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.09.2014, 16:35

Liebe Luisa,

herzlichen Dank für Deine Antwort und Ratschläge!
Ja, wenn ich momentan so in den Stall schaue, dann ist alles in Ordnung. Die letzte Vergesellschaftung lief völlig ohne Beißereien ab, nur ein wenig gescheucht haben sie sich, aber das ist ja normal.
Es ist klar, dass vieles funktionieren kann, aber nicht muss. Leider kann niemand in die Zukunft sehen. Ich glaube, ich brauchte nach der ganzen Aufregung einfach ein wenig Zuspruch, wir waren die letzten 6 Jahre wirklich mit einer traumhaft unproblematischen Hasenhaltung gesegnet. Nun machen wir vieles das erste Mal - und das ist ja immer schwierig.
Ein Foto kann ich derzeit leider nicht einstellen, da ich technisch gerade eher mit Improvisationen arbeite. Aber zu Deiner Beruhigung: Die zwei/drei haben permanent 6qm zur Verfügung. Der Stall ist mehrstöckig (ich weiß, dass das nicht das absolut Ideale ist, aber sie kommen sehr gut damit zurecht, wenn man von der einen gebrochenen Zehe in 6 Jahren absieht). Jede Etage ist 65cm hoch, sodass sich die Tiere jederzeit komplett strecken können. Im Stall sind mehrere Häuschen, jeweils mit 2 Ein/Ausgängen an verschiedenen Seiten, Sackgassen gibt es keine. Zudem befinden sich Baumröhren und mehrere Heuraufen und Streukisten darin, sodass sich die Tiere bei Bedarf aus dem Weg gehen können, aber nicht müssen. Da ich das Glück habe, auch viel von zu Hause aus arbeiten zu können, steht den Tieren zumindest den halben Tag auch das komplette Wohnzimmer zur Verfügung.
Ich denke, ich werde jetzt dann den nächsten Wohnzimmer-Versuch mit den beiden unternehmen und hoffe auf Besserung. Alles reine Nervensache

Liebe Grüße,
Katharina



 
 
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neues kaninchen, tod, vergemeinschaftung



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