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Tierheimkaninchen vs ZuchttiereHallo zusammen, da ich hier in letzter Zeit immer wieder über ziemlich derbe und vor allem haltlose Vorurteile gegenüber "Second-Hand-Kaninchen" stolpere, dachte ich mir ich mache dazu einfach mal nen Thread auf... Erstmal muss ich klarstellen, dass es auch noch gravierende Unterschiede zwischen Kaninchen aus einem 0815-Tierheim, welches im Regelfall auf die Unterbringung von Hund und Katze spezialisiert ist, und Kaninchen von Kaninchenschutzorgas bzw. speziellen Notstationen für Kaninchen gibt. Dann kommt beileibe nicht jedes TH-Tier oder jedes Kaninchen aus einer Notstation aus miserablen Verhältnissen... somit ist auch nicht gleich jedes Tier von dort hochgradig verhaltensgestört! Dann möchte ich auch nochmal einige grundlegende Punkte klarstellen: Ein Kaninchen ist NICHT verhaltensauffällig weil es kein Schmusetier ist!!! Das Schmusekaninchen ist verhaltensauffällig, ob uns Menschen das nun passt oder nicht! KEIN Kaninchen beisst aus Spaß an der Freude dauerhaft Menschen die ihm Gutes tun... in ARTGERECHTEN (!!!) Haltungsbedingungen ist es nur eine Frage der Zeit bis sich das böse, böse Tier beruhigt! Sooo... und nun mal einige Beispiele zum grundlegeden "Problem": - Barney: Ex-Laborkaninchen, 8 Monate bei Übernahme durch den Verein. Weißer Neuseeländer aus rassereiner, strengstens kontrollierter Zucht (nichts ist so streng kontrolliert wie die Labortierzucht!), 8 Monate in steriler Box gehalten (Züchterniveau!!!). Ergebnis: Sozial unveträglich mit gleichgeschlechtlichen Tieren! - Suri: Ex-Zuchtzippe, ca. 1-2 Jahre, reinrassiger Schwarzloh-Zwerg, aufgenommen aus Zuchtauflösung, Haltung bis zur Übernahme durch uns: Zuchtbuchten!!! Ergebnis: Bei Übernahme völlig verängstigt! Absolut menschenscheu, beinahe panisch! Nach einigen Monaten in der Station unter artgerechten Haltungsbedingungen: Sie ließ sich bei Abgabe in ihr neues Heim anfassen! - Caspar: Ex-Zuchtbock, 1-2 Jahre, wie Suri reinrassiger Schwarzloh-Zwerg, ebenfalls aus Buchtenhaltung eines nach eigenen Angaben renommierten (!!!) Züchters. Ergebnis: Noch panischer als Suri, er lebte wochenlang unter einem Stall vor Angst!!! Er war nach Monaten bei Abgabe lediglich soweit, dass er sich herausgetraut hat. Zum Glück kamen beide in verständnisvolle und vor allem tierliebe Hände!!! Und diese Reihe von ausgedienten oder nicht dem Zuchtziel entsprechenden Tieren die bei uns gelandet sind und sich von ihrem ach so tollen Leben bei dem Züchter erstmal monatelang erholen mussten kann ich fast beliebig fortsetzen. Und wer nun glaubt, dass sich dieses "Problem" durch die Aufnahme von Babys umgehen ließe irrt gewaltig! Nur die Tatsache, dass man ein junges Tier viel zu früh von Mutter und Geschwistern trennt reicht noch lange nicht aus um aus ihm ein gut sozialisiertes und charakterfestes Tier zu machen... ganz im Gegenteil!!! Genau das sind die Angstbeißer von morgen! Und wer mir nicht glauben mag kann gerne jederzeit unsere Station besuchen! Klar, es gibt auch hier und da einmal einen Züchter der seine Tiere artgerecht hält und nur in artgerechte Bedingungen abgibt...aber die werden auch wissen wovon ich schreibe... Sooo... und nun mal zu den Tieren aus den schlimmen Verhältnissen: Happy: siehe auch unter kaninchenrettung.de, eine Satinwidderdame die als Schlangenfutter herhalten sollte weil sie eine Zahnfehlstellung hat... Man hat sie beinahe verhungern lassen. Sie kam in wiklich üblem Zustand bei uns an und man musste erstmal einige Tage um ihr überleben kämpfen... im Übrigen sogar ebenfalls von einem liebevollen und verantwortungsvollen Hobbyzüchter, der gleich noch Tipps zum Einfrieren bei lebendigem Leib und zum anschließenden Zerteilen gab! Aber die Süße hat sich erholt, es geht ihr prächtig und sie lässt sich sehr gerne anfassen, sie ist eine aufgeschlossene, intelligente und neugierige junge Dame! Tim: Bei ihm sprechen die Bilder auf unserer Internetseite eigentlich für sich... Aber auch er zeigt keinerlei Aggression oder Angst vor Menschen... obwohl er zudem noch blind ist. Benno: Hat bereits schlimme Misshandlungen erfahren, es blieben davon deutliche Spuren. Aber auch er ist nach anfänglicher totaler Panik mittlerweile ein sehr aufgeschlossenes Tier und lässt sich ohne Probleme anfassen. Luis: Er wurde als Fundtier in einem TH abgegeben und kam zu uns weil er bei uns individueller betreut werden kann. Ihn hat man versucht zu erschlagen. Man hat es aber zum Glück oder leider... wie man es sehen möchte... nicht geschafft. Er wurde jedoch schwer verletzt und kann momentan seine Vorderbeinchen nicht bewegen und den Kopf nicht heben. Aber auch er hat keinerlei Angst oder Aggression den Menschen gegenüber die es gut mit ihm meinen. Im Gegenteil... er ist freundlich aufgeschlossen und neugierig. MaryLou: Ihre Geschichte ist ebenfalls auf unserer Seite zu finden... sie lebte bis zu ihrer Übernahme durch uns in einer Katzentransportbox und hat nur sporadisch Futter und Wasser bekommen! Sie war anfangs zu Menschen panisch und zu anderen Kanichen aggressiv...wir gingen bis vor Kurzem davon aus sie als unvermittelbar zu behalten... und siehe da... auch bei ihr platzte der Knoten! Sie hat Freunde in der Gruppe gefunden und lässt auch mittlerweile Menschen an sich heran! Also kann ich zusammenfassend sagen, dass Tierschutztiere keinesfalls Zuchttieren in irgendwas nachstehen! Ganz im Gegenteil. Zudem möchte ich an dieser Stelle auch mal festhalten, dass von unserem Verein alle Tiere erst vermittelt werden wenn sie sich von ihrer Vorgeschichte erholt haben und ruhigen Gewissens in ihr neues Leben entlassen werden können! Die Tiere haben bei uns, nach iherer Eingangsquarantäne, zwischen 25-90qm, je nach Gehege, zur Verfügung um unter Artgenossen zur Ruhe kommen zu können. Sollte ein Tier dauerhaft aggressiv, panisch oder anderweitig verhaltensauffällig bleiben wird es nicht vermittelt! Zudem wird bei uns sehr viel Wert darauf gelegt, dass Halter und Tier zusammenpassen... und auch das die neuen Tiere charakterlich mit den vorhandenen Tieren harmonieren. Zudem stehen wir jederzeit in der Eingewöhnungsphase, bei der Zusammenführung und auch ein Kaninchenleben lang für alle Fragen jederzeit zur Verfügung... Ich möchte die Menschen die sich angesprochen fühlen bitten sich kein Urteil über ALLE Tierschutztiere aufgrund von Horrorgeschichten Dritter über mittelmäßige Tierheime zu bilden! Grüße Anita
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AW: Tierheimkaninchen vs ZuchttiereIst nicht jedes Kaninchen irgendwie ein Second-Hand-Kaninchen? Ob es nun direkt vom Züchter kommt oder von einer Organisation. Beim Züchter macht es auch "Erfahrungen" und gerade bei oft üblichen Haltungsformen (Boxen in denen sie nichteinmal springen können! Viel zu früh von der Mutter getrennt usw. usf.) bekommt man auch beim Züchter ein Kaninchen das schon "geschädigt wurde". Was anderes ist es bei kompetenten Züchtern die ihre Kaninchen gut halten und mit ihnen gut umgehen. Da bekommt man natürlich super Tiere. ![]() Meine Kaninchen sind alle aus 2. Hand, teilweise mit übelster Erfahrung, Haltung und Fütterung. Beispielsweise Sunny: Ernährt mit Heu und Trockenfutter (und gelegentlich etwas Gemüse), kurz vor mir stark e. Cuniculi gehabt, Käfighaltung, langezeit alleine, 5 Jahre alt. Heute ist er fit, von der Verdauung wieder gesund, lebensfroh und war nie wirklich krank (bis auch Verdauungsprobeleme am Anfang die er mitbrachte und die erst weg gehen mussten. Außerdem kann man ihn streicheln, er ist sehr zutraulich .
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AW: Tierheimkaninchen vs ZuchttiereRoo habe ich aus dem Tierheim geholt. Damals war sie winzig und noch sehr jung, zur Vorgeschichte konnte man mir nichts sagen, ebenso wenig, wie groß sie mal wird. Ein etwas anderes Beispiel: Wir haben seit März noch einen Kater aus dem TH. Berry, ungefähr zehn Jahre alt und schon zum dritten (Grrr) Mal im TH. Wir würden es wieder tun. Er ist der liebste Kater, den ich kenne. Jedes Tier hat eine Chance verdient!!!
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AW: Tierheimkaninchen vs Zuchttierevielen Dank an euch, die ihre Erfahrungen hier eingebracht habt! Genau das habe ich mir gewünscht als ich den Thread erstellt habe. Denn es spricht eine deutliche Sprache was ihr schreibt... und bestätigt den Eindruck, dass gute Haltungsbedingungen Aggressionen bei Kaninchen eindämmen bzw. lösen! Klar, wird nicht jedes ein Kuscheltier... aber ein Kaninchen dem es gut geht wird weder Menschen noch Artgenossen lynchen. Und die angeblich seelisch gesunden Zuchttiere sind erheblich häufiger die die bei uns langen weil sie beißen... weil sie in falsche Haltung geboren werden um in zum Teil noch schlimmere Verhältnisse vermittelt bzw. verkauft zu werden... LG Anita
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AW: Tierheimkaninchen vs Zuchttiere*Thread aus der Versenkung hol* Unsere Ninchen kommt auch aus Einzel- und Käfighaltung, wurde mit TroFu ernährt und hatte regelmäßig Durchfall (was mir bei der Abnahme garnicht gesagt worden ist). Mittlerweile ist sie bei uns total aufgeblüht, nur am Hoppeln und Schmusen mit den anderen, ein totaler Schatz.
__________________ wiesenhoppler.de.tl
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AW: Tierheimkaninchen vs ZuchttiereFinde den Thread hier super und möchte auch noch einen kleinen Erfahrungsbericht dranhängen. Ich habe meine Wolke als Partnerin für meinen damals schon vorhandenen Jim (leider aus der Zoohandlung) geholt. (November 2006) Ich weiß leider nicht viel über sie. Sie war wohl ein Kinderzimmerninchen. Heißt: - kleiner Käfig - Trofu - kaum Auslauf Sie muss wohl vor Ort von irgendeinem Rammler (näheres und Umstände nicht bekannt) gedeckt worden sein. Jedenfalls habe ich sie kurze Zeit später aus dem Tierheim geholt. Sie war dann trächtig und trotzdem sowas von dürr. Deswegen hätte ich auch niemals gedacht, dass sie trächtig ist. Sie hat dann 3 Wochen später 6 Kleine bekommen. Das hat alles super geklappt, obwohl mein Rammler dabei war. Jedenfalls ist sie bis heute nicht einmal krank gewesen. Absolut nichts. Sie war zur Kontrolle natürlich beim TA zu Beginn und nach der Geburt mit den Kleinen und die halbjährlichen Checks. Ansonsten kennt sie unseren TA so gut wie garnicht! Man sieht, die Dame ist topfit, trotz vorheriger schlechter Haltung und dem ganzen Stress hat sie sich super schnell eingelebt und nachdem ich dann das Trofu langsam abgesetzt hatte, schien sie noch aktiver zu werden.
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