Hallo zusammen,
seit knapp einer Woche bin ich (wieder) Hasenmutti und schon stapeln sich die Fragen. In eurem Forum bin ich hoffentlich am richtigen Ort um zu lernen und es besser zu machen als beim ersten Mal als Kaninchenhalterin.
Als Kind bekam ich meine ersten beiden Wackelnasen: Sir Hoppselot und Knöpfchen. Zwei Zwergmixe die über 12 und 13 Jahre alt wurden. Als Sir Hoppselot Witwer wurde hat er einen Monat bei mir in der WG gewohnt, bevor er zu einer Freundin und ihrem alten Kaninchen nach Leipzig gezogen ist. Dort hat er seine zweite große Liebe gefunden und sein letztes glückliches Lebensjahr verbracht. Das ist nun fast zwei Jahre her und mit der ersten eigenen Wohnung wuchs täglich das Bedürfnis, wieder Langohren um mich herum zu haben. Diesmal wollte ich es aber um einiges besser machen.
So entstand ein Innengehege von 5 qm in unserem Wohnzimmer, welches ich nach den Hinweisen von Kaninchenwiese und Co. einzurichten versuchte. Die wichtigsten drei Upgrades zu meiner früheren Kaninchenhaltung waren erstens der Platz (auch der erste Stall war selbstgebaut, jedoch nur ca. 2 qm groß), zweitens mehrere Trinkschalen statt der nie genutzten Trinkflaschen (ein Tierarzt hatte damals behauptet, dass Kaninchen gar kein zusätzliches Wasser zum Grünfutter bräuchten - heute schaue ich meinen beiden beim Trinken zu und darf morgens die fast leeren Schalen füllen) und drittens das Futterklo (welches seit der ersten Sekunde geliebt und genutzt wird). Ansonsten fügte ich noch eine Höhle aus einer Weinkiste, einen Heuball, ein weiteres kleineres Katzenklo in der Ecke mit dritter Heustelle, einen untertunnelten IKEA-Sessel, einen Kräuterteller und diverse Zweige hinzu. Momentan ist das Highlight aber der umgedrehte Topfuntersetzer aus Keramik unter dem zwei Kühlakkus liegen - bei den aktuellen Temperaturen hätte ich so etwas auch gern.
Innengehege:
Futterklo und Kühlstelle:
Am vergangenen Wochenende war es dann soweit: mein Freund und ich holten die Geschwister Purple und Heide ab. Die zwei stammen aus einem ungewollten Wurf eines Chinchillakaninchens mit einem deutschen Riesen. Meinem Freund war es wichtig, dass wir junge Kaninchen aufnehmen und mir, dass sie nicht mit Vorsatz gezeugt wurden. Der charakterliche Unterschied zu meinen ersten beiden Zwergkaninchen-Mixen wurde mir schnell bewusst. Es dauerte keine zehn Minuten bis beide freiwillig die Transportbox verlassen hatten und auf Erkundungstour gingen. Nach vier Stunden ließen sie sich vorsichtig am Rücken streicheln und turnten auf uns herum als wären wir Teil der Einrichtung. Die dunkelgraue Heide zeigt sich seither als vorsichtiges aber zutrauliches Langohr, Purple dagegen hat einen puren Entdeckercharakter und wird immer frecher und waghalsiger. Wegen ihm habe ich einige glatt lackierte Einrichtungsgegenstände und Äste schnell neu platziert. Die Gehegefront aus Plexiglas im Holzrahmen wurde ebenfalls schnell auf ihre Haltbarkeit getestet, als er die unsichtbare Wand kennenlernte. Eine große Buddelbox mit Sand steht beim Freilauf im langen Flur und auf dem Balkon bereit. Bisher scheint sie für die beiden aber noch keinen Sinn zu ergeben. Als Toilette nutzen sie von Anfang an - auch während des Freigangs - ausschließlich ihre beiden Klos im Innengehege... das hatte ich mir deutlich komplizierter vorgestellt.
Purple und Heide scheinen sich inzwischen eingelebt zu haben, schlagen Haken, kommen erwartungsvoll angehoppelt wenn man den Raum betritt und mümmeln was das Zeug hält. Und genau darin liegt der nächste deutliche Unterschied zu meinen früheren Zwergen: Purple und Heide mümmeln - und sie hören nicht mehr auf damit. Zum Glück haben wir einige Verwandte mit Obstbäumen am Stadtrand, einen Park voller wilder Gräser, Birken, Haselnuss und Löwenzahn um die Ecke und mehrere große Zoohandlungen in der Nachbarschaft. Ich habe mir ein Pflanzenbestimmungsbuch und die „Kaninchen-Apotheke“ von Ursula Glauser zugelegt und die Gemüsetonnen der Supermärkte sind auch nicht mehr sicher vor mir. Ich bin schon gespannt wo das endet. Momentan wiegen sie mit ihren 13 Wochen 1,75 und 1,7 Kilo und ich füttere sie alle paar Stunden mit Frischfutter aus dem Park, Möhren, Fenchel, Möhrengrün, getrockneten Kräutern und frischen Zweigen. Frisches Heu steht jederzeit an mehreren Orten zur ständigen Verfügung. Jetzt werde ich erst mal das Forum erkunden und euch kennenlernen. Habt ihr Tipps und Verbesserungsvorschläge zur Haltung, Fütterung und Einrichtung soweit? Wie wohl alle hier angemeldeten Kaninchenfreude möchte ich es meinen neuen Mitbewohnern so schön wie möglich machen.
Liebe Grüße aus Berlin
Lina