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Unser kleines Langohr-Rudel auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 11.04.2017
Beiträge: 4
charlu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.04.2017, 13:58

Unser kleines Langohr-Rudel


Hallo zusammen!

Da ich mich nun hier angemeldet habe und euch sicher hier und da mit Fragen löchern werden, sollte ich mich und meine Tierchen mal vorstellen:

Mein Mann und ich haben das Glück, ein kleines Häuschen mit großem Garten zu bewohnen. Wir haben eine Tochter (3) und in wenigen Tagen auch einen Sohn.
Neben den Kaninchen haben wir noch eine Katze –Norweger-Mix– die es mit der Fellpflege nicht sehr genau nimmt
Unsere Tochter hat von Anfang an gelernt, dass Tiere und Kuscheltiere NICHT dasselbe sind. Sie darf füttern und streicheln, aber nur wenn die Tiere zu ihr kommen. Das hat sie auch ganz schnell begriffen.
Sie hilft gerne beim saubermachen des Stalls und bastelt auch gerne neues Kaninchenspielzeug. Sie ist also in die Pflege der Kaninchen eingebunden, ohne dass die Tiere als Kuscheltiere herhalten müssen.
Wenn sie allerdings jemandem erzählt, dass sie Kaninchen hat, wird sofort angenommen, dass wir uns die Tiere nur für sie zum spielen angeschafft.

Wir kamen allerdings ganz anders zu unseren Tieren!
Ich hatte schonmal zwei Kaninchen, da war ich selbst noch jünger. Zwei Zwerge, beide männlich, hießen Zorro & Sammy.
Die beiden kamen von einem Bauernhof, lebten schon viele Jahre zusammen und wurden auch bei mir zusammen draußen gehalten. Sammy war super lieb, Zorro hingegen immer bissig und hat angegriffen. Sogar wenn man einfach nur füttern wollte. Er wollte nicht, dass man an bzw in sein Gehege langte.
Die beiden sind oft ausgebüchst Wirklich jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt können sie aber nicht mehr raus, waren sie am nächsten tag wieder draußen. Ich bin fast verrückt geworden.
Dann haben wir einfach unseren Garten gesichert und sie durften frei hoppeln. Dank Sammy konnten wir sie aber am Abend einfangen und für die Nacht im Gehege unterbringen.
So ging es ganz lange, bis Sammy irgendwann starb. Sie waren auch schon älter... Nun hatte ich noch Zorro. Das bissige Kaninchen, dass niemanden in der Nähe seines Stalls duldete. Einpaar Tage nach Sammys Tod war das aber anders. Er war zutraulich und lieb. Wir haben dann versucht ihn zu vergesellschaften. Es gab einige Versuche, bei manchen hatten wir auch Unterstützung von der netten Dame der Kaninchen-Nothilfe, doch auch sie stieß bei Zorro an Grenzen. Das inzwischen liebe und zutrauliche Kaninchen entwickelte sich zurück zum bissigen Monster. Bei jeden Kaninchen, mit dem wir ihn zusammensetzen wollten. Kein Kastrat, kein Weibchen akzeptierte er. Egal welches Alter oder Rasse. Er schien einfach kein passendes Kaninchen für Zorro zu geben.
Wir wollten dann erstmal pausieren und ließen ihn in Ruhe. Nach einem erneuten Ausbruch ließ er sich auch nicht mehr einfangen. Es lebte irgendwie als wildes Kaninchen in unserem Garten. Nach einpaar Wochen wurde es dann amüsant. Zorro hatte den Garten erobert und saß oft bei uns auf der Terrasse, wenn wir draußen waren. Wann immer meine Katze im Garten war, spielten sie und putzten sich gegenseitig. (Meine Katze war seit ihrer Geburt an die beiden Kaninchen gewöhnt)
Irgendwann erwartete Zorro uns morgens immer an der Treppe. Und nach ein paar weiteren Wochen inspizierte er auch jeden Besucher, der durch die Tür kam.
Wir haben noch einige Male versucht Zorro zu vergesellschaften, doch es wurde nichts. Gaben wir in ab, kam er zurück. Haben wir es bei uns versucht, klappte es auch nicht und auch bei der Kaninchen-Nothilfe blieb der Versuch erfolglos. Sobald Zorro auf andere Kaninchen traf, wurde er wieder bissig und böse.
Da er ein gewisses Alter hatte, ließen wir ihn, denn jeder der sich auskannte, riet uns dazu. So hat er dann doch noch zwei Jahre bei uns im Garten gelebt. Spielte mit der Katze und verhielt sich nicht mehr wie ein Kaninchen.
Nach Zorro wollte ich dann kein Kaninchen mehr. Ich war mit Ausbildung und allem beschäftigt und wollte mehr "Freiheit" haben. Schon bei der Urlaubsplanung sind Haustiere ja problematisch.
Also wurde alles abgegeben und ich hatte nur noch meine Katze.

Letztes Jahr dann, habe ich zum Geburtstag ein Kaninchen geschenkt bekommen. Ein dunkelbraunes Widder-Böckchen. Und ich hatte nichts, rein gar nichts da. Keinen Stall, kein Stroh, Heu oder sonst was. Also mussten wir an meinem Geburtstag nochmal los und alles kaufen.
Dabei wusste ich gar nicht, ob Balu es schaffen würde. Er bestand nur als Fell und Knochen. Hatte fast kein Gewicht und war eiskalt. Bewegt hat er sich auch nicht. Es hat mich wirklich Überwindung gekostet ihn anzufassen. Abgesehen von einpaar Atembewegungen ließ nämlich nichts auf Leben schließen.
An Futter kannte er nur Gurke und gepresste Pellets und bis dahin hatte ich mich nie viel mit Kaninchenhaltung oder Ernährung auseinander gesetzt. Bei Sammy und Zorro hab ich viel falsch gemacht. Das weiß ich jetzt, aber früher hatte ich keinen Gedanken daran verschwendet, dass die Futtermischungen, die überall angeboten werden kein gutes Futter sind oder dass Kaninchen höhere Ansprüche haben.
Bei Balu änderte sich alles. Ich hab viel gelesen und mir Tipps geholt. War mit ihm beim TA für Untersuchungen und habe ihn mehrere Wochen lang aufgepäppelt. Es hat ewig gedauert, bis er mal an Heu geknabbert hat oder eine andere Gemüsesorte getestet hatte. Mit Wiese konnte er auch nichts anfangen. Sein großer Stall brachte auch nicht viel, denn man musste ihn hoch und runter setzten, weil ihm für die Rampe schlicht die Kraft und die Muskulatur fehlte.
Trotzdem zeigte die intensive Pflege irgendwann den gewünschten Erfolg. Er wurde kräftiger und agiler. Seine Pellets ließ er links liegen und war endlich auf den Geschmack von Heu und Frischem gekommen. Von da an ging es nur noch bergauf und der Tierarzt hatte bald alle nötigen Untersuchungen abgeschlossen, sodass man sagen konnte: Balu ist gesund.
Er war tatsächlich nur total abgemagert gewesen und schwach.
Im ersten Monat hat er mich ingesamt um die 700€ gekostet (Stall & andere Anschaffungen, TA Kosten). Was wieder mal ein Paradebeispiel dafür ist, dass man keine Tiere verschenkt, vor allem nicht in einem solchen Zustand.

Nun brauchte Balu aber Gesellschaft. Bei der Kaninchen-Nothilfe saß ein kleiner Früh-Kastrat. Charly hab ich ihn genannt und die Zusammensetzung klappte auf Anhieb.
Anfangs dachte ich, Balu würde mich nun links liegen lassen, aber er ist noch immer sehr auf mich fixiert. Bei mir ist er zutraulich und wirklich handzahm, kommt gerne kuscheln und putzt mich.
Charly wurde nicht wirklich zutraulich. Um ihn auf die Wiese zu setzten, brauche ich immer eine Transportbox. In die hüpft er auch sofort rein und lässt sich rüber tragen. Nur anfassen, dass will er nicht und hochnehmen auf keinen Fall. Aber wir haben ja eine Lösung gefunden.
Vor wenigen Tagen stellte sich dann heraus, dass Charly KEIN Kastrat ist. Charly ist ein Weibchen und nun Mama von 5 kleinen Kaninchen. Über ein Jahr ist nichts passiert, man hat sie nicht mal rammeln sehen und nun das. Ich war sehr überrascht.
Balu muss nun dran glauben und seine Männlichkeit hergeben. Bis dahin sind sie getrennt. Charly ist verdammt zutraulich seitdem die Babys da sind. Zumindest bei mir, andere greifen an und Balu trauert.
Doch ich muss sie trennen. Wenn Charly nochmal gedeckt wird, haben wir noch mehr Nachwuchs. Beide sind Mischlinge und augenscheinlich gesund. Trotzdem will ich das Risiko von Erbkrankheiten nicht eingehen.

Wenn sich alle vertragen, behalten wir den Wurf. Die Böcke werden früh kastriert und alle sollen zusammen leben. Platzmäßig müssen wir natürlich hier und da was anpassen, aber der Platz ist vorhanden. Wir wollten unsere Gruppe sowieso auf 5 erweitern. Kommen alle Babys durch, wären es 7.

Derzeit besteht unser Rudel also aus mir, Charly, Balu und 5 kleinen Nins. Ich werde euch berichten, ob es so bleibt.

Infos zu Ernährung und Gehege folgen im nächsten Beitrag, Bilder werde ich euch vermutlich erst etwas später liefern. Zuerst muss auch ich eine Geburt hinter mich bringen Dann hab ich auch wieder Platz im Stall und kann euch hoffentlich das ein oder andere schöne Foto machen.




Ninchen
 
Registriert seit: 11.04.2017
Beiträge: 4
charlu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.04.2017, 14:23

Ernährung meiner Kaninchen:


Ich hatte ja bereits gestanden, bei meinen ersten Kaninchen keine Ahnung gehabt zu haben. Sie hatten Futtermischungen und Heu, 1x am Tag frisches Futter und Wiese. Nicht total miserabel aber auch nicht optimal.

Balu und Charly haben es da wohl (hoffentlich) besser.

Immer zur Verfügung:

- Wasser (und Tee) in Tränken und Näpfen.
- Heu
- Nagergras (selbst zusammengestellt)
- Kräutertöpfe
- Obstzweige

Täglich:

- frisches Gemüse und Obst
- Wiese (mehrere Stunden draußen)
- gekeimte Saaten (variiert je nach Jahreszeit, im Sommer meist gar nicht)

2-3x wöchentlich:

- Kaninchen-Mash (im Winter)
- Banane (getrocknet als Chips oder frisch)


Balu liebt Möhren und alles was mit Kohl zu tun hat, außerdem Bananen. Letzteres bekommen sie wenig. Außerdem trinkt er liebend gern Fencheltee. Das habe ich eingeführt, als ich merkte, wie verrückt er nach Kohl ist. Damit es nicht zu Blähungen kommt, hab ich es vorsorglich angeboten. Bisher gab es aber weder Bähungen, noch Verstopfung oder sonstiges.

Charly liebt Äpfel und allgemein eher Süßes. Wenn davon nichts da ist, frisst sie lieber Heu, Kräuter und Nagergras – wenn sie nicht auf der Wiese sitzt.


Die wichtigste Tatsache zum Thema Ernährung, die mir nicht bekannt war:

Kaninchen haben Stopfmägen und müssen immer was zu essen haben!

-Ja, dass war mit anfangs wirklich nicht bewusst. Ich glaub es kam nicht oft vor, dass es mal nichts gab, aber grade bei meinen ersten Kaninchen hab ich das Futter abgemessen, sodass sie nicht zu viel hatten und nicht dicker wurden.

Balu und Charly fressen sicher 3x so viel wie Zorro und Sammy, sind aber zierlicher. Was vermutlich hauptsächlich daran liegt, dass ich ihnen die Futtermischungen erspare.

Wer noch Tipps fürs Füttern hat, kann sie gerne da lassen




Benutzerbild von Luke
Kaninchen
 
Registriert seit: 12.04.2013
Beiträge: 10.200
Luke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.04.2017, 20:38

Herzlich Willkommen !

Geh mal auf Kaninchenwiese .de . Da wirst Du alle Antworten auf Deine Fragen finden .



__________________

Viele Grüße von mir



Benutzerbild von Adabei
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.11.2015
Beiträge: 1.987
Adabei befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.04.2017, 20:49

Hallo und herzlich willkommen!
Du hast ja wirklich eine bewegende Geschichte hinter dir! Ich freue mich auf Fotos und wünsche dir alles Gute für die bevorstehende Geburt!
LG



Antwort



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