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Wuscheline 11.03.2014 17:12

Diskussion: Hund/Tier aus dem Ausland?
 
Es gehört jetzt nicht zu Internet-Notfällen, aber meine Nachbarin hat zwei Hunde aus Rumänien/Bulgarien (weiß nicht mehr genau) aus der Tötungsstation aufgenommen. Natürlich wurden diese dann vom Tierschutz geholt. Die beiden sehen sich ziemlich ähnlich, könnten Geschwister sein. Der eine Hund sieht hinten etwas anders aus (wie ne krumme Wirbelsäule vielleicht?) und hat eindeutig mehr Angst als der andere. Sie bellt auch öfters mal gerade wenn sie Angst vor Geräuschen hat. Finden unsere Kaninchen und die Katze nicht so toll aber da müssen die durch.
Das eigentliche Problem, unsere Nachbarin schreit die beiden ständig an. Gerade wenn der eine im Hausflur mal bellt, fängt die an zu schreien 'Halt jetzt bloß deine Schnauze, wenn du nicht ruhig bist geb ich dich ins Tierheim,......' So geht das fast den ganzen Tag und ich denke für Hunde aus der Tötungsstation ist das nicht gerade gut.
Ich hab an der Schule ja ne AG und ich bin mit zwei Freunden aus der Klasse zum Tierschutz gekommen (Natürlich ehrenamtlich). Soll ich denen mal sagen wie die mit den Hunden umgeht. Mama und ich glauben ja auch das sie das eher wegen Geld macht. Immer wenn die mit jemanden vom Tierschutz telefoniert hört man das Wort Geld. Sie ist eigentlich auch total asi und trinkt öfters mal.

Was meint ihr :o?

Angora-Angy 11.03.2014 17:20

Ich finde diese ganze Hunde-aus-Tötungsstationen-retten-Mafia schrecklich. Das löst nicht das Problem, sondern etabliert mehr oder weniger einen Industriezweig in den Herkunftsländern. Und eine ganz schreckliche Haltung á la "Lass uns niedliche Welpen produzieren, wenn sie nicht mehr niedlich genug sind, kommen die doofen Deutschen schon und geben uns auch noch Geld dafür". Und bei solchen Fällen wie du sie schilderst, wo die Tiere schwer krank sind und nachher auch nicht gut behandelt werden, wäre der Tod sicher auch nicht das schlimmste Schicksal. Ich finde nach wie vor, dass es essentiell wäre, die Wurzel des Übels zu beseitigen, nämlich die Einstellung der Leute zu den Tieren und die daraus resultierende Behandlung derselben. Massenweise die Tiere nach Deutschland zu karren, bringt niemandem etwas außer den Produzenten von noch mehr kranken Tieren.

Selkie 11.03.2014 17:30

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 617138)
Ich finde diese ganze Hunde-aus-Tötungsstationen-retten-Mafia schrecklich. Das löst nicht das Problem, sondern etabliert mehr oder weniger einen Industriezweig in den Herkunftsländern. Und eine ganz schreckliche Haltung á la "Lass uns niedliche Welpen produzieren, wenn sie nicht mehr niedlich genug sind, kommen die doofen Deutschen schon und geben uns auch noch Geld dafür". Und bei solchen Fällen wie du sie schilderst, wo die Tiere schwer krank sind und nachher auch nicht gut behandelt werden, wäre der Tod sicher auch nicht das schlimmste Schicksal. Ich finde nach wie vor, dass es essentiell wäre, die Wurzel des Übels zu beseitigen, nämlich die Einstellung der Leute zu den Tieren und die daraus resultierende Behandlung derselben. Massenweise die Tiere nach Deutschland zu karren, bringt niemandem etwas außer den Produzenten von noch mehr kranken Tieren.

Seh ich ähnlich.
Ist wie bei der Robbenjagt. Das wird schon lange nicht mehr nur wegen dem Pelz gemacht sondern wegen dem Anti-Robbenjagt-Tourismus....


Zudem denke ich dass wir hier in Deutschland genug Tiere im Tierheim haben. Ich finde es ja gut wenn Tiere geretten werden (egal woher sie kommen) aber manchmal denke ich mir dass man vielleicht erstmal vor der eigenen Tür kehren sollte...

Wuscheline 11.03.2014 17:57

Das finde ich auch was die Tierheime angeht. Es gibt hier genug Tiere die wer weiß wie lange im Tierheim leben und dort womöglich auch noch sterben. Zudem sind es hier auch unter anderem genug Straßenkatzen die sich unaufhörlich vermehren da sie nicht kasstiert werden.
Mein Problem, ich weiß nicht ob ich das mit den Hunden sagen soll. Auch wenn ich unsere Nachbarin nicht mag, ich habe irgendwo Respekt davor so verstörte Hunde aufzunehmen aber sie dann im Nachhinein nur anzubrüllen macht bei denen ja nichts besser. Jetzt sind sie nunmal da und sie tun mir irgendwie voll Leid. Sie haben in Rumänien sicherlich genug schlimmes erlebt da müssen sie hier nicht noch nur angemeckert werden.

Ich hab damals meine Kaninchen ja auch aus ner Tierhandlung geholt und 'bereue' es etwas. Natürlich lieb ich meine beiden total, aber welche aussm Tierheim wären schon besser gewesen. Ich hab mir für später ja auch vorgenommen nur noch Tiere aus dem TH zu holen. Vielleicht auch ältere damit die wenigstens noch ein paar schöne Jahre im Leben haben :)

TanjaZ 11.03.2014 22:32

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 617138)
Ich finde diese ganze Hunde-aus-Tötungsstationen-retten-Mafia schrecklich. Das löst nicht das Problem, sondern etabliert mehr oder weniger einen Industriezweig in den Herkunftsländern. Und eine ganz schreckliche Haltung á la "Lass uns niedliche Welpen produzieren, wenn sie nicht mehr niedlich genug sind, kommen die doofen Deutschen schon und geben uns auch noch Geld dafür".

Wo hast du das denn her? Natürlich gibt es auch schwarze Schafe. Also diese, die durch diesen sogenannten "Welpenhandel" Kohle scheffeln wollen. Allerdings sind das RASSEhunde die dann vermehrt und zu Billigpreisen verhökert werden!
Puh, ich bin grade ziemlich geschockt von den meistern Äußerungen hier. Tierschutz, ja, aber bitte nur hier bei uns vor der eigenen Tür? Tierschutz sollte keine Grenzen haben!! Was kann ein Hund dafür, dass er im "falschen" Land geboren ist?
Mal abgesehen davon, wart ihr in letzter Zeit mal in einem Tierheim und habt euch nach Hunden umgeschaut und euch dort mal erkundigt WOHER die so kommen? Zum Glück denken sehr sehr viele Tierheim darüber anders und haben neben "Einheimische" auch sehr viel Ausländerhunde die sie vermitteln.

Mal so am Rande, habt ihr mal mitbekommen was zur Zeit in Rumänien mit den Hunden dort abgeht?? Schaut euch Bilder, Videos etc. auf Youtube oder sonstwo an und dann sagt nochmal dass das Töten für den Hund dort nicht das schlechteste ist... Mal sollte sich damit erst mal befassen WIE diese Tiere dort zu Tode kommen.

Sorry, wenn ich jetzt hier ziemlich emotional reagiere. Dieses Thema ist gerade ein sehr wunder Punkt. :nonod:

Kreusa 11.03.2014 22:47

Ich halte es trotzdem generell für sinnvoller, wenn man den Tierschutz im Ausland unterstützen möchte, dort nachhaltige Projekte am Ort zu förden (z.B. Streunerkastras, Aufklärung etc.) als massenhaft Tiere von dort hier zu vermitteln. Das löst doch nichts am Problem vor Ort.
Wenn sich da die Straßentiere weiter ungehemmt vermehren und die Leute weiterhin auf Tierschutz schei*en, geht es doch immer weiter, egal ob dann ein Hund oder eine Katze vielleicht in Deutschland ein schönes Leben bekommen hat.
Natürlich sollte Tierschutz keine Ländergrenzen haben und natürlich hat auch der Hund aus Rumänien die Chance auf ein schönes Zuhause verdient. Aber sollte man dann nicht lieber an der Mentalität der Menschen und den Gesetzen dort ansetzen um es auf lange Sicht möglich zu machen, dass in Zukunft rumänische Hunde in Rumänien nicht wie Dreck behandelt werden und ein schönes, liebevolles Zuhause bekommen können, statt dafür nach Deutschland gekarrt werden zu müssen?

Wuscheline 12.03.2014 09:56

Also ich finde ja zum einen das es in den Tierheimen viel zu voll ist. Ist ja alles schön und gut das dort auch Hunde aus dem Ausland vermittelt werden. Macht das ganze aber auch nicht viel besser. Jeder 'ausländische' Hund der vermittelt wird 'nimmt' den Platz von einem Hund der vielleicht schon jahrelang im Tierheim sitzt. Oder ein Hund der aus dem Ausland nimmt den Platz von einem Hund der vielleicht im Tierheim abgegeben werden soll.

Natürlich ist es schrecklich was mit den Hunden in Rumänien passiert. Ebenso sollte ihnen geholfen werden, weil kein Lebewesen hat es verdient wie Dreck behandelt zu werden und dann auch noch einen schrecklichen Tod leiden zu müssen.

Ich finde, dass ganze etwas Zwiespaltig. Man kann eher der einen Meinung sein oder eher der anderen. Um genau zu sein haben am Ende beide Seiten zu ihrem Teil Recht.

Angora-Angy 12.03.2014 10:28

Zitat:

Zitat von TanjaZ (Beitrag 617311)
Wo hast du das denn her? Natürlich gibt es auch schwarze Schafe. Also diese, die durch diesen sogenannten "Welpenhandel" Kohle scheffeln wollen. Allerdings sind das RASSEhunde die dann vermehrt und zu Billigpreisen verhökert werden!
Puh, ich bin grade ziemlich geschockt von den meistern Äußerungen hier. Tierschutz, ja, aber bitte nur hier bei uns vor der eigenen Tür? Tierschutz sollte keine Grenzen haben!! Was kann ein Hund dafür, dass er im "falschen" Land geboren ist?
Mal abgesehen davon, wart ihr in letzter Zeit mal in einem Tierheim und habt euch nach Hunden umgeschaut und euch dort mal erkundigt WOHER die so kommen? Zum Glück denken sehr sehr viele Tierheim darüber anders und haben neben "Einheimische" auch sehr viel Ausländerhunde die sie vermitteln.

Mal so am Rande, habt ihr mal mitbekommen was zur Zeit in Rumänien mit den Hunden dort abgeht?? Schaut euch Bilder, Videos etc. auf Youtube oder sonstwo an und dann sagt nochmal dass das Töten für den Hund dort nicht das schlechteste ist... Mal sollte sich damit erst mal befassen WIE diese Tiere dort zu Tode kommen.

Sorry, wenn ich jetzt hier ziemlich emotional reagiere. Dieses Thema ist gerade ein sehr wunder Punkt. :nonod:

Die Mentalität der Leute ist eben leider so. Nicht umsonst gibt es in solchen Ländern Tiermärkte, auf denen man sich mal eben im Vorbeigehen jede beliebige Tierart kaufen kann. Hündinnen lässt man werfen, egal ob Rassehund oder nicht, weil man die Welpen auf diesen Märkten gut los wird. Die Käufer nehmen spontan so ein süßes Fellknäuel mit, wenn es nicht mehr so süß ist und lästig wird, wird es einfach an der nächsten Straßenecke entsorgt und ein neues gekauft. Schlechtes Gewissen muss man nicht haben, die deutschen Tierschützer werden die Streuner dann schon füttern bzw. einfangen und exportieren. Oder noch schöner für die Verkäufer: Eine deutsche Tierschutzorganisation kommt vorbei und kauft in großem Stil so viele Tiere wie sie nur kann. Bombenabsatz, die nächsten Welpen wachsen ja auch bereits in den Hündinnen heran. Das löst für dieses eine Tier oder vielleicht für diesen Wurf Welpen das Problem, aber dafür kommen zig neue Tiere nach, denn das grundlegende Problem wird mit dem "Freikaufen" nicht gelöst: Die Ignoranz der Leute gegenüber den Tieren. Das Thema der ohnehin überfüllten Tierheim hierzulande ist damit noch nichtmal angeschnitten. Von den importierten Krankheiten, unter denen dann auch einheimische Hunde zu leiden haben, ganz zu schweigen.
Klar, wenn ich zufällig in so einem Land wäre und mich in ein spezielles Tier verlieben würde, würde ich es mitnehmen oder zumindest versuchen. Aber explizit den Import von Auslandshunden unterstützen würde ich nicht. Dann lieber Aufklärung vor Ort, vor allem bei den Kindern ansetzend.

TanjaZ 12.03.2014 12:44

Diskussion: Hund/Tier aus dem Ausland?
 
Hey, ich dachte ich mache dazu mal ein extra Thema auf.

Was mich interessieren würde ist, so wie ja ein paar Meldungen hier waren, dass man heimische Tierheime nicht mit Ausländerhunde besetzen soll da diese "unseren" Tieren dann den Platz wegnehmen würden.
Nun mal meine provokante Frage: Ab wann ist denn ein Hund einheimisch=deutsch?
Und ab wann gilt er als Ausländer? Muss er hier geboren sein?
Wo dürfte/müsste denn meiner hin, der jetzt mittlerweile 4 Jahre hier in Deutschand lebt, wenn ich ihn nicht mehr will? Muss er zurück ins Ausland, oder gilt er nun als einheimischer Hund?
Und noch eine Frage:
Wo ziehen wir denn da bitte die Grenze? Mir kommt diese Meinung ziemlich rassistisch vor. Hunde nehmen den "deutschen" Hunden den Tierheimplatz weg und die Polen/Türken etc. den deutschen die Arbeitsplätze? :eek:

Dann stellt sich mir noch die Frage, wenn "wir" doch so denken, warum unterstützen wir denn dann nicht auch den deutschen Handel, sondern beziehen immer mehr Ware aus dem Ausland?


Dies hier sind zwar nicht meine Worte, aber meine Meinung:

...hauptsächlich bei sogenannten Inlandstierschützern, ist, dass überhaupt Unterschiede gemacht werden. Alle Hunde leben unter einem Himmel. Ich sehe keinen Sinn darin nach einem Reisepass zu fragen. Jeder, der Hilfe braucht, sollte sie bekommen. Warum müssen wir Deutschen immer in Grenzen denken? Sollte uns nicht egal sein woher ein hilfebedürftiges Tier kommt? Entscheidend ist, dass ein Lebewesen Hilfe braucht.

Freut man sich als Tierschützer nicht über JEDEN vermittelten Hund. Ist es nicht in erster Linie wichtig, dass man einem Tier, dass schlimmes durchgemacht hat, den Glauben an die Menscheit verloren hat etc. wieder zeigt, was Liebe und Glück bedeuten? Sind diese Werte nicht wichtiger als die Nationalität?

Ich denke, dass jeder, der schon mal in einer Tötungsstation war das nachvollziehen kann. Wer einem solchen Lebewesen in die Augen geschaut hat, der fragt nicht mehr woher es kommt. Ein Leben in einem deutschen Tierheim ist ein Paradies gegen ein Leben in z.B. rumänischen Tierheim oder einer Tötungsstation. Natürlich muss das grundlegend verändert werden und dennoch bedarf es auch Soforthilfe. Den Hunden dort geht es ausgesprochen schlecht.

Daran sollte mal jeder denken, der In- und Auslandstierschutz trennt. Wirkliche Tierliebe fragt nicht nach Grenzen.

Mir ist egal, ob ein Hund aus Deutschland oder Timbuktu kommt. Entscheidend ist, dass er Hilfe braucht...
Zitat Ende

Übrigens ist mir das auch bei Menschen egal!!

F+inchen 12.03.2014 13:30

Es gibt schon zig Diskussionen dazu. Meine Meinung habe ich mal zaghaft angesprochen, werde mich dazu aber nicht mehr äußern.
Die negativen aber durchaus plausiblen Kommentare werden -das muss ich zugeben- erfolgreich von "Tierschützern" in den Boden gestampft. Soll jeder einen Hund "retten" wie er mag.

...und immer diese Vergleiche mit Menschen bzw. Kindern: ein Mensch bleibt ein Mensch, ein Hund ein Hund und eine Kuh eine Kuh. Kinderheime kann man nicht mit Tierheimen oder Tötungsstationen vergleichen, ebenso wenig wie den "Ausländer" als Mensch und "Ausländer" als Hund.

Selkie 12.03.2014 14:27

Ja ich war vor kurzer Zeitin mehreren Tierheimen. Habe zwar nicht gefragt woher die ganzen Hunde kommen aber es waren Massen. Teilweise welche die schon seit vielen Jahren im Heim sind. Und das finde ich schrecklich. Und deswegen finde ich dass man vielleicht erstmal im Tierheim in der nähe schauen sollte ob nicht da ein passender Hund ist bevor man im Ausland sucht.

Was Tiere aus dem Ausland angeht sehe ich das wie Kreusa oder Angora-angy. Man muss da an anderen Stellen ansetzen. Wenn die Tiere immer weiter nachproduziert werden und irgendwelche Tierschutzorganisationen diese Aufkaufen dann bringt das doch alles nichts. Dann kann man auch gleich in den Zoo Zajac gehen und sich dort einen Welpen kaufen.

Ich bin nicht gegen Tierschutz im Ausland. Ich finde nur dass man dabei so vorgehen muss dass es auch dauerhaft etwas bringt und dabei unsere einheimischen Tiere nicht vergessen darf.

Selkie 12.03.2014 14:50

ich hab mal die diskusion auf die dieser Thread beruht hier rein verschoben.

Ist zwar jetzt etwas durcheinander da das Forum Chronologisch sotiert aber ihr findet euch schon zurecht.

Ich finde es übrigens ein Unding u.a. meine Beiträge als Rassistisch zu bezeichnen. Nur weil ich der Meinung bin, dass man erstmal einheimische Tierheime leeren sollte...

Roady 12.03.2014 15:05

Ich bin auch gegen den Import von Tieren.
Erstens löst es das Problem im Ursprungsland nicht. Dort sollten Kastrationsprogramme durchgeführt werden und dort muss sich die Einstellung zu den Tieren ändern.
Zweitens werden mit den Tieren leider auch Parasiten und schlimme Krankheiten miteingeführt, die lebensgefährlich sind.

Wuscheline 12.03.2014 15:45

Weiß eigentlich einer woran es liegt das die Menschen dort Tiere so 'verachten' und wie Dreck behandeln :confused:?

Jinro 12.03.2014 15:52

Tut so pauschal doch niemand. Man kann nicht verallgemeinern und sagen in Land XY seien alle Menschen tierfeindlich eingestellt. Nur haben die Menschen dort eben teils ganz andere Probleme, als sich drum zu kümmern dem Hundchen ein Steak vom Schlachter zu organisieren.

Tierschutz ist vor allem ein wirtschaftliche Luxusleistung.

Nimm Rumänien, nominell erwirtschaftet dort ein Einwohner pro Jahr ~6.400€ (nominelles BIP/Kopf). Viel Spoaß dabei von 533€/Monat eine Familie zu ernähren, Miete zu zahlen und sich um Tierschutz zu kümmern.

Wuscheline 12.03.2014 15:55

Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 617442)
Tut so pauschal doch niemand. Man kann nicht verallgemeinern und sagen in Land XY seien alle Menschen tierfeindlich eingestellt. Nur haben die Menschen dort eben teils ganz andere Probleme, als sich drum zu kümmern dem Hundchen ein Steak vom Schlachter zu organisieren.

Tierschutz ist vor allem ein wirtschaftliche Luxusleistung.

Nimm Rumänien, nominell erwirtschaftet dort ein Einwohner pro Jahr ~6.400€ (nominelles BIP/Kopf). Viel Spoaß dabei von 533€/Monat eine Familie zu ernähren, Miete zu zahlen und sich um Tierschutz zu kümmern.

Ja oke das ist natürlich ein Problem. Man weiß aber auch nicht was so die alltäglichen Kosten sind. Heißt nicht wenn es bei uns mit 533€ ziemlich schwer/unmöglich wird zu überleben, dass es dort trotzdem möglich ist. Aber genau genommen find ich das die Menschen dort kein richtiges Herz für Tiere haben. Kann natürlich alles mit ihren anderen Problemen liegen. Aber deswegen müssen sie den Tieren doch keinen grausamen Tod bescheren, mal davon abgesehen das sie da vorher auch kein schönes Leben haben.

Fluffys 12.03.2014 17:20

Diese Tierschutzfrau macht das sicher nicht des Geldes wegen,denn man bekommt in der Regel kein Geld für Tierschutzhunde,im Gegenteil,selbst bei Pflegehunden muss man einiges selbst bezahlen bis sie vermittelt sind. Dass sie die Hunde anschreit ist natürlich nicht schön,aber wird man wohl nicht ändern können.

Das Hauptproblem löst man sicher nicht indem man einfach nur Hunde rüber karrt,aber solange es dauert bis in diesen Ländern mal ein Umdenken statt findet muss man eben helfen so gut es geht. Die Zustände in den Auffanglagern dort kann man nicht im geringsten mit denen in deutschen Tierheimen vergleichen, da haben unsere Tierheimtiere Luxusleben dagegen. Und es wundert mich teils auch gar nicht wenn die Leute lieber aus dem Ausland adoptieren wenn man aus deutschen Tierheimen kaum ein Tier bekommt (ähnlich wie bei den Kindern) Die meisten großen Hunde verrotten in den Zwingern bis sie alt sind weil sie nicht in Wohnungen vermittelt werden!

Rumänien ist ja ein gutes Beispiel für sämtliche Grausamkeiten,man muss sich dort nur mal ansehen wie sie auch miteinander umgehen,wie es dort in den Kinderheimen abgeht,dann erklärt sich von selbst dass es auch den Tieren dort nicht besser geht, allerdings gibt es auch da Einheimische die Helfen wo sie können,die selbst kaum was zu essen haben aber alles mit den Streunern teilen. Habe mal eine ganz traurige Geschichte gelesen von einer alten Rumänin die ehrenamtlich in einem Tierlager geholfen hat und bei einem Feuer selbst verbrannt ist weil sie die Welpen noch retten wollte.

Allerdings braucht man für Grausamkeiten ja echt nicht in andere Ländern schauen, bei uns im reichen "zivilisiertem" Deutschland herrschen nach wie vor übelstes Missstände in der Nutztierhaltung,aber das nehmen die meisten "Tierfreunde" gerne hin wenns um ihr eigenes Essen geht,aber dann mit den Fingern auf die bösen Ausländer und deren Tierquälerei zeigen..

Ich denke es ist völlig egal ob man einem Tier hier in Deutschland hilft oder einem aus dem Ausland,hauptsache man tut es.

Kreusa 12.03.2014 19:54

Zitat:

Zitat von Fluffys (Beitrag 617473)

Ich denke es ist völlig egal ob man einem Tier hier in Deutschland hilft oder einem aus dem Ausland,hauptsache man tut es.

Da sind wir doch völlig einer Meinung. :thumbsup:

Ich finde es nur immer wieder schade (NICHT AUF BEITRÄGE HIER BEZOGEN ÜBERTRIEBEN GESAGT), wenn ich dann mitbekomme, wie sich Tierfreund und Tierschützer mit dem Leid der Tiere profilieren wollen, a la

"Ich habe einen einjährigen, gesunden Hund hier aus dem Tierheim adoptiert und bin total glücklich mit ihm."

"Was? Mein Bello stammt aus einer grausamen spanischen Tötungsstation, hat nur drei Beine und ist taub. Ich bin der viel bessere Tierschützer! Wie kannst du es nur wagen, so einen Wohlstandsglückspilz aus dem deutschen Tierheim zu adoptieren, wenn in Spanien Hunde leiden."

Versteht jemand, was ich meine?

Wuscheline 12.03.2014 21:50

Zitat:

Zitat von Fluffys (Beitrag 617473)
Diese Tierschutzfrau macht das sicher nicht des Geldes wegen,denn man bekommt in der Regel kein Geld für Tierschutzhunde,im Gegenteil,selbst bei Pflegehunden muss man einiges selbst bezahlen bis sie vermittelt sind. Dass sie die Hunde anschreit ist natürlich nicht schön,aber wird man wohl nicht ändern können.

Da ist das Problem. Sie ist keine Tierschutzfrau, sie hat zum ersten Mal Hunde aus dem Ausland. Zudem ist sie Hartz IV Empfängerin (Soll nichts heißen :o). Aber sie ist total asi und eigentliche Alkoholikerin, sie nimmt auf uns keine Rücksicht oder sonst was. Unsere Wohnungen sind ziemlich hellhörig und somit versteh ich jedes Telefonat was sie aber auch nicht gerade leise tut :rolleyes:. Dort sagt sie immer das sie kein Geld mehr hätte und welches wegen den Hunden brauchen würde.

Jinro 12.03.2014 23:36

Das wird dann aber eine bittere Enttäuschung. Das Amt zahlt für Haustiere nicht einen Cent. Dafür wird dann bald Hundesteuer fällig.

Kreusa 12.03.2014 23:41

Und für nach dem Jobverlust angeschaffte Tiere bekommt man doch meist auch nichts von den wohltätigen Vereinen...
Ich frage mich ja immer wieder, wieso Leute sich Tiere anschaffen, die das finanziell nicht stemmen können. Und welcher Verein diesen Leuten Tiere vermittelt... was hilft es denn den rumänischen Hunden, wenn sie dann hier irgendwann im Tierheim landen, weil das neue Frauchen ihr Futter nicht mehr zahlen kann?

Fluffys 13.03.2014 01:41

Selbst wenn diese Hunde aus Rumänien hier im Tierheim landen sollten oder bei nächsten Besitzern weil die Frau kein Geld mehr hat,haben sie es immer noch besser als in Rumänien. Man braucht nur mal die Auffanglager dort googlen,das ist der blanke Horror.
Dann lieber die Hunde hier in D bei armen Leuten die den Hunden dennoch täglich billiges Futter füttern können und das nötigste an Tierarzt bezahlen können und vorallem Zeit haben.

Meine Schwester hat eine Hündin aus Serbien, in dem Auffanglager wurden die Hunde nur gesammelt,sie werden dort nicht mit Futter oder Decken,geschweige denn Tierarzt versorgt. Sie werden sich dort selbst überlassen. Die Hunde fressen sich gegenseitig und sterben nebeneinander qualvoll. Im Vergleich dazu,ist absolut alles besser.

Selkie 13.03.2014 07:20

Auch wennsie es hier im Heim besser haben ist es doch nicht der Sinn der Sache, ein Tier zu retten um es dann aus Geldmangel ins Heim abzuschieben. Sowas klingt für mich nicht richtig durchdacht.

Aber vielleicht hat sie den Hund ja auch aus Einsamkei oder Mitleid angeschafft und nun wächst er ihr übern Kopf?

Kreusa 13.03.2014 10:36

Zitat:

Zitat von Fluffys (Beitrag 617616)
Selbst wenn diese Hunde aus Rumänien hier im Tierheim landen sollten oder bei nächsten Besitzern weil die Frau kein Geld mehr hat,haben sie es immer noch besser als in Rumänien. Man braucht nur mal die Auffanglager dort googlen,das ist der blanke Horror.
Dann lieber die Hunde hier in D bei armen Leuten die den Hunden dennoch täglich billiges Futter füttern können und das nötigste an Tierarzt bezahlen können und vorallem Zeit haben.

Meine Schwester hat eine Hündin aus Serbien, in dem Auffanglager wurden die Hunde nur gesammelt,sie werden dort nicht mit Futter oder Decken,geschweige denn Tierarzt versorgt. Sie werden sich dort selbst überlassen. Die Hunde fressen sich gegenseitig und sterben nebeneinander qualvoll. Im Vergleich dazu,ist absolut alles besser.


Das mag ja alles sein.

Aber hier kämpfen viele Tierheime schon jetzt ums überleben, weil sie die Kosten für die Versorgung der einheimische Tiere kaum stemmen können. Ist es dann sinnvoll noch mehr Tiere ins Land zu holen (die teils schwer vermittelbar oder sehr krank sind), wenn man nichtmal sicher weiß, ob der neue Besitzer die finanziell versorgen kann und ob die nicht hier wieder im Tierheim landen? Das ist doch Blödsinn.
Damit holen wir auf Dauer doch nur das Problem aus Bulgarien, Serbien und co. hierher. Was passiert wenn das Schule macht und Tierheime schließen müssen, weil sie nicht mehr finanzierbar sind? (Passiert ja jetzt schon) Was passiert dann mit den Hunden, wenn das immer öfter passiert, weil mehr Tiere aus dem Ausland an ungeeignete Leute vermittellt werden und dann im Tierheim landen und das irgendwann schließen muss? Oder ausgesetzt werden?
Das muss vor Ort in Serbien, Bulgarien etc. angegangen werden. Und nicht indem man massenhaft Tiere aus dem Land bringt und die Einheimischen damit schnell und bequem von ihrem "Problem" befreit, statt an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten.

F+inchen 13.03.2014 11:46

Mal abgesehen davon, dass hier Mixe rübergeholt werden wo ganz offensichtlich ist, dass sie eben NICHT für jedermann geeignet sind.
Herdenschutzhund-, Podenco- und Hütehundmixe - um mal die "problematischsten" anzusprechen.
Wenn sich jmd. bewusst für so einen Hund entscheidet ist das was anderes, als wenn eine Orga solche Hunde einfach nur als "Mix" angibt.

Jinro 13.03.2014 11:56

"Fix the problem not the blame" wie die Japaner sagen. ;)

Lupine 13.03.2014 12:10

Natürlich hat jedes Tier ein Recht darauf, einen guten Platz zu bekommen.

Aber alle die, die sagen: besser ein deutsches Tierheim als dort unten, vergessen etwas. Nämlich dass sie mit dieser Forderung Tierschutz auf Kosten anderer betreiben! Wer von euch wäre bereit, die Kosten für einen dieser Hunde aus diesen Auffanglagern dort zu übernehmen, wenn er nach Deutschland geholt wird? Nicht nur den Flug, sondern die komplette Unterbringung und Versorgung, ein Leben lang. Wer das tut, der darf guten Gewissens sagen: ein Hund aus dem Ausland muss nach Deutschland kommen.

Alle anderen sollten sich fragen, wie sie das finanzieren wollen. Ja, diese Stationen SIND grausam! Die Zustände dort sind extrem, die Tiere leiden unsäglich! Aber was passiert, wenn sie alle nach Deutschland geholt werden? Wohin mit ihnen? Das kostet Unsummen von Geld.

Machen wir mal eine vereinfachte Beispielrechnung auf:

- Futterkosten ca. 600 Euro im Jahr (ich gehe mal von einem mittelgroßen Hund aus)
- Impfung/Entwurmung ca. 150 Euro im Jahr
- Unterbringung (Platz im Tierheim muss zur Verfügung gestellt werden, Heizung etc.) grob geschätzt 200 Euro im Jahr

Nun wird so ein Hund mit vielleicht 2 Jahren her geholt und stirbt mit 10 Jahren. Allein aus diesen Beträgen kommt dann schon eine Summe von 7.600 Euro zusammen. Für einen einzigen Hund. Holt 100 Hunde her, und ihr seid bei 760.000 Euro, holt 1.000 Hunde her, und ihr seid bei 7,6 Millionen. Macht euch das bitte klar.

Dieses Geld ist viel besser dort angelegt, wo es des Übels Wurzel zu packen gilt! Es hilft diesem Tier nicht, was dort jetzt ist. Aber es verhindert das Leid von 100 anderen, die später dort säßen.

Wenn eine Privatperson den Wunsch nach einem bestimmten Hund hat und in Deutschland nicht fündig wird, dann spricht nichts dagegen wenn sie diesen Hund aus dem Ausland holt.

Aber es macht keinen Sinn, massenhaft Hunde her zu holen ohne dort den Nachschub konsequent zu beenden!

TanjaZ 13.03.2014 13:28

Wieso schreibt ihr immer was von massenhaft Hunde hierherholen? Es werden ja nicht 1000 Hunde nach Deutschland geholt und diese in sämtliche Tierheime gepfercht. Hauptsache sie sind mal hier in Sicherheit!
Das geht schon gesitteter und überlegter vor sich.

Die hiesigen Tierheime hier bei mir in der Umgebung haben Partnertierheime u.a. in Spanien und auch Rumänien. Von dort nehmen sie, je nach momentanem Platz, Tiere auf. Es werden dort ausschließlich GESUNDE Tiere aufgenommen!! Alle Hunde sind gechipt/geimpft und auf Krankheiten getestet und untersucht!
Es werden zumeist solche Hunde ausgesucht, die hier erfahrungsgemäß schnell vermittelt werden. Und meist haben sie Recht, diese Hunde sind nicht sehr lange im TH. Und ganz selten kommt mal wieder einer zurück.
Vielleicht sollte man sich mit einem Leiter eines solchen Tierheimes mal über die Kosten eines solchen HUndes unterhalten. Dessen Zahlen wären sicher maßgeblicher als die jetzt von Lupine. (nicht böse gemeint)

All eure "Vorschläge" wie das Problem an Ort und Stelle zu lösen ist, wird doch bereits getan. Der Tierschutz schläft doch nicht!! Es laufen u.a. unzählige Kastraprojekte. Viele deutsche TÄ verbringen dort mit Kastras ihren "Jahresurlaub". Es wird Aufklärungsarbeiten betrieben etc.pp

Zum Schluss noch eine Frage, wurde hier auch ein paar mal erwähnt: Welche Krankheiten holen wir uns denn durch ausländische Hunde hier rüber? DIe Gefahr besteht doch so gut wie gar nicht. Wie schon geschrieben, alle HUnde werden und müssen per Gesetzt sogar, geimpft sein, vorher dürfen diese gar nicht über die Grenze.
Solche Aussagen höre ich oft von Leuten die sich mit dieser ganzen Sache wenig bis gar nicht auseinandergesetzt haben uind meist einfach nur das von sich geben, was sie irgendwo mal gehört haben..:rolleyes:

Lupine 13.03.2014 14:08

TanjaZ, wie viele Hunde sind im letzten Jahr allein in deiner Umgebung nach Deutschland gekommen? Und dann rechne das mal deutschlandweit hoch.

Nur zur Veranschaulichung: es gibt in Deutschland knapp über 2.000 Städte. Würde in jeder Stadt nur ein einziger Hund pro Jahr aus dem Ausland aufgenommen, wären wir schon beim doppelten von dem was ich angesetzt habe.

Was von diesen Hunden an Krankheiten eingeschleppt wird? Leishmaniose zum Beispiel, immer wieder. Die Kontrollen sind längst nicht immer so engmaschig wie du das glauben möchtest. Es gibt da bessere Vereine und es gibt schlechtere.

Was mich jetzt sehr betroffen macht ist dieser Absatz deines Textes:

Zitat:

Es werden zumeist solche Hunde ausgesucht, die hier erfahrungsgemäß schnell vermittelt werden. Und meist haben sie Recht, diese Hunde sind nicht sehr lange im TH. Und ganz selten kommt mal wieder einer zurück.
Was heißt das, wenn man es mal näher beleuchtet? Es werden nicht die Hunde geholt, denen es am dreckigsten geht, die die Hilfe am nötigsten hätten, sondern die, für die hier Nachfrage besteht.

F+inchen 13.03.2014 14:59

Also ich kenne mich da mit den Krankheiten zu wenig aus, um da eine Aussage treffen zu können. Meines Erachtens werden durch die Hunde aus dem Ausland keine oder nicht zwingend Krankheiten übertragen. Die Sandmücke, welche für Leishmaniose verantwortlich ist, kommt sowieso immer öfter in Dt. vor...so mein Wissensstand.

Wieiviele Hunde aus dem Ausland letztendlich hier in einem Tierheim landen wüsste ich auch nicht. Viele Orgas arbeiten ja eng mit Pflegestellen - manche sogar nur mit Pflegestellen. Das die Tiere aber immer gesund sind stimmt nicht! Mag sein das sich eine Pflegestelle intensiver drum kümmert aber wieviele Hunde und Katzen kommen immer noch mit Giardien, Würmern, Durchfällen, hochgradigen Ohrenentzündungen usw.?
Wenn man denn ein Tier aus dem Ausland aufnimmt, dann muss und sollte man sich aller Konsequenzen bewusst sein: von unentdeckten Krankheiten, nicht verheilten Brüchen, Tumoren im Endstadium bis hin zu überängstlichen, traumatisierten Hunden usw. kann alles dabei sein.

Hunde aus dem Ausland weisen nicht unbedingt weniger "Macken" auf als ein Hund hier aus dem Tierheim. Wenn ich mal überlege wieviele Menschen mit ihren Podis jahrelang arbeiten, weil dieser und jener schlimme Verlassensängste, Ängste vor bestimmten Menschen hat usw., dann könnte man diesen Aufwand auch in einen dt. Tierheimhund stecken.

TanjaZ 13.03.2014 15:52

Puh es ist schwer hier auf alles einzugehen und mittlerweile auch sehr anstrengend.
Ich will nochmals betonen, ich schrieb von den hiesigen Tierheimen! Über diese Tierheime bzw. Orga, die ich persönlich kennen gelernt habe. Natürlich gibt es leider schwarze Schafe, die gibt es überall! Aber eine seriöse Orga (eig. doch auch die unseriöse?) hat doch nichts davon wenn sie ein Auto voll Hunde hat, diese nach Deutschand kartern will und an der Grenze dann Ende ist, weil die Hunde nicht durchgeimpft sind. Damit müssten die doch auf jeden Fall rechnen.. Dadurch entstehen doppelte und dreifache Kosten.

Und das was dich Lupine betroffen macht, so ist das Leben. Angebot und Nachfrage! Hört sich hart an, aber was nützt es, wenn Tierheime sich Hunde ins Haus holen, die sie nicht loswerden? Ich rede hier von Tierheimen, nicht von Gnadenhöfe! Und selbst diese Hunde hätten im Ausland nahezu keine Chance adoptiert zu werden! Das darf man nicht vergessen!
Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Pflegestellen und/oder Orgas die sich genau diesen Hunden annehmen, die sonst keiner will. Nicht bzw.kaum vermittelbar sind. Eben Kranke und Behinderte. Auch solch eine Orga kenne ich persönlich!
Die Tierheime können sich das doch gar nicht leisten sich solche Tiere ins "Haus" zu holen. Ich finde daran nichts Schlimmes.

Lupine 13.03.2014 16:13

Zitat:

Zitat von TanjaZ (Beitrag 617739)
Aber eine seriöse Orga (eig. doch auch die unseriöse?) hat doch nichts davon wenn sie ein Auto voll Hunde hat, diese nach Deutschand kartern will und an der Grenze dann Ende ist, weil die Hunde nicht durchgeimpft sind. Damit müssten die doch auf jeden Fall rechnen.. Dadurch entstehen doppelte und dreifache Kosten.

Deine Naivität ist rührend :o Was meinst du was ein Scheinchen an der richtigen Stelle ausmacht? Ich möchte wetten, dass - wenn man den Impfstatus aller eingeführten Hunde überprüfen würde - sich durchaus ein gewisser Prozentsatz fände, der keine Antikörper aufweist, jedoch über einen Impfausweis verfügt. Seriöse Orgas haben daran kein Interesse. Unseriöse aber schon. Die Vermittlungsgebühren (Schutzgebühr genannt...) sind durchaus hoch.

Zitat:

Und das was dich Lupine betroffen macht, so ist das Leben. Angebot und Nachfrage! ....Ich finde daran nichts Schlimmes.
Ich schon - denn das Angebot ließe sich steuern. Und diese Auswahl widerspricht aufs krasseste dem, was die Befürworter der Auslandshunde als Hauptargument anführen, nämlich dass den armen Kreaturen geholfen werden muss, und zwar denen zuerst die am schlimmsten dran sind. Und das seien nicht die in Deutschland. Jedoch wird im Ausland dann anders gehandelt, und nicht denen geholfen die am schlimmsten dran sind, sondern denen die einen Marktwert haben.

Und die Hunde, die ohne dieses gezielt attraktiv ausgesuchte Zusatzangebot hier in Deutschland eine Chance auf eine Familie hätten, die bleiben für die Gnadenhöfe übrig. Da reicht dann schon die falsche Farbe manchmal...

Ich bleibe dabei - das ist der falsche Weg, dort wo die Tiere herkommen nicht mit aller (finanziellen) Macht die zur Verfügung steht gegen die Probleme anzugehen, sondern sich besonders attraktive Tiere herauszusuchen und sie herzubringen mit der Konsequenz dass sie die Vermittlungschancen für die hiesigen Tierheiminsassen verschlechtern. Leider sind Auslandshunde mittlerweile so in Mode, dass man schon fast darüber nachdenken sollte den hiesigen Tierheimhunden eine Auslandsgeschichte per Ghostwriter an den Leib zu dichten. Ich bin überzeugt davon dass das ihre Vermittlungschancen erhöhen würde.

Fluffys 13.03.2014 17:43

Die Tierheime sind teils schon einfach selber Schuld wenn sie auf den Tieren sitzen bleiben,die kleinen Hunde sind meist schnell vermittelt und die Großen bleiben Jahre weils der Schäferhund im Zwinger natürlich besser hat als in einer kleinen Wohnung wo er endlich sein Zuhause hätte.
Damalige Nachbarn,sogar mit Haus und kleinem Garten bekamen im Tierheim auch keinen großen Hund weil der Garten zu klein war, die haben sich dann einfach wo anders ihren großen Hund geholt.
Ich denke dass die deutschen Tierheime eher mit den ganzen Händlerwelpen belastet sind als mit vorher vermittelten Auslands-Tierschutzhunden (normalerweise müssen die Hunde auch zurück zu den Orgas laut Verträgen und dürfen nicht im deutschen Tierheim landen). Ich lese immer wieder von großen Transportern die gestoppt wurden und auf einen schlag 70 Welpen im Tierheim aufgenommen werden müssen,meist ungeimpft mit gefälschten Pässen und schweren Krankheiten.

Wuscheline 13.03.2014 18:01

Ich hab mir dann erstmal alle Beiträge durch gelesen :willy_nilly:

Zitat:

Zitat von Fluffys (Beitrag 617616)
Selbst wenn diese Hunde aus Rumänien hier im Tierheim landen sollten oder bei nächsten Besitzern weil die Frau kein Geld mehr hat,haben sie es immer noch besser als in Rumänien. Man braucht nur mal die Auffanglager dort googlen,das ist der blanke Horror.
Dann lieber die Hunde hier in D bei armen Leuten die den Hunden dennoch täglich billiges Futter füttern können und das nötigste an Tierarzt bezahlen können und vorallem Zeit haben.

Ich weiß nicht ob ich mich schlecht ausgedrückt habe oder es falsch verstanden wurde. Die Frau hat sie als Übergang aufgenommen, sie sollen weiter vermittelt werden. Sie hat sich die keinesfalls aus Einsamkeit geholt. Sie und der Alkohol waren über zwei Jahre beste Freunde :rolleyes: Wir hatten zwischendrin auch mega Stress mit ihr, wurden von der beschuldigt geklaut zu haben,... Seit sie die Hunde hat ist sie nett zu uns und man merkt das sie die Hunde nicht mehr haben will. Jeden den sie sieht versucht sie die Hunde anzudrehen (auch uns). Deswegen die ganze Geschichte ist ziemlich kompliziert/komisch...:o

Lupine 13.03.2014 18:18

Du hast durchaus Recht Fluffys, teils sind die Tierheime selbst schuld. Solche problematischen Fälle gibt es immer wieder.

Ich glaube auch nicht dass mehr Auslandshunde ans Tierheim gehen als "Rückläufer" an Inlandshunden - überfordern kann man sich so oder so. Nur ist die Chance für das einzelne Individuum auf eine Vermittlung geringer, je größer das Angebot ist.

Ja, die Welpentransporte sind ein Riesenproblem, das noch ganz unabhängig davon dem deutschen Tierschutz zu schaffen macht. Sie sind allerdings illegal, so dass man - ausreichend Personal und Mittel vorausgesetzt - sie theoretisch eindämmen könnte.

Was mir an der Auslandshundeadoption nicht gefällt sind folgende Punkte:

- Modeerscheinung: es ist bei vielen momentan "chic" einen ausländischen Straßenhund zu haben. Sie informieren sich weder über die möglicherweise in der bunten Mischung enthaltenen Rassen noch über deren Eigenarten.

- Vor Ort wird die Situation schöngefärbt dadurch dass immer wieder Tiere abgeholt werden. Das entspannt die Situation, die Verantwortlichen vor Ort merken dass die dämlichen deutschen Tierschützer schon dafür sorgen dass es nicht irgendwann alles zusammenkracht, und der eine oder andere schlägt vermutlich auch Profit daraus. Das ist ähnlich als wenn man einen Alkoholiker decken würde, man hilft ihm im Augenblick, aber auf lange Sicht schadet es weil er nur immer weiter abrutscht. Wenn es gelänge den Leuten dort vor Ort klar zu machen dass es auch anders geht, könnte man das Problem vor Ort lösen, das wäre für alle besser.

- Hier bei uns werden Pflegekapazitäten gebunden, die dann möglicherweise an anderer Stelle wieder fehlen. Es gibt auch in Deutschland genug schwarze Schafe, Tierquäler die ihre Tiere unter unwürdigsten Bedingungen halten und verrecken lassen. Die brauchen ebenfalls Hilfe, sie dürfen nicht vergessen werden. Pflegestellen sind aber nun einmal etwas, was man nicht beliebig duplizieren kann. Deshalb wäre es weit besser, diese Pflegestellen nicht nur hier, sondern vor allem im Ausland verfügbar zu machen, dort vor Ort.

Dass oft auch eher ungeeignete Pflegestellen sich um die Tiere kümmern, sieht man an Wuschelines Beispiel. Diese Frau dürfte mit ihrem eigenen Leben schon bis an die Grenze gefordert sein, mit den Hunden könnte diese Grenze schnell überschritten sein. Sie will sie loswerden - aber das ist nicht so einfach, und es wird immer schwerer je länger die Tiere in der Obhut einer ihnen nicht wohlgesonnenen Person sind.

Wenn man tatsächlich Hunde aus dem Ausland her holen will, sollte man sich eigentlich vorher um eine Endstelle im Inland kümmern und diese auch dahingehend prüfen, ob sie mit den Besonderheiten des ins Auge gefassten Hundes umgehen kann.

Kreusa 13.03.2014 20:19

Naja, aber ich meine die Auslandstierschützer können ja nichts dafür, dass viele Menschen eben oberflächlich sind und ein Tier nach Farbe und Niedlichkeitsfaktor aussuchen. Solche Tiere werden dann eben öfter vermittelt gelangen damit öfter nach Deutschland. Nach was willst du als Interessent so ein Tier auch sonst aussuchen als nach dem Aussehen? (abgesehen mal von den Berichten des Vereins - wie die stimmen kommt ja auch wieder auf die Seriosität des Vereins an-) Ein vorheriges Treffen und Kennenlernen wie in Tierheimen hier ist ja auf die Entfernung meist nicht möglich. Das wäre übrigens etwas, warum ein Auslandstier, für mich persönlich nicht in Frage käme. Ich möchte meinen zukünftigen Mitbewohner vorher persönlich kennenlernen und ein Gefühl bekommen ob die Chemie zwischen uns stimmt.

Ist doch im hiesigen Tierheim ähnlich. Da sitzt die ältere, unauffällige schwarze oder getigerte 0815-Katze auch länger, als das wunderhübsche Main-Coon-Kitten.:rolleyes:


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