Zitat von Hasenkaninchen
(Beitrag 883850)
Ich hatte ja keine Wahl allein zu sein, aber ich kenne deine Angst vor der Zukunft allein.
Oder auch, als mein Mann so krank war und ich für alles allein verantwortlich war. Ich habe mir so vieles nicht zugetraut.
Ich kann dir sagen, frau kann mehr, als sie denkt! Ich mache heute Dinge selber, die ich ihm sonst gern überlassen habe. Heute habe ich zum ersten Mal mit einem Bohrhammer gearbeitet. Einfach, weil nur ich da bin und das Gehege voran kommen soll. So ist es mit ganz vielen Dingen.
Und du hast deine Familie und auch praktische Hilfsangebote aus dem Forum. Du hast Freundinnen oder wirst welche finden beim Studium oder bei Mutterkindangeboten. Die haben teils Männer und borgen die vielleicht auch mal aus, wenn bei etwas wirklich besser eine Männerkraft gebraucht wird. Ansonsten helfen dir Familie und Freunde, wenn man für etwas mal vier Hände braucht. Oder deine netten Nachbarn. Du mußt nur fragen. Das kostet manchmal Überwindung, das weiß ich. Aber meistens helfen die Menschen gern. Besonders, wenn man das Fragen auf so viele Leute verteilen kann. Dann ist es für den Einzelnen nicht viel.
Und das mit den Entscheidungen alleine, daran kuspere ich auch oft. Ich lerne langsam, die abegrissenen Bezugspunkte auf andere Menschen zu verteilen. Lerne, wen ich wegen was fragen kann um eine zweite Meinung.
Es ist nicht leicht. Keine Frage. Es erfordert einige geistige Umstellung. Aber du wirst sehen, du wirst daran wachsen. Diese Trennung kann auch eine Befreiung sein. Du kannst dich freier entwickeln, du wirst selbstbewußter und selbstständiger werden.
Und wenn du Hilfe brauchst, heißt das nicht, du schaffst es nicht, sondern das heit, du bist klug genug, deine Grenzen zu erkennen und zu fragen!
Dieser Alleinseinberg erscheint unendlich riesig und dunkel, aber du kannst ihn bezwingen. Schritt für Schritt. Und denk mal wie gut die Aussicht von da oben sein wird!
Ich bin auf dem gleichen Weg unterwegs und auch noch sehr am Fuß des Berges, aber ich kann schon ein paar Schritte auf meinem Konto verbuchen.
Ich habe mich anfangs übrigens auch sehr überfordert gefühlt. Als es an die Nothochzeit und das Sterben ging und nach dem Tod, habe ich auch besonders viel Hilfe durch meine Familie bekommen. Das pendelt sich nach und nach ein und man sortiert sich und findet Lösungen. So regelt sich immer mehr und man wird stärker.
Entscheiden mußt es du. Liebe etc. Aber ich kann dir sagen, du schaffst es auch ohne ihn, wenn du es willst. |