Zitat von Lupine
(Beitrag 856363)
Gerti, wenn du der Meinung bist dass dein Antrag trotz des Gutachtens des Amtsarztes gerechtfertigt ist, weil deine Schwiegermutter sich selbst oder andere akut gefährdet, dann lass ihn bestehen. Du wirst allerdings wahrscheinlich mit einem ablehnenden Bescheid zu rechnen haben. Vielleicht hilft es dir aber mit der Situation besser umzugehen wenn du schwarz auf weiß hast dass du es ja versucht hast, und die Verantwortung nicht mehr bei dir gelegen hat. Ja, dass mach ich auch, ich nehme den Antrag nicht zurück und habe es auch nochmal begründet.
Du machst es ihr zu einfach finde ich. Setze ihr nächstens eine Frist bis zu der sie dich zurückzurufen hat und triff ansonsten deine Entscheidungen allein. Es ist ohnehin einfach nur ein Entgegenkommen deinerseits, dass du dich mit ihr absprichst - verpflichtet bist du als Betreuerin nämlich dazu nicht. Es war halt mal so gedacht, dass einer aus der Familie das macht und alle zusammenhelfen :rolleyes:, aber letztendlich entscheide jetzt ich.
Dann war deine Schwiegermutter zum Zeitpunkt der Begutachtung orientiert genug, dass ein Unterbringungsbeschluss nicht in Frage kommt. Die Hürden für eine solche Maßnahme sind extrem hoch, immerhin reden wir über eine geschlossene Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Und es ist gut dass die Hürden so hoch sind, auch wenn es für dich jetzt anders wirkt. Wären sie niedriger, wäre dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Und für die Geschlossene reichen eben verschimmelte Lebensmittel nicht aus, so lange sie sich damit keine heftige Lebensmittelvergiftung zuzieht. Sie ist vom Krankenhausaufenthalt wieder in einem besseren Zustand, aber das wird sich jetzt wieder nach und nach legen.
Du solltest die persönliche Versorgung deiner Schwiegermutter einstellen. Sie ist das eigentliche Problem, nicht die Betreuung. Engagiere eine Haushälterin - und wenn sie die verschlissen hat eben die nächste. Die kommt dann jeden Tag, kocht für Schwiegermutter und guckt 2 Mal die Woche in die Schränke und entsorgt die Lebensmittel die verdorben sind. Außerdem übernimmt sie das einkaufen und waschen und putzen. Dann kannst du durchatmen. Will Schwiegermutter das nicht, kriegt sie Essen auf Rädern. Der Hunger wirds schon reintreiben. Ich möchte es ja einstellen, aber sie lehnt jegliche fremde Hilfe ab. Die Putzfrau konnte nur kommen, wenn sie nicht da war, weil sie richtig übel von ihr beschimpft wurde, dass sie völlig eingeschüchtert war.
Der Versuch mit Essen auf Rädern, den ich für sonntags gestartet hatte, scheiterte, nachdem sie den jungen Kerl so beschimpft hat, dass er nach ca. 3mal nichts mehr gebracht hat. Der Dienst hat mir nicht mal bescheid gegeben. Den Fraß kann sie sich selbst kochen, hat sie stolz erzählt....
Aber ich werde für sie nicht mehr mitkochen, das war nicht mehr auszuhalten sie jeden Tag da zu haben. Das Essen hinfahren war auch nur ätzend. Ich biete es ihr nicht mehr an, wenn sie fragt muss ich ihr irgendwie einen Korb geben.... Und ja, du musst abwarten bis die Bombe kurz vorm platzen ist - denn erst dann ist der Zeitpunkt gekommen an dem eine Unterbringung gerechtfertigt ist. Wir reden hier über einen Freiheitsentzug, darüber muss man sich im Klaren sein. Das ist einer der heftigsten Eingriffe in das Leben eines Bundesbürgers den es überhaupt gibt. Leg das Gutachten des Amtsarztes dem behandelnden Neurologen vor, er soll es sich ansehen und dir sagen was er davon hält.
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