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Selkie 10.07.2013 20:51

Zitat:

Zitat von Kreusa (Beitrag 531402)
Leider werden mittlerweile auch bei Susbildungsstellen oft die (ja mittlerweile massig vorhandenen) Abiturienten bevorzugt, die nicht studieren können oder wollen.

Meine Schwester hat vor kurzem ein Praktikum in einer Konditorei gemacht. Dort wurde ihr von der Personalchefin erzählt, dass sie als Konditorlehrlinge ausschließlich Abiturienten nehmen. Man fragt sich, wo das noch hinführen soll, wenn man fürs Kuchen- und Tortenbacken Abitur braucht. Dass da Haupt- und Relschüler deprimiert sind, wenn es bei immer mehr Ausbildungsstellen heißt "Nur/bevorzugt Abiturienten", wundert mich nicht.

als ich mich vor 5-6 jahren beworben habe hab ich keine ausbildungsstelle bekommen weil ich abi hatte :rolleyes: da kam dann die frage "ja warum studieren sie denn nicht ist doch besser".

aber ich empfand es als hauptschülerin oft so und hab diese empfindung heute oft noch viel stärker dass hauptschüler einfach von vornerein als "dumm, asozial und faul" abgestempelt werden. und das merken hauptschüler doch auch. natürlich ist das nicht motivierent wenn einem nichtmal die chance gegeben wird sich zu beweisen.

in meinem abijahrgang hatten die ex-hauptschüler zum großen teil einen besseren notendurchschnitt als die ex-real- und teilweise auch exgymnasiasten. also so dumm und faul konnten wir nicht gewesen sein (ok ich war faul^^)

Lillybee 10.07.2013 22:07

Ja so ist es leider auch. Hauptschüler werden direkt abgestempelt.

Und das bevorzugt Abiturienten genommen werden zeigt sich immer wieder.

Eine Freundin hat sich kurzfristig überlegt sich bei einer Firma um eine Ausbildungsstelle zu bewerben (Zeugnis-Schnitt 2,6), sie wusste nicht einmal was das für eine Firma ist und ging da nach dem Motto hin "es gibt ja nichts zu verlieren".
Als sie uns vom Vorstellungsgespräch erzählte, haben wir uns echt kaputt gelacht, die ging da hin und hat sich wirklich dämlich angestellt beim Vorstellungsgespräch. Sie war in einer Gruppe mit 2 weiteren Mädchen von einer Realschule (eine wohl mit einem 1,3 Schnitt) und beide haben sich prima geschlagen beim Vorstellungsgespräch.
Diese Freundin hatte die Ausbildungsstelle eigentlich direkt nach dem Gespräch abgeschrieben.
Am gleichen Tag wurde sie noch angerufen und ihr wurde die Ausbildungsstelle zugesagt, weil sie eben Abi hat und angeblich Abiturienten meist selbstständiger sind als Real- oder Hauptschüler.

Sinchen93 11.07.2013 12:25

Damals, als ich auf der Realschule war, hatten wir n Gespräch mit einem der zwei doktortitel hatte und meinte, wer für seinen Ausbildungsberuf kein Abi braucht, soll es nicht machen das wäre total überflüssig.. Teilweise stimmt das vielleicht, aber ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich habe Abi und habe mich als: Industriekauffrau, bankkauffrau, versicherungskauffrau, Bürokauffrau und kauffrau im groß und Außenhandel beworben.. 63 Bewerbungen, ich glaube Ca 6, 7 oder 8 Vorstellungsgespräche hatte ich und 3 habe ich abgesagt weil ich den Beruf doch nicht wollte (Versicherung und Bank). Eine ausbildungsstelle habe ich angeboten bekommen. Industriekauffrau und dafür braucht man eigentlich kein Abi.. Bei dieser Firma schon und bei vielen anderen auch. Sowas wandelt sich extrem schnell.. bei meiner Schwester (auch Industriekauffrau :-D) brauchte man bei vielen stellen kein Abi dafür.
Es gibt aber auch Firmen die bewusst keine Abiturienten nehmen, zb bei handwerklichen Sachen, weil man das Wissen Was man sich eigentlich im Abi aneignet nicht braucht und das finde ich sehr gut. Ich würde jetzt ehrlich gesagt auch nicht behaupten dass ich schlauer bin als so mancher Realschulen.. Toll ich kenne vielleicht n paar Schriftsteller mehr und kann komische Formeln lösen.. bringt mir in keinem Beruf etwas, was man im Abi lernt braucht man fast ausschließlich beim studieren, also völliger quatsch Abiturienten zu bevorzugen.

Jinro 11.07.2013 12:43

Zitat:

Zitat von Selkie (Beitrag 531407)
in meinem abijahrgang hatten die ex-hauptschüler zum großen teil einen besseren notendurchschnitt als die ex-real- und teilweise auch exgymnasiasten. also so dumm und faul konnten wir nicht gewesen sein (ok ich war faul^^)

Teilweise ist noch immer die Grundschule schuld an solchen Entwicklungen. In vielen Bundesländern gibt es noch Grundschulbezirke, was bedeutet, dass man mit seinem Wohnort schon festlegt, in welche Grundschule das Kind gehen darf.

Wer dann aus sozialem wie finanziellen Hintergrund in einem miesen Stadtbezirk lebt, landet als Grundschüler in einem Sammelbecken, dass einem die weitere Bildung versauen kann. Konnte meiner Freundin mal bei einer FEESS (Fragebogen zur Erfassung emotionaler uns sozialer Schulerfahrung) Auswertung einer Problemgrundschule über die Schulter schauen. Unfassbar, wie perspektivlos da manche Kinder schon in der vierten Klasse sind.

Selkie 11.07.2013 21:11

Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 531693)
Teilweise ist noch immer die Grundschule schuld an solchen Entwicklungen. In vielen Bundesländern gibt es noch Grundschulbezirke, was bedeutet, dass man mit seinem Wohnort schon festlegt, in welche Grundschule das Kind gehen darf.

Wer dann aus sozialem wie finanziellen Hintergrund in einem miesen Stadtbezirk lebt, landet als Grundschüler in einem Sammelbecken, dass einem die weitere Bildung versauen kann. Konnte meiner Freundin mal bei einer FEESS (Fragebogen zur Erfassung emotionaler uns sozialer Schulerfahrung) Auswertung einer Problemgrundschule über die Schulter schauen. Unfassbar, wie perspektivlos da manche Kinder schon in der vierten Klasse sind.

die gs war bei mir auch ein großes problem. ich war in einermontessoriklasse (und wenn ich mir die idee die eigendlich dahinter angucke dann ist das auch ziemlich falsch gelaufen, denn in unsere freistunden waren wir nicht mit anderen jahrgängen vermischt), meine lehrerin war nett aber irgendwie doof und die meisten der familien der kinder auf der schule hatten geld. man hat schon in der gs einen klassenunterschied gemerkt. kinder können ziemlich fies sein wenn jemand nicht ins schema passt ;)
man kann aber auch nicht sagen dass ich so gar nicht gefördert wurde. meine mutter hatte, da sie den ganzen tag arbeiten war, dafür gsorgt dass wir in die schuleigene (hausaufgaben)betreeung bis 1 oder halb 2 gingen und um 15 uhr zu einer hausaufgabenbetreeung mussen die glaub ich vom kinderschutzbund war. (die haben wir aber geschwänzt so oft es ging)

die empfelung für die hs habe ich laut meiner mutter bekommen weil ich so still war. die leherin wollte dass ich ins nonneninternat gehe was aber meine mutter nicht wollte. also fiel die empfelung schlecht aus.
allerdings waren die noten auch nicht sonderlich gut (müsste mal den schnitt ausrechnen) mit einer 5 in rechtschreibung und ich denke es war schon gerechtfertigt :rolleyes: (ein grund wieso ich das ganze schulsystem nicht mag)

eine gesamtschule gab es in der nähe nicht. also haupt. und vielleicht war das sogar das beste was mir passieren konnte.


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