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Ach oh das ist ja krass. Ich dachte, das wären Doktoraden Stellen!!!! Ui, da sieht es dann wohl bei uns doch anders aus... |
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eigenen Drittmittelantrags" :D Wir bieten ihnen eine Stelle aber bitte bringen sie eigenes Geld, eigenes Aufgabengebiet und die Möglichkeit uns zu finanzieren mit. Scheint ja gut zu laufen in dem Institut. |
Ganz ehrlich Jinro, dass in weiten Teilen der Wissenschaftslandschaft vollkommen normal! Und keine befristeten Anstellungen zu erlauben sowie Staffelverträge bedeutet eben bei 1 Planstellee auf ca. 20 Wissenschaftlern, dass man selber zusehen muss wie man bezahlt wird! Das ist leider die harte Realität. Sagt nur in der Öffentlichkeit keiner! Da hilft nur die Politik zu zwingen endlich mehr Geld für Bildung in die Hand zu nehmen! |
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Viele Unis sind so arm, dass mittlerweile fast die einzige Chance da reinzukommen wirklich ist, sein eigenes Geld mitzubringen. Bis auf den Professor (und das Sekretariat) gibt es halt so gut wie keine festen (oder auch nur unbefristeten) Stellen mehr. Im Moment sitze ich ja während der Promotion quasi auf einer drittmittelfinanzierten Lottogewinnstelle (offiziell 2/3 hust) mit ~1400€ netto ... aber was dann in 2-3 Jahren kommt, wenn ich mal fertig bin, gruselt mich schon jetzt. Da hilft nur beten, Kontakte knüpfen und Geld zurücklegen. |
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Sagen wir mal in wirtschaftsfernen Wissenschaftsbereichen. Im Maschinenbau (aber auch IT oder E-Technik) findet man oft die Stelle des Oberingenieurs, der die Drittmittel einwirbt und Projekte verwaltet. Da Projekte teils länger laufen als die Promotionsdauer der daran teilnehmenden Doktoranden stellt man so eine größere Verbindlichkeit und Konstanz her. Gewissermaßen eine herausgehobene Stellung im akademischen Mittelbau. Darüber steht dann der Prof, der die allgemeine Richtung vorgibt und netzwerkt. Wobei ich dir zustimme, der Anteil des Mittelbaus am akademischen Gesamtwerk ist zu groß und teils zu unspezifisch organisiert. Forschung soll und muss vom Mittelbau getragen werden und hier macht es auch Sinn zeitlich zu begrenzen. Deadlines erzwingen Ergebnisse und Fluktuation erzeugt Vielfalt. In Lehre und Verwaltung dagegen ist das hinderlich bis schädlich. Zitat:
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Definiere Mittelbau! Der Mittelbau ist vom doktoranden bis zum Oberrat/Assitenten angesiedelt! Die Lehre wird doch auch zum Großteil vom Mittelbau gestemmt und die sitzen bis auf max 1 fester Assistent pro Professur alle auf 2 Jahresverträgen! Das geht alles überhaupt nicht. Unsere Gruppe besteht aus ca. 40 Leuten, von denen sind 5! unbefristet! Wo soll das denn funktionieren. Und das man nach der Diss einen befristeten Postdoc macht ist ja schön und gut, nur wenn danach die Perspektive fehlt und man nicht weiter befristet angestellt werden darf bedeutet das, dass du 19 von 20 in die Arbeitslosigkeit schickst. Das macht doch keinen Sinn. Statt also immer mehr den Mittelbau auszuhöhlen, sollten viel mehr Mittelbaustellen geschaffen werden, sowohl für Habilitanten als auch für entfristete Assistenten, denn die beiden Gruppen stemmen 90 % der Lehre UND Forschung! Und genau diese Gruppe wird mit Füßen getreten! |
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Kann man machen. Allerdings kriegen dann viele auch nie ihren Titel, weil sie eben nicht fertig werden in drei jahren halbtags. Und danach geht es ja finanziell nicht weiter... |
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Als Postdoc hat man also quasi nur die Perspektive sich von Kurzvertrag zu Kurzvertrag zu hangeln, bis man dann entweder Professor wird/auf einer unbefristeten Stelle landet (was einem Lottogewinn gleichkommt, obwohl wir ja schon sehr, sehr wenige Absolventen sind) oder das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zuschlägt und einem quasi Berufsverbot erteilt wird. Alternativen: Ins Ausland gehen oder fachfremd arbeiten. Ich mag nicht meckern, von uns wusste jeder im Grunde von Anfang an, worauf er sich da einlässt. Aber frustrierend ist es manchmal trotzdem. Vor allen Dingen, wenn man tagtäglich sieht, dass hochtalentierte Leute das Fach verlassen (müssen) und für die Forschung verloren sind, weil sie irgendwie ihre Miete bezahlen müssen oder vielleicht sogar den völlig wahnsinnigen Wunsch hegen eine Familie gründen zu wollen, der sie keine Umzüge oder HartzIV-Pausen im Dreijahresrhythmus antun wollen. |
Ist bei uns gänzlich anders gestaltet. Institute werden ähnlich wie kleine Unternehmen geführt und gliedern sich intern in Abteilungen. Da wäre zunächst der Professor als Festangestellter, dem eine Sekretärin zugeordnet ist. Darunter der Oberingenieur (ebenfalls fest). Wenn es eine Werkstadt gibt noch den Werkstadtleiter (fest) sowie 1-2 Mitarbeiter (fest). Dazu technischer Stab wie zB Admin (fest) oder TA/BTA (fest). Nun kann man Dinge wie Strahlenschutzbeauftragter, Sicherheitsbeauftragter, Brandschutz, Hygiene etc auf den dauerhaften technischen Stab abwälzen. Akquise von Drittmitteln auf Prof und OberIng, Verwaltung und Rechnungslegung auf die Sekretärin. Darunter gibt es dann oft die Einteilung in Arbeitsgruppen mit Arbeitsgruppenleitern und Mitarbeitern. Leiter sind PostDocs oder Doktoranden mit 3-5 Jahresvertrag. Alles drunter Mitarbeiter mit kürzeren Verträgen. Und fast jedes Institut hat einen Doktorand, der exklusiv Studentenbetreuung übernimmt (Prüfungsfragen, Meldungen, Verwaltung etc) und dafür keine Lehre machen muss. So entstehen klare Aufgabenbereiche und gleichzeitig eine Portfoliokuratierung der Kernkompetenzen, was es leichter macht Forschungsziele zu erreichen. Davon ab hatten wir in der Fakultät immer genug Mittel, um HiWis für Übungsbetreuungen oder Klausurkorrekturen zu beschäftigen. Die Sache ist, dass da eigentlich jeder irgendwann in die Wirtschaft will und selbst Feststellen daher oft wechseln. 3-4 Jahre OberIng, Abgang ins DAX Unternehmen. Karrierewissenschaftler sind da recht selten, selbst Profs sind oft Rückkehrer aus der Wirtschaft. |
Bei uns hast du den Hauptgewinn gezogen, wenn du eine Habilstelle recht kurz nach Promotion bekommst, dann hast du 6 Jahre mit geringer Lehrbelastung um deine Karriere voran zu treiben und dich für eine Professur zu qualifizieren. Natürlich gibt es auch bei uns genug Möglichkeiten auszusteigen und was anderes zu machen. Das kann man allerdings auch alles, für ohnehin die gleiche Bezahlung, direkt nach dem Studium machen und benötigt keine Promotion dafür. Ist allerdings billiger nen Doktoranden in nem Projekt zu bezahlen auf 65 % als nen Postdoc für 100 % anzustellen. Und das Stress, Befristung und Druck Leistung erhöht ist super kurzzeitig gedacht! Die guten gehen nämlich weg falls sie keinen adäquaten Job bekommen oder steigen nach burn out aus. Wenn ich meine jetzige Stelle nicht angeboten bekommen hätte, wäre ich auch abgehauen und ins Ausland gegangen. Ich kann mich noch nicht mal beschweren aktuell, und meine Aussichten sind ok, aber das System in sehr vielen Bereichen ist echt Müll und basiert im Endeffekt auf Ausnutzung. Es wäre im Endeffekt viel sinnvoller einfach deutlich weniger Doktoranden auszubilden, dann wäre der Titel mehr wert, die Leuten verschwenden nicht ihre Zeit und die Pyramide nach oben wäre deutlich weniger schmal. |
Hust...kann man drüber lachen? |
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https://www.youtube.com/watch?v=kty0xCgIYjA |
:rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: |
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https://www.youtube.com/watch?v=wkfDjL7dfHg |
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Gibt es für Kombinationen Bonuspunkte? |
Nur, wenn man die nicht-Gründe in der Gehaltsverhandlung nutzt. |
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Smile, it's friday :D Ich hatte 20 Flaschen Whisky im Keller, als ich erfuhr, daß der Alkohol der größte Feind des Menschen sei. Also beschloß ich, den verderblichen Stoff in den Ausguß zu schütten. Ich zog den Korken aus der ersten Flasche und goß den Inhalt ins Becken, mit Ausnahme von einem Glas, das ich trank. Es war ein großes Glas. Dann zog ich den Korken aus der zweiten Flasche und goß den Inhalt ins Becken, mit Ausnahme von einem Glas, das ich trank. Dann zog ich den Korken aus der dritten Flasche und goß ein Glas voll ins Becken, das ich trank. Dann zog ich den Korken aus der vierten Flasche, die ich trank, mit Ausnahme von einem Glas. Das goß ich ins Becken und trank mit Ausnahme von der fünften Flasche. Dann korkte ich des Becken aus der Flasche und trank ein Glas. Die sechste Flasche warf ich ins Glas und trank aus dem Becken mit Ausnahme von dem Korken. Dann zog ich mich aus dem Becken und flaschte den Trank aus dem siebten Glas, das ich korkte. Dann warf ich die nächsten vier Becken aus dem Fenster und aß sieben Korken mit Ausnahme der Flasche, die ich trank. Dann goß ich mir zwei Glas ins Becken und zählte 31 Flaschen. Dann trank ich elf Gläser und korkte ins Becken. Dann glaste ich alle Korken und beckte vierzig Flaschen mit Ausnahme von einem Schnaps Whisky, aber ich bin nicht halb so bekorkt, wie manche denken Leute mit Ausnahme von einem Glas in der Flasche und leckte das Becken aus. |
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....ich war männlich, verwegen, ich war frei und hatte lange Haare. meine Frau lernte mich kennen, nicht umgekehrt. Sie stellte mir förmlich nach. Egal wo ich hinkam, sie war schon da. Es ist nun zwölf Jahre her. Damals war ich eingefleischter Motorradfahrer, trug nur schwarze sweat-shirt, ausgefranzte Jeans und Bikerstiefel, und ich trug lange Haare. Selbstverständlich hatte ich auch ein Outfit für besondere Anlässe. Dann trug ich ein schwarzes sweat- shirt, ausgefranzte Jeans und weisse Turnschuhe. Hausarbeit war ein übel, dem ich wann immer es möglich war aus dem Weg ging. Aber ich mochte mich und mein Leben. So also lernte sie mich kennen. "Du bist mein Traummann. Du bist so männlich, so verwegen und so frei." Mit der Freiheit war es alsbald vorbei, da wir beschlossen zu heiraten. Warum auch nicht, ich war männlich verwegen, fast frei und ich hatte lange Haare. Allerdings nur bis zur Hochzeit. Kurz vorher hörte ich sie sagen: "Du könntest wenigstens zum Frisör gehen, schliesslich kommen meine Eltern zur Trauung," Stunden,- nein Tage später und endlosen Tränen weiter gab ich nach und lies mir eine modische Kurzhaarfrisur verpassen, denn schliesslich liebte ich sie, und was soll`s, ich war männlich, verwegen, fast frei und es zog auf meinem Kopf. Und ich war sooo lieb. "Schatz ich liebe dich so, wie du bist" hauchte sie. Das Leben war in Ordnung, obwohl es auf dem Kopf etwas kühl war. Es folgten Wochen friedlichen Zusammenseins bis meine Frau eines Tages mit einer grossen Tüte unterm Arm vor mir stand. Sie holte ein Hemd, einen Pullunder -bei dem Wort läuft es mir schon eiskalt den rücken runter- sie holte eine neue Hose hervor und sagte: "Probier das bitte mal an." Tage, Wochen, nein Monate und endlose Papiertaschentücher weiter gab ich nach, es folgten schwarze Schuhe, Sakkos, Krawatten und Designermäntel. Aber ich war männlich, verwegen, totchic und es zog auf meinem Kopf. Dann folgte der grösste Kampf, der Kampf ums Motorrad. Allerdings dauerte er nicht sehr lange, denn im schwarzen Anzug, der ständig kneift und zwickt, lässt es sich nicht sehr gut kämpfen. Ausserdem drückten die Lackschuhe, was mich auch mürbe machte. Aber was soll' s ich war männlich, spiessig, fast frei, ich fuhr einen Kombi, und es zog auf meinem Kopf. Mit den Jahren folgten viele Kämpfe, die ich allesamt in einem Meer von Tränen verlor. Ich spülte, bügelte, kaufte ein, lernte deutsche Schlager auswendig, trank lieblichen Rotwein und ging Sonntags spazieren.. Was soll' s dachte ich, ich war ein weichei, gefangen, fühlte mich scheisse und es zog auf meinem Kopf. Eines schönen Tages stand meine Frau mit gepackten Koffern vor mir und sagte: "ich verlasse dich." Völlig erstaunt fragte ich sie nach dem Grund. Ich liebe dich nicht mehr, denn du hast dich so verändert. Du bist nicht mehr der Mann, den ich mal kennengelernt habe." Vor kurzem traf ich sie wieder. Ihr neuer ist ein langhaariger Biker mit zerrissenen Jeans und Tättowierungen, der mich mitleidig ansah. Ich glaube, ich werde ihm eine Mütze schicken." |
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Sie hängen auch bei uns gefühlt in der kompletten Stadt, aber an dieser Haltestelle ist es perfekt getroffen: https://abload.de/img/xggi5vyxv61016ask4.jpg |
:rofl::rofl::rofl: |
Wie genial. :rofl: |
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No shit, Sherlock |
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:thumbsup: Gestern habe ich mich kurzfristig entschlossen, mich aktiv für unsere Umwelt einzusetzen. Gestern morgen habe ich einen Werbespot mit Günter Jauch gesehen dem zu entnehmen war, dass die Krombacher Brauerei und Greenpeace ein beispielloses Projekt zur Rettung des Urwaldes ins Leben gerufen haben: Für jeden getrunkenen Kasten Krombacher Bier werden sie 1m? Urwald retten. In mir erwachte sofort der bisher tief in meinem Innersten verborgen gewesene Naturfreund und Umweltschützer und so beschloss ich, auch meinen Beitrag zur Rettung der Urwälder beizutragen. Während ich so mit der Rettung des einen oder anderen Quadratzentimeters Regenwald beschäftigt war kam meine Frau nach Hause. Bei der anschließend geführten, hitzigen Debatte mit ihr machte ich vermutlich die gleiche Erfahrung, wie Tausende andere Umweltschützer vor mir auch: Ich stieß auf völliges Unverständnis. Der Urwald schien ihr völlig egal, mein Engagement für die Natur und das Leben aller Menschen lehnte sie völlig ab. Sie wollte nicht verstehen, dass man eine so große Aktion wie die Rettung der Natur nicht aufschieben kann, ganz gleich, ob es erst Vormittag ist oder nicht. Da sie in keinster Weise einsichtig war und man(n) bereit sein muß, für die Vollbringung solcher Taten Opfer zu bringen, verließ ich das Haus. Niedergeschlagen, nein traurig, lief ich zunächst ziellos umher. Angst beschlich meine Gedanken. Angst um die Wälder. Verzweiflung machte sich tief in meinem Inneren breit, denn mit jeder verstrichenen Minute hätte ich wieder einige Quadratzentimeter unwiederbringlicher Natur retten können. Die Angst schnürte meine Kehle zu, die Verzweiflung ließ meinen Hals austrocknen. Wie groß war da meine Freude, als ich unerwartet auf eine Versammlung gleichgesinnter Umweltaktivisten traf! Ich erkannte sie sofort, denn als Zeichen ihrer Verbundenheit hielten sie alle eine Flasche Krombacher in der Hand, die sie demonstrativ leerten. Schnell nahmen sie mich in ihre Mitte auf und so erfuhr ich sehr bald, daß einige von ihnen sich bereits seit Jahren mit der Rettung ganzer Kontinente beschäftigen, unbeachtet von der Öffentlichkeit, genau hier, an diesem Kiosk! Ich bewunderte die Zeichen ihres teilweise jahrelangen Kampfes: Die von den Entbehrungen ausgemergelten Körper, die zum Aufforsten nötigen, prallen Bäuche, den Geruch nach Jahrtausende altem Urwaldboden, die mannigfaltigen Insekten und ich übersah auch nicht, daß sich einige beim Kampf um die Natur wohl die Zähne ausgebissen hatten. Nachdem wir zusammen eine ungefähr tennisplatzgroße Menge natürlichem Urwaldes gerettet hatten, stellte ich fest, daß der Schutz und die Rettung der Umwelt ihren Tribut zollten. Durch das lange Stehen schmerzten meine Füße, die Waden krampften, selbst die Zunge war durch die langen Debatten in ihrer Funktionsweise beeinträchtigt: Ich hatte immer größere Mühen beim Aussprechen der großen Buchstaben eines Satzes oder Wortes. Aus diesem Grund beschloß ich, die Versammlung zu verlassen und machte mich auf die Suche nach weiteren Mitstreitern. In einer Gaststätte ganz in der Nähe wurde ich dann auch sofort wieder fündig: Gut ein halbes Dutzend Umweltler hatte sich dort eingefunden und arbeitete hier im Verborgenen an der Rettung der natürlichen Ressourcen. Schnell war ich aufgenommen. Ich war gerührt als der Wirt meine Hand nahm und mir sagte: "Junge, rette den Urwald, wir zählen auf Dich", und orderte die 4te Lokalrunde um unsere Aktion voranzutreiben. Da die anderen Gäste darauf bestanden, neben dem Urwald auch zusätzlich Gebiete wie die Sahara, die Wüste Gobi und den Rheingau wieder aufzuforsten und somit auch den Aufbau des heimischen Waldbestandes zu unterstützen, blieb mit nichts anderes übrig, als zu der Runde noch Jägermeister zu ordern. Ganz schwindlig war mir vor Stolz und Glück, als ich viel später die Kneipe verließ. Plötzlich sah ich die Welt mit anderen Augen! Leicht verschwommen zwar, aber dafür sah, nein fühlte ich, daß sich unsere gute Mutter Erde drehte. Nicht gleichmäßig und in eine Richtung, nein, es waren eher ruckartige Bewegungen in abwechselnde Richtungen. Welch eine Erfahrung! Vor Glück taumelnd lief ich zu meinem Auto und beschloß, einen Demonstrationszug durch die Kneipen der Innenstadt durchzuführen, um die vielen, anderen Menschen auf die Probleme aufmerksam zu machen. So fuhr ich in Richtung Stadt und war gerade einem Ozonloch ausgewichen als ich am Straßenrand einen Streifenwagen entdeckte. Auf der Fahrbahn standen mehrere Polizisten und schauten in meine Richtung. Sie mußten von meinem Vorhaben erfahren haben, denn sie hielten gezielt mein Fahrzeug an. Von Vorkontrollen bei Demonstrationen hatte ich ja bereits gehört, war aber dennoch verwundert, wie schnell sich das rumgesprochen hatte. Nachdem ich angehalten und aus meinem Wagen gestiegen war, entschloß ich mich zu einer spontanen Sitzblockade auf der Straße. Wenn ich im nachhinein darüber nachdenke, war es keine rationell erklärbare Aktion, eher ein Zwang meines Unterbewußtseins. Ich saß, und mein Körper weigerte sich, wieder aufzustehen. Mir widerfuhr das gleiche Schicksal wie Sitzblockierern in Brockdorf oder entlang der Castor - Strecke: Ich wurde durch die Polizisten weggetragen. Auch sie wollten den ernst der Lage nicht verstehen, obwohl ich sie immer wieder darüber aufklärte. Später, auf dem Revier erschien dann endlich ein Vernünftiger Mensch. Er hörte sich mein Problem in aller Ruhe und sichtbar interessiert an und erklärte mir dann, daß er die Anzahl der von mir geretteten Bäume feststellen wolle. Ich hätte den Schutz der Umwelt quasi im Blut und er bräuchte aus diesem Grund etwas davon. Ich war glücklich, diesen verständnisvollen Menschen getroffen zuhaben. Mein Engagement würde amtlich festgehalten und der Nachwelt erhalten! Dafür gab ich ihm gerne mein Blut. Wenig später befand ich mich zu Fuß auf dem Weg nach Hause. Meinen Wagen hatten die netten Beamten behalten, damit er durch seine Abgase nicht alle meine Bemühungen wieder zerstört, wie sie mir erklärten. Auch haben sie mir fest versprochen, nach dem Recyclingverfahren aus meinem Führerschein ein Flugblatt zur Unterstützung der Rettungsaktion zu machen. Froh und mit der Gewissheit, etwas großartiges getan zu haben ging ich dann nach Hause. Unterwegs rettete ich an der Tankstelle noch ein paar Pflänzchen und erinnerte mich an eine alte Weissagung der Indianer: Erst, wenn die letzte Ölplattform versenkt, die letzte Tankstelle geschlossen, das letzte Auto stillgelegt, die letzte Autobahn begrünt ist, werdet Ihr feststellen, daß Greenpeace nachts kein Bier verkauft. In diesem Sinne wünsche ich einen frohen Tag. Ich geh jetzt nochmal ein bisschen Wald retten. |
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