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DerKölnEr 20.09.2015 17:49

Neues Gehege
 
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Hallo zusammen,

mein Name ist Ingo, ich bin neu hier und möchte direkt ne Frage stellen :)

Meine Tochter und ich haben letztes Jahr zwei Zwergkaninchen übernommen.
Carl und Lotta, Rufname Carlotta :) beide sind ca. acht Jahre alt!
Wir haben ein Sommergehege gebaut und die Karnickel haben sich da sehr wohl drin gefühlt!
Jetzt haben wir ein Wintergehege gebaut und haben die zwei gestern umgesetzt.
Das Sommergehege ist auf einer Ebene mit Freilauf!
Das Wintergehege ist auf drei Ebenen und die Kaninchen können klettern.
Jetzt sind die zwei seid gestern im Wintergehege und ich wollte fragen wie lange es ungefähr dauert bis die zwei von Ebene zu Ebene klettern!?
Oder kann es sein das die gar nicht klettern!?
Ich hänge mal ein paar Bilder angehangen .... Bild eins und zwei (Sommer_001 & Sommer_002) zeigen das Sommergehege.
Die anderen (Winter_001 bis 003) zeigen das Wintergehege mit Klettermöglichkeiten!

Ich hoffe ihr könnt uns helfen :)

Danke im Voraus :)

Sunrise86 20.09.2015 17:58

Hallo und herzlich Willkommen =)

Es sollten in Außenhaltung pro Nin 3m² auf einer Ebene sein. Kaninchen sind Erdenbewohner und wollen weit hoppeln und auch mal Haken schlagen das können sie so leider nicht.
Zudem ist das Sommergehege auch nicht Mardersicher.
Dann sollten noch die Nippeltränken gegen Näpfe ausgetauscht werden, da das Trinken aus den Tränken in einer unnatürlichen Kopfhaltung gemacht werden muss. Außerdem sind die Flaschen wahre Keimschleudern.

LG
Sun

Lupine 20.09.2015 18:02

Kaninchen sind Bodenbewohner - sie nutzen obere Ebenen höchstens als Aussichtsplatz.

Gerade bei älteren Kaninchen ist davon auszugehen, dass sie nicht "klettern" werden (wobei Kaninchen grundsätzlich nicht klettern, sondern allenfalls irgendwo hinaufspringen). Sie sind ähnlich wie Menschen mit zunehmendem Alter unbeweglicher und haben deshalb mit solchen Rampen Probleme.

Ihr braucht also für die beiden ein ebenerdiges Gehege. Es sollte groß genug sein (auch euer Sommergehege ist arg knapp, ich kenne diese Gehege). 4 qm sollten es sein - und sie müssen mardersicher sein, also nach allen Seiten (auch unten!) abgesichert.

Im Winter brauchen Kaninchen einen wetterfesten Unterschlupf und wind- und regengeschützte Sitzplätze.

Viele Anregungen für Außengehege findet ihr hier, da ist bestimmt auch für euch die passende Idee dabei:

http://www.kaninchenforum.de/kaninchenstall-kaninchengehege/4213-au%DFengehege-foto-sammlung-macht-alle-mit.html

Mein Gehege ist dort auch vertreten - solltet ihr euch für eine ähnliche Variante entscheiden wollen, kann ich gerne mit Tipps zum Bau helfen :smile:

Hase2 21.09.2015 21:03

Meine Erfahrungen weichen in dem ein oder anderen Punkt ein bisschen ab. Erhöhte Ebenen werden voll genutzt (wenn sie gross genug sind). Kaninchen erreichen erhöhte Punkte oft durch eine Mischung aus Springen und Klettern, diese Leidenschaft lässt aber mit dem Alter nach (das seh ich auch so), aber Rampen und Stufen, die nicht zu krass sind, das geht auch ein paar Jahre, da müsste man genaueres wissen.

sophiaaa 23.09.2015 19:21

Ja natürlich werden von vielen (nicht allen) Kaninchen erhöhte Ebenen gerne mal als Aussichtspunkt genutzt, aber trotzdem brauchen die Beiden (zusätzlich) mind. 4qm Platz auf einer Ebene (Tag & Nacht), da sie auch gerne rennen wollen und Haken schlagen wollen ohne gleich gegen die Wand zu knallen.

Hase2 23.09.2015 21:46

Zitat:

Zitat von sophiaaa (Beitrag 821829)
Ja natürlich werden von vielen (nicht allen) Kaninchen erhöhte Ebenen gerne mal als Aussichtspunkt genutzt, aber trotzdem brauchen die Beiden (zusätzlich) mind. 4qm Platz auf einer Ebene (Tag & Nacht), da sie auch gerne rennen wollen und Haken schlagen wollen ohne gleich gegen die Wand zu knallen.


Du hast mich nicht verstanden. Sie werden nicht einfach "gerne mal als Aussichtspunkt genutzt", sie geben dem Gehege eine Struktur.

sophiaaa 24.09.2015 17:38

Ja aber trotzdem brauchen sie auch eine Fläche zum Laufen und mein eines Kaninchen zum Beispiel nutzt die erhöhten Ebenen so gut wie nie, eine Fläche zum Rennen nutzen dagegen alle.

franis_rabbits 24.09.2015 19:51

Hallo,

früher im Winter hatten wir auch ein Etagengehege mit 3 Stallagen. Es hat ihnen eingentlich nichts ausgemacht raufzuklettern. Jetzt haben wir aber ein größeres mit 2 Etagen, die sind aber so groß, dass schon eine Etage reichen würde. :smilewinkgrin:

Sunrise86 24.09.2015 20:19

Zitat:

Zitat von franis_rabbits (Beitrag 822299)
Hallo,

früher im Winter hatten wir auch ein Etagengehege mit 3 Stallagen. Es hat ihnen eingentlich nichts ausgemacht raufzuklettern. Jetzt haben wir aber ein größeres mit 2 Etagen, die sind aber so groß, dass schon eine Etage reichen würde. :smilewinkgrin:

Was bedeutet groß? ;) Und wie viele Nins leben auf der Fläche?

franis_rabbits 25.09.2015 08:32

Das Ausengehege hat 50 qm für 6 kaninchen.
Das Innengehege ist kleiner. Sie leben in 2 Gruppen 2 und 4. Für die 2 ist es das 3 Etagengehege mit 6qm und für die 4 sind es 15qm auf 2 Etagen.

Sunrise86 25.09.2015 13:54

Naja gut, es zählen nur die m² auf einer Ebene. Zusätzliche Ebenen sind okay aber zählen nicht zur Grundfläche.

franis_rabbits 25.09.2015 16:34

Ich verstehe ja deine Sorge @Sunrise86 aber wir haben uns echt Mühe gegeben und wir wollen nur das beste für unsere Kaninchen. Die beiden Flächen sind gleich groß und die Kaninchen nutzen sie beide gleichermaßen. Wenn es ein Aussichtspunkt wäre, wäre es ja wohl am Boden. Aber sie sind beide nicht am Boden. Ich kann ja mal ein bild schicken wenn es euch interessiert. Wir haben den Boden mit Stroh bedeckt, und ja ich weiß es sollte Einstreu sein, weil das Stroh den Urin nicht aufsaugt, aber wir misten das Gehege sehr oft aus und ich glaube nicht, dass es ihnen etwas ausmacht, ob da so ein Sägemehl drinnen ist oder nicht. In 2 (eine oben eine unten) selbstgemachten Heuraufen. Ist selbstproduziertes Heu (das Stroh ist auch selbstproduziert). Auserdem haben sie noch einen Futterbaum.

Hase2 28.09.2015 19:15

Hallo,
Mühe gegeben und das Beste wollen heisst ja noch nicht, das es gut ist ;)
Aber ich verstehe die Kritik auch nicht ganz, das grosse Gehege ist doch sogar super, soviel Platz haben viele nicht. Das kleine, das wären 2qm pro Ebene, da wäre es sicher schon schön, wenn zumindest die untere Ebene ein kleines bisschen grösser wäre. Was mir nicht ganz klar ist, kommen sie auch im Winter raus ins Gehege? Das macht ja auch nochmal einen Unterschied.

Lupine 28.09.2015 19:29

Ich denke Sunrise86 meinte wohl vorwiegend das 3-Etagen-Gehege - und wenn das über 3 gleich große Etagen verfügt, dann ist das tatsächlich recht knapp. Insbesondere dann, wenn das Außengehege nicht ganzjährig zur Verfügung steht. Das würde ich entsprechend zu ändern versuchen.

Das 2-Etagen-Gehege ist da schon platzmäßig weit besser aufgestellt. Mir stellt sich allerdings die Frage, welche Grundflächenmaße das sind. Denn mit einer reinigungsfreundlichen Tiefe bei der man auch die untere Etage noch ausmisten kann, kommen wir da leicht in Bereiche die den Kaninchen ebenfalls die Bewegungsfreiheit einschränken wenn noch Einrichtung wie Häuser etc. vorhanden ist. Bei einem 70 cm tiefen Gehege und einem 40 cm tiefen Haus bleiben gerade mal 30 cm für das Kaninchen um sich dran vorbeizuquetschen. Bei wilderen Jagereien kann so etwas durchaus zu Verletzungen führen, vor allem wenn die Etagen nicht so hoch sind dass die Nins notfalls über die Häuser hinwegspringen können ohne unter die obere Etage zu knallen.

Folgende Fragen beschäftigen mich deshalb, franis_rabbits:

  • Wie groß sind die Standflächen der Gehege?
  • Steht das 50-qm-Gehege unabhängig von Jahreszeit und Wetter zur Verfügung?
  • Warum sind die Nins, die im 50-qm-Auslauf gemeinsam untergebracht werden, in den Gehegen getrennt?
  • Könnte sich hier evtl. Potenzial bieten, eine größere Grundfläche zur Verfügung zu stellen, wenn man alle 6 Kaninchen gemeinsam unterbringt?

Hase2 28.09.2015 19:32

Zitat:

Zitat von sophiaaa (Beitrag 822230)
Ja aber trotzdem brauchen sie auch eine Fläche zum Laufen und mein eines Kaninchen zum Beispiel nutzt die erhöhten Ebenen so gut wie nie, eine Fläche zum Rennen nutzen dagegen alle.

Nur damit wir uns richtig verstehen, wir reden hier nicht von irgendwelchen erhöhten Sitzplätzen wir reden von Ebenen, auf denen kann man auch rennen.

Lupine 28.09.2015 19:41

Ebenen dieser Größe sind aber schwierig zu konstruieren, hase2. Man sollte da schon auf ein Maß von mindestens 4 x 1 Meter kommen um überhaupt einen entsprechenden Effekt zu erzielen, um ausreichend Bewegungsfreiheit zu gewähren - und da bekommst du dann schnell ein Problem mit der Reinigungsfreundlichkeit und auch mit der Statik. Das will sorgsam geplant sein.

Ich möchte auch noch einmal auf eine Begrifflichkeit zurückkommen: das klettern.

Nehmen wir den Vergleich mit Chinchillas, dann weißt du was ich meine: Chins haben handähnliche Vorderpfoten, die ein Festhalten nicht nur von Nahrung, sondern auch an Ästen ermöglichen. Sie können tatsächlich klettern.

Schauen wir uns dagegen die Kaninchen an. Ihre Pfoten ermöglichen es ihnen nicht, etwas zu umfassen und sich daran festzuhalten. Kaninchen können also nicht klettern - sie zählen deshalb tatsächlich zu den Bodenbewohnern. Das heißt natürlich nicht, dass sie nicht gewisse Höhen erobern können, indem sie springen oder eine Schräge hinauflaufen. Aber klettern ist das nicht. Vorwiegend hält sich ein Kaninchen auf (oder unter ;)) dem Erdboden auf.

Junge, gesunde Kaninchen werden mehr springen und laufen - auch anstrengende Schrägen hinauf bzw. über größere Höhenunterschiede hinweg. Kaninchen sind aber sehr unterschiedlich in ihrem Altern, und so kann es vorkommen dass das eine Kaninchen bereits mit 3 Jahren nicht mehr gerne springt oder Rampen hinauf- oder hinunterläuft während ein anderes das noch mit 8 Jahren problemlos und gern macht. Nicht zuletzt kommt so etwas auch auf die Bemuskelung an - ein Kaninchen das jahrelang in einem kleinen Stall gehockt hat, wird sehr lange brauchen bis es für derartige Unternehmungen ausreichend Muskeln aufgebaut hat (oder es überhaupt nicht mehr schaffen). Es gibt auch Kaninchen die so starke Arthrose entwickeln, dass sie nicht einmal mehr den Sprung in die Kloschale schaffen - für solche Kaninchen haben sich findige Besitzer schon selbstgebaute Kaninchenklos mit niedrigem Einstieg einfallen lassen.

Hase2 28.09.2015 19:55

Ich finde es eigentlich nicht sooo schwierig, sowas zu bauen :)
Irgendwer hier baut gerade eine Hütte um, mit meterlangen Ebenen an der Wand lang, nur mal als Beispiel, 1m breit müssen sie ja nicht sein.
Wegen Klettern: es ist mir schon klar, dass Kaninchen nicht klettern wie Eichhörnchen, um auf eine Ebene zu kommen, ist das aber eh auch nicht nötig. Diese Mischung aus Springen und Klettern bei Kaninchen ist aber auch in der Literatur so beschrieben. Im Netz gibt es einige Videos wie Kaninchen über hohe Zäune springen oder an Wänden hoch"klettern".
Da sieht man ganz deutlich, dass sie diese Höhe nicht nur durch ihre Sprungkraft erreichen, sondern nach dem Absprung sich durch den Einsatz ihrer Krallen nochmal Schub holen.

30 cm schaffen meine halbwegs Gesunden alle immernoch problemlos. Wenn Kaninchen richtig alt oder krank werden, muss man umdenken, das ist klar, da können aber aber auch Röhren und Äste zum Problem werden.

Ich finde es einfach eine Bereicherung, auf die ich meine Kaninchen niemals verzichten lassen will und mich nervt es mittlerweile auch langsam, dass viele es so unreflektiert als "zählt nicht" abtun (damit meine ich jetzt nicht dich).


Edit: in Bezug auf Rampen (ich habe allerdings selbst keine): man bedenke auch, wie steil die Eingänge von Kaninchenbauten sind.

Lupine 28.09.2015 20:15

Zitat:

Zitat von Hase2 (Beitrag 824154)
Ich finde es eigentlich nicht sooo schwierig, sowas zu bauen :)

Das kann durchaus schwierig werden, je nachdem wie die Ebenen angelegt sind - ob sie noch Einstreu und Einrichtung tragen müssen beispielsweise, wie sie gereinigt werden sollen etc.

Zitat:

Irgendwer hier baut gerade eine Hütte um, mit meterlangen Ebenen an der Wand lang, nur mal als Beispiel, 1m breit müssen sie ja nicht sein.
Dann sollten sie aber so konstruiert sein, dass sich an beiden Enden der Ebene Abgänge befinden, oder so niedrig dass die Nins überall hinauf- und hinunterhopsen können, und sollten nicht mit größerer Einrichtung versehen werden.

Zitat:

Wegen Klettern: es ist mir schon klar, dass Kaninchen nicht klettern wie Eichhörnchen, um auf eine Ebene zu kommen, ist das aber eh auch nicht nötig. Diese Mischung aus Springen und Klettern bei Kaninchen ist aber auch in der Literatur so beschrieben.
In der Literatur ist so manches beschrieben. Nicht alles davon ist präzise, einiges sogar offensichtlich unrichtig...

Zitat:

Im Netz gibt es einige Videos wie Kaninchen über hohe Zäune springen oder an Wänden hoch"klettern".
Da sieht man ganz deutlich, dass sie diese Höhe nicht nur durch ihre Sprungkraft erreichen, sondern nach dem Absprung sich durch den Einsatz ihrer Krallen nochmal Schub holen.
Trotzdem bleibt diese Bewegung eine Sprung- und keine Kletterbewegung. Wenn wir also genau bleiben wollen, müssten wir da eine Unterscheidung treffen.

Zitat:

30 cm schaffen meine halbwegs Gesunden alle immernoch problemlos.
Schau dir einmal das Foto aus dem Eingangspost an. Die Rampen sind sehr steil, und die Höhe der Etagen beträgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich mehr als 30 cm. Hat man ein bewegungseingeschränktes Kaninchen, wird es diese Höhe nicht überwinden. Mein Leo wäre da nicht hoch gegangen, er war durch die Haltungsfehler des Vorbesitzers mit erheblichem Muskelschwund zu mir gekommen. Anders als die beiden Mädels sprang er auch nicht auf Häuser hinauf.

Zitat:

Wenn Kaninchen richtig alt oder krank werden, muss man umdenken, das ist klar, da können aber aber auch Röhren und Äste zum Problem werden.
Selbstverständlich, da hast du völlig Recht. Allerdings fängt die Einschränkung meist bei besonders anstrengenden Bewegungen an, während Hindernisse die umgangen werden können eher wenig bis gar nicht zum Problem werden.

Zitat:

Ich finde es einfach eine Bereicherung, auf die ich meine Kaninchen niemals verzichten lassen will und mich nervt es mittlerweile auch langsam, dass viele es so unreflektiert als "zählt nicht" abtun (damit meine ich jetzt nicht dich).
Als Zusatzangebot ist eine Etage sicherlich toll, und bei gesunden Kaninchen absolut empfehlenswert. Nur muss klar sein dass es sich um ein solches Zusatzangebot handelt, und eine Verknappung der Mindestanforderungen nicht in Frage kommt. Wer per se ausreichend Grundfläche hat, der ist gut beraten auch eine Etage zur Verfügung zu stellen. Die darf aber nicht dazu führen, dass "Türmchen gebaut" wird. 6 qm in einen 6stöckigen Kaninchenturm zu verwandeln wären zwar rechnerisch 6 qm, würde aber den Kaninchen nicht gerecht werden. Anders sieht es aus, wenn für 2 - 3 Zwergkaninchen 6 qm Bodengehege zzgl. einer Etage von 2 qm zur Verfügung stehen, da kann man dann durchaus drüber reden.

Zitat:

Edit: in Bezug auf Rampen (ich habe allerdings selbst keine): man bedenke auch, wie steil die Eingänge von Kaninchenbauten sind.
Und man bedenke im gleichen Atemzug was in der Wildnis einem Kaninchen passiert was nicht mehr flink und wendig ist ;) Wildkaninchen kommen selten in die Verlegenheit aus Altersgebrechen heraus nicht mehr ihren Bau hoch zu kommen...

Hase2 28.09.2015 20:56

Erstmal vorweg, ich habe deinen vorigen Beitrag noch gar nicht gesehen, daher war mir nicht klar, dass du dich auf das Gehege des TE beziehst, meine Aussagen waren ganz allgemein gemeint, ich gehe jetzt mal nur auf die zum Thema gehörenden Punkte ein, sonst sind wir bald zu weit OT und landen bei Literaturlinks zu Bewegungsformen und Wildkaninchenbauten ;)


Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 824165)
Das kann durchaus schwierig werden, je nachdem wie die Ebenen angelegt sind - ob sie noch Einstreu und Einrichtung tragen müssen beispielsweise, wie sie gereinigt werden sollen etc.

Ja, einfach ist es nicht, aber manche sind ja sehr erfinderisch, bin auch mal, auf die Bilder gespannt.

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 824165)
Dann sollten sie aber so konstruiert sein, dass sich an beiden Enden der Ebene Abgänge befinden, oder so niedrig dass die Nins überall hinauf- und hinunterhopsen können, und sollten nicht mit größerer Einrichtung versehen werden.

Aufjedenfall! Oder wie bei mir in dem einen Gehege, dass sie rundherum geht bzw. wie in dem anderen, dass am Ende ein Haus mit 2 Eingängen ist. Die Vorsichtsnahmen hängen natürlich auch davon ab, wie gut sich die Gruppe versteht.

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 824165)
Schau dir einmal das Foto aus dem Eingangspost an. Die Rampen sind sehr steil, und die Höhe der Etagen beträgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich mehr als 30 cm. Hat man ein bewegungseingeschränktes Kaninchen, wird es diese Höhe nicht überwinden. Mein Leo wäre da nicht hoch gegangen, er war durch die Haltungsfehler des Vorbesitzers mit erheblichem Muskelschwund zu mir gekommen. Anders als die beiden Mädels sprang er auch nicht auf Häuser hinauf.

Wie gesagt, ich hatte nicht registriert, dass du dich auf ein bestimmtes Gehege beziehst. Das gezeigte halte ich auf nicht für geeignet. Mein 2m langer Stall ist 60 cm hoch pro Etage und sie kommen mit 2 lockeren 30 cm Stufen ganz leicht nach oben.

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 824165)
Selbstverständlich, da hast du völlig Recht. Allerdings fängt die Einschränkung meist bei besonders anstrengenden Bewegungen an, während Hindernisse die umgangen werden können eher wenig bis gar nicht zum Problem werden.

Also wie gesagt, ich habe viele ältere und die 30 cm schaffen sie locker, bei 40 cm ist so ne Grenze, die nehmen sie zwar noch, aber man merkt schon, das manch einer dann lieber dahin geht, wo man auf zwei Etappen hoch und runter kann. Letztendlich, wenn sie nicht mehr können oder wollen, sie müssen ja nicht hoch, aber sie tun es ja von sich aus, also gefällt es ihnen.


Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 824165)
Als Zusatzangebot ist eine Etage sicherlich toll, und bei gesunden Kaninchen absolut empfehlenswert. Nur muss klar sein dass es sich um ein solches Zusatzangebot handelt, und eine Verknappung der Mindestanforderungen nicht in Frage kommt. Wer per se ausreichend Grundfläche hat, der ist gut beraten auch eine Etage zur Verfügung zu stellen. Die darf aber nicht dazu führen, dass "Türmchen gebaut" wird. 6 qm in einen 6stöckigen Kaninchenturm zu verwandeln wären zwar rechnerisch 6 qm, würde aber den Kaninchen nicht gerecht werden. Anders sieht es aus, wenn für 2 - 3 Zwergkaninchen 6 qm Bodengehege zzgl. einer Etage von 2 qm zur Verfügung stehen, da kann man dann durchaus drüber reden.

Für mich wie gesagt mehr als nur ein Zusatzangebot. Nach meiner bisherigen Erfahrung mit jüngeren UND älteren Kaninchen würde ich ganz klar einem 6qm Gehege mit einer 2 m langen Ebene gegenüber einem 8qm Gehege ohne Ebene den Vorzug geben. Aber in dem einen Punkt bin ich ganz bei dir: Türmchen bauen gilt nicht.

Lupine 28.09.2015 21:36

Meine Erfahrung mit Leo ist halt eine andere - für ihn war eine andere Gehegestrukturierung richtig (wobei Gehegestrukturierung selbstverständlich ein wichtiges Thema ist - ein Gehege das NUR eine Freifläche bietet und auf eine sinnvolle und anregende Strukturierung verzichtet, ist definitiv NICHT im Sinn der Kaninchen!), und er hätte auf die Grundfläche nicht verzichten können.

Hase2 29.09.2015 00:06

Ja, klar, jeder macht seine eigenen Erfahrungen, aber Erfahrungsaustausch ist der Sinn eines Forums und nicht die Erfahrungen anderer einfach abzuwatschen.

Lupine 29.09.2015 17:01

Ein Mindestmaß an Grundfläche muss einfach sein, das ist nicht verhandelbar. Ebenen zusätzlich für Nins die sie nutzen sind toll - zusätzlich. Aber eben das.

Sind Ebenen ab 4 qm groß und entsprechend im Grundriss, zählen sie übrigens nicht mehr als Ebenen.

Es ist nämlich egal, ob du die Grundfläche in luftige Höhe verlagerst (ich habe einmal ein Foto von solch einem "hochgelegten" Gehege in einem älteren Buch gesehen, es war nahezu quadratisch im Zuschnitt und war mit 5 qm Fläche angegeben), oder ob sie auf dem Erdboden ist. Es geht um die Nutzbarkeit. Einziges Manko bei solchen Hochgehegen: Es ist wegen der Statik schwierig, eine ausreichend große Buddelkiste anzubieten.

Wenn du aber eine Verhandelbarkeit von Grundfläche zugunsten Ebenen mit den Begriffen "Erfahrungsaustausch" und "abwatschen" erzwingen willst, musst du irgendwann akzeptieren dass Kaninchen in 60 x 60 cm Boxen sitzen, mit Trinkflasche und Pellets. Auch das lässt sich mit genau der gleichen Argumentation einbringen die du gerade nutzt. Denn es gibt ja eine Menge Kaninchen die diese Haltungsform überstehen. Die "Erfahrung" zeigt da also, dass Kaninchen so etwas überleben, folglich müsstest du auch diese Haltungsform ohne Kritik daran akzeptieren müssen.

franis_rabbits 29.09.2015 17:44

Okay, damit das klargestellt wird, wieso ich mich angegriffen gefühlt habe, könnt ihr gerne beim Thema "Wie möchtet ihr als Neu-User aufgenommen werden" nachschauen.

Hase2 30.09.2015 00:54

Wenn du das aus meinen Beiträgen liest, hast du entweder nicht richtig gelesen, oder nicht verstanden. Ich finde, ich habe recht eindeutig geschrieben, dass ich einen Turmbau zu Babel nicht befürworte. Ich habe auch nirgends geschrieben, dass ich Ebenen einfach zu einer Gesamtfläche aufaddiere (damit würde ich mich auf das Niveau der 2qm-Regel-Erbsenzähler begeben, und das passiert mir ganz sicher nicht!).
Mir geht es darum, dass man eine Haltung nicht einfach mit dem Zollstock beurteilt.
Und nein, ich will nicht schlechte Haltungsbedingungen als gut darstellen, ich halte es einfach nur für richtig, das Gesamtbild zu beurteilen:
"Wieviel Zeit verbringen sie im Gehege, gibt es Auslauf, wenn ja, auf welchem Raum und wie oft?" usw.
Ein weiterer Aspekt warum ich die Zollstockpolitik nicht mag, sie hat leider auch einen negativen Einfluss auf die Haltung;
Es gibt genug, die sich brav gemäss eines Dogmas ihre 2 Kanicnhen auf 4qm halten und sich nun feist zurücklehnen, weil sie ja nun zu den "Guten" gehören und auf die "Bösen" schimpfen, die ihre Kaninchen nachts auf 2qm halten, weil der 30 qm Tagesauslauf "ja nicht zählt".
Ich finde es wichtig, Neulinge für die Bedürfnisse der Kaninchen zu sensibilisieren und das geht nicht mit dem Zollstock!

Lupine 30.09.2015 10:32

Ich glaube du hast verstanden, wie missverständlich deine Aussagen sind :thumbsup:

Nein, auch ich gehöre nicht zu den Erbsenzählern und würde keinen verurteilen, der 2 Kaninchen tagsüber in freier Wohnungshaltung hält und nachts nur 3 qm statt 4 zur Verfügung stellen kann. So lange die Kaninchen mit so etwas zurecht kommen, ist das in Ordnung. Vor allem dann, wenn der Halter sich bewusst ist dass die Situation nicht ideal ist und nach alternativen Lösungen sucht. Dass die nicht vom Himmel fallen, ist logisch - das kann eine Weile dauern bis man etwas passendes gefunden hat und es umsetzen kann.

Aber es sieht anders aus, wenn man die Nins dauerhaft in ein Gehege packt, dessen 4 qm verteilt sind auf 2,5 qm als Grundfläche und 1,5 qm als Etage, ohne zusätzlichen Auslauf. Oder gar auf einen Turm mit 4 x 1 qm...

Das ist es was ich meine wenn ich sage: auf ein Mindestmaß an Grundfläche kann und darf nicht verzichtet werden - und genau dieser Fall ist es, wo gesagt wird: Ebenen zählen nicht.

Ebenen zählen zusätzlich, wenn die Mindestanforderungen an die Haltung sonst stimmen, dann sind sie toll.

Aber so wie du es ausdrückst ist es leider die Einladung für eben jenen Turmbau zu Babel, den du ja genausowenig gut findest wie ich und die meisten anderen hier.

Es geht darum, ganz klar zu machen:

Ebenen sind ein tolles Zusatzangebot, sehr empfehlenswert (und in größeren Gehegen bei größeren Gruppen durchaus auch mal auf die Gesamtfläche anzurechnen, wenn es denn sein muss) - aber sie dürfen nicht dazu verführen, die eigentlichen Bewegungsmuster der Kaninchen zugunsten eines rechnerisch ausreichend großen Geheges einzuschränken und dann zu meinen, es sei alles in Ordnung.

Ich hoffe ich habe dir verständlich machen können, warum ich diese zunächst einmal rigoros klingende Aussage mache. Es sind Fälle wie der, der hier im ersten Post gezeigt wird. Fälle, die rechnerisch von den Platzverhältnissen her gar nicht so schlecht aufgestellt sind - die aber dem Bewegungsbedürfnis der Kaninchen in keinem Fall Rechnung tragen.

Geht man davon aus, dass man es hier mit einem 1,20 x 0,60 m Turm zu tun hat mit 3 Etagen, dann kommt man rechnerisch auf eine Fläche von etwas über 2 qm. Gar nicht so schlecht, oder?

Und trotzdem ist es schlecht. Denn die Kaninchen können gerade einmal 2 Sprünge machen und stehen vor der nächsten Wand. Wie viel anders sähe es aus, wenn die 2 qm auf einer Fläche zur Verfügung ständen!

Kaninchen, die dauerhaft eine Grundfläche von weniger als 4 qm zur Verfügung haben, haben keinerlei Möglichkeit mehr als wenige Sprünge zu hoppeln. Das darf einfach nicht sein. Und deshalb dürfen auf diese 4 qm keine Ebenen angerechnet werden.

Hase2 01.10.2015 20:24

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 824819)
Ich glaube du hast verstanden, wie missverständlich deine Aussagen sind :thumbsup:
.

Ich finde, sowas muss doch nicht sein :)
Wir haben in einigen Dingen ähnliche Ansichten, in dieser Sache gehen unsere Meinungen eben weit auseinander. Das macht ein Forum aus, dass kontroverse Ansichten aufeinander treffen.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 14:10 Uhr.



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