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Ithilion 06.01.2011 14:11

AW: Weibliche Zwerge kastrieren?
 
Sofern es bei einem Uterustumor noch nicht zu Metastasierung gekommen ist, sind die Prognosen auch bei älteren Tieren sehr gut [1].

Ob die Krebsrate dieser Gruppe ausschließlich mit der Zuchtlinie zusammenhängt wird aus diesem Artikel nicht ersichtlich. Erwähnt wird dort auch:
„Andere Gruppen hatten unter 50 % Krebserkrankungen.“

Zusätzlich wird auf in diesem Artikel erwähnt:
„Die Kaninchen müssen nicht an dem Krebs gestorben sein, aber sie waren davon befallen.“


Betrachtet man hingegen die genannten Untersuchungen (Links siehe oben) erhöht sich bei kastrierten Hunden die Wahrscheinlichkeit für Knochenkrebs, Milzkrebs, Schilddrüsenfehlfunktion, Blasenkrebs und orthopädischen Erkrankungen. Auch besteht ein erhöhtes Risiko der nach Innenwölbung der Vulva und dadurch bedingte Infektionen, Inkontinenz und Fettleibigkeit.
Beim Menschen finden sich ebenfalls Folgeprobleme wie das höhere Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Osteoporose, Harninkontinenz und Vaginalprolaps. Auch kann sich die Wahrscheinlichkeit für Nierenzellkarzinom erhöhen.

Bei Menschen sind zwar andere Therapiemöglichkeiten vorhanden, werden aber mitunter auch aus anderen Gründen angewendet. Z.B. eine Teilentfernung würde bei einem Kaninchen wohl kaum in Betracht gezogen. Beim Menschen kommen zu gesundheitlichen Aspekten auch durchaus noch sexuelle und psychische Faktoren, die eine Rolle spielen.

Bei Kaninchen mangelt es wie gesagt an Untersuchungen und Studien zu möglichen Folgen zur Kastration. Es ist aber zu vermuten dass es ebenfalls gesundheitliche Auswirkungen gibt, die durchaus nicht unerheblich sein können.


Natürlich leben Heimtiere eingeschränkt, wie stark eingeschränkt ist abhängig vom Halter. Ob sich jemand Kaninchen halten sollte, wenn es nicht möglich ist die Tiere so zu halten, dass diese Stressoren in einem Rahmen bleiben, der sich nicht negativ auf das Wohlbefinden und Gesundheit der Tiere auswirkt, ist nun mal die Frage.

Dass das Sexualverhalten von Kaninchen maßgeblich von den äußeren Bedingungen wie Licht, Temperatur und Nahrungsangebot abhängt erwähnt Schlolaut [2] in Betracht auf die Zucht ebenso wie verschiedene Autoren (z.B. Boback [3]) in Bezug auf wildlebende Kaninchen.
Generell spielen Haltung und Ernährung natürlich eine wichtige Rolle im Bezug auf Verhalten und Immunzustand der Kaninchen.

Das Immunsystem eines Tieres dient nicht nur der Abwehr von Erregern, sondern auch der Vernichtung körpereigener fehlerhafter Zellen. Mangelt es z.B. an wichtigen Aminosäuren bilden sich z.B. Thymusdrüse, Milz und Lymphknoten zurück. Hierbei handelt es sich um bedeutsame Organe für das Immunsystem und es kommt zu einer Störung der Immunfunktion [4]. Dadurch wird also das Krebsrisiko generell erhöht, da dem Körper wichtige "Reparaturmechanismen" fehlen.
Bestimmte Nährstoffe wirken sich sogar direkt auf die Gebärmutter aus, da diese eine Schutzfunktion erfüllen Genannt werden z.B. Vitamine und Carotinoide. [5]
Generell wird sekundären Pflanzenstoffen eine a
ntikanzerogen Wirkung zugesprochen.

Links zum anklicken funktionierten hier wohl generell nicht, geht aber auch so.

Gruß
Ithilion

[1] Ewringmann, A.; Leitsymptome beim Kaninchen: diagnostischer Leitfaden und Therapie; Stuttgart, Enke, 2005; 284 S; (Konkret-Kleintier-Praxisbuch); ISBN 3-8304-1020-4
[2] Schlolaut, W. (Hrsg) in Zusammenarbeit mit Lange, K.; Das große Buch vom Kaninchen; 3., erw. Aufl.; Frankfurt am Main; DLG-Verl., 2003; 488 S.; ISBN 3-7690-0592-9
[3] Boback, Alfred W.; Das Wildkaninchen: (Oryctolagus cuniculus (Linné, 1758); 2., unveränd. Aufl.; Nachdr. der 1. Aufl., Wittenberg Lutherstadt, Ziemsen, 1970; Hohenwarsleben; Westarp-Wiss.-Verl.-Ges.; 2004; (Die neue Brehm-Bücherei; 415); ISBN 3-89432-791-X
[4] Daly JM, Reynolds J, Sigal RK, Shou J, Lieberman MD: Effect of dietary protein and amino acids on immune function. Crit Care Med 18 (1990) 86-93
[5] Chandra RK (1992) Effect of vitamin and trace-element supplementation on immune
responses and infection in elderly subjects. Lancet 340: 1124-1127

Tinachen 06.01.2011 14:26

AW: Weibliche Zwerge kastrieren?
 
Danke an Lilith und Ithilion für ihre sehr aussagekräftigen Argumentationen. Allein schon die verschiedenen Quellen zu sammeln und sich damit auseinanderzusetzen hat sicher sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Jetzt kann sich wirklich Jeder ein Bild machen und für sich bzw. seine Kaninchen eine Entscheidung treffen. Vielen Dank Gruß Tina

Erdbeere 09.01.2011 22:08

AW: Weibliche Zwerge kastrieren?
 
@Lilith:
Hast du dir selbst auch prophylaktisch irgendwas entfernen lassen? Bei dem was du geschrieben hast könnte man das leider meinen.

Brausemaus 09.01.2011 22:23

AW: Weibliche Zwerge kastrieren?
 
Ich glaube die Weiberkastra ist genauso umstritten wie das Thema impfen! Ich finde man sollte das nach seinem Gewissen machen und sich mit seinem TA des vertrauens beraten!

Ich habe auch schon mal überlegt meine Weiber zu kastrieren. Aber seid sie alle in der Großgruppe leben, habe ich keinerlei Scheinschwangerschaften mehr bei ihnen beobachten können, also kein Nestbau wie früher! Auch sind alle, bis auf Mady, ruhiger geworden!

Melanie


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