Kaninchenforum - Das Kaninchen Forum Online

Kaninchenforum - Das Kaninchen Forum Online (https://www.kaninchenforum.de/)
-   Kaninchenkrankheiten & Gesundheit (https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/)
-   -   Geringes Fress- und Trinkverhalten nach Kastration (https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/47085-geringes-fress-trinkverhalten-nach-kastration.html)

Bunbon 06.02.2020 23:18

Geringes Fress- und Trinkverhalten nach Kastration
 
Hallo ihr Lieben,

wie dem Titel nach zu urteilen, sorge ich mich um meinen kleinen, 6-monatigen Wattebausch.

Hier erstmal die Hintergrundgeschichte...

Tag 1: Am Montagmorgen kam er von der Kastration zurück und hat Heu und Wasser
nicht angerührt - vereinzelt an Salat, Karotte und Gurke hat er jedoch
geknabbert, darauf war ich vorbereitet.

Tag 2: Dienstagmorgen war die Toilette benutzt, er war wieder aktiver und hat mehr am
Grünzeug geknabbert - das Wasser wurde jedoch nicht angerührt!
Gegen Mittag ging er gar nicht mehr auf Toilette, saß in der Ecke und aß wirklich
wenig. Ich bin zu unserer Tierärztin geeilt, die dem Kleinen Schmerzmittel
gespritzt hat, und bin mit zwei Packungen Herbi Care Plus und einer 1ml
Futterspritze rausgelaufen.
Die Zufütterung hat er verweigert, aber die Toilette am Abend benutzt und war
nach dem Tierarztbesuch sehr aktiv und hatte mehr Appetit entwickelt!

Tag 3: Wasser wurde immer noch nicht angerührt, sein Grünfutter habe ich mittlerweile
immer in die Wasserschale getunkt und aus der Hand gefüttert.
Toilettennutzung lässt zu wünschen übrig, ist aber da (meistens morgens und
abends), und man beobachtet ihn schon beim richtigen Rumspringen!

Tag 4: Er ist aktiv, frisst von selbst sein Grün, auch den ein oder anderen Pellet, und
knabbert mal am Heu. Die Wasserschale ändert seit Montag ihren Wasserstand
nicht (sein Wasser wird morgens und abends immer frisch gegeben).
Dann habe ich es mit der Spritze versucht, und daraus trinkt er Wasser, und
heute auch das Herbi Care Plus, von dem ich ihm 5 1/2 Spritzchen gefüttert
habe. Nach der Fütterung hat er sich auch richtig gemächlich hingelegt
(trotzdem aber irgendwie, als ob er erschöpft wäre, hat bisschen warme
Öhrchen) und sich ausgiebig streicheln lassen. Seinen "Baumstumpf" (ein
Baumstumpf mit Kräutern gefüllt) wirft er auch nach Lust und Laune umher, um
sich an den Kräutern zu schaffen zu machen, und verspeist gerne getrockneten
Löwenzahn. Er ist aber mal wieder erst abends auf die Toilette gegangen, und
auch nicht so viel.

Meine Fragen
  • Soll ich weiter zufüttern? Wenn ja, mit Herbi Care Plus? Ich habe mich ein wenig eingelesen, und weiß, dass Critical Care nicht empfohlen wird. Ich bitte um Vorschläge!
  • Ich weiß beim besten Willen nicht, wie er die Wasserschale nicht anrührt, aber doch Pipi macht. Wie kann ich ihn wieder dazu bringen, aus der Schale zu trinken? Pfefferminztee hat er auch nicht angenommen, ich bin ratlos!
  • Sollte ich doch nochmal zum Tierarzt?
  • Habt ihr noch sonstige Tipps für mich?

Ich danke im voraus aus den Tiefen meines Herzens!

Liebe Grüße,
Bunbon

Terry 06.02.2020 23:25

Grundsätzlich, wenn er frisch ernährt wird, wird er nicht trinken, da sein Flüssigkeitsbedarf über das Futter gedeckt wird.

Zufüttern würde ich nur wenn die Nahrungsaufnahme gänzlich verweigert wird was hier nicht der Fall zu sein scheint.

4Chaoten 06.02.2020 23:43

Hallo und willkommen,
magst du evtl. mal erzählen, was er genau und wann zu fressen bekommt? Welche Pellets?
Kaninchen sollten mit Blattgrün oder Wiese ernährt werden (dies sollte 24 Std. zur Verfügung stehen), darüber erhalten sie auch ihren Flüssigkeitsbedarf und getrunken wird da weniger bis gar nicht. Knollengemüse( wie z. B. Karotten) oder Gurke sollte nicht die Hauptmahlzeit sein, eher ein "Leckerli"

Sie sind in den frühen Morgen-bzw. in den Abendstunden aktiver, da wird auch mehr gefressen (gerade Nachts) und auch geköttelt. Ab späten Vormittag bis frühen Abend dösen meine auch viel, wird weniger gefressen, weniger Kot abgesetzt.
Zufüttern würde ich nicht, ihn auch nicht zum trinken zwingen. Gebe ihm viel Blattgrün und biete auch weiterhin Heu und frisches Wasser aus dem Napf an (keine Tränke)
Edit: Wenn er Blattgrün nicht kennt, dann langsam anfüttern

Empfehlen würde ich noch die Seite Kaninchenwiese. Da gibt es auch eine Liste was verfüttert werden kann

Bunbon 06.02.2020 23:51

Hallo 4Chaoten!

Vielen Dank für die Antwort.

Pellets bekommt er nur eine kleine Handvoll morgens, und zwar "bunny KaninchenTraum Herbs".
Sonst hat er immer sein Heu und seine Wasserschale, ein Mal am Tag bekommt er frisches Grün, und Möhrchen und ein Stück Banane bekommt er nur gelegentlich!

Trotzdem hat er vor der Operation über den Tag verteilt immer sein Schälchen leergetrunken. Jetzt nach der Kastration stelle ich ihm natürlich mehr Grünfutter zur Verfügung.

Danke für den Tipp bezüglich der Kaninchenwiese! Ich schaue mal vorbei.

Liebe Grüße,
Bunbon

crazy curry 07.02.2020 07:31

Kaninchen sind Blattfresser und keine Trocken- oder Knollenfresser.

Das bedeutet Gemüsegrün von Möhre und Kohlrabi, Stangensellerie, Bittersalate wie Endivie, Ruccola, Chicorre, Wirsing, Chinakohl, Grünkohl, wird heiß geliebt.
Weiß- und Rotkohl nur nach langsamem angewöhnen.

Frische Kräuter und natürlich Wiese mit Wiesenkräutern, im Sommer.

Dass sollte rund um die Uhr zur Verfügung stehen, nicht abwiegen, reinlegen und wenn bald nichts mehr da ist, war es zu wenig.

Knollengemüse und Obst selten, nicht täglich.
Heu muss nicht gefressen werden, sollte aber immer zur Verfügung stehen, ebenso wie Wasser.
Jedoch trinken die Kaninchen, die frisch gefüttert werden, kaum bis gar nicht. Sie beziehen genug Flüssigkeit aus dem Frischfutter.


Diese Pellets würde ich weglassen oder mal eins am Tag als Leckerlie geben.

Olga 07.02.2020 07:38

Es ist total unterschiedlich, wie Kaninchen die Kastration verpacken.
Mein kleiner Igor wollte 2 Tage lang sein Grünfutter aus der Hand gereicht bekommen.
Er war auch sehr kuschelig und anhänglich.
Er brauchte einfach bissel Trost.


Der kleine Jason, hat sich gar nix anmerken lassen.
Er war genauso wie vorher.


Es ist also alles individuell. Wichtig ist, dass du die Wunde gut kontrollierst. Nicht, dass da was nicht richtig verheilt und er vor Schmerzen nichts futtert.


Meine drei kaninchen schlürfen im übrigen auch ihren Wassernapf aus, obwohl ich sie nur mit Frischfutter ernähre. Allerdings habe ich meine in Innenhaltung.

dangerschaf 07.02.2020 07:55

Für mich wäre ein leerer Wassernapf immer ein Warnsignal. Mag da Ausnahmen geben, aber man liest sooft von "überraschend" verstorbenen Tieren, wo die Besitzer hinterher feststellen, dass plötzlich nicht mehr getrunken wird.

Tarenya 07.02.2020 12:49

Ich glaube das mit dem Wasser hängt auch sehr viel von der restlichen Ernährung ab ( meistens) als meine 3 kleinen zu mir kamen, war ich überrascht wieviel sie trinken, das kannte ich von meinen beiden großen vorher gar nicht, die haben selten bis nie getrunken..... aber die kleinen bekamen im Tierheim ja auch noch pellets und viel viel heu...., aber nachdem es dann bei mir nur frischfutter gab änderte sich auch ihr trinkverhalten innerhalb von einer Woche und der Napf war bei 4 Kaninchen morgens noch immer genauso voll wie abends.

Honey32 07.02.2020 14:06

Honey hat erst angefangen sehr viel zu trinken, als sie eine beginnende Niereninsuffizienz bekam. Dann hatte sie auch immer mal mit Blasenschlamm zu kämpfen und hat extrem viel Pipi gemacht und bei Blasenschlamm immer stark gepresst und lange gebraucht.




Der Urin hat auch häufig stark gerochen. Also für mich wäre ein leerer Wassernapf, wenn ansonsten nur Frischfutter gefüttert wird, auf jeden Fall auch ein Warnsignal.
Würde da auch gut beobachten, ob eventuell beim Wasserlassen stark gepresst wird oder die Toilette oft aufgesucht wird.

4Chaoten 07.02.2020 17:33

Ich habe ja nur Tiere, die schon älter zu mir gekommen sind und aus Boxenhaltung mit Nippeltränke und Heu/Pelletfütterung kamen. Die haben die ersten Monate sehr viel getrunken, obwohl es Frischfutter gab.

Irgendwann nach ca 2 bis 3 Monaten wurde kaum noch getrunken.

Honey32 07.02.2020 17:42

Zitat:

Zitat von 4Chaoten (Beitrag 1187068)
Ich habe ja nur Tiere, die schon älter zu mir gekommen sind und aus Boxenhaltung mit Nippeltränke und Heu/Pelletfütterung kamen. Die haben die ersten Monate sehr viel getrunken, obwohl es Frischfutter gab.

Irgendwann nach ca 2 bis 3 Monaten wurde kaum noch getrunken.


Ja, dass auf jeden Fall, bei neuen Kaninchen. Ich bezieh mich ja auch eher darauf, wenn dein Tier schon lange bei dir lebt, du schon immer Frischfutter fütterst und es (plötzlich) anfängt, sehr viel zu trinken.


Bei Honey war das ein schleichender Prozess. Sie hat immer mal getrunken, dann immer mehr und irgendwann war der Wassernapf immer leer... dazu kamen dann noch andere Symptome. Paul hat hingegen so gut wie gar nicht getrunken. Anfangs hab ich die Symptome gar nicht erkannt, erst als Blasenschlamm und co dazu kamen, hab ich gecheckt, da stimmt was nicht.
Heute bin ich da auf jeden Fall sensibilisiert und würde bei so einem Trinkverhalten auf jeden Fall Alarm schlagen.

4Chaoten 07.02.2020 17:47

Zitat:

Zitat von Honey32 (Beitrag 1187071)
Ja, dass auf jeden Fall, bei neuen Kaninchen. Ich bezieh mich ja auch eher darauf, wenn dein Tier schon lange bei dir lebt, du schon immer Frischfutter fütterst und es (plötzlich) anfängt, sehr viel zu trinken.


Bei Honey war das ein schleichender Prozess. Sie hat immer mal getrunken, dann immer mehr und irgendwann war der Wassernapf immer leer... dazu kamen dann noch andere Symptome. Paul hat hingegen so gut wie gar nicht getrunken. Anfangs hab ich die Symptome gar nicht erkannt, erst als Blasenschlamm und co dazu kamen, hab ich gecheckt, da stimmt was nicht.
Heute bin ich da auf jeden Fall sensibilisiert und würde bei so einem Trinkverhalten auf jeden Fall Alarm schlagen.


Zur Verständnis:D, auch für Mitleser, ich habe das schon verstanden, wollte nur auch noch einschieben, dass es wenn sie aus schlechter Haltung kommen zu Anfang mehr trinken. Würden sie jetzt viel trinken, wäre ich sicher schnell bei TA

Bunbon 07.02.2020 18:05

Vielen lieben Dank für alle Antworten!

Ich glaube, ich beobachte erstmal weiter, wie es ihm geht.

Er ist ja auch fit, springt rum und frisst. Zufüttern werde ich auf jeden Fall nicht, ich gebe ihm aber ab und an etwas Wasser mit der Spritze, dass er dann auch nimmt.

Ich habe ihm besonders nach der OP viel frisches Grünzeug gegeben (jetzt immer noch), und vielleicht ist ja sein Wasserbedarf dadurch wirklich gedeckt - nur davor hat er immer täglich seinen Napf leergetrunken, auch, wenn er frisches Grün bekommen hat (da hatte er aber auch nicht so viel wie jetzt zur Verfügung), dafür hat er sich aber echt immer gerne am Heu bedient.

Das Heu frisst er übrigens jetzt meistens nur aus der Hand, und er geht nur sporadisch zu seiner Raufe.

Ich würde mir noch wünschen, dass er bisschen besser auf Toilette geht, aber der Kleine ist auch ein zartes Pflänzchen, vielleicht dauert seine Regenerationszeit einfach etwas länger?

crazy curry 07.02.2020 18:20

Jedes Tier ist da verschieden. Ist er vorher aufs Klo gegangen?
Meine hatten ein großes Wohnklo, 150x70cm, da haben sie dann auch auf einem Untersetzter oder mittig rein ihr Frischfutter bekommen. Gepieselt wurde nur in die Ecken und die Köttel fielen ja eh durch das Stroh.
Sie kötteln meist da, wo sie fressen.

Heu ist nicht notwendig, sollte aber immer zur Verfügung stehen. Wie du selber beobachtet hast, viel frisch wenig trinken. Die Nieren sind auch gar nicht für Unmengen an zusätzlicher Flüssigkeit ausgelegt.
Wenn man schaut wo sie draußen leben, in der Stadt oft ohne direktem Wasserzugang, weiß man auch warum Frischfutter so wichtig ist.
Keiner geht aber im Fressnapf Heu kaufen.;)


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:06 Uhr.



Search Engine Friendly URLs by vBSEO 3.6.0 PL2 ©2011, Crawlability, Inc.