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Trauer, Scheinschwangerschaft und Co. Vor etwa 3 Wochen ist mein Jack verstorben. Seine Bonny hat sehr an ihm gehangen und ihn auch immer wieder angestupst, als er schon tot war und hat ihn auch noch lange geputzt. Seitdem frisst sie recht wenig, zieht sich ziemlich zurück und ist scheinschwanger, hat ein Nest gebaut, ihre Zitzen kahl geleckt. Gestern habe ich auf einer Pflegestelle ein Leihkaninchen (Kastrat, 4 Jahre alt, eher ruhig und friedlich, geimpft und so wie es aussieht gesund) gefunden und Montag hat Bonny noch einen Termin beim Tierarzt. Wie ist das in dem Fall mit Quarantäne? Jack war ja nicht in dem Sinne krank, er starb an Niereninsuffizienz, auf der Pflegestelle sind auch alle geimpft und nicht krank und Bonnys Probleme schiebe ich auf die Trauer und den Stress, weil sie jetzt allein ist. Trotzdem möchte ich Montag ihre Gebärmutter untersuchen lassen, immerhin habe ich schon eine Häsin durch eine Gebärmutterentzündung verloren. Diese Scheinschwangerschaft ist für mich neu. Was meint ihr dazu? Kann sie scheinschwanger sein, weil sie jetzt allein ist oder ist etwas körperliches wahrscheinlicher? Soll ich bei dem Neuen Quarantäne einhalten und wenn ja, wie lange? |
Hallo Amy76 Zunächst mal aufrichtiges Beileid zu deinem Verlust, das ist immer ganz schrecklich, wenn eins unserer Liebsten geht. Zu einer Quarantäne rät man normalerweise bei dem neuen Kaninchen, denn man weiß nie, was die so mitbringen. Gerade ein Umzug, neue Menschen, andere Gerüche, Geräusche usw. können latente Krankheiten zum Ausbruch bringen. Außerdem solltest du bzw. die Pflegestelle (das paßt ja zeitlich noch) unbedingt eine Kotprobe (Sammeln über drei Tage in verschiedenen Ecken des Geheges/der Toilette) untersuchen lassen. Eine Scheinschwangerschaft klingt nach deiner Beschreibung wahrscheinlich. War Bonny das schon öfter? Du solltest generell über eine Kastration nachdenken, der Zeitpunkt wäre jetzt auch gut, bevor ein neuer Partner einzieht. Man rechnet so ca. 14 Tage bis 3 Wochen nach der OP, bevor eine VG gestartet werden sollte - die Zeit könntest du dann für die Quarantäne des neuen Männchens nutzen. Schau mal hier, ein sehr interessanter Bericht zum Thema Weibchenkastration: Dr. Rückert: Die Kastration des weiblichen Kaninchens: meist dringend nötig! http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=20100 Viele Grüße |
Bonny ist schon über 6 und es ist das erste Mal, dass sie scheinschwanger ist. Sollte Montag eine medizinische Indikation vorliegen, werde ich einer Kastration nicht abgeneigt sein. Aber es ist kein geringes Risiko dabei und ohne Lebensgefahr durch Krebs oder ähnliches würde ich das wohl eher nicht tun wollen. |
Wenn sie schon 6 Jahre alt ist würde ich sie nur kastrieren lassen, wenn sie einen ernsthaften Befund hat. Ansonsten ist das OP Risiko, bzw die lange Narkose und die nötige Nachsorge wesentlich kritischer als bei einem deutlich jüngerem gesunden Kaninchenmädchen. Letztes Jahr hab ich ein Kaninchenmädel noch kastrieren lassen obwohl sie knapp 5 war. Aber nur deshalb, weil sie lebensbedrohliche Bauchprobleme und konnte auch nur unter stärkeren Schmermitteln pinkeln, wenn sie einen Hormonschub hatte. Die OP war alles andere als einfach, da Teile des Gewebes total brüchig waren und kaum nähbar etc war. Auch die Narkose wR nicht ganz einfach.Ihre Körpertemperatur fiel am 3. Tag nach der OP nochmal in Untertemperstur. Ihre OP Nachsorge war sehr zeitintensiv und ohne intensive Pflege wäre sie gestorben. |
Moin Amy, wenn du wegen der eventuellen Scheinträchtigkeit unsicher bist, laß Bonny untersuchen. Ich hatte gestern das ganze Programm (Röntgen udn Ultraschall) mit einem kaum auffälligen 7jährigen Pflegekaninchen. Das Ergebnis war eine sofortige Notkastration, weil die Gebärmutter riesengroß und voller Flüssigkeit war. Wenn Bonny gesund ist, würde ich bei der Zusammenführung mit einem gut gehaltenen und untersuchten Kaninchen keine Quarantäne einhalten. |
Gemäß Kaninchenwiese kann Scheinträchtigkeit auch durch jeglichen Stress, wie z.B. Verlust eines Partnertieres, auftreten. Trotzdem befürworte ich Kastration aus prophylaktische Vorsorge. Nicht immer gibt es Annzeichen für veränderte Gebärmutter oder Krebs. Bis das entdeckt wird, ist es schon zu spät und der Tumor hat gestreut. Das war bei einer Kollegin so, die Häsin hatte plötzlich Atemprobleme, weil die Lunge voller Metastase war. Auch meine Luna habe ich nach Übernahme im Alter von 2 Jahren kastriert, obwohl sie fast die Einzige war, die keine Verhaltensauffälligkeiten besaß. Trotzdem hatte sie eine stark veränderte Gebärmutter und würde heute mit 6 sicher nicht mehr leben. Die älteste Häsin ließ ich mit 8 Jahren problemlos kastrieren, die war nach der Übernahme Non- Stopp Scheinträchtigkeit und extrem rabiat zum Partnertier. Quarantäne ist zwar vorzuziehen, ich habe es aber meist auch nie gemacht. Leider brachten die neuen Bewohner öfters mal Würmer mit, so dass ich dann sämtliche Kaninchen behandeln musste, da ich die Kotrpobe erst nach der VG machte. Beim letztem Neuzugang aus dem TH habe ich die Kotprobe dann vorher machen lassen und auch er hatte Würmer. Er saß dann zwangszweise nochmals 1 Monat alleine bei mir in Quarantäne. |
So, sie war heute beim Tierarzt, wurde geschallt und untersucht, eine Zahnspitze wurde entfernt, aber sonst wurde sie als gesund befunden. Keine sichtbaren Geschwulste, keine Zyten, keine freie Flüssigkeit, kein Blut im Urin oder freies Blut, Bauch weich, keine Schmerzreaktionen... Ihre Imfpung wurde aufgefrischt und nun kann ihr neuer Partner langsam kommen. Ach ja: Meine Tierärztin hat letzte Woche noch eine 8-jährige Häsin kastriert, meint also, dass Bonny das schaffen würde, wenns sein müsste. Muss aber wohl nicht. Sie bekommt Mönchspfefferextrakt gegen die Scheinträchtigkeit. |
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