Kaninchenforum - Das Kaninchen Forum Online

Kaninchenforum - Das Kaninchen Forum Online (https://www.kaninchenforum.de/)
-   Kaninchenkrankheiten & Gesundheit (https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/)
-   -   Haben wir das richtige getan?! (https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/45733-haben-wir-das-richtige-getan.html)

Fam.Mümmel 03.04.2019 22:53

Haben wir das richtige getan?!
 
Hallo ihr Lieben,
vor circa 24 Stunden mussten wir eines unserer Kaninchen für immer einschlafen lassen :(

Unser Rudel bestand bis gestern aus drei Kaninchen, Mutter (8), Tochter und Sohn (7).
Die drei waren immer ein gutes Team haben sich gegenseitig viel geputzt und gemeinsam wilde Harken geschlagen.
Seit gestern ist alles anders, unser Männchen saß gestern Abend völlig apathisch rum, reagierte nicht auf Futter und flüchtet bei Berührungsversuchen. Haben gar nicht lange gefackelt und sind zum Notdienst gefahren, ich war der Meinung er hätte seine ladies einfach wieder zu intensiv geputzt und hätte mal wieder zu viele Haare im Darm, leider kam beim abtasten raus, dass die Ärztin nicht mal viel ertasten konnte und man entschied sich für Röntgen. Nach einer halben Stunde warten und durchdrehen kam die Nachricht vor der wir uns gefürchtet haben, es hat sich eine riesengroße Struktur in seinem Bauchbereich gebildete, groß und rund die Ärztin sagte sie habe es in einem solchen Ausmaß noch nicht gesehen und es hätte sich über Jahre gebildet, man bot uns an zu operieren und nachzusehen aber die Wahrscheinlichkeit ihn nach der Narkose für immer schlafen zu lassen war sehr hoch, alle Organe wurden schon total verdrängt die Ärztin sagte das Verhältnis von Tumor zu Körper wäre bei Mensch wie das Verhältnis Baby in 40 ssw zu Körper. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie zerstört ich war, ratlos und voller Trauer. Die Ärztin sagte er muss schreckliche Schmerzen haben und riet uns zur Erlösung.
Seitdem frage ich mich ob wir ihn hätten nicht doch nochmal mit nehmen sollen, eine zweite oder dritte Meinung einholen, aber so elend wie er gestern Abend drauf war weiß ich nicht ob er heute morgen noch gelebt hätte, er hat auf nichts mehr reagiert, saß mir weitaufgerissen Augen da, zitterte und verweigerte jedes essen.

Es ist einfach so unrealistisch, vor zwei Tagen hoppelte er noch hier, sprang herum und schüttelte den Kopf voller Lebensfreude und heute soll alles vorbei sein. Mache mir schlimme Vorwürfe ob er vielleicht schon länger schmerzen hatte es aber nie zeigte oder ob wir vielleicht doch mehr hätten für ihn tun können, habe von Kaninchen gelesen die noch Jahre mit Tumoren gelebt haben falls es überhaupt ein Tumor war. Die Röntgenbilder waren schon erschreckend, das was sich gebildet hat war wirklich riesengroß im Verhältnis. Die letzten zwei bis eineinhalb Jahre dachte ich immer er hätte bloß zugelegt weil er auch immer ordentlich futterte.

Arren 04.04.2019 08:13

Hallo Fam.Mümmel,

mein herzliches Beileid zu eurem Verlust.
Ich denke diese Fragen stellt sich jeder immer wieder und gibt sich die Schuld. Auch ich überlege noch oft, ob ich nicht etwas anders hätte machen können.

Kaninchen verstecken sehr viel und bis wir etwas merken, ist es oft schon zu spät.
Ihr habt ihm jede Menge Schmerzen und Leid erspart und er durfte bis zum Schluss im Kreise seiner Lieben sein. Das ist sehr viel wert.
Ich überlege für mich dann immer: möchte ich einmal schnell, gnädig und schmerzlos gehen oder von Arzt zu Arzt geschleppt werden, mit Medikamenten vollgepumpt werden und leiden?

Bei der von dir beschriebenen Größe des Tumors hätte ich wahrscheinlich genauso gehandelt.
Ein Hinauszögern ist oft egoistisch von uns, weil es uns weh tut und wir nicht los lassen wollen oder können.

Ich drücke euch mal aus der Ferne und wünsche ganz viel Kraft den Verlust zu verarbeiten.

Dar89 04.04.2019 22:55

Hey Fam.Mümmel,
auch von mir herzliches Beileid!

Manchmal kommen wir Zweibeiner nicht so schnell hinterher alles zu verdauen und da es bei Kaninchen leider einfach so schnell gehen kann, ist es doppelt schlimm.
Wie ihr sein Verhalten beschreibt, habt ihr ihm sicher einen Gefallen getan und ich denke Arren hat es sehr schön formuliert:
Zitat:

Zitat von Arren (Beitrag 1143616)
Ich überlege für mich dann immer: möchte ich einmal schnell, gnädig und schmerzlos gehen oder von Arzt zu Arzt geschleppt werden, mit Medikamenten vollgepumpt werden und leiden?

Ich hoffe ihr findet Trost bei euren verbliebenen Fellnäschen :grouphug:

LouisAbby 08.04.2019 22:10

Guten Abend Fam. Mümmel,

auch mir tut es leid um euren Liebling. So wie ihr das beschrieben habt, denke ich auch, dass ihr die bessere Wahl getroffen habt. Man hätte ihn sicher mit vielen Medikamenten noch eine Weile am Leben halten können, aber was wäre das für ein Leben gewesen? Wenn er abgesehen vom Tumorbefund fit und vital gewesen wäre, hätte eine OP vielleicht Sinn gemacht. Aber da es ihm schon so schlecht ging und er schon älter war, hätte er es sehr wahrscheinlich nicht geschafft.
Wichtig ist, dass ihr eure Entscheidung zum Wohl des Tieres getroffen habt. Mehr kann man am Ende als Mensch nicht tun, finde ich.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 20:28 Uhr.



Search Engine Friendly URLs by vBSEO 3.6.0 PL2 ©2011, Crawlability, Inc.