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„Zahnerkrankung“ wofür soll ich mich entscheiden?! Hallo zusammen, ich bin neu hier, habe aber ein relativ verzwicktes Problem mit einem meiner Kaninchen. Beim lieben Oscar wurden beim Impfen bzw. davor Unstimmigkeiten an seinen Zähnen festgestellt, weshalb wir 3 Tage später nochmal zum Röntgen und bereits „schleifen“ einiger Zähne hinmussten. Die Röntgenaufnahmen haben die Befürchtungen der Tierärztin leider bestätigt und haben gezeigt das alle Zähne krum und schief wachsen und nicht ansatzweise der Anordnung eines normalen Gebisses entsprechen. Zusätzlich ist es so das er dadurch bereits einen Kieferabzess hat und auch der Kieferknochen bereits angegriffen ist.. die genaue Diagnose: hochgradige Malokklusion Backen- und Schneidezähne, Unterkieferabszess + Osteomyelitis. Mir wurden daraufhin 3 Möglichkeiten genannt die ich habe: 1. da er noch frisst abwarten und wenn es nicht mehr geht sprich er zu viel abnimmt oder nicht mehr frisst erlösen.. 2. alle 4 Wochen hin und die Zähne unter Narkose schleifen lassen, was aber logischerweise nur temporär eine Lösung ist.. und er bekommt dann eben weiterhin schmerzmittel.. 3. es werden !alle! Zähne bisauf die schneidezähne gezogen... was bedeutet er kann nur noch pürierte Mahlzeiten bekommen und durch den angegriffenen Kieferknochen wurde mir noch gesagt dass es ein erhöhtes Risiko gibt, dass dabei der Kieferknochen bricht... Ich habe mich mit dieser Entscheidung sehr schwer getan und hin- und her überlegt und letztlich mich erstmal für das regelmäßige schleifen also möglichkeit 2 entschieden. Nix machen kam für mich eigentlich nie in frage aber ihm alle zähne ziehen zu lassen mit den ganzen risiken.. Jetzt ist aber noch dazu gekommen, dass er am Donnerstag das fressen plötzlich eingestellt hat und auch nur noch in der Ecke saß und die Rechte wange angeschwollen ist... bin dann natürlich direkt zum Tierarzt und da wurde eben gesagt dass das der kieferabszess is und sich eben „verschlimmert“ hat und nun hat er schmerzmittel bekommen und ich habe nun wieder die Wahl bekommen was ich machen will, ob ich den Abszess Spalten lasse und dass dann mit großer Wahrscheinlichkeit wiederholen muss da sie meinte dass es höchstwahrscheinlich immer wieder kommen wird da es durch die fehlstellung der zähne ausgelöst wird oder ob ich ihn wenn er niht mehr frisst erlöse... Ich bin ein wenig ratlos wenn ich ehrlich bin weil ich ansich logischerweise alles tun will um ihm zu helfen aber nicht weiß in wie weit ich ihn damit unnötig weiter quäle.. Deshalb wollte ich euch mal nach Rat fragen?! Vielen dank schonmal und sorry dass es so lang wurde 🙈 |
Das bringt nichts, lass ihn gehen! Kanincheneiter ist wahnsinnig hartnäckig und zäh, das artet nur in Tierquälerei aus. |
Ist Dein Tierarzt spezialisiert auf "kleine Heimtiere" ("normale" Kleintierärzte kennen sich nur mit Hunden und Katzen aus)? Und am besten noch auf Tierzahnheilkunde? Wenn nein, solltest Du Deine PLZ mal an die Moderatorion @marinahexe schicken, vielleicht kennt sie einen solchen Spezialisten in erreichbarer Nähe für Dich. So schnell wie @Angora-Angy würde ich die Flinte (noch!) nicht ins Korn werfen, er ist noch jung und hat eine Chance auf Leben verdient. Auch hartnäckiger Eiter kann besiegt werden, es sollte aber zwingend ein Antibiogramm erstellt werden um das richtige Antibiotikum zu finden. Solltest Du aber keinen Spezialisten erreichen können, solltest Du tatsächlich darüber nachdenken ihn gehen zu lassen, ein Rumgepfusche eines "Dorf-TA" wäre tatsächlich dann nur Quälerei. Bis dahin decke ihn bitte mit wirklich ausreichend Schmerzmitteln ab. |
Wenn der Kieferknochen schon angegriffen ist, wird das nichts mehr. Da kannst du Millionen in alle Tierkliniken und zu allen Spezialisten tragen. Alles nur unnötiges Leiden. |
Selbst dann kann ein Kaninchen (in diesem Fall ein geliebtes Familienmitglied) bei richtiger Behandlung beschwerdefrei weiterleben. |
Zitat:
Und ja er bekommt aktuell regelmäßig schmerzmittel und frisst darunter zumindest wieder, wenn auch immer noch nicht viel.. |
Kleintiere sind Hunde, Katzen, Schafe, Ziegen... Was du brauchst, ist "Kleine Heimtiere". und ich bin nicht der Meinung, dass ein Kaninchen mit angegriffenem, vereitertem Kiefer noch ein schönes Leben haben kann. |
Zitat:
Kleine Heimtiere ist eine Zusatzausbildung. |
Die Entscheidung, ob und ggfs. welche Behandlung versucht oder der Kleine erlöst werden soll, würde ich erst nach Einholung einer Zweitmeinung von einem kompetenten Tierarzt treffen. Sollte der Kieferknochen tatsächlich schon angegriffen sein, wäre eine weitere Behandlung wohl wirklich nur noch eine Verlängerung des Leidens, wenn es aber "nur" ein vereiterter Abszess sein sollte, würde ich die Flinte auch nicht gleich ins Korn werfen, dazu habe ich unseren Rico noch zu gut in Erinnerung, der vor gut 30 Jahren, also zu einer Zeit, als man Kaninchen weder röntge, noch sonst eine halbwegs vernünftige Diagnostik betreiben konnte oder wollte, auch wegen einem Kieferabszess hätte eingeschläfert werden sollen: nach wochenlanger Säuberung und Desinfektion heilte alles vollständig ab, und er hatte die nächsten 12 Jahre kein einziges gesundheitliches Problem mehr, bis er im Alter von 14 Jahren friedlich auf unserem Rasen einschlief... |
Schick mir doch mal per PN Deine PLZ. Ich guck dann mal nach einem Facharzt. |
Das ist eine ganz zweischneidige Sache, deren Konsequenzen keiner am Anfang überblicken kann. Ich habe da selbst eine Erfahrung, die ich nie für möglich gehalten hätte. Mäxli hatte 2013 das gleiche Problem, der erste TA war für einschläfern wegen eines Kiefertumors. Der jetzige hatte dann 3 eiternde Zähne festgestellt, die gezogen und gleich einen Unterkieferabszess entfernt. Dadurch war ein Loch entstanden, das wir 3 Wochen lang 2-3 x täglich gespült haben. Dieser Abszess bildetet sich wieder also alles nochmal von vorn. Dann war ein paar Monate alles ok bis sich an einer anderen Stelle ein neuer Abszess gebildet hatte. Jetzt hatten wir schon so viel Geld ausgegeben, da wäre einschläfern ja blöd, also noch eine OP in der Hoffnung, dass dann Ruhe einkehrt. War aber nicht so, er hatte noch einige Operationen und jetzt bis auf ca. 3 Zähne alle entfernt. Leider ging bei der letzten großen OP (2016) etwas schief, der Unterkiefer brach beim Ziehen und seither kann Mäxli nicht genug für seinen Bedarf selbst fressen. Wir vermuten, dass er einfach kein Gefühl mehr im Unterkiefer hat. Anfangs wussten wir das nicht und haben ihn gepäppelt, in der Hoffnung, dass er bald seinen Brei und das purierte Gemüse selbst frisst. Das tut er aber bis heute nicht, er geht immer nur an das normale Futter und versucht erfolglos das zu fressen und so päppel ich ihn seit dem 7. Januar 2016 erst 5x dann nur noch 4x täglich. Ihm geht es damit blendend, er hat alle seine Kumpels überlebt :willy_nilly: und bis auf sein Nichtfressenkönnen ist er topfit. Auch die VG mit seiner jetzigen Partnerin war kein Problem. Wenn ich allerdings damals gewußt hätte, wie sehr sich mein Leben dadurch einschränken würde, ich hätte darauf bestanden, dass er bei dem Kieferbruch noch in der Narkose eingeschläfert wird. Jetzt ist die Sache ganz anders, denn so ein lebensfrohes Tier kann ich nicht einfach "erlösen" lassen,denn das wäre nur für mich eine Erlösung. Ich kann dir in deiner Situation nichts raten, du musst auf dein Bauchgefühl hören. |
Ich danke euch allen für die schnellen und ausführlichen Antworten! Dank der lieben @marinahexe habe ich einen vielversprechenden Tierarzt gefunden mit dem ich mich auch schon in Verbindung gesetzt habe und der sich oscar hoffentlich bald mal anschauen wird! Ich werde euch dann mal berichten! |
Hallo und willkommen bei uns, auch wenn's kein schöner Grund ist. Alles was Zähne und Kiefer betrifft ist suboptimal. Ich würde mit einen Tierarzt für kleine Heimtiere , bestenfalls Zahnspezialist suchen und eine Zweitmeinung einholen. Allerdings ist ein Abszeß und eine Knochenentzündung schon nicht ohne und langwierig. Die Zahnfehlstellung wird sein Leben lang korrigiert werden müssen, bei manchen alle 4 Wochen, bei manchen 2-3 mal im Jahr. |
Ich drück Dir und Oscar die Daumen dass es noch eine Lösung gibt. |
Hallo ihr lieben.. ich muss euch leider mitteilen dass der liebe Oscar heute von seinem Leiden erlöst wurde.. die empfohlene Tierärztin meinte dass es keine Möglichkeit mehr geben wird ihn schmerzfrei zu bekommen gerade weil eben auch der Knochen schon entzündet ist und auch auf der anderen kieferseite und im oberkiefer hat sich schon die Bildung weiterer Abszesse abgezeichnet.. Eine frage habe ich allerdings noch wie zeitnahe würdet ihr empfehlen einen neuen hasen für den zurückgebliebenen zu holen.. auch wenn ich den gedanken schon sehr schlimm finde kann ich ws balu ja nicht antun ihn alleine zu halten.. RIP mein kleiner ❤️ |
Das tut mir sehr Leid :frown5: , aber es war der letzte Liebesdienst, den du für ihn tun konntest. Es ist schön, das du auch an das Partnertier denkst. Am besten wäre so schnell wie möglich, auch wenn es für andere herzlos erscheint. Erstens ersetzt er den anderen nicht und Kaninchen denken da auch anders als wir und zweitens kann eine Trauer auch zu Futterverweigerung führen und Bauchprobleme braucht man nicht auch noch. Schau dich mal im TH um oder schreibe marinahexe an, sie hat da auch immer gute Kontakte. |
Zunächst: herzliches Beileid zu Deinem Verlust! Und bei aller Trauer: wenn sogar kaninchenerfahrene Tierärzte zum einschläfern raten, dann hast Du sicherlich das Richtige getan und ihm weiteren Schmerz erspart... Zitat:
Meiner Erfahrung nach tut es sowohl Halter, als auch den verbliebenen Nins gut, wenn so schnell wie möglich ein Neuling kommt: den Halter reißt es ein wenig aus seiner Trauer, und das Kaninchen ist in Gesellschaft auch besser dran... |
Auch von mir herzliches Beileid. Du hast die richtige Entscheidung getroffen, und auch wenn es dir jetzt nicht hilft, später wird es auch in deinem Herzen ankommen dass du das beste getan hast, was du tun konntest. Für Oscar. Ich würde dir genau wie Diabi empfehlen, so früh wie du es schaffst auf die Suche nach einer neuen Gesellschaft für Balu zu gehen. Du ersetzt Oscar nicht, vielleicht hilft es wenn du dir das deutlich vor Augen führst. Sondern du bewahrst Balu vor der Einsamkeit. Das ist etwas ganz anderes. Und ja, sich auf ein neues langohriges Familienmitglied einstellen zu müssen bzw. zu wollen, kann auch die Trauer erleichtern. Denn es kommen Herausforderungen auf einen zu, man muss den oder die Neue kennen lernen... es hilft, zu begreifen dass die Welt sich einfach weiter dreht ohne einen zu fragen. |
Das tut mir sehr leid. Gute Reise, kleiner Oskar! Schau Dich doch mal hier in der Kontaktbörse oder bei FB in der Gruppe Kleinanzeigen-Kaninchennotfelle Vermittlung um. Dort stehen viele Kaninchen drin, die ein besseres Zuhause suchen. Sie sitzen z.Zt. in Pflegestellen, wo sie kastriert (m) und geimpft wurden. https://www.facebook.com/groups/1830766063900831/?ref=bookmarks |
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