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Trudi 15.11.2018 16:27

genug Winterfell?
 
Woran erkenne ich, ob meine zwei Kaninchen genug Winterfell haben? Ich habe wirklich ein wenig Sorge, ob sie durch diesen langen, warmen Sommer und auch sehr milden Herbst gut genug gerüstet sind. Soll ich vor dem Winter einen Arzt drüber gucken lassen, damit ich sie evtl. doch noch reinholen kann?

Honeymouse 15.11.2018 16:38

Das Winterfell hat vorallem etwas mit den Lichtverhältnissen zu tun. Und die sind ja ganz normal.
Seit wann sind deine Häschen denn draußen? Ich würde vermuten, dass deine definitiv genug Fell haben.

Trudi 15.11.2018 16:50

Na, das beruhigt mich dann schon etwas. Sie sind seit Mai draußen, aber ich finde sie sind noch gar nicht so plüschig. :blush5:

crazy curry 15.11.2018 17:01

Sie müssen auch nicht aussehen wie Sofakissen. Sie bekommen dichteres Unterfell und wenn sie seit Mai draußen sind und fit, passt das schon.

Rakete 15.11.2018 18:15

Es gibt schon Kaninchen, die derart überzüchtet sind, dass schon das Sommerfell schlecht strukturiert ist und es im Winter auch nicht besser aussieht.

Allerdings habe ich das bis anhin nur bei Langhaarigen gesehen, die Kurzhaarigen waren mit Deckhaar und Unterwolle jeweils immer gut ausgerüstet. Einer meiner Häsinen hatte Null Deckhaar und stellenweise über den Rücken nur dünnes Fell.

Angora-Angy 16.11.2018 09:19

Zitat:

Zitat von Rakete (Beitrag 1123515)
Es gibt schon Kaninchen, die derart überzüchtet sind, dass schon das Sommerfell schlecht strukturiert ist und es im Winter auch nicht besser aussieht.

Allerdings habe ich das bis anhin nur bei Langhaarigen gesehen, die Kurzhaarigen waren mit Deckhaar und Unterwolle jeweils immer gut ausgerüstet. Einer meiner Häsinen hatte Null Deckhaar und stellenweise über den Rücken nur dünnes Fell.

Wie meinst du das denn? Bei jeder Rasse, die mir bekannt ist, wird auf dichtes Fell Wert gelegt. Welche Langhaarkaninchen waren das denn, die du da gesehen hast?

Der Fellwechsel als solches wird von der Tageslichtdauer induziert, die Außentemperatur bestimmt dann, wie dicht und warm das Fell wird. Und sie können bei Bedarf durchaus nachschieben, also auch wenn der Herbst bislang zu warm war, kommt jetzt die Kälte und stimuliert die Fellbildung.

Rakete 17.11.2018 09:47

Von Rasse konnte man bei dem Zwergkaninchen sicher nicht sprechen, heutzutage wird ja oft irgendwas mal verpaart, weil ohne dass der 08.15- Halter eine Ahnung hat. Keine Ahnung, was da alles drin war, jedenfalls komplett daneben verzüchtet/vermehrt, da gar keine Fellstruktur vorhanden war. Kämmbar war das Fell nie und hat man nicht im Rhythmus von allen 2 Wochen komplett runter geschnitten. Wenn nicht, dann ist das nach 3 Wochen derart verfilzt, dass man bis auf die Haut runter scheren musste, was im Winter bei Minustemperatur meiner Meinung nach nicht empfehlenswert ist, oder?

Meiner Meinung nach war das Kaninchen eine Qualzucht.

Ich habe sie leider 6 Jahre draußen gehalten (bis sie 8 war), was ich im Nachhinein nie mehr machen würde. Als ich mich dann endlich durchringen konnte um ihr das nicht mehr zuzumuten, ist sie verstorben.

Überzüchtung kann sich vielfältig Auswirken bis hin zu klein geratenen Kopfform mit Zahnproblemen und eingeengten Nasengänge (was dann den Schnupfen super fördert). Da muss man sich heutzutage auch nicht mehr wundern, wenn so viele Kaninchen Schnupfen- oder Zahnproblemen haben. Oder Widderkaninchen, die manchmal nicht gerade bestens hören.

Angora-Angy 17.11.2018 10:23

Zitat:

Zitat von Rakete (Beitrag 1123888)
Von Rasse konnte man bei dem Zwergkaninchen sicher nicht sprechen, heutzutage wird ja oft irgendwas mal verpaart, weil ohne dass der 08.15- Halter eine Ahnung hat. Keine Ahnung, was da alles drin war, jedenfalls komplett daneben verzüchtet/vermehrt, da gar keine Fellstruktur vorhanden war.

Dann sei doch so gut und verwende keine unzutreffenden Worte. Überzüchtung ist ein beliebtes Schlagwort, hat aber mit hirnloser Vermehrung (die du ja selbst hier vermutest) überhaupt nichts zu tun.

Zitat:

Kämmbar war das Fell nie und hat man nicht im Rhythmus von allen 2 Wochen komplett runter geschnitten. Wenn nicht, dann ist das nach 3 Wochen derart verfilzt, dass man bis auf die Haut runter scheren musste, was im Winter bei Minustemperatur meiner Meinung nach nicht empfehlenswert ist, oder?
KLingt sehr nach Teddy. Die wurden von "liebevollen Hobbyzüchtern" entwickelt, die da mehr nach Farbe und "je plüschiger desto besser" vorgegangen sind und um Gottes Willen NIIIIIEEMALS schlachten würden. Ohne Selektierung auf eine gute Fellqualität (die ohne Schlachten nicht zu machen ist) wurden da schlimme Fellbomber produziert und immer schön unter die Leute gebracht. Und die Leute dachten, sind ja Tiere aus einer Zucht, da kann ich auch damit "züchten"... :rolleyes: Und Ergebnis war dann das, was du beschrieben hast.
Zitat:

Meiner Meinung nach war das Kaninchen eine Qualzucht.
Jap. Was mithin leider dazu geführt hat, dass manche Leute Langhaarkaninchen generell als Qualzucht ansehen, auch wenn sie eben NICHT unter solchen Auswirkungen leiden, sondern eine anständige Fellqualität mitbekommen haben.


Zitat:

Überzüchtung kann sich vielfältig Auswirken bis hin zu klein geratenen Kopfform mit Zahnproblemen und eingeengten Nasengänge (was dann den Schnupfen super fördert). Da muss man sich heutzutage auch nicht mehr wundern, wenn so viele Kaninchen Schnupfen- oder Zahnproblemen haben. Oder Widderkaninchen, die manchmal nicht gerade bestens hören.
Jedes Extrem ohne Maß und Verstand kann man als Qualzucht bezeichnen. Leider gibts nach wie vor Leute, denen das wurscht ist, die nur aufs vermeintlich niedliche Aussehen achten. Bei Ausstellungen werden Zahnfehler bestraft, mein einer Jungrammler hat letztes Jahr Punktabzug erhalten, weil einer der unteren Schneidezähne 1mm kürzer war als der andere. Ich schätze er wird wieder an der Stallwand rumgeknabbert und sich was abgebrochen haben. Jedenfalls werden in einer RICHTIGEN Zucht Zahnfehler nicht toleriert. RICHTIGE Zucht identifiziert sich übrigens auch nicht über die Mitgliedschaft in einem Verein, da gibts auch genügend ahnungslose Pfeifen, die das nur wegen der Pokale machen (Geld gewinnt man da nicht wirklich, höchstens mal 10€ Sonderpreis). Viele produzieren für den Haltermarkt und da muss es süß, süßer, am süßesten sein. Gibt auch genügend, die ihre Tiere "nur einmal einen Wurf haben lassen und dann kastrieren", auch da kommen dann u.U. so erbärmliche Kreaturen bei rum, die die von dir beschriebenen Probleme haben.



Aber ich glaube kaum, dass all das auf die Kaninchen von Trudi zutrifft, die sehen auf den Bildern aus als hätten sie ein wunderbares, dichtes Fell, normale Proportionen und überhaupt sehen sie fit und wintertauglich aus :thumbsup:

Rakete 17.11.2018 12:11

Ich glaube, Du hast das etwas sehr persönlich genommen und deutlich missverstanden...

Die meisten Durchschnitts-Kaninchen sind heutzutage keine Zucht, schon gar nicht aus Tierheimen und Übernahmekaninchen. Sondern was hält so daraus entsteht und hier auch der Durchschnitts- Halter wohl oder übel zu Hause hat. So wie ich das verstanden habe, ist das hier auch kein Zuchtforum und es geht auch nicht um Züchterdiskussionen. Ich habe ja ziemlich deutlich von Vermehrung/Überzüchtung geschrieben. Aber ich will zumindest von meiner Seite her keine Haarspalterei betreiben.

Es geht hier in diesem Thread um um das Thema Winterfell.
Meine Aussage WAR, dass nicht JEDES Kaninchen in der Lage ist genügend Winterfell zu bilden, auch wenn es die meisten sind mit ganzjährlicher Aussenhaltung und genügend Anpassung. Daher sollte man sich auch mal im Sommer die Fellbeschaffenheit anschauen. Das Fell besteht aus Deckhaar und Unterwolle. Fehlt eines dieser Komponente, oder ist nur schwach vorhanden, dann ist auch unzureichend Isolierung für Winter vorhanden.

Selbst bei Kurzhaarkaninchen ist die Fellbeschaffenheit total unterschiedlich. Das kann derart dicht sein, dass selbst im Sommer gewisse Kaninchen permanent zu heiss haben.
Oder das Fell ist dann eher relativ dünn; zumindest wäre ich bei einem Kurzhaar in Innenhaltung gar nicht so sicher, ob der auch in der Lage ist, genügend Winterfell für draußen zu bilden! Oder das Fell ist an gewissen Partien stellenweise total dünn gesät.
Und per Foto finde ich das schon extrem schwierig, so was zu beurteilen, das sollte man sich schon live anschauen und vergleichen.
Heutzutage kann man sich echt nicht mehr zu 100% darauf verlassen, eben gerade weil der Mensch derart seine Finger im Spiel hat...

Und ich habe nicht gesagt, dass jedes Langhaarkaninchen eine Qualzucht ist, solltest Du das so interpretieren.

Auch ich hatte schon ein (angeblich reinrassiges) Teddykaninchen, da war das Fell massiv besser beschaffen. Aber auch bei einer gewissen, Extremen Länge verfilzte das trotzdem, was dann eben auch nur bedingt tauglich für Aussenhaltung ist!

Ausser die Halter kümmern sich regelmäßig um Fellpflege, was sehr aufwendig ist. Nur tun das leider dann noch lange nicht alle und so kann es schon mal vorkommen, dass man komplett verfilzte Langhaarige irgendwo sieht. Zumindest wärmt ja der Filz im Winter :wink5:, auch wenn es irgendwann für die Haut sehr schmerzhaft sein muss. Letztendlich hat das Kaninchen dann durch den Halter so dann doch zu leiden.

Meine aktuelle Langhaarige hat relativ dichtes Fell, auch genügend für Winterhaltung. Sie hat Deckhaar, auch wenn nicht so viel, daher tritt eine Verfilzung auch relativ rasch ein. Da das Fell nicht bürstbar ist, bleibt nur alle 3-4 Wochen ein Kurzhaarschnitt und ich muss ebenfalls öfters richtig runter scheren, was dann aber dazu führt, dass sie für Winterhaltung auch nur bedingt einsetzbar wäre. Mal abgesehen davon, dass es im Sommer bei schwarzem, langen Fell draußen dann wiederum viel zu heiss würde, wenn man es nicht schneidet.
Ich bin zwar total Fan von Langhaarigen, weil sie so niedlich sind, aber für das Kaninchen selbst ist das in der Regel schon kompletter Schrott...

Wurli 17.11.2018 12:38

Also ich hab ja auch Langhaartiere, noch dazu in schwarz.
Bisher gabs keine Probleme mit der Außenhaltung.


Was ich aber als meine Pflicht als Züchter ansehe ist das ich gewisse Tiere die zu weiches Fell haben bzw eher zum verfilzen neigen NICHT abgebe sondern "zum Essen einlade"


Schade um die Kaninchen aber ohne Selektion entstehen genau solche Tiere wie oben - mit denen man mehr "Aufwand" hat die die meisten Kaninchen eben nicht bekommen wenn man sich ehrlich ist.

Polly8 17.11.2018 13:58

Zitat:

Zitat von Rakete (Beitrag 1123909)

Ich bin zwar total Fan von Langhaarigen, weil sie so niedlich sind, aber für das Kaninchen selbst ist das in der Regel schon kompletter Schrott...


Ich stimme dir in allen Punkten zu.


Von allen Tieren, denen vom Menschen langes Fell angzüchtet wurde sind Kaninchen die dafür am denkbar ungeeignetsten.


Hunde und Katzen haben die Vorteile, dass sie 1. keine Fluchttiere sind und daher in menschlicher Obhut zahm genug die notwendige Fellpflege nicht als Streß zu empfinden. 2. in der Lage sind Haarballen aus dem Magen wieder zu erbrechen und 3. in der Regel die meiste Zeit ihres Lebens Sommer wie Winter in temperierten Innenräumen gehalten werden und sich nur stundenweise draussen aufhalten.
Schafe widerrum betreiben keine eigene Fellpflege und verschlucken ihr Fell nicht.
Die Liste ließe sich noch fortsetzen.





Kaninchen aber, die in Aussenhaltung leben müssen ganzjährig mit der Witterung Hitze, Kälte, Nässe zurechtkommen.
Fellpflege durch den Menschen bedeutet für viele Streß pur und Haarballen im Magen nicht selten sogar ein Todesurteil, da sie nicht erbrechen können.
Das lange Fell bringt ihnen nirgendwo Vorteile sondern nur mehr oder wenige große Nachteile.
Mitten im Winter scheren ist einer der größten.


Und alles nur der Optik wegen.


Ich glaube im Übrigen nicht, dass es jemals gelingt Kaninchen mit langem Fell zu züchten, die gänzlich ohne Fellpflege durch den Menschen auskommen, sei es Kämmen oder Scheren.
Das ist bei Katzen auch nicht gelungen.
Langhaarkatzen, die eine Weile auf der Straße gelebt haben müssen im Tierschutz fast alle erstmal geschoren und von ihren Filzplatten befreit werden wenn sie eingefangen werden.
Darunter befinden sich nicht selten kahle entzündete Hautstellen.

Rakete 17.11.2018 13:59

Das heißt ja nicht, dass diese ' Problemkaninchen' auch ursprünglich vom Züchter stammten :wink5: Ich vermute, eher nicht...
Aufwand ist bei Langhhar das eine, aber es ist auch immer mit viel Stress verbunden, wenn die Kaninchen zusätzlich noch sehr scheu sind, so dass sie sich an die dauernde Prozedur nie gewöhnen...

Aber wie gesagt, auch Kurzhaar können manchmal problematisch sein mit zu dichtem oder zu dünnem Fell. Letzteres ist sicherlich gemäß meinen Beobachtungen extrem selten. Mein Großer hatte einfach zu dichtes Haar, der hat schon sichtlich gelitten, wenn es über 25 Grad wurde. Zudem war er fast mehrheitlich über das ganze Jahr im starken Fellwechsel, so dass dann alle anderen Probleme mit Haarballenverstopfungen hatten. Das kann es dann auch nicht sein.

Edit: mein Post hat sich gerade mit Polly8 überschnitten... daher in etwa derselbe Anhalt.;-)

Polly8 17.11.2018 14:18

Zitat:

Zitat von Trudi (Beitrag 1123487)
Woran erkenne ich, ob meine zwei Kaninchen genug Winterfell haben? Ich habe wirklich ein wenig Sorge, ob sie durch diesen langen, warmen Sommer und auch sehr milden Herbst gut genug gerüstet sind. Soll ich vor dem Winter einen Arzt drüber gucken lassen, damit ich sie evtl. doch noch reinholen kann?


Hallo,
ich denke wenn man die Möglichkeit dazu hat schadet es nie irgendwo im Gehege eine Wärmequelle anzubieten.
Die Kaninchen können ja wählen, ob sie sie nutzen möchten oder nicht.
Dunkelstrahler sind auch sehr günstig in der Anschaffung.
Ich habe ja kürzlich die von knuffelchen empfohlene Infrarotmatte bestellt und jetzt in den ersten Frostnächten auch dann testweise eingeschaltet.
Hier wurde sie direkt gerne angenommen.

maximus 18.11.2018 01:26

Trudi da brauchst du dir überhaupt keine Sorgen machen.
Wie honeymouse schon geschrieben hat, hat der Fellwechsel hauptsächlich etwas mit der Länge der Hell-Dunkelphasen zu tun.
Wenn ich von meinen Kaninchen ausgehe kann ich deutlich sehen und fühlen, das sie schon ein ordentliches Winterfell haben. Und außerdem haben sich alle etwas Winterspeck angefuttert.

Kaninchen können super Kälte aushalten.
Bei gerade mal 0 Grad eine Wärmequelle anzubieten ist völlig überflüssig, zumindest bei gesunden Tieren.

Selbst im letzten Winter, bei - 19 Grad saßen meine Tiere mitten im Schnee.
Die gut mit Stroh gefüllte Hütte war völlig uninteressant.

Also hab keine Angst.

Rakete 18.11.2018 07:00

Ich hatte früher bei Balkonhaltung zuerst Rotlicht- danach Dunkelstrahler frei hängend draußen, es gab also nur eine punktuelle Erwärmung und keinen aufgeheizten Bereich. Meine Kaninchen saßen im Winter bei Kälte leider NUR noch unter der Lampe, so dass ich irgendwann gezwungen war, die auch rund um die Uhr anzustellen...

Angora-Angy 18.11.2018 21:47

Ich habe da nichts missverstanden. Bei Wil

Angora-Angy 18.11.2018 22:07

Zitat:

Zitat von Rakete (Beitrag 1123909)
Ich glaube, Du hast das etwas sehr persönlich genommen und deutlich missverstanden...

Ich denke nciht dass ich das missverstanden habe, aber ich nehme manches schon persönlich, weil ich nicht nur einmal und nicht nur von einer Person persönlich angegriffen worden bin, weil ich Langhaarkaninchen halte und züchte.


Zitat:

Die meisten Durchschnitts-Kaninchen sind heutzutage keine Zucht, schon gar nicht aus Tierheimen und Übernahmekaninchen.
Und deshalb ist es irreführend, sowas als "überzüchtet" zu bezeichnen. Das ist schlichtweg falsch und diffamierend den seriösen, bemühten Züchtern gegenüber.


Zitat:

Es geht hier in diesem Thread um um das Thema Winterfell.
Meine Aussage WAR, dass nicht JEDES Kaninchen in der Lage ist genügend Winterfell zu bilden, auch wenn es die meisten sind mit ganzjährlicher Aussenhaltung und genügend Anpassung. Daher sollte man sich auch mal im Sommer die Fellbeschaffenheit anschauen. Das Fell besteht aus Deckhaar und Unterwolle. Fehlt eines dieser Komponente, oder ist nur schwach vorhanden, dann ist auch unzureichend Isolierung für Winter vorhanden.
Es gibt drei Haararten: Grannenhaar, Wollhaar und Grannenwollhaar, das eine Art Zwischenform zwischen dem harten, glatten Grannenhaar und dem weichen, gekräuselten Wollhar darstellt. Wenn das Grannenhaar fehlt oder zuwenig da ist, fehlt die Stabilisierung und das Haarkleid filzt schneller. Das Wollhaar sorgt für die Wärme. Fehlt Grannen- oder Grannenwollhaar, heißt das nicht, dass die Isolierung fehlt. Das Fell wäre dann weniger wasserabweisend, aber einen trockenen Rückzugsort braucht jedes Kaninchen, nicht nur langhaarige.


Zitat:

Selbst bei Kurzhaarkaninchen ist die Fellbeschaffenheit total unterschiedlich.
Du meinst Normalhaarkaninchen. Kurzhaar wäre Rex und das ist wieder ein anderes Thema. Wobei ich hier einen Rex habe und der verhält sich nicht für zwei Pfennige anders als die anderen Tiere. Auch jetzt wo es kalt wird.

Zitat:

Ich bin zwar total Fan von Langhaarigen, weil sie so niedlich sind, aber für das Kaninchen selbst ist das in der Regel schon kompletter Schrott...
Du hast es selber geschrieben, es liegt an der Pflege und auch an der Züchtung. "Weil es so niedlich ist" ist der beschissenste Grund sich überhaupt irgendein Tier anzuschaffen. "Weil es so niedlich ist" ist der Grund, warum langhaarige Tiere ohne Sinn und Verstand vermehrt werden und so eine unterirdische Fellqualität im Umlauf ist. Filzbomber gehören in den Topf, nicht in Laienhände und schon gar nicht in die Zucht!!! Nicht das Langhaar ist der komplette Schrott für das Tier, sondern die unbedarfte "Will Haben!" Mentalität der Menschen.
Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1123941)
Hunde und Katzen haben die Vorteile, dass sie 1. keine Fluchttiere sind und daher in menschlicher Obhut zahm genug die notwendige Fellpflege nicht als Streß zu empfinden. 2. in der Lage sind Haarballen aus dem Magen wieder zu erbrechen und 3. in der Regel die meiste Zeit ihres Lebens Sommer wie Winter in temperierten Innenräumen gehalten werden und sich nur stundenweise draussen aufhalten.

Auch Kaninchen können problemlos zahm genug für die Fellpflege werden. Meine sind nicht handzahm, aber wenn ich sie mal gefangen und auf dem Tisch habe, halten sie still, schnuppern neugierig auf dem Tisch herum, fressen und lassen es mich wissen, wenn sie keine Geduld mehr haben. Haarballen hatte ich noch NIE bei meinen Tieren! Da kommt es entscheidend auch auf die Fütterung an. Was die Haltungsform (Innenhaltung) mit der Haarlänge zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

Zitat:

Kaninchen aber, die in Aussenhaltung leben müssen ganzjährig mit der Witterung Hitze, Kälte, Nässe zurechtkommen.
Fellpflege durch den Menschen bedeutet für viele Streß pur und Haarballen im Magen nicht selten sogar ein Todesurteil, da sie nicht erbrechen können.
Das lange Fell bringt ihnen nirgendwo Vorteile sondern nur mehr oder wenige große Nachteile.
Mitten im Winter scheren ist einer der größten.
Jede Außenhaltung bedingt einen trockenen, zugfreien Rückzugsort, die Tiere können selbst entscheiden, wie viel Nässe, Wind, Hitze, Kälte sie sich zumuten wollen. Fellpflege durch den Menschen ist nunmal ein Schicksal, das ALLE Haustiere gleichermaßen zu ertragen haben. Nach spätestens der zweiten Schur wissen wie was Sache ist und dass ihnen nichts passiert. Und halten still. Es gibt nicht wenige Angorakaninchen, die beim Anblick der Schere freiwillig auf den Tisch springen, sich hinlegen und sich scheren lassen.

Zitat:

Und alles nur der Optik wegen.
Wer das nur der Optik wegen macht und nicht auf die Fellqualität achtet bei der Zuchtauswahl, versündigt sich am Tier. Nur dadurch sind die ewig filzenden Fellbomber entstanden, die keinesfalls Ziel sein dürfen.

[/quote]Ich glaube im Übrigen nicht, dass es jemals gelingt Kaninchen mit langem Fell zu züchten, die gänzlich ohne Fellpflege durch den Menschen auskommen, sei es Kämmen oder Scheren.
Das ist bei Katzen auch nicht gelungen.
Langhaarkatzen, die eine Weile auf der Straße gelebt haben müssen im Tierschutz fast alle erstmal geschoren und von ihren Filzplatten befreit werden wenn sie eingefangen werden.
Darunter befinden sich nicht selten kahle entzündete Hautstellen.[/QUOTE]
Ganz ohne ist auch gar nicht erforderlich. Leistungsrassen wie Angora sollen eine Spinnfaser liefern, die sie halt nicht selber ausziehen und abliefern können. Und wer sich ein Langhaartier aus "Spaß" holt, weil ihm das Plüschige gefällt, muss sich üebr die erforderliche Fellpflege im Klaren sein. Und meistens ist das ja auch gewünscht, man möchte was zum Kämmen und Betüddeln haben. Und wer nicht gewillt ist, die Fellpflege im erforderlichen Rahmen zu übernehmen, darf sich bitte kein Langhaarkaninchen zulegen! Ziel kann immer nur sein, dieses Erfordernis auf ein Mindestmaß zu reduzieren, durch konsequente Zuchtauswahl. Was auch heißt, dass Tiere mit schlechtem Fell nicht abgegeben werden. In der Natur sind Langhaartiere gleich welcher Art selten, das ist ein Menschenprodukt und liegt somit voll in der Verantwortung der Menschen.


Zitat:

Zitat von Rakete (Beitrag 1123942)
Das heißt ja nicht, dass diese ' Problemkaninchen' auch ursprünglich vom Züchter stammten :wink5: Ich vermute, eher nicht...
Aufwand ist bei Langhhar das eine, aber es ist auch immer mit viel Stress verbunden, wenn die Kaninchen zusätzlich noch sehr scheu sind, so dass sie sich an die dauernde Prozedur nie gewöhnen...

So dauernd ist das nicht. Bei Angora 4x im Jahr macimal 20 Minuten inkl. Krallenschneiden (das ist ja auch bei Normalhaartieren nötig). Andere Langhaarrassen müssen halt gelegentlich mal für 5 Minuten gekämmt werden. Da gewöhnen die sich durchaus dran.


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