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Nach Tierarztbesuch: wie schätzt Ihr dessen Kompetenz ein? Hallo Ihr Lieben, ich habe mich ja schon vor einiger Zeit mal mit meiner (Dauerbrenner-)Frage nach einem guten TA hier gemeldet. Von Marinahexe und auch von anderer Seite bekam ich die Empfehlung für die Tierklinik Frankenthal; geleitet von einem TA mit Zusatz 'Heimtiere'. Nun war ich dort mit unseren beiden Schnurpsels Willi und Hermine (mal ein Foto anbei) und wüßte nun einfach gerne, wie Ihr einige Aussagen der an sich sehr netten TÄ einschätzt. Ich muss dazu ein wenig ausholen :wink: Hermine (die Braune) wurden bereits zweimal die hinteren Zähne wegen angeblicher Zahnspitzen abgeschliffen. Sie stellte damals das Fressen und Kötteln ein, es ging ihr sehr schlecht. Sie wurde 'mit allem' behandelt (Schmerzmittel, MCP, Infusion, Nur Vomica). Die TÄ, die das damals machte, meinte, der Grund für die Futterverweigerung seien die Zähne. Bei ihrem damaligen Partner Hoppel, der zeitgleich erkrankte, machte sie ebenfalls Zahnspitzen dafür verantwortlich (er starb mit einem Jahr - habe ich letzthin schon kurz drüber geschrieben). Sie sagte uns, wir müssten nun regelmässig (ca. alle 4-6 Monate) mit Herminchen zum Abschleifen. Mir kam das damals schon seltsam vor, da die Erkrankung so plötzlich kam und sie bis dahin offensichtlich beide keinerlei Probleme beim Fressen hatten. Ich fand es auch seltsam, dass beide Kaninchen just zur selben Zeit Zahnspitzen bekommen... Deshalb haben wir beschlossen, dass noch ein anderer TA da mal drauf gucken sollte und ggf. die Zähne behandeln. Nun waren wir letzte Woche eben in der TK Frankenthal bei einer sehr netten TÄ (Zahnspezialistin), die uns sagte, Hermines Zähne seien völlig in Ordnung. Die Spitzen, die zu sehen sind, seien physiologisch, also normal. Willi dagegen, den wir als dreijährigen Rammler aus einer Notstation seit dem Sommer bei uns haben, sei eher gefährdet. Das waren ja - zumindest in Bezug auf Hermine - schonmal gute Nachrichten. Allerdings ist es natürlich auch ziemlich blöd, dass sie dann offenbar zweimal völlig überflüssigerweise die schreckliche Prozedur des Abschleifens erdulden musste. Was mich aber etwas stutzig machte, war die Aussage der TÄ, Kaninchen sollten 75% Heu fressen. Das stimmt doch nicht, oder? Ich frage mich nun, ob sie sich damit nicht diskreditiert hat? In Sachen Zähne machte sie eigentlich schon einen sehr kompetenten Eindruck. Haltet Ihr so eine Aussage für ein Auschlusskriterium, sprich: würdet Ihr zu einer solchen TÄ auch weiterhin gehen? [url=https://abload.de/image.php?img=img_2537ssc20.jpg]https://abload.de/thumb/img_2537ssc20.jpg[/url] [url=https://abload.de/image.php?img=img_2359jwd7w.jpg]https://abload.de/thumb/img_2359jwd7w.jpg[/url] [url=https://abload.de/image.php?img=img_2515n2fnm.jpg]https://abload.de/thumb/img_2515n2fnm.jpg[/url] |
Die meisten TA haben von Kaninchen keine Ahnung und noch weniger von der Ernährung, einfach weil es im Studium nicht vorkommt. Frag mal ob sie schon mal Wildkaninchen im Fressnapf Heu haben kaufen sehen :D . Heu entzieht dem Körper Wasser um verdaut zu werden, was besonders bei Kaninchen übel ist, die nicht viel trinken. Denn Kaninchen die sich mit Frischkost oder Wiese ernähren, trinken selten bis gar nicht, da die Flüssigkeit in der Nahrung ausreicht. Nichts desto trotz sollte IMMER Wasser dastehen. Darum auch nie bei Bauchproblemen Heudiät machen, auch noch gerne empfohlen, obwohl Schwachsinn. Wenn sie die Zusatzbezeichnung Kleine Heimtiere, Heimtiere sind Hunde und Katzen, führt, sollte sie es besser wissen. Wenn du aber Zahntechnisch zufrieden bist, beachte die Ernährungshinweise nicht . |
Zitat:
Nach meiner Erfahrung sind, zumindest bei mir im Umkreis, selbst die in den Foren empfohlenen, kaninchenerfahrenen Tierärzte nicht perfekt, weshalb ich das eine oder andere Mal gerne weghöre (ich muss mit meiner Tierärztin ja nicht darüber streiten, ob Kaninchen Efeu fressen dürfen, wenn ich nur ein Milbenmittel abholen will...) bzw. mir in ernsteren Fällen dann auch gerne eine zweite Meinung einhole. Bei deinen Nins würde ich bei den Tierärzten noch ein bisschen mehr hinterfragen, z.B. wie die Zahnprobleme diagnostiziert wurden (wurde z.B. geröntgt? Manche Zahnprobleme sieht man nicht beim einfachen reinschauen...) bzw. was sonst die Ursache für die Bauchgeschichte gewesen sein könnte (wurde z.B. US o.ä. gemacht, um Magenüberladung, Darmverschluss o.ä. auszuschließen?), bevor ich mir ein endgültiges Urteil über die Kompetenz der Tierärzte bilden würde. |
Das mit dem Heu wurde mir tatsächlich auch schon mal gesagt. Genauso wie mir mal empfohlen wurde viel Salatgurke zu füttern! :confused: Was die richtige Fütterung angeht, vertraue seitdem auf die Erfahrungen hier im Forum. Ich habe mittlerweile 3 Ärzte zu denen ich gehe, je nachdem was gemacht werden muss. Tatsächlich sind viele Ärzte noch auf einem Wissensstand von Anno dazumal ! Andere wiederum haben nicht mal den Zusatz " kleine Heimtiere " und wissen besser Bescheid, weil sie sich aus Interesse am Tier weiterbilden um helfen zu können.:rolleyes: |
Es ist leider so, dass die Meinung eines Tierarztes oft wirklich gefragt ist zu Hsltung- und Fütterungsbedingung. Aus diesem Grund spreche ich die Tierärzte ( in meinem Fall auch meine Chefs) darauf an, wenn sie anders beraten, als die heutigen Erfahrungen zeigen. Zb kam eine Dame mit sehr propperen Meerschweinchen, die sich wunderte, warum sie so dick sind. Der Tierarzt fand bei ihrer Aufzählung des Futters keinen Grund: Trockenfutter dauerhaft zur Verfügung und sonst nur knollengemüse, Obst und Heu. - wir hier im Forum haben sofort das Problem erkannt. Tierärzte sind auch nur Menschen - frage nach, warum diese empfehlung gegeben wird, Leiste aufklärungsarbeit. Verweise gerne auf die guten Info-Homepages. Zu gesundheitlichen Themen hätte ich nach der Empfehlung keine Bedenken wenn sonst alles passt und du dich gut aufgehoben fühlst. |
Vielen lieben Dank für Eure Antworten! Leider wurde bei den beiden während ihrer Bauchgeschichten weder geröntgt noch sonst eine weitergehende Diagnostik gemacht. Falls es nochmal soweit kommen sollte (was ich inständig nicht hoffe), würde ich das auf jeden Fall machen lassen. Es war damals nur so, dass das eine TÄ war, die ins Haus kam und eigentlich sehr engagiert war, aber natürlich dadurch nur sehr wenige diagnostische Möglichkeiten hatte. Eure Hinweise, dass man mehrere TÄ 'kombinieren' muss und halt irgendwie schauen, dass man je nach Krankheitslage jemanden findet, der es möglichst gut macht, fand ich einleuchtend. Ich hatte nur irgendwie immer gehofft, dass es doch irgendwo auch einen TA geben müsste, der sich wirklich auskennt - gibt's vermutlich auch, aber eben nicht bei uns in der Nähe... |
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