Hallo ihr Lieben
Nach langer Zeit melde ich mich jetzt mal wieder zu Wort, weil ich dringend eure Hilfe und einen Rat brauche. Gott sei Dank hatte ich die letzten Jahre keine großen gesundheitlichen Probleme bei meinen Kaninchen. Jetzt habe ich hier allerdings wieder einen Pflegefall sitzen mit dem ich mich schon länger beschäftige. Allerdings bin ich jetzt an einem Punkt an dem ich nicht mehr so recht weiss was ich machen soll oder welche Entscheidung ich treffen soll.
Folgendes:
Mein Kaninchen Nelly. Ich habe sie seit ca. 4 Jahren und vom Tierschutz übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war sie geschätzte 5 - 6 Jahre alt und aus schlechter Haltung. Heißt sie müsste jetzt etwa 9 oder 10 Jahre alt sein. Sie ist sehr klein (970 Gramm) und hat ein winziges Köpfchen, daher vermutlich das Zahnproblem plus wahrscheinlich schlechte Fütterung bei den Vorbesitzern. Ich weiss es nicht.
Nach etwa einem Jahr bekam Nelly einen großen Abszess im Bereich der rechten Schulter und am linken Vorderbein. Woher das kam ist mir unerklärlich. Es waren keine Wunden oder sonstiges zu sehen.
Bin dann sofort mit ihr zum TA und der Abszess wurde geöffnet und gespült. Dies habe ich dann auch 3 Wochen so fortgesetzt, es trat allerdings keine Besserung ein. Ich habe dann entschlossen sie operieren zu lassen, weil ich der Ansicht war, dass das Gespüle nicht den gewünschten Erfolg bringt, da der Eiter schon zu tief saß. Die OP hat wunderbar funktioniert, auch die Nachbehandlung lief super. Nelly hat sich komplett erholt und auch das Bein ist verheilt.
3 Monate später komme ich wie jeden Abend zum Füttern ins Gehege und muss feststellen, dass Nelly eine murmelgroße Beule unterm linken Auge hat, die am Vortag noch nicht da war. Natürlich Freitag Abend und mein TA im Urlaub

Habe dann in der Tierklinik angerufen und gesagt, dass ich SOFORT einen Termin brauche. Mit einigem Nachdruck habe ich den dann auch bekommen und konnte 1 Stunde später eine nette TA sprechen. Sie hat den Abszess herausgeschnitten und alles gründlich gespült. Ich habe Medikamente und Schmerzmittel bekommen (Baytril, Metacam) und sollte in der kommenden Woche bei meiner TA zur Nachkontrolle gehen. Auch das habe ich gemacht. Die Wunde sah prima aus, es kam vorerst kein Eiter mehr zum Vorschein und ich habe die Wunde weiterhin täglich gespült (14 Tage).
Nach den besagten ca 14 Tagen habe ich die Wunde verheilen lassen und weiterhin kontrolliert. In der Tierklinik wurde ein Röntgenbild vom Schädel gemacht und es kam wie ich es mir leider bereits dachte heraus, dass Nelly eine Zahnwurzelentzündung im linken Oberkiefer hat.
Sowohl die TA in der Tierklinik als auch meine TA rieten mir von der Zahn-OP ab, da Nelly schon die letzten beiden Narkosen gerade so geschafft habe und alle anderen Zähne wohl auch nicht besonders gut aussehen. Dazu kommt noch, dass sie auch nicht mehr die Jüngste ist.
So hatte ich entschlossen, es einfach weiter so zu handhaben, dass ich das Auge spüle und sauber halte und ihr noch so lange wie möglich ein schönes Leben bereite.
Seit etwa 6 Wochen jetzt verschlechtert sich der Zustand des Auges allerdings enorm. Ich war auch schon wieder etliche Male beim TA und habe es immer wieder kontrollieren lassen. Seit ca. 6 Wochen bekommt Nelly jetzt täglich Marbocyl, in der Hoffnung, dass es die Entzündung eindämmen würde und die Eiterbildung etwas im Zaum zu halten ist. Leider funktioniert das nicht wirklich. Auch Kortisonsalbe (Isopto-Max, zu Anfang noch herkömmliche Gent-Ophtal ohne Kortison), die ich schon eigentlich viele zu lange verwende hilft nicht wirklich.
Da Nelly durch den Zahn vermutlich weniger oder langsamer frisst und daher 20 Gramm abgenommen hat, bekommt sie jetzt noch zusätzlich Critical Care.
Was ich jetzt machen soll ist mir ein Rätsel. Die Zahn-OP wollte ich Nelly eigentlich nicht zumuten, da ich mir auch erfahrungsbedingt davon nicht viel verspreche (gerade in diesem Alter und mit dem Hintergrund, dass die anderen Zähne auch nicht gut aussehen).
Sie einschläfern zu lassen, ist momentan vielleicht auch nicht die richtige Option, da ich nicht den Eindruck habe, dass sie leidet. Im Gegenteil. Ihr Verhalten hat sich nicht geändert. Sie ist munter und rennt durchs Gehege, sie kuschelt mit den Anderen, sie frisst selbstständig und wenn ich ihr das Critical Care gebe frisst sie auch davon jede Menge freiwillig. Selbst die Marbocyl-Tabletten muss ich ihr nur vor die Nase halten und sie nimmt sie freiwillig und frisst sie.
Nach meinem Eindruck hat sie noch einen sehr starken Lebenswillen

Das Auge allerdings sieht sehr schlecht aus.
Ich hoffe ich habe alles im Großen und Ganzen verständlich erklärt, falls noch Detailfragen bestehen, bitte fragen. Da sich das Ganze jetzt schon über 2 Jahre zieht, habe ich mit Sicherheit einiges vergessen.
Es wäre schön wenn ihr mir ein paar Ratschläge geben könnt. Ich bin verunsichert wie ich jetzt weiter vorgehen soll.
Vielen lieben Dank schon mal und ich hoffe auf viele Antworten
Emely!!!