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marinahexe 04.07.2017 14:53

RHD2 - das Wichtigste im Überblick
 
RHDV-2 - Die neue Variante der Chinaseuche

Bei RHDV-2 handelt es sich, wie auch bei der "klassischen" Chinaseuche (RHDV-1), um
eine hochansteckende, tödlich verlaufende Viruserkrankung, die durch ein Calicivirus
verursacht wird.
Dieses mutierte Virus trat erstmals 2010 in Frankreich auf und hat die herkömmliche
Variante mittlerweile weitgehend verdrängt. In Deutschland wurde das Virus erstmals
im Oktober 2013 in NRW nachgewiesen. 2016 hat es deutschlandweit seinen Höhepunkt erreicht. Das Virus tritt deutschlandweit auf.

Übertragung:
Eine Übertragung erfolgt von Tier zu Tier, durch Insekten, Personen, Futter,
Gegenstände und Tröpfcheninfektion über die Luft.

Symptome:
Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 3 Tage. Die Tiere versterben innerhalb weniger Stun-
den nach Entdecken der Symptome. Oft werden gar keine Anzeichen beobachtet. Zu
den Symptomen können zählen: Appetitlosigkeit, Fieber, Untertemperatur, schnelle
Atmung, kraftlos, Gelbsucht, Krampfen, Atemnot/Ersticken. Blut tritt bei dieser Variante nicht so häufig aus, wie bei RHDV-1. Überlebende Tiere können zeitweise das Virus weiter ausscheiden.

Was Betroffene tun können:
Bei plötzlichen Todesfällen durch die vorgenannten Symptome sollte mittels Leber-
probeneinsendung an das Friedrich-Löffler-Institut (sofern dort Kapazität vorhanden
ist) auf RHDV-2 untersucht werden. Alternativ kann man sich bei den örtlichen Veteri-
näruntersuchungsämtern erkundigen, ob diese den Typ 2 differenzieren können. Bis
zum Ergebnis dürfen keine neuen Kaninchen angeschafft werden.

Bereits beim Verdacht sollten die anderen Kaninchen aus dem Gehege genommen und das Gehege entsprechend desinfiziert werden, um den Infektionsdruck für die anderen Tiere zu mindern und eine weitere Ansteckung möglichst zu vermeiden. Hierzu sind spezielle Mittel, die gegen unbehüllte Viren wirken („viruzid“), notwendig. Mittel gegen behüllte Viren („begrenzt viruzid“) sowie andere handelsübliche Desinfektionsmittel sind nicht ausreichend. Der komplette Kaninchenbereich sollte hiermit möglichst desinfiziert und gründlich wieder abgewaschen werden. Material aus Holz sollte entweder vernichtet oder für einige Monate eingelagert werden. Bei Außengehegen kann die Erde 50 cm abgetragen bzw. der Wiesenbereich einige Monate gesperrt werden. Für die Händedesinfektion eignet sich Sterillium virugard. Schuhe sollten ebenfalls regelmäßig gewechselt und desinfiziert werde
n.

Aufnahme von neuen Kaninchen:

Da das Virus ohne Wirt 3,5 Monate (bei konstant 25° Grad) bis 7,5 Monate (bei konstant
4° Grad) überleben kann, rät das Friedrich-Löffler-Institut sowie IDT eine Wartezeit von mindestens 3 Monaten nach dem letzten Todesfall einzuhalten. Es sollten nur durchgeimpfte Tiere mit den "Überlebenden" vergesellschaftet werden. Eine vorherige Quarantäne sollte bei jedem neuen Tier eingehalten werden, auch wenn kein RHD-Verdacht besteht.

Impfungen:

Seit Januar 2017 ist der spanische RHD2-Impfstoff „ERAVAC“ lieferbar, seit Ende April
2017 der französische Impfstoff „Filavac VHD K C+V“. Beide Impfstoffe können von jedem Tierarzt ohne Sondergenehmigung bei Hipra bzw. Ecuphar bestellt werden. Alle anderen erhältlichen RHD-Impfstoffe enthalten KEINEN RHD2-Virenstamm, sondern nur den altbekannten RHD1-Stamm, und sind somit nicht speziell für RHDV-2 hergestellt worden. Den sichersten Schutz vor RHDV-2 bieten daher nur die ausländischen Impfstoffe.

Beratung und Austausch zu RHD/RHD II www.facebook.com/groups/1740104862914772

Yanna 22.01.2020 22:53

"Da das Virus ohne Wirt 3,5 Monate (bei konstant 25° Grad) bis 7,5 Monate (bei konstant 4° Grad) überleben kann"

Gibt es Daten darüber, ob das Virus bei Minusgraden ohne Wirt schnell stirbt? Es ist ja im Moment Winter. Oder hält es sich da sogar noch länger als bei 4 Grad?

marinahexe 23.01.2020 01:13

Zitat:

Zitat von Yanna (Beitrag 1184607)
"Da das Virus ohne Wirt 3,5 Monate (bei konstant 25° Grad) bis 7,5 Monate (bei konstant 4° Grad) überleben kann"

Gibt es Daten darüber, ob das Virus bei Minusgraden ohne Wirt schnell stirbt? Es ist ja im Moment Winter. Oder hält es sich da sogar noch länger als bei 4 Grad?


Es gibt dazu keine sicheren Erkenntnisse. Ich würde davon ausgehen, dass es mind. diese 7,5 Monate überlebt.

Diabi 23.01.2020 13:25

Zitat:

Zitat von Yanna (Beitrag 1184607)
"Da das Virus ohne Wirt 3,5 Monate (bei konstant 25° Grad) bis 7,5 Monate (bei konstant 4° Grad) überleben kann"

Gibt es Daten darüber, ob das Virus bei Minusgraden ohne Wirt schnell stirbt? Es ist ja im Moment Winter. Oder hält es sich da sogar noch länger als bei 4 Grad?

Nach meinen Informationen kommt das Virus mit kälteren Temperaturen sogar viel besser zurecht, als mit warmen, lt. Kaninchenwiese überlebt er selbst bei dauerhaften 80 Grad zwei Tage lang, bei konstant - 20 Grad immerhin 14 Wochen.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 08:36 Uhr.



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