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luxkichelchen 19.05.2017 13:47

Verdauungsschmerzen, evtl. Tumor?
 
Hallo liebes Forum,
ich bin neu hier, aber brauche dringend Erfahrungsberichte...
Mein Häschen Scotty (7 Jahre alt) ist eigentlich putzmunter und noch fit wie eh und je. Allerdings hat er seit vergangenem Freitag (12.05.17) stundenweise sichtliche Schmerzen, oder wenigstens starkes Unbehagen.
Kurzfassung:
Freitag, während des Tages alles ok, hüpft herum und frisst/trinkt normal. Dann irgendwann am späten Nachmittag hockt er sich in eine Ecke und wird apathisch ("unangenehme" Position, ständiger Wechsel zwischen Sitzen und Liegen, im Kreis drehen). Nicht mal sein Lieblingsleckerli muntert ihn auf. Bei mir breitete sich natürlich sofort Panik aus, weil dieses Verhalten für ihn extremst untypisch ist und man ihm wirklich ansieht, dass es ihm nicht gut geht.
Anruf bei unserer TA (von der wir Scotty auch haben): Sie meint es könne an übermässigem Haarverschlucken liegen oder eine leichte Verstopfung sein, und rät mir ihm ein bisschen Öl einzuflösen und bis zum Morgen abzuwarten.
Samstagmorgen: Scotty ist wieder topfit, begrüßt uns mit seinem üblichen Rütteln am Käfig und frisst ganz normal. Abends auch alles normal, bis ich dann gegen 23.00 Uhr wieder nach Hause komme. Selbe Symptomatik: apathisch, frisst nicht, köttelt nicht, wechselt Position.
Also fahre ich mit ihm in die Notaufnahme. Hier wird er abgetastet (Bauch schön weich, keine Anzeichen von Schmerzen) und geröntgt (Magen sehr voll -->Magenüberladung?). Außer dass seine Temperatur etwas tief bei 37° liegt und seine Verdauung etwas stockt, scheint alles normal. Die TA spritzt ihm ein Mittel für die Verdauung und etwas gegen die Schmerzen und gibt mir ein Medikament (weiß den Namen leider nicht mehr), das ich ihm zweimal am Tag verabreichen soll.
Zuhause dauert es etwa eine halbe Stunde, bis er sich vom Stress erholt hat, und dann frisst und hoppelt er wieder komplett normal.
Sonntag alles gut, bis Abends, slebe Symptomatik.
Montagmorgen fahre ich deshalb zu unserer richtigen TA, um eine zweite Meinung einzuholen. Nach gründlichem Abtasten und Analyse des Kots hat sie zwei Hypothesen: entweder, Scotty hat sich im Freigehege gestoßen und eine Prellung im Darmbereich, die jedes Mal, wenn das Futter die betroffene Stelle erreicht, ihm Schmerzen bereitet; oder er hat einen Tumor/ähnliches, welcher ebenfalls auf eine ganz präzise Stelle im Verdauungstrakt drückt. Dies würde erklären, warum er putzmunter ist und von einer Sekunde auf die andere, immer um etwa dieselbe Uhrzeit apathisch wird. Komisch ist allerdings, dass er gar nicht auf Abtasten reagiert.
Ihr Rat: nachmittags und abends vor der Fütterung 0,25 ml Boiron (mit Nux Vomica) verabreichen, das lindert die Schmerzen und hilft beim Verdauuen.
Bis heute klappte diese Methode auch sehr gut, Scotty war wieder ganz normal. Jetzt allerdings (Freitag, 12 Uhr) zeigt er wieder dieselben Symptome...
Ich habe nun wieder bei meiner TA angerufen, und sie meinte, ich solle ihm alle 30 Minuten das Medikament verabreichen, um zu sehen ob es akut wirkt. Sie hat gemeint, ich solle solange es geht so weitermachen, da die einzige Alternative sei, ihn unter Nakose aufzumachen, um zu sehen, ob es sich um einen Tumor handelt. Einen Ultraschall will sie nicht machen, da sie Scotty dafür ebenfalls in Narkose legen müsste und das sehr viel Stress bedeutet; wenn es soweit kommt will sie ihn lieber dann direkt aufmachen, um ggf. den Störfaktor operativ zu entfernen.

Nun meine Frage an euch: Hatte jemand schon mal einen ähnlichen Fall? Die TA meinte nämlich ebenfalls, je nachdem was sie finden würde und falls es nicht operabel sei, müsste man ihn eventuell einschläfern. Allerdings sehe ich nicht wirklich ein, ein Tier einzuschläfern, das 90% der Zeit topfit ist und dann "nur" während einer kurzen Zeit schlecht, allerdings bin ich natürlich auch nicht gerade rational, da es um mein Baby geht...

Kurze Eckdaten noch: Scotty und Chopper leben halb/halb in Käfig- und Außenhaltung, ernähren sich zu 90% von frischem Heu (vom Privatbauern), und 10% von Gemüse/Wildkräutern (hauptsächlich Möhren, Salat, Broccoli und Kräuter/Zweige) und manchmal einem Stück Obst oder einem Leckerli, aber das ist wirklich die Ausnahme. Zähne wurden auch kontrolliert, da gibt es kein Problem und auch an Gewicht hat Scotty nichts verloren, da er ja den restlichen Tag über ganz normal frisst.

Danke für jeglichen Kommentar!

Eure verzweifelte Hasenmama Laura

Honeymouse 19.05.2017 13:57

Hallöchen.

Wurde mal geröngt? Rein vom Abtasten ist es schwer bis unmöglich, eine Aufgasung von einer Verstopfung zu unterscheiden. Je nachdem wäre nämlich auch die Behandlungsweise anders.
Köttelt er? Wenn ja, wie sehen die köttel aus? Normal oder klein?
Weißt du, wonach bei der Analyse des Kots geguckt wurde?
Ich bin ehrlich: Beide Vermutungen finde ich etwas seltsam, gerade, wenn nicht geröngt wurde.

Kurz nebenbei zum Futter: 90% Heu und nur 10% Frischfutter ist für ein Kaninchen eine viel zu trockene Ernährung, denn sie sind Frischköstler. Das Verhältnis sollte wenn dann eher genau umgekehrt sein, und das Frischfutter huptsächlich Wiese mit Wildkräutern oder alternativ blättrig (Gemüsegrün, Bittersalate, Kohl,..) und ganz wenig Knollengemüse und Obst.

Liee Grüße

Terry 19.05.2017 14:05

Zitat:

Also fahre ich mit ihm in die Notaufnahme. Hier wird er abgetastet (Bauch schön weich, keine Anzeichen von Schmerzen) und geröntgt
;)

Ich denke auch, dass es sich eher um eine leichte Verstopfung durch zu trockene Ernährung handelt. Außerdem halte ich die TÄ für nicht besonders erfahren mit Kaninchen, Ultraschall macht man sehr häufig ohne Narkose. Oder eben mit einer leichten Gasnarkose, die ist überhaupt nicht stressig und das Tier sofort wieder fit.

Frag doch @marinahexe mal nach einer guten TÄ-Praxis, sie hat dafür eine Liste.

Honeymouse 19.05.2017 14:08

Oh, entschuldige. Lesen ist offensichtlich heute nicht mein Ding. Danke Terry ;)

luxkichelchen 19.05.2017 14:12

Hallo,
und danke erstmal für die schnelle Antwort!
Ja, geröntgt wurde bei der ersten Untersuchung in der Notaufnahme. Da stellte die TA aber "nur" fest, dass der Magen relativ voll war, der Darm hingegen eher nicht und mit Luftblasen. Das war allerdings auch keine Kleintierexpertin:/
Kötteln tut er relativ normal, kein Unterschied der Größe zu vorher, eventuell etwas dunkler; da meinte unsere TA allerdings, das könne davon kommen, dass wir ihn die letzten Tage hauptsächlich mit seinem Lieblingsfutter, also Möhren vor allem, gefüttert haben, und er weniger Heu gefressen hat.
Ich bin auch sehr verunsichert, eigentlich ist unsere TA wirklich super und hat uns bisher auch noch immer geholfen, und ihr liegt das Wohl der Tiere auch sehr am Herzen.
Ich finde es halt vor allem so komisch, weil dieser apathische Zustand immer einige Stunden anhält, und er dann plötzlich wieder aufsteht als wäre nix gewesen, und wieder der alte Scotty ist:/

Bei Aufgasung würden die Symptome doch anhalten und nicht immer wieder verschwinden, oder?

Bezüglich der Nahrung: ich hab mich da eventuell etwas falsch ausgedrückt - Heu steht dauerhaft zur Verfügung, deshalb 90%, und morgens und abends (bzw wenn er sehr verfressen ist und keine Ruhe gibt, bis er was kriegt) bekommt er halt Gemüse, Kräuter und so.

Liebe Grüße,

Laura

luxkichelchen 19.05.2017 14:16

Hallo Terry,
danke für die Antwort! Kann es denn sein, dass die Symptome dann jetzt schon während einer ganzen Woche immer nur kurzzeitig auftauchen und dann wieder verschwinden? Bei Verstopfung? Oder ist er dann immer wieder verstofpt und es geht ihm erst nach dem Kötteln wieder gut?

Hast du eventuell Tipps, was ich ihm jetzt an Futter dann lieber geben soll? Ich versuch's nachher mal mit dem Grün von Karotten, das liebt er und das hat ihn letztes Wochenende auch wieder animiert...

Das problem bei Scotty ist, dass er ein kleiner Macho ist und sich seeeeeeehr unkooperativ bei TA zeigt (wobei es bei unserer meist geht), deshalb hat sie gemeint Rasieren+Ultraschall würde sich bei ihm als sehr sehr schwierig gestalten:/

gerti 19.05.2017 14:22

Herzlich willkommen hier im Forum,
dass sich ein Kaninchen im Bereich des Darms stößt und verletzt halte ich für völlig sinnfrei. Hätte er einen Tumor, bei dem das Essen genau dann wehtut, wenn er die Stelle erreicht ist der gleiche Schwachsinn, denn der Nahrungsbrei füllt den kompletten Darm da ein Kaninchen eine "Stopfverdauung" hat.
Sind die Köttel deines Kaninchens auffallend hart und klein? Dann hat er ein Problem damit, dass irgendwas nicht flutscht...und mehrmals täglich ca 2ml Speiseöl würde es zum weiterrutschen bringen.
Kannst du selbst Fieber messen bei deinem Kaninchen? Das ist sehr einfach und du weißt wie sein Kreislauf arbeitet, lass es dir zeigen, denn das Fieberthermometer sollte schon ein bisschen weiter rein um ordentlich zu messen ;).
Bei Bauchproblemen hilft Kanichen am Besten das Schmerzmittel Novalgin. Bei akuten Problemen gibt man das mehrmals am Tag. Ebenso Sab Tropfen 1-2 ml mehrmals täglich, damit das Tier nicht aufgast. MCP od Emperid, für die Darmmotorik....aber nur nach Absprache um keine Darmlähmung auszulösen.
Eine fiese Verstopfung kann man durchaus ertasten, wenn man sich auskennt, ebenso Luft im Darm....um das Ausmaß zu sehen, ist ein Röntgenbild v.a. seitlich sehr wichtig....von demher macht es wirklich Sinn zeitnah zu einem Arzt/Tierklinik zu fahren, die sich auch mit Kanichen auskennen.
Ich habe gestern ein Kaninchen verloren mit mehreren Darmtumoren an der Darmwand, diese konnte man auf dem normalen Röntgenbild nicht erkennen...das konnte man dann nur bei der OP sehen...aber die Aufgasungen und die zahlreichen Kotklumpen die man auch ertasten konnte waren zu erkennen.
Wegen der Fütterung sehe ich das etwas anders....wenn Trocken, dann ein hochwertiges strukturiertes Trockenfutter, Heu und Wasser und frische Dinge sind willkommene Abwechslung....aber Kaninchen lieben abgöttisch buntgemischte Wiese. Davon gibt es auch die wenigsten Verdauungsprobleme...aber darüber machst du dir dann Gedanken, wenn du weißt was mit deinem Kanichen los ist.
Sag bitte bescheid, wie es weitergeht!

luxkichelchen 19.05.2017 14:29

Hallo Gerti,
auch dir Danke! Ich bin dankbar für jeden kleinen Tipp, mir geht es echt schlecht wenn meinem Hasi was fehlt, vor allem diese Hilflosigkeit:(

Wie viel Novalgin gibt man denn dann üblicherweise?
Hier in Luxemburg ist das so ne Sache mit TÄ, meine ist eigentlich die kompetenteste, und ich vertraue ihr auch eigentlich voll und ganz. Ich will halt nur nicht untätig rumsitzen, und frag dann lieber mal bei anderen nach, die schon Erfahrung haben.

Die Köttel sind ziemlich dunkel und relativ hart ja, aber nicht kleiner.

Wiesenblumen und -kräuter habe ich vor einiger Zeit für meine Landschildkröte gepflanzt, die stehen also eigentlich zur Verfügung.

Aber generell denkt ihr also alle, diese kurzweiligen Schmerzphasen seien eher ein "normales" Verdauungsproblem als ene schlimmere Diagnose wie eben ein Tumor?

LG,

Laura

gerti 19.05.2017 14:38

Metamizol (Novalgin, Novaminsulfon) gibt man laut Dr. Ewringmann "Leitsymptome beim Kaninchen" Buch einer Kaninchenspezialistin aus Berlin 10-50mg/kg 3-4mal täglich. Bei höchst akuten Erkrankungen habe ich schon nach Empfehlung alle 4 Stunden gegeben, aber das war wirklich richtig akut mit irre hohem Fieber.

luxkichelchen 19.05.2017 14:45

Okay,
vielen Dank! Wenn sich sein Zustand jetzt in der nächsten Stunde nicht bessert gehe ich nochmals zum TA, er hat jetzt nämlich seit 11 Uhr nichts mehr gefressen...

Anjanka 19.05.2017 14:49

Hi luxkichelchen,

ich denke auch, es wird eine Verstopfungsproblematik sein. Meine Lisa hatte ganz ähnliche Symptome (vor rund einem Monat) - also den ganzen Tag super drauf, am Futtern wie blöde, am Springen etc., und plötzlich legt sie sich mit Flankenatmung hin, rutscht unbequem herum, kommt nicht, wenn es Fressen gibt... Und eine Stunde später ist alles wieder normal...

Ich fand dann ganz kleine harte Köttel, habe mich auf der Internetseite "Kaninchenwiese.de" schlau gemacht und auf Verstopfungen getippt (Fellwechselbedingt), die sich immer wieder lösen, aber eben ab und an solch Unbehagen auslösen. Ich habe ihr Kokosöl übers Futter getan, daraufhin wurde es besser. Als später eins meiner anderen Kaninchen die genau gleichen Symptome zeigte, war klar, dass es eben am Fellwechsel lag.

Mit Kokosöl (und guter Beobachtung, um eine Magenüberladung gar nicht erst aufkommen zu lassen), hat sich das dann mit Beenden des massiven Fellwechseln wieder gegeben.

Also nur keine Panik, wenn diese Symptome jetzt nicht wochenlang anhalten, sollte es an kleinen Verstopfungen liegen. Gib' ihm Öl (übers Futter) und beobachte ihn. Eine OP sollte man erst in Erwägung ziehen, wenn die Verstopfung so lange anhält, dass eine Magenüberladung droht.

Alles Gute für den Kleinen und dich, Daumen und Pfötchen sind gedrückt,
LG Anjanka

gerti 19.05.2017 14:50

Zitat:

Zitat von luxkichelchen (Beitrag 1033212)
Okay,
vielen Dank! Wenn sich sein Zustand jetzt in der nächsten Stunde nicht bessert gehe ich nochmals zum TA, er hat jetzt nämlich seit 11 Uhr nichts mehr gefressen...

Ja, mach das....und wenn du Petersilie hast, leg ihm welche hin. Sie ist appetitanregend und kaum ein Kanichen kann da wiederstehen ;)

luxkichelchen 19.05.2017 14:51

Liebe Anjanka,
vielen vielen Dank, die Panik löst sich etwas durch all eure lieben Kommentare!
Okay, kann man es akut (das Öl) auch mit Pipette geben? Scotty nimmt noch immer absolut nichts an, deshalb muss ich ihn wohl dann "zwingen"?


Liebe Grüße,

Laura

Anjanka 19.05.2017 14:51

Zitat:

Zitat von luxkichelchen (Beitrag 1033212)
Okay,
vielen Dank! Wenn sich sein Zustand jetzt in der nächsten Stunde nicht bessert gehe ich nochmals zum TA, er hat jetzt nämlich seit 11 Uhr nichts mehr gefressen...

Da war mein erster Post zu langsam...
Also wenn er jetzt länger nichts frisst (auch kein Leckerchen), dann kannst du mal versuchen, ihm den Bauch zu massieren (kreisende Bewegungen). Das kann helfen, eine Verstopfung zu lösen.

Zu viel Stress durch TA-Besuche kann auch negativ für seine Genesung sein. Aber klar, ehe doch was ist und man einmal zu wenig gegangen ist...

Also ich kann dich verstehen und drücke weiterhin die Daumen!

Anjanka 19.05.2017 14:56

Zitat:

Zitat von luxkichelchen (Beitrag 1033215)
Liebe Anjanka,
vielen vielen Dank, die Panik löst sich etwas durch all eure lieben Kommentare!
Okay, kann man es akut (das Öl) auch mit Pipette geben? Scotty nimmt noch immer absolut nichts an, deshalb muss ich ihn wohl dann "zwingen"?


Liebe Grüße,

Laura

Sehr gern geschehen. Ich weiß ja selbst, wie schnell man sich Sorgen macht...

Hm, also ich habe es immer nur übers Futter getan, es wurde da auch freiwillig genommen.
Aber ich denke schon, dass man es auch unter Zwang einflößen kann. Nur wird es nicht sofort wirken, es muss ja erstmal bei der Problemstelle ankommen. Ich würde massieren (dabei spürst du auch, ob da was Hartes ist, oder ob es sich löst).
Zwangsernährung erst im Notfall. Zumal er sonst "lernt", dass das Öl doof ist und nicht mehr drangeht, wenn du es ins Futter mischst...wäre zumindest meine Befürchtung.

Ich hatte ein Kaninchen mit massiver Magenüberladung. Sie hat Sab Simplex gegen die Aufgasungen bekommen, außerdem einen ganzen Blumenstrauß an Medikamenten vom TA. Das Wichtigste damals war aber, sie wirklich alle 20-30 Minuten für eine ganze Weile (10-15 Minuten) am Bauch zu massieren. DAS hat ihr geholfen. Die Verstopfung hat sich gelöst, ihr ging es gleich viel besser.
Ich denke aber nicht, dass es bei deinem Kleinen schon so schlimm ist.

Weiterhin alles Gute!

LG Anjanka

luxkichelchen 19.05.2017 15:07

Okay,
ich hatte gerade noch einen anderen TA am Telefon, der mir von sehr vielen empfohlen wurde.
Dieser meinte allerdings auch es nütze nicht viel, nochmals in die Praxis zu rennen, weil eben der Stress eher negativ ist als positiv und sie auch nicht viel mehr tun könnten als ich hier zuhause. Ich solle weiter versuchen, Scotty zum Fressen anzuregen.
Ich versuch's dann jetzt noch mit Massage,
drückt weiterhin die Daumen!
<3

Anjanka 19.05.2017 15:17

Ihr (Du und Scotty) schafft das schon. *Daumen sind gedrückt*

Ich bin der gleichen Meinung wie der TA und hoffe, dass sich die Verstopfung nun bald löst.
Hat er dir erklärt, wie du massieren musst?

Falls nicht:
Ich habe damals sanfte, kreisende Bewegungen (ich meine, es war im Uhrzeigersinn) gemacht, immer so im Bauchbereich des Tieres, also nicht bei den Rippen, sondern dort, wo alles weich ist.
Meine Leo damals hatte allerdings zwei so harte Knubbel, bei denen man gut massieren konnte und die man auch lösen musste. Da hatte man also einen Ansatz. (Es waren wohl Darmwindungen oder so, wo eben das Futter festhing. Beim Massieren hat es im Bauch gegluckert und diese Knubbel haben sich spürbar aufgelöst.)

Ohne solch einen "Ansatz" würde ich einfach den kompletten Bauchbereich kreisend massieren (TA verglich das mit "etwas festerem Streicheln") und versuchen zu ertasten, ob sich was tut. Vielleicht hörst du sogar, dass sich etwas löst (Gluckern).

Biete ihm nebenher (also nach den Massagen) immer wieder seine Lieblingsspeisen an. Daran erkennt man recht gut, wann die Kleinen wieder futtern mögen.

Toi, toi, toi - ich hoffe, es wird alles gut!

LG Anjanka

luxkichelchen 19.05.2017 16:37

Update:
Hasi hat etwas Novalgine bekommen und Massage (was er gar nicht mag), und hat jetzt minimal getrunken und etwas Petersilie und Salat gefressen. Ich hab ihm jetzt Karottenbüschel und Broccoli geholt, und Erbsenflocken, um zu testen mit was er sich locken lässt.

Momentan hockt er allerdings wieder unbehaglich in seiner Ecke...

Edit: Massieren scheint etwas zu wirken, danach knabbert er jedes Mal ein bisschen an seinem Futter rum!:)

luxkichelchen 19.05.2017 21:12

Jetzt um 21 Uhr, also nach fast zehn Stunden, ist Scotty wieder ganz normal und mega munter, frisst, trinkt, hoppelt herum. Ich bin glücklich, allerdings weiß ich nicht, was ich machen soll wenn das jetzt die nächsten Tage immer so weitergeht?

marinahexe 19.05.2017 21:30

Er sollte auch viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um den (vermutlichen) Fellballen aufzulockern. Hierzu kannst Du ihm auch Kräutertees oder verdünnten Fruchtsaft anbieten. Bei uns hat sich z.B. Birnensaft bewährt.

luxkichelchen 19.05.2017 21:43

Hallo Marinahexe,
Danke für den Tipp! Kamillentee nimmt er nicht von selbst, den muss ich ihm einflösen, aber verdünnter Saft klappt vielleicht, danke!

luxkichelchen 19.05.2017 21:47

Hallo Marinahexe,
Danke für die Tipps! Kamillentee nimmt er nicht von selbst, den muss ich ihm einflösen, aber vielleicht klappt es mit Saft, danke!

luxkichelchen 21.05.2017 12:09

Liebes Forum,
Scotty geht es heute morgen wieder richtig schlecht und er kloppft mit den Hinterläufen wenn ich seinen Bauch massieren will, ich nehme also an dass er wieder Schmerzen hat.. Kann das noch immer/schon wieder Verstopfung sein?

Anjanka 22.05.2017 08:27

Zitat:

Zitat von luxkichelchen (Beitrag 1033537)
Liebes Forum,
Scotty geht es heute morgen wieder richtig schlecht und er kloppft mit den Hinterläufen wenn ich seinen Bauch massieren will, ich nehme also an dass er wieder Schmerzen hat.. Kann das noch immer/schon wieder Verstopfung sein?

Hallo Luxkichelchen,

leider kann das schon wieder eine Verstopfung sein. Die treten immer wieder auf, während der Fellwechsel anhält.
Hast du ihm Sab Simplex gegen Aufgasungen gegeben? Ich vermute, die Massage tut ihm weh, da er schon einen aufgeblähten Bauch hat. Wobei kein Kaninchen es toll findet, wenn man ihm am Bauch rumstreichelt, während es gerade Schmerzen aufgrund von Verstopfung hat. Aber du hast ja schon gemerkt, dass es ihm geholfen hat (weil er danach gefressen hat).

Eventuell nochmal Schmerzmittel geben, bevor du massierst.

Allerdings muss ich schon sagen, dass dein Scotty ein recht schlimmer Fall von wiederkehrender Verstopfung ist. Also meine hatten das ja auch, aber da hielt es nie so lange an und sie waren spätestens eine Stunde danach immer wieder fit. Auch haben sie keine deutlichen Schmerzen gezeigt, als ich sie massiert habe.

Wie geht es ihm denn heute so? Ich drücke weiter die Daumen, dass er es so bald wie möglich überstanden hat. Ewig hält der Fellwechsel auch nicht an...

LG Anjanka

gerti 22.05.2017 08:35

Ist sein Bauch denn prall? Dann solltest du Schmerzmittel, Sab und ca. 2ml Pflanzenöl (Sonnenblumen, Raps...) geben
Evtl. macht es auch Sinn Benebacpulver zu besorgen. Wurde eine Kotprobe angeschaut, ob er Parasiten hat? Zu viele Hefen wären momentan normal, da sie eine Folge von Verdauungsproblemen sind.

marinahexe 22.05.2017 08:35

Schau Dir diese Seite mal an, vielleicht findest Du noch weitere Tipps. Kaninchenwiese.de ist eine sehr informative und aktuelle Seite:

http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/verdauung-magen-darm/haarballen-verstopfung/

luxkichelchen 22.05.2017 09:53

Hallo Anjanka,
Ja ich denke auch, dass es immer wieder Verstopfung ist. Er war auch während einer Stunde richtig aufgebläht, ich habe ihm dann etwas Novalgine gegeben, das hat dann gottseidank schon nach 5min gewirkt und er war wieder fit. Er verliert halt dieses Jahr viel mehr Haare als sonst, ich bürste ihn jetzt mehrmals täglich. Bei Chopper (seinem Bruder) habe ich gestern auch Köttelketten entdeckt, der bekommt also jetzt präventiv auch Kokosöl.
Sab Simplex hatten die in der Apotheke nicht, allerdings habe ich ein etwas weniger starkes Medikament mit dem selben Wirkstoff bekommen, was gut zu helfen scheint. Gestern hat Scotty es zweimal bekommen.
Wir haben jetzt auch angefangen, seine Ernährung langsam auf mehr Wiese und weniger Gemüse umzustellen, hoffentlich hilft das auch.
Den Rest des Tages und heute morgen war er wieder ganz normal, ich hoffe also auch, dass dieses Auf und Ab nicht mehr allzu lange anhält, der arme Kleine:(

Auf jeden Fall nochmals ein großes Dankeschön an euch alle hier im Forum, ich weiß nicht was ich ohne die vielen Tipps und aufmunternden Worte gemacht hätte!<3

Liebe Grüße!

Laura mit Scotty und Chopper (und dem Rest der Familie, die ich jetzt auch weniger wahnsinnig mit meiner Sorge mache)

luxkichelchen 22.05.2017 09:55

Hey marinahexe und gerti!
Euch auch schon mal danke, ihr seid mir alle eine mega Hilfe!
Die Kotprobe muss ich nochmal machen lassen, dafür muss der Kleine ja dann nicht mit zur TÄ, der hatte genug Stress die letzte Woche über...

LG,

Laura

Anjanka 22.05.2017 13:10

Na, das klingt doch schon ganz gut. Einfach weiter bürsten (Auf den Hinweis bin ich gar nicht gekommen...schön, dass du es selbst rausgefunden hast.) und massieren, wenn er Probleme hat - dann sollte das tatsächlich bald überstanden sein. Und eine Umstellung auf mehr blättriges Futter ist auf jeden Fall gut! Auf lange Sicht wirst du merken, dass die beiden gesünder sind, wenn man sie auch (so gut es halt geht) artgerecht ernährt. :)
Gerade im Frühling/Sommer ist es leicht, immer mal wieder Wiese zu sammeln.

Kokosöl kannst du vorbeugend geben, das wirkt sich keinesfalls negativ aus. Gerade jetzt, da der liebe Chopper auch Köttelketten bildet...

Na ja, dann mach' weiter wie bisher, ihr seid auf einem sehr guten Weg. :)

Alles Gute,
Anjanka

luxkichelchen 23.06.2017 18:54

Ich bin's wieder!
Nachdem ihr mir alle letztes Mal so nett Ratschläge gegeben habt, schien es mit Scotty auch wieder bergauf zu gehen. Halbwegs.
Seit meinem ersten Post hat Scotty regelmäßig (genau einmal pro Woche, immer am Wochenende) wieder genau dieselben Probleme. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, manchmal fast zwei Tage. Davor und danach ist er fit wie ein Turnschuh. Ich teste jedes Mal mit Novalgine, Sab Simplex und Massagen, aber irgendwie scheint nix wirklich einen Einfluss zu haben, und er steht einfach irgendwann von alleine auf und ist wieder der alte.
Dennoch macht es mich kirre, nicht zu wissen, was denn jetzt genau das Problem ist. Kann es sein, dass er einfach altersbedingt eine trägere Verdauung jetzt hat? Ernährung haben wir folgendes getestet: auf Frischfutter umstellen - kein Unterschied. Nur noch Möhren, Heu, Gurke und Salat - kein Unterschied. Mit Kokosöl - kein Unterschied. Leinsamen abends - kein Unterschied.
Ich denke also mittlerweile nicht mehr, dass die Ernährung die Ursache ist.
Auf was kann ich ihn beim TA testen lassen? Parasiten im Kot? Tumor? Andere Ursachen wie Nierenprobleme?

Danke für jegliche Hilfe!

Eure immer noch ratlose Laura mit Scotty und Chopper

gerti 23.06.2017 20:53

Dann würde ich eine Kotprobe ins Labor schicken lassen.

Lupine 24.06.2017 21:23

Zitat:

Zitat von luxkichelchen (Beitrag 1033204)
...
Ich finde es halt vor allem so komisch, weil dieser apathische Zustand immer einige Stunden anhält, und er dann plötzlich wieder aufsteht als wäre nix gewesen, und wieder der alte Scotty ist:/
...

Das gibt mir zu denken, denn es erinnert mich an meine Jule. Ursache bei ihr war ein Bezoar im Magen, der sich phasenweise vor den Magenausgang schob und damit eine Magenüberladung verursachte. Mein Tierarzt hat ihn im Röntgenbild mehr erahnt als gesehen, er ist aber auch sehr erfahren und wusste wonach er schauen muss.

Ich würde zunächst einmal die von gerti vorgeschlagene große Kotprobe machen lassen, denn das ist für ihn die schonendste Untersuchung die möglich ist. Sollte das aber kein Ergebnis bringen, würde ich evtl. ein Kontrastmittelröntgen vorschlagen.

Ich war schon selbst einmal in Luxemburg, und weiß deshalb dass das Saarland von dort aus durchaus erreichbar ist. Solltest du also vor Ort keinen geeigneten Tierarzt finden, könnte marinahexe vielleicht für dich im Saarland auf die Suche gehen ob sich dort in Grenznähe jemand mit Erfahrung findet.

luxkichelchen 25.06.2017 01:26

Hallo,
Okay vielen Dank für die Ratschläge! Darf ich fragen, wie die Sache mit dem Bezoar ausgegangen ist?

Lupine 25.06.2017 19:22

Wir hatten das Glück, dass bei Jule diese Schmerzattacken nicht so häufig auftraten. Wir haben uns deshalb gegen eine Operation entschieden, bzw. hätten die Operation nur dann gemacht, wenn Jules Zustand sehr bedenklich gewesen wäre. Das war zum Glück nicht der Fall, der Bezoar löste sich immer wieder von selbst vom Magenausgang und blieb auch im Magen. Die Operation ist zwar möglich, aber sehr risikoreich. An den Magen eines Kaninchens sollte man nur dann gehen, wenn es gar nicht anders geht - wenn das Tier also ohne Operation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stirbt. Man sollte sich deshalb auch sicher sein, dass sich tatsächlich ein Fremdkörper im Magen befindet.

Wie lange Jule damit noch zurecht gekommen wäre, kann ich dir leider nicht sagen. Sie erkrankte ungefähr 1 Jahr nach erstmaligem Auftreten des Bezoar-Magenverschlusses an E.Cuniculi. Leider gehörte sie zu den Fällen, wo die Nieren stark betroffen waren, was schließlich zum Nierenversagen und damit zu ihrem Tod führte.

luxkichelchen 25.06.2017 19:26

Ohje die Arme, das tur mir sehr leid für euch und Jule!
Nein, also eine OP kommt für uns und unsere TÄ eh quasi gar nicht in Frage. Scotty ist halt schon 7,5 Jahre alt, also nicht mehr der Allerjüngste, und eben "nur" einmal die Woche bzw hin und wieder kränklich, den Rest der Zeit ist er putzmunter und hat null Sorgen. Ich denke, wir werden auch mit Hausmittelchen versuchen, das wieder ins Lot zu bringen, aber ich hole mir gerne viele verschiedene Erfahrungsberichte, um eventuell so eine Lösung für seine Beschwerden zu finden.
Aber es scheinen ja wirklich richtig viele Hasis Verdauungsprobleme zu haben, da hatten wir wohl mit unseren bisher immer Glück, das hier ist überhaupt das allererste Mal dass eines unserer Nins irgendein Gesundheitsproblem aufweist.

Lupine 25.06.2017 19:50

Die Verdauung ist tatsächlich leider so eine Art "Sollbruchstelle" beim Kaninchen, sie ist enorm anfällig.

Die Kotprobe solltet ihr auf jeden Fall machen, das schadet ihm absolut nicht.

Das Kontrastmittelröntgen würde dazu führen, dass ihr möglicherweise Sicherheit bekommt, garantiert ist das aber nicht. Engstellen im Darm lassen sich so recht zuverlässig nachweisen, ein Fremdkörper im Magen leider nicht immer. Jules Bezoar war so dicht verfilzt, dass er leicht röntgendicht war, und deshalb der TA ihn auch ohne Kontrastmittel erkannt hat - zumal er gerade tatsächlich zu diesem Zeitpunkt direkt vor dem Magenausgang lag. Ob ihr ihm das zumuten möchtet bzw. ob ihr das für sinnvoll haltet, das könnt nur ihr allein entscheiden.

Hase2 25.06.2017 21:13

Hallo,
habe jetzt nicht den thread ganz gelesen, aber wurde mal an Darmtumore gedacht?
LG

gerti 25.06.2017 22:18

Zitat:

Zitat von Hase2 (Beitrag 1040102)
Hallo,
habe jetzt nicht den thread ganz gelesen, aber wurde mal an Darmtumore gedacht?
LG

Solche hatte mein Gastkaninchen Archie. Letztes Jahr hatte er eine Woche massive Bauchprobleme und hat fast die Löffel abgegeben. Aber auf den Röntgenbildern ohne und mit Kontrastmittel konnte man die nicht entdecken...ein Jahr später hatte er noch schlimmere Bauchprobleme...bei der Bauch-OP konnte man dann mehrere Darmtumore sehn, außerdem einen Megacolon und er durfte weiterschlafen. Er hatte auch oft leichte Bauchprobleme, aber da hätte man gar nichts mehr machen können...


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