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Etliche Baustellen, mysteriöse Erkrankung? auf Kaninchen Forum

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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 24.09.2015
Beiträge: 300
Hasen-Bande befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.09.2015, 11:17

Etliche Baustellen, mysteriöse Erkrankung?


Hallo ihr Lieben,
ich bin noch ganz neu hier und brauche dringend euren Rat- vielen Dank für jeden Tipp!

Erstmal ein paar Infos zum Verständnis: meine beiden Hasendamen (5,5 Jahre und 5 Jahre) leben seit 4,5 Jahren mit mir in einer 90qm Wohnung. Sie laufen ständig frei herum (natürlich alles gut gesichert und hasengerecht ausgestattet).
Zusätzlich haben sie einen 160•100cm großen Stall, der aber nur als Toilette und Futterstation dient. Dieser ist dauerhaft mit frischem Heu eingestreut, dass täglich erneuert wird. Beide Mädchen habe ich aus verschiedenen, aber schlechten Haltungen übernommen und die erste VG vor 4,5 Jahren hat einwandfrei funktioniert. Seitdem hatten wir eine sehr glückliche und verschmuste Hasen-Mensch-WG (die Reihenfolge ist bewusst gewählt ;-) )

Das jüngere Tier hatte vor einem Jahr einen schlimmen E.C Ausbruch, der mit viel Geduld und Therapien aber gut abheilte und sichtbar ohne Folgen blieb- toi toi toi!

Vor 2 Monaten bekam die Ältere einen Infekt, vermutlich Blase-Blasenschlamm-Problematik.
Diese wurde mit AB behandelt.

Völlig unerwartet kam es dann zu schweren Kämpfen zwischen den beiden und die Ältere wurde so stark verletzt, dass ein sofortiger Notarztbesuch und 10 (!) Stiche zum Schließen der Wunde nötig waren.
Seitdem halte ich sie in getrennten Zimmern, was beiden sehr missfällt.
Das geht nun seit knapp 2 Monaten so, aber bisher hoffe ich noch auf eine "interne" Lösung für das bestehende Problem, denn ich möchte unsere Bande nicht aufgeben und sie waren wirklich toll zusammen!
Durch die schwere Bissverletzung der Älteren und die Akutbehandlung durch AB, Vitaminspritzen etc. sind zunächst auch die Symptome der eigentlichen Erkrankung verschwunden, aber wir doktern seit 2 Monaten herum.
Immer wieder hatte sie Fieber und Probleme beim Urinieren, wohl auch Schmerzen, wenn ich an ihre angestrengte Haltung beim Urinabsetzen denke.
Füttere ausschließlich nur geeignetes Grünzeug und Heu (Wiese ist in der Stadt tägl. schwer zu beschaffen und nach einigen Fällen von RHD in der Umgebung, bin ich da etwas vorsichtig). Trotzdem wird sehr viel Wert auf Abwechslung und ausschließlich Frischfutter gelegt. Ich habe die Ernährung nach Feststellung der Blasenproblematik etwas kalziumreduziert und den Wasseranteil erhöht.

Momentan bekommt sie (tägl.wechselnd, hier die Gesamtübersicht):

Blattsalat, Chinakohl, Möhre (ohne Grün), Gurke, Chicorée, Petersilienwurzel, Kopfsalat, Kohlrabiknolle, Rucola, etwas Feldsalat, Selleriestaude, Stück Apfel, Banane oder Birne, Lollo Rosso, Basilikum (ein paar Stängel) und auch ganz selten mal ein wirklich kleines Stück Zuckermais, um sie "aufzumuntern"
Auf Anraten des Tierarztes jeden Tag ein Esslöffel "Uroplex" (Pellets zur Unterstützung des Blasentrakts)

Außerdem bin ich von Leitungswasser auf stilles Mineralwasser umgestiegen, da unser Leitungswasser hier recht "hart" ist. Es werden auch zusätzlich Heu- und Brennesseltees gereicht, aber nur mit sehr mäßigem Erfolg. Das Futter wird ordentlich abgespült und so zusätzlich für eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme gesorgt.

Die Gabe von Möhrengrün, frischer Petersilie und Kohlrabiblätter habe ich seit 2 Wochen komplett vermieden, wegen des Blasenschlamms. Würde ich in Zukunft aber gerne wieder in Maßen mitfüttern, da sie es liebt und die Nahrung auch nicht Kalziumarm sein sollte.

Wirklich längerfristig geholfen hat es (noch?) nicht. Vor genau 2 Wochen wurde die ältere Häsin nun kastriert, da das Ultraschall und ein Röntgenbild eine veränderte Gebärmutter zeigten, die mein Tierarzt für einen möglichen "Mitverursacher" hielt. Trotz meiner riesigen Ängste, überstand die angeschlagene Häsin die OP, obwohl es Tage brauchte, bis sie sich auch nur ansatzweise erholte. Es wurden tatsächlich auch Zysten an den Eierstöcken gefunden, was die OP schonmal rechtfertigt. Außerdem wurde der Tränen-Nase-Kanal gespült, da sie seit 2 Monaten auch mit einem stark tränenden, geröteten Matschauge kämpft. Dies brachte allerdings nichts und das Auge ist genauso schlimm, wie vor der OP- fast noch schlimmer. Hier behandle ich mit Floxal Augentropfen. Mittlerweile ist aber die Haut durch die ständige Tränenflüssigkeit so gereizt, dass die Haare sich lichten und ich auch hier etwas Salbe auftrage. Jetziger Stand ist der Vorschlag des Arztes, dass die Nickhautdrüse stark entzündet ist und unter erneuter Narkose entfernt werden sollte. Es sieht wirklich schlimm aus, trotzdem scheue ich mich noch vor einer weiteren OP und möchte sie eigentlich erstmal etwas zur Ruhe kommen lassen. Schleppe sie schließlich seit Monaten mehrfach die Woche zum Arzt und die Kastration liegt noch nicht lange zurück. Was habt ihr da für Erfahrungen?

Seit der OP hat sie sich zunächst jeden Tag stark eingenässt und ich musste sie ständig mit mir unter die Dusche zerren. Ihre Hinterbeine sind durch den beißenden Urin bereits völlig nackt und gerötet.
Reibe sie nach dem Duschen noch mit Bepanthen, Zinksalbe und Babypuder ein, damit die Haut zur Ruhe kommt, aber es dauert nicht lange, bis sie wieder Urinverklebt ist- so schnell komme ich nicht hinterher.
Habe auch Angst, dass sich Maden ansiedeln könnten und kontrolliere nach jeder Dusche gründlich. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es jedes Mal eine riesige Tortour ist und es mich innerlich zerreißt, sie momentan so "quälen" zu müssen!

Als wäre das Duschen nicht schon genug Stress, verabreiche ich ihr noch die ganzen Medikamente.
Sie bekommt seit der OP tägl. AB (Marboxyl 1,5ml, nun Veraflox 1,2ml), Schmerzmittel (Metacam Hunde 1,5 ml), RodiCare 0,6 ml, um den Blasenschlamm auszuschwemmen und ProPre-Bac zur Unterstützung der Darmflora.
Außerdem gebe ich ihr noch eine kleine 6ml Spritze mit stillem Mineralwasser und massiere ihren Bauch, damit der Schlamm gelöst wird.
Da sich ihr Zustand seit einer Woche nur etwas verbessert hat, bin ich sehr besorgt und möchte gerne Rat bei euch einholen.

Der Arzt sagte am ersten Nachsorgetermin, dass es eine Weile dauern kann, bis der Schlamm sich gelöst hat und wir noch nicht aufgeben. Trotzdem wusste er spontan nicht mehr viele Alternativen.
Seit ein paar Tagen ist sie nun tatsächlich trocken und der Harn scheint klar, aber trotzdem ist sie noch lange nicht die Alte und sie erscheint mir noch sehr matt, träge und abgeschlagen. Ihr Gang erscheint mir auch etwas komisch und unrund, als würde sie sich mit den Hinterbeinen Dreck abschütteln wollen. Sie putzt sich auch ständig und scheint Juckreiz zu haben, was aber bei der gereizten Haut am Hinterteil verständlich erschien. Aber mittlerweile ist der komplette, hintere Rücken nackt, das Fell löst sich Büschelweise und es gibt bisher keine Erklärung. Sie bekam bereits 3 Wochen lang Ivomex (?, gegen Milben) doch es blieben trotzdem Schuppen zurück. Es wird nun noch ein Tesa-Abklatsch gemacht, um zu schauen, ob ein Pilzbefall vorliegt.
Zunächst dachte ich, der Haarausfall läge am Einnässen und den Duschen, aber mittlerweile irritiert und besorgt es mich.
Ob das eine mit dem anderen tatsächlich zu tun hat, konnte bisher nicht rausgefunden werden. Es könnte wohl auch an der Kastrationsnaht liegen, die ja noch recht frisch ist........vielleicht auch Stress? Sie muss gerade wirklich viel verkraften..........
Trotzdem habe ich Angst, dass etwas völlig anderes hinter den einzelnen Baustellen stecken könnte, was bisher nicht entdeckt wurde.
Eine Blutuntersuchung letzte Woche ergab völlig unauffällige Ergebnisse.

Natürlich fehlt auch gerade jetzt ein Partner immens, aber es will mit ihrer kleinen Freundin nicht recht klappen.
Habe sie unter meiner Aufsicht mal zusammengesetzt, doch sie interessieren sich nicht wirklich füreinander. Die Kleine hat dann aber doch Anstalten gemacht zu Beißen und habe sie sofort wieder getrennt- bei der Schwere der letzten Verletzung wollte ich nicht zögern. Sollte auch erstmal keine ernsthafte VG werden, dafür ist die Ältere noch zu schlapp, aber ich hatte einfach die Hoffnung, dass mit verschwundener Gebärmutter der "Streitgrund" vielleicht ausgeräumt wäre und sie sich wieder verstehen. Wollte es zumindest mal versucht haben. Die erste VG vor 4,5 Jahren war schließlich völlig problemlos und beide sofort ein Herz und eine Seele.
Mittlerweile laufen sie wieder parallel herum und beißen sich nicht mehr, aber es ist kein puscheliges Miteinander mehr, sondern bloße Koexistenz- was ist da bloß los?

Was würdet ihr tun? Was für Tipps habt ihr, wie ich der Älteren gesundheitlich helfen kann?
Hat jemand Erfahrung mit so heftigen Blasenschlammfällen, Augenentzündungen und Fellverlust?

Kennt ihr andere Krankheiten, die für diese Symptome (stark tränendes, entzündetes Auge, Blasenprobleme, Abgeschlagenheit, komischer Gang, starker Haarausfall) sorgen könnten, auf die ich noch untersuchen lassen könnte? Bin für jeden Rat dankbar!
Muss noch dazu sagen, dass ich meinen Ta für recht fähig halte, trotzdem spreche ich ihn auch gerne gezielt auf verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten an, sodass ihre Probleme umfassend aufgedeckt und behandelt werden können! Er hat schon einiges unternommen, aber es bleibt bisher alles etwas mysteriös.
Möchte nichts unversucht lassen und ihr bald wieder ein schöneres Leben bieten können!

Keinesfalls sollen eure Ratschläge weitere Tierarztbesuche ersetzen!
Unser nächster Termin ist am Freitag und ich war in den letzten 2 Monaten Dauergast im Wartezimmer und habe mich auch nicht vor Notärzten gescheut- sogar Hausbesuche wurden angeleiert, damit der Stress für das Tierchen möglichst gering bleibt. Nur damit ihr nicht auf falsche Gedanken kommt- ich tue wirklich alles für meine Beiden und habe kein Problem damit, den Jahresurlaub nun in Arztkosten zu investieren!!!
Nicht, dass man die Tierchen überhaupt in irgendetwas aufwiegen könnte!
Mache mir wirklich wahnsinnige Sorgen und habe ein komisches Bauchgefühl, das kennt ihr sicherlich! Danke für eure Geduld mit meinem ausführlichen Text und bitte schreibt alles, was euch dazu einfällt!
Wir 3 sind für jeden Tipp dankbar!

Eure Isabell



 

Stichworte
augenentzündung, blasenproblem, haarausfall



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