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ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 18:15

Kaninchen krank oder schon auf dem Weg der Besserung?
 
Hallo zusammen,

ich hoffe, ihr könnt mir helfen!!!

Mein Zwergwidder ist seit Mittwoch wohl gesundheitlich etwas angeschlagen. Mittwoch morgens war er noch weitestgehend fit, hab ihm vor der Arbeit noch ein Leckerli gegeben und bin dann los. Nachmittags ist mir dann aufgefallen, dass er nichts frisst. Das ist für ihn recht ungewöhnlich, er ist ein leidenschaftlicher Esser. Ab und an kam es vor, dass er jedoch mal keinen Hunger hatte, das hat dann auch 2-3 h gedauert. Deshalb hab ich mir anfangs nicht viel dabei gedacht. Abends jedoch fraß er immernoch nichts und bewegte sich viel weniger als sonst. Ich hab ihm dann einen Karottenbrei gefüttert (das Päppeln mag er überhaupt nicht).
Später (es war schon fast Mitternacht) fuhr ich dann mit ihm in die Tierklinik. Der TA hat Zähne kontrolliert, Bauch abgetastet, Fieber gemessen und natürlich gewogen. Die Temperatur betrug da 39,4 Grad. Wohl leichtes Fieber, meinte der TA. Er hat ihm daraufhin drei Spritzen gegeben. Zum einen ein Fieber senkendes Mittel und zum anderen etwas, um die Verdauung wieder in Gang zu bekommen. Der TA tippte auf einen Infekt und gab mir noch Schrot mit, also gemahlenes Grünfutter, das ich mit Wasser zu einem Brei anrühren und meinem Kaninchen geben sollte, solange er nicht selbstständig frisst (oder zu wenig).

Leider hab ich den TA nicht gefragt, ob ich am nächsten Tag nochmal zu meinem (Haus)TA fahren soll. Da er nichts davon erwähnt hat, dachte ich das wäre wohl nicht so dringend erforderlich.

Gestern und heute hat Karli wieder ein wenig gefressen. Den Brei hab ich ihm zwar ab und an gegeben, aber der Kerl hat sich so gewehrt, weil er es hasst, zwanghaft festgehalten zu werden. Den Brei hat er aber noch genommen. Außerdem hat er von selbst ein wenig gefressen, bewegte sich mehr und kötteln tut er auch.

Grad hab ich ihm ein wenig Auslauf gegeben, er war neugierig und hat sich umgesehen. Was mich allerdings etwas irritiert, ist, dass er manchmal kaut, ohne dabei zu fressen.

Jetzt weiß ich nicht, ob ich zum Notdienst soll oder nicht. Das Tier erscheint mir etwas munterer und auf dem Weg der Besserung. Es frisst einigermaßen (wenn auch weniger als sonst). Nur weiß ich leider nicht, ob das kauen auf Schmerzen hindeutet? Er liegt dabei ausgestreckt da, als ob er "relaxt". Ich neige auch dazu, überzureagieren, was solche Sachen betrifft. Ich weiß leider aber auch, wie schnell so ein Kaninchenleben enden kann :( Könnt ihr mir helfen? Hat jemand hier schon Erfahrungen mit einem solchen Verhaltensmuster?

Es wäre super, wenn ihr mir dabei helfen könntet!!

Liebe Grüße.

hasis2011 18.04.2014 18:23

Als erstes und ganz wichtig: Bitte niemals zwanghaft füttern, wenn nicht die genaue Ursache für die Fressunlust festgestellt wurde! Und das kann man nur mit einem Röntgenbild. Hat dein Kaninchen eine Verstopfung, kann päppeln für ihn tödlich sein, der Magen kann reißen weil der von dir verabreichte Futterbrei Aufgrund der Verstopfung nicht weitergeschoben werden kann.
Ich halte generell nichts von Päppeln, die Tiere haben schon einen Grund, warum sie nicht fressen wollen.
Stell dir vor, du hast Bauchschmerzen und jemand stopft dir Essen rein. :wink5:

Deiner Beschreibung nach denke ich, das er Probleme mit den Zähnen hat. Die hinteren Backenzähne sind nur schwer einzusehen und die Zahnwurzeln gar nicht, deshalb sollte auch vom Kopf ein Röntgenbild erstellt werden.
Eins meiner Kaninchen hatte erst vor Kurzem solche Probleme, sie hatte 2 lockere , eitrige Zähne, die gezogen werden mussten.

Biete ihm Futter an, das er gut kauen kann, wenn möglich Wiesenkräuter und Gräser, Karotten kannst du reiben. Auch wenn er nur etwas frisst, ist das schon mal gut. Päppeln nicht mehr!

Ach ja, 39,4 Grad ist bei Kaninchen Normaltemperatur, er hat also kein Fieber. :wink5:

ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 18:30

Danke für deine schnelle Antwort, hasis2011!

Verstopfung wurde ausgeschlossen, da der Bauch nicht hart war und er köttelt. Das mit dem Magen weiß ich schon, deshalb taste ich momentan regelmäßig den Bauch ab. Das mit dem zwangsernähren hab ich auch eingestellt, nachdem er ja Stroh (Heu lässt er leider immer liegen) frisst und Salat, Apfel etc. und wirkt ruhiger als sonst.

hasis2011 18.04.2014 18:38

Wie gesagt, lass auf jeden Fall die Zähne gründlich kontrollieren, incl. Röntgenbild. Ich vermute da die Ursache.

Was fütterst du denn?

ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 18:51

Ich füttere weitestgehend Getreidefrei. Vorzugsweise getrockneten Löwenzahn, Salat, Apfel und Karotte, Kräutermix und ein bisschen getreidefreies Trockenfutter. Ab und an mal einen Kräcker und Stroh; Heu lassen meine beiden liegen (hab schon verschiedenes ausprobiert) und im Sommer Wiese.

hasis2011 18.04.2014 18:55

Ok, deine Winterfütterung klingt jetzt nicht so optimal, daher vermute ich Zahnprobleme, im besten Fall sind es "nur" kleine Spitzen, die geschliffen werden müssen.

ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 18:58

Wieso, was mache ich denn falsch?

hasis2011 18.04.2014 19:06

Zitat:

Zitat von ZwergKaninchenLiebhaberin (Beitrag 629337)
Wieso, was mache ich denn falsch?

Zitat:

Zitat von ZwergKaninchenLiebhaberin (Beitrag 629334)
Ich füttere weitestgehend Getreidefrei. Vorzugsweise getrockneten Löwenzahn, Salat, Apfel und Karotte, Kräutermix und ein bisschen getreidefreies Trockenfutter. Ab und an mal einen Kräcker und Stroh; Heu lassen meine beiden liegen (hab schon verschiedenes ausprobiert) und im Sommer Wiese.

Deine Fütterung finde ich etwas zu trocken und zu wenig blättriges Frischfutter. Du musst nicht Unmengen an verschiedenen Sorten anbieten, aber Kräuter, Kohl, usw., also alles, was an die natürliche Nahrung, nämlich Wiesenkräuter, rankommt, sollte schon etwas dabei sein.
Fressen sie viel Stroh? Im Grunde ist Stroh kein Problem, aber zuviel davon kann zu Verstopfungen führen.
Getreide in Maßen ist nicht schlecht, es ist sogar eine wertvolle Ergänzung.:wink5:

ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 19:20

Ne, viel Stroh fressen sie nicht. Kräuter bekommen sie so ziemlich jeden Tag. Ich füttere viele Kräuter von JFarm. Bei Kohl hab ich etwas bedenken wegen dem Aufblähen, deswegen lass ich da die Finger von. Ab und an bekommen sie auch Paprika, allerdings sollte man die auch nicht zu oft füttern, wie ich gehört habe.

Das mit dem Getreide wusste ich nicht :) Hatte mir schon Sorgen gemacht, weil der TA mir Critical Care mitgegeben hat und das beinhaltet ja auch Getreide.

Ich hätte noch eine weitere Frage, was insbes. die Verdauung betrifft: Er köttelt etwas kleiner als sonst, frisst aber auch. Inwieweit besteht da noch das Risiko einer Verstopfung? MIr kam der Bauch ein klein wenig härter vor als sonst, aber das mag auch Einbildung sein. Ich mach mich da leicht verrückt.

hasis2011 18.04.2014 19:26

Im Grunde sollte man jedes Verdauungsproblem ernst nehmen, eben weil das schnell schlimm enden kann bei Kaninchen. Nur durch Tasten kann man keine Verstopfung ausschließen, auch ein TA nicht, und der Darm ist lang, es können also noch Köttel kommen, obwohl der Magen schon verstopft ist.
Deshalb würde ich das gründlich abklären lassen.

Wichtig ist, das er, gerade jetzt, viel frisches Futter bekommt, am besten viel Wiesenkräuter und Gräser. Das hilft ihm, eben auch durch den hohen Wassergehalt, macht die Sache rutschiger.:smilewinkgrin:

Mit Kräutern meinte ich frische Kräuter (Petersilie, Dill, Basilikum, usw.), Kaninchen sind Frischköstler, ihre Verdauung ist darauf ausgelegt, Futter mit hohem Wassergehalt zu verdauen. Zu trockene Fütterung (Trockenkräuter, Trockenfutter, usw.), belastet die Verdauung.

ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 19:37

Ah ok. Vielen lieben Dank, dass du mir so viele Tipps gibst. Ich hab meinen beiden Nins heute Apfel und Salat gefüttert, sowie Trockenkräuter. Gerade hab ich einen dicken Büschel Petersilie aus dem Garten gebracht und einen verdünnten Kamilletee gegeben. Ich hoffe, das hilft. Sie haben sich sofort beide auf die Petersilie gestürzt.

hasis2011 18.04.2014 19:40

Bitte gerne! :smile5:

Bring ihnen auch viele Wiesenkräuter und Gras, und wenn du an Weide kommst, die darin enthaltenen Wirkstoffe sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. :wink5:

ZwergKaninchenLiebhaberin 18.04.2014 20:06

So, ich war jetzt Wiese sammeln. Leider hat es bei uns heute viel geregnet. Ich hab daher das Gras in einem Handtuch abgetrocknet, damit es nicht ganz so nass ist.

hasis2011 18.04.2014 20:09

Etwas abschütteln reicht schon, so nehmen sie zusätzlich Flüssigkeit auf.

Und du kannst ruhig etwas Regen zu uns schicken, bräuchten wir hier dringend.

ZwergKaninchenLiebhaberin 22.04.2014 14:37

Hallo liebe Hasis2011,

ich wollte mich nach ein paar Tagen wieder zurückmelden mit einem kleinen Update bzgl. meinem Kaninchen. Ihm geht es wieder richtig gut :) Er springt wieder vergnügt durchs Gras und seine Verdauung scheint auch wieder wie üblich zu funktionieren.

Ich wollte mich nochmal herzlich bei dir für deine Tipps bedanken. Besonders die frische Wiese scheint dem Kerl richtig gut getan zu haben, danach ging es ihm merklich besser.

Ich denke im Nachhinein, es wird wahrscheinlich wirklich - wie es der TA vermutet hat - ein Infekt gewesen sein und der Dicke deswegen keinen Appetit gehabt haben.

Liebe Grüße! :)

ZwergKaninchenLiebhaberin 28.04.2014 21:07

Ich hätte nochmal eine kleine Frage. Karli frisst zwar ordentlich aber er wirkt nicht so fröhlich wie sonst. Normalerweise springt er rum und schüttelt den Kopf und ist ein richtiges Freudenbündel. Aber ab und zu beobachte ich immernoch, wie er kaut ohne dabei zu fressen.

Vielleicht sind es ja wirklich Zahnspitzen, die ihn ärgern. Ich möchte morgen nachmittag mal bei der Tierärztin anrufen, um einen Termin auszumachen.

Dennoch wollte ich mir auch hier mal ein paar Informationen zu diesem Thema einholen. Zahnspitzen müssen ja geschliffen werden. Wie muss ich mir das dann vorstellen? Karli ist ein aufgewecktes und cleveres Kerlchen (wiegt 3 Kg und ist kräftig). Er wehrt sich mit Händen und Füßen bei Untersuchungen, wir müssen ihn jedes Mal zu dritt festhalten. Muss er dann beim Zähneschleifen eine Vollnarkose bekommen? Das fände ich nämlich nicht so schön...

Liebe Grüße!

hasis2011 28.04.2014 21:15

Die Backenzähne sollten in Narkose geschliffen werden weil der TA einen Maulspreizer verwenden muss und das geht nur in Narkose. Frag aber nach, ob dein TA eine Gasnarkose macht, das wäre für das Kaninchen besser, dann ist er nach der Behandlung gleich wieder fit.

ZwergKaninchenLiebhaberin 28.04.2014 21:19

Und geröntgt werden muss er ja vorher auch, um erstmal überhaupt feststellen zu können, ob wirklich Zahnspitzen vorliegen. Wie läuft das dann ab?

hasis2011 28.04.2014 21:24

Für Zahnspitzen muss er nicht geröntgt werden, dafür verwendet der TA ein Gerät, mit dem er ins Maul guckt, Otoskop heißt das Ding, glaube ich. Röntgen macht man, um die Zahnwurzeln zu sehen, ob die ok sind und wie die im Kiefer stehen, kannst du aber sicherheitshalber machen lassen, das muss aber auch in Narkose gemacht werden wegen dem Maulspreizer, der wird beim Röntgen auch eingesetzt.

ZwergKaninchenLiebhaberin 28.04.2014 21:44

Alles klar! Vielen lieben Dank für die (v.a. superschnellen!) Infos! :)

ZwergKaninchenLiebhaberin 29.04.2014 18:31

So, ich war heute bei der Tierärztin. Karli hatte ein bisschen Zahnspitzen. Die wurden dann sozusagen abgeraspelt. Das ging auch recht schnell und er hat sich gleich wieder beruhigt. Karli hat dabei keine Narkose bekommen. Den Maulspreizer kannte er schon und er verhielt sich auch ganz ruhig dabei.

Die TÄ meinte, wenn er empfindlich ist, kann das schon ein Grund sein, dass er ein wenig schlechter gefressen hat als sonst. Ich soll ihn einfach weiter beobachten, und wenn es sich nicht bessert, wieder kommen.

Er frisst zwar, aber wirkte wie gesagt nicht so fröhlich wie sonst. Als ob er Schmerzen hätte. Mal schaun, auf jeden Fall sind die Zähne wieder gut. :)

hasis2011 29.04.2014 18:35

Also doch Zahnspitzen, dachte ich mir. Gut das seine Zähne wieder in Ordnung sind, wobei ich skeptisch bin mit Maulspreizer ohne leichte Narkose, das kann zu schweren Verletzungen führen.

ZwergKaninchenLiebhaberin 29.04.2014 18:41

Ne, die Tierärztin, bei der ich bin, ist sehr erfahren und ich vertraue ihr da vollkommen. Sie kennt sich echt gut mit Kaninchen aus und achtet auch auf Sicherheit. Er wurde ja festgehalten. Und sie kennt ja mein Kaninchen. Da hab ich keine Bedenken.

Liebe Hasis2011, danke nochmal für die vielen lieben Antworten, und ja, dein Tipp war richtig! Tausend Dank!!! :)

Lupine 29.04.2014 18:52

Ich muss hasis2011 da voll beipflichten mit ihrer Besorgnis, sie hat absolut Recht dabei ein ungutes Gefühl zu haben.

Ich weiß von einem Fall, auch bei einer erfahrenen Tierärztin, wo das ganze beinahe in einer Katastrophe endete nachdem es viele Male gut gegangen war. Das Nin erschreckte plötzlich, machte eine heftige Bewegung (ja, es wurde festgehalten, und zwar ordentlich) und die Tierärztin rutschte ab. Sie traf unglücklich die große Ader, die vor dem Kiefergelenk langführt. Das Kaninchen wäre ihr beinahe innerhalb von Minuten auf dem Tisch verblutet.

Mein TA hat bei meiner Jule einmal auf diese Art eine Zahnspitze entfernt, hat mich aber vorher über das Risiko aufgeklärt, und zwar klar und deutlich. Die Entscheidung lag bei mir, ich bin das Risiko also bei vollem Bewusstsein eingegangen. Die Zahnspitze lag weit vorne, deshalb habe ich es gewagt dem zuzustimmen, aber ich habe große Angst gehabt.

Ein Nachteil der Behandlung ohne Narkose ist auch, dass man nicht sehen kann ob man wirklich das ganze Ausmaß des Problems erkennt. Bei Leo war das recht regelmäßig der Fall, dass sich das Ausmaß der Katastrophe erst in der Narkose zeigte, mehrfach war der Tierarzt ganz schön gebügelt.

Sollte es also nicht besser werden, und zwar innerhalb von 2 Tagen, lass ihn Freitag in Narkose legen und gründlich nachsehen.

ZwergKaninchenLiebhaberin 29.04.2014 23:42

Klar werde ich mein Kaninchen die nächsten Tage weiter genau beobachten. Die Tierärztin meinte ebenfalls, ich solle wieder vorbeikommen, falls es ihm weiterhin nicht besser geht. Allerdings ist anzumerken, dass er nur ein wenig schlapper wirkt als sonst. Er frisst ganz gut.

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich eher Narkosen skeptisch gegenüberstehe. Der Eingriff hat bei meinem Rammler wirklich vielleicht 3 Minuten gedauert (wenn überhaupt) - er war sehr kurz. Ob man dafür ein Tier narkotisieren muss ist wirklich die Frage. Und einem Pferd müssen auch oft die Zähne geraspelt werden und das wird dann i.d.R. auch nicht narkotisiert obwohl da ebenfalls Gefahren bestehen können.

Auch darf (bei allem Risiko OHNE Narkose) das Risiko einer Narkotisierung nicht unbeachtet gelassen werden. Wie gesagt - ich kenne die Tierärztin und vertraue ihr in dieser Hinsicht vollkommen.

hasis2011 29.04.2014 23:56

Ich habe bis jetzt Zahnkorrekturen bei Pferden nur mit Beruhigungsmittel oder einer leichten Narkose erlebt, also nur soviel, das das Pferd nicht umgefallen ist. Da wird ja auch ein Maulspreizer eingesetzt und das würde sich kein Pferd gefallen lassen.

Er muss ja dafür nicht in Vollnarkose gelegt werden, mein Zahnkaninchen muss alle 3 Wochen zur Zahnkorrektur, das wird mit einer Gasnarkose gemacht, da atmet er nur soviel Gas ein, das er still hält, so kann die TA in Ruhe und genau arbeiten und es besteht kein Verletzungsrisiko.
Nach 10 Minuten ist das erledigt und ich kann ihn wach wieder mitnehmen, daheim angekommen hoppst er wieder normal rum.
Einem anderen Kaninchen von mir wurden vor 3 Wochen in Gasnarkose 2 Zähne gezogen, 10 Minuten später war sie wieder wach.

Ich finde, für das Tier ist es stressfreier, wenn es die Prozedur (Maulspreizer, Schleifgeräusch, usw.) nicht mitbekommt.

Lupine 01.05.2014 12:05

Hast du dir schon mal das Maul eines Pferdes angeschaut und das eines Kaninchens? Na, was fällt dir zum Größenunterschied auf? Wo haut man leichter gegen eine Ader?

Es muss jeder selbst wissen welches Risiko er eingehen will. Aber die Halterin deren Häsin fast verblutet wäre, hat im Nachhinein gesagt dass sie, wenn sie das vorher sich wirklich klar gemacht hätte, niemals einer Sanierung ohne Narkose zugestimmt hätte. Und auch die betreffende Tierärztin war extrem geschockt, auch sie hat das Risiko einfach verdrängt.

Narkosen gelten als gefährlich - das ist auch richtig. Was aber leicht vergessen wird, das sind die Gefahren der Alternativen. So hat es auch schon Kaninchen gegeben die durch die Aufregung einer Behandlung ohne Sedierung einen Herzschlag bekommen haben und noch auf dem Untersuchungstisch verstorben sind. Vor einiger Zeit gab es hier im Forum auch einen Fall, wo ein Rammler mit örtlicher Betäubung kastriert wurde statt mit einer Kurznarkose, das sei schonender und risikofreier. Soweit ich mich erinnere, hat er sich von der Lähmung die er sich durch seine Gegenwehr zuzog nicht wieder erholt und musste letztendlich erlöst werden.

Man sollte auch nicht eine schwere, tiefe Narkose mit einer Kurznarkose oder Sedierung verwechseln. Da gibt es sehr große Unterschiede. Dass du nicht antagonisierbaren (also nicht aufhebbaren) Injektionsnarkosen skeptisch gegenüberstehst kann ich bestens verstehen, das geht mir genauso.

Aber das ist ja nicht die einzige Möglichkeit ein Kaninchen schlafen zu legen. Gasnarkosen können sehr gut dosiert werden und die Wirkung beginnt bereits in dem Moment wieder nachzulassen in dem das Narkosegas abgedreht wird. Es dauert meist nur wenige Minuten bis das Kaninchen wieder vollständig bei sich ist, während bei einer nicht antagonisierbaren Injektionsnarkose Stunden vergehen können, bis es überhaupt wieder sitzt.

Eine Alternative zu den Gasnarkosen sind die leider bislang nur von wenigen Tierärzten angebotenen antagonisierbaren Injektionsnarkosen, mit denen schon einige Kaninchenhalter gute Erfahrungen gemacht haben. Solche Arten von Narkosen werden im Allgemeinen von Zootierärzten angewendet - wenn du schon einmal die typischen Zootierarzt-Sendungen gesehen hast, wird dir aufgefallen sein dass den Tieren dort nach Abschluss der Behandlung ein Gegenmittel gespritzt wird, und sie bereits nach wenigen Minuten aus der Narkose zu erwachen beginnen.

Narkose ist also nicht gleich Narkose, und eine leichte Sedierung z. B. mit Narkosegas kann wesentlich risikoärmer sein als eine Behandlung ohne Narkose.

ZwergKaninchenLiebhaberin 01.05.2014 14:29

Danke für die Aufklärung. Ich werde das nächste Mal meine Tierärztin dazu fragen.

Und ja, ich kenne das Maul eines Pferdes, wir haben zwei Pferde ;) .

Lupine 01.05.2014 15:02

Na, dann hast du ja den direkten Größenvergleich :smilewinkgrin:

Die Entscheidung trifft am Ende natürlich jeder selbst, aber die verschiedenen Alternativen sollten einem bekannt sein damit man diese Entscheidung auch wirklich unter Einbeziehung aller bekannten Faktoren für den Einzelfall treffen kann.

Es kann durchaus einzelne Situationen geben, wo es besser ist auf eine Sedierung völlig zu verzichten - im größten Teil der Fälle würde ich aber immer zu einer Sedierung raten. Wie gesagt: nicht zu einer richtig tiefen Injektionsnarkose nach der das Nin einen halben Tag mindestens total platt ist, das ist wirklich zu viel des guten. Nur leider gibt es immer noch Tierärzte, die nicht für eine Gasnarkose ausgerüstet sind, oder die der Meinung sind man könne diese Narkoseform für Zahnbehandlungen nicht verwenden. Das stimmt aber nicht - es geht sehr wohl wie viele Fälle beweisen.

ZwergKaninchenLiebhaberin 01.05.2014 15:25

Ja wie gesagt werde ich meine TÄ nochmal dazu befragen. Allerdings hat der Eingriff wirklich sehr sehr sehr kurz gedauert - da wollte sie ihm wahrscheinlich sowas nicht zumuten.

Ich weiß, wie schwierig es ist, einen guten Tierarzt für Kaninchen zu finden. Meine Tierärztin erachte ich als äußerst kompetent!

Lupine 01.05.2014 17:08

Wie geht es ihm denn überhaupt heute?

ZwergKaninchenLiebhaberin 02.05.2014 00:05

Danke der Nachfrage!

Man merkt einen bemerkenswerten Unterschied seit er die Zähne gemacht bekommen hat. Er wirkt aufgeweckter, fröhlicher und frisst wieder richtig gut. :)


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