![]() |
Weibchen hitzig? Hallo ihr Lieben! Ich benötige mal wieder einen Rat. Meine beiden süßen Ninchen sind nun ein 1/2 Jahr alt. Als sie in die Pubertät gekommen sind, haben wir den ganzen Spaß mit Doninanz auskämpfen etc. mitgemacht. Alle paar Woche gibts immer mal wieder ein Gezanke, aber an sich vertragen sie sich sehr gut. Der eigentliche Spaß hat vor knapp einer Woche angefangen. Meine kleine Mina hatte begonnen das Gehege umzugraben, Heu durch die Gegend zu schleppen - jedoch keine Nester zu bauen. Erster Gedanke war, das sie evtl. triebig ist. Als sie dann neulich das Sofa zerlegen wollte und ich dabei neben ihr saß und leicht auf das Sofa mit den Fingern geklopft habe (ein tippen, bei dem sie eigentlich immer wissen, dass man mein Sofa nicht zerkauen darf und dann Leine ziehen), hat sie gefaucht und mich in den Arm gezwickt. War nicht schlimm, aber ein ungewöhnliches Verhalten. Seit zwei Tagen fängt sie nun immer wieder an meinen Kastraten zu berammeln. Sie springt ihn an, fängt am Kopf an zu rammeln (hinten erwischt sie ihn meist nicht) und er läuft davon. Dann drückt sie sich vor ihm nieder, stellt das Schwänzchen in die Luft (er reagiert nicht) und für mich hat es den Anschein als würde sie ihn anbetteln. Wenn er sie dann weiter mit Ignoranz straft, schiebt sie dann manchmal ihr Schnauze under sein Hinterteil auf Höhe des Geschlechtsorgans und zwickt ihn da rein. Er findet das nicht witzig und macht die Biege. Beim Laufen stößt sie Brummgeräusche aus. Vor ein paar Stunde habe ich beobachtet, wie er sie auch mal verscheucht hat. Aber im allgemeinen ist er ziemlich geduldig und will hauptsächlich seine Ruhe haben. Das ist doch kein normales Dominanzgerangel, oder liege ich da falsch? Hat mir jemand einen Tipp, wie ich das hitzige Gemüt etwas beruhigen kann oder muss man das so hinnehmen? Das Weibchen immer wieder Scheinträchtig werden und Hormongeplagt sind, ist mir schon klar. Aber es scheint für beide eine stressige Situation zu sein, die eigentlich keinem hilft... |
Bei mir hat sich das alles wieder gelegt nach einer Weile aber die Bettelphase kenn ich nur zu gut... Ich kenn mich da jetzt nicht soooo aus aber bei öfteren Scheinschwangerschaften sollen Kastrationen angeblich Abhilfe schaffen, evtl wäre das hier auch eine Lösung |
Danke für deine schnelle Antwort :-) Da es nun das erste Mal ist, habe eine Kastration noch nicht in Betracht gezogen. Aber ich habs mal im Hinterkopf. Zuerstmal bin ich erleichtert, dass sich das wieder legt. Diese Aufdringlichkeit bringt die ganze Harmonie durcheinander :). Wie lange dauert so eine Phase bei deinen denn in etwa? Muss ich mich da auf Wochen einstellen oder kann das auch schon nach ein paar Tagen sich wieder legen? |
Zitat:
Ich sehe da auch eigentlich als ganz normales Verhalten an solange es nicht ständig ist. Jetzt im Frühjahr sind ja noch die Frühlingsgefühle dabei, aber ich denke das ist in ein paar Tagen schon besser! |
Im Normalfall ist das nach ein paar Tagen erledigt. Und du hast recht, sie ist hitzig und bettelt ihn an, indem sie ihn mit Rammeln und bedrängen auffordert, sie doch endlich zu decken. Viele kastrierte Rammler machen das nicht, das frustriert die Häsinnen oft sehr und macht sie aggressiv. Dein Rammler wäre also gut beraten, ihr mal den Gefallen zu tun. :p Eine Kastration bei Häsinnen sollte nur bei medizinischer Notwendigkeit gemacht werden, gerade wenn sie noch so jung ist, würde ich auf keinen Fall kastrieren. |
Zitat:
|
Puh, da bin ich froh! :D Zum Glück haben sie genügend Platz, dass er sich auch mal zurückziehen kann. Ich glaube andernsfalls wäre das schon ziemlich ausgeartet :P @hasis2011: Was verstehst du unter medizinischer Notwendigkeit im Bezug auf die weibliche Kastration? Ich war neulich bei meinem TA mit dem Weibchen meines Cousins, welche leider zeitweise sehr aggressiv wird, wenn ihre Hormone sie erwischen. Da wurde mir nahe gelegt, dass man eine Kastration in Betracht ziehen sollte. Wäre dies eine "medizinische Notwendigkeit"? Zu diesem Thema scheiden sich ja wohl die Geister. Manche empfehlen es profilaktisch - wobei ich mir dieser Meinung nicht ganz anschließen konnte. Deshalb ist sie auch (bisher) nicht kastriert worden... |
Mit medizinischer Notwendigkeit meine ich, wenn z.B. Veränderungen an der Gebärmutter oder den Eierstöcken (Zysten, Tumor, usw.) oder andere, gesundheitliche Probleme sind. Probleme mit den Hormonen sind meiner Meinung nach vom Menschen gemacht, zu wenig Platz, zu wenig Beschäftigungen, nicht artgerechte Haltung, falsche Partner, usw...und wenn die Häsinnen, die von Natur aus ein großes Revier als ihres einfordern, dann "Probleme" machen, weil sie ihre Instinkte nicht ausleben können, sind die Hormone schuld und es wird kastriert. Ist ja einfacher, als die Haltung zu verändern. :rolleyes: :wink5: |
Zitat:
|
Okay, dann verstehe ich, was du meinst. In dem Fall, welchen ich eben schilderte als der TA eine Kastration empfohlen hat, handelte es sich um ein nicht artgerecht gehaltenes Tier, welches wir frisch aufgenommen hatten. Mittlerweile ist sie sehr ausgeglichen und zeigt selten "aggresives Verhalten" Ich finde auch, dass viele Verhaltensauffälligkeiten von den Haltern verursacht werden - das ist zumindest meine Erfahrung. Gut zu wissen, dass ich nicht allein einer Kastration der Weibchen kritisch gegenüber stehe :) |
Zitat:
Ich hab erst vor Kurzem eine Häsin aus der Gruppe (9 Tiere) nehmen müssen, weil sie nicht ganz gesund ist und dadurch öfter gebissen oder gejagt wurde und unter Dauerstress stand. Jetzt lebt sie in einem eigenen Raum (10m²), abgeschirmt von der Gruppe und ich hab für sie einen lieben Rammler geholt. Seitdem ist sie wie ausgewechselt, total entspannt, es geht ihr gut. In dem Fall war "Isolation" die beste Entscheidung. Als Kaninchenhalter sollte man immer einen Plan B im Hinterkopf haben, es kann von heute auf morgen passieren, das sich die Tiere nicht mehr vertragen, wegen Krankheit oder sonst was, und dann muss man eine tragbare Lösung finden. |
Das ist eine sehr verantwortungsvolle Einstellung! Ich kann dir da nur zustimmen. Für Tiere die sich nicht mehr vertragen ist eine Zwangsgemeinschaft auf Dauer doch auch nichts angenehmes. Man hofft es ja nicht, das es dazu kommt, aber es ist durchaus ein Argument das man einen Plan B haben sollte. |
Ich habe auch immer gehofft, das es nie dazu kommt das ich die Gruppe mal trennen muss, ich wollte nie 2 Gruppen haben, aber leider ging es nicht mehr anders. Und wenn ich meine Häsin jetzt sehe, wie glücklich und entspannt sie ist, das sie keine Angst mehr haben muss, gebissen oder gejagt zu werden, war es trotz allem die richtige Entscheidung. |
Was ist eigentlich aus deinem Kaninchen geworden, das schnell geatmet hat und zittrig war? Hat das Fenster aufmachen geholfen? |
Ihm geht es gut. Der Trick mit dem Fenster hat geholfen. Ich habs die Tage danach immer wieder beobachtet und musste feststellen, dass es nach dem toben meistens nochmals kam. Ansonsten wenn er Mittags faul ist, ist die Atmung ruhig und flach. Vielleicht liegt es dran, dass er ein Langhaar-Schlappohr ist und es ihm nach dem Toben eh immer wärmer ist, als meiner Kaninchendame :). Er frisst gut und ist bockig wie immer wenn er was nicht kriegt. :D |
Bei so einem Wuschel kann es helfen, die Ohren etwas anzufeuchten, dann kann er sich besser abkühlen. Auch kannst du das Fell am Bauch kurz halten, auch das hilft beim Abkühlen. In der größten Sommerhitze hilft dann auch eine Komplettschur. |
| Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 02:32 Uhr. |