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boerdy 06.02.2014 14:00

Lähmung, Einschläferung, Rotznase, bitte Hilfe !
 
Hallo zusammen,

ich bräuchte mal eure Hilfe - euren Rat !

Wir hatten bis vor kurzem fünf Ninchen:
Gruppe 1: ein Böckchen + zwei Häsinnen. (Clyde, Bonny und Nina)
Gruppe 2: ein Böckchen + eine Häsin. (Lars und Kinga)

Kinga wurde krank....
sie zog auf einmal die Hinterläufe nach. Beim TA konnte Wirbelsäulenverletzung und Beckenverletzung ausgeschlossen werden, zumindest was die Knochen betrifft.
Wir für uns konnten auch einen Sturz (eigentlich) ausschließen, sie sprang auf nichts drauf. Ein Kampf ebenfalls, da Lars & Kinga ein Schmusepaar war.
Es wurde innerhalb einer Woche deutlich schlechter, der Therapieversuch ging 10Tage. Antibiotika, Schmerzmittel, Vit.B-Komplex, homöopathische Unterstütztung.
Zum Schluss die Vollständige Lähmung der Hinterläufe, keine Reflexe mehr, Nerven tot... wir mussten ihr täglich den Po waschen, sie lag sonst in ihrem Kot & Urin.
Nach 10 Tagen erfolgloser Therapie wurde sie erlöst.

Relativ zeitgleich wurde Lars krank...
Rotznase, Unlust, schlecht gefressen. Auch mit ihm waren wir beim TA.
Laut TA : dicke Erkältung. Hmm... es ist sein vierter Winter bei uns, wir haben ihn bei minus 10 Grad damals gefunden... unsere Ninchen leben in Außenhaltung, voll isolierte Schutzhütten mit Labyrintheingang, ausgepolstert mit Heu & Stroh, immer trocken... naja, kann ja trotzdem mal kommen, er ist auch ein Ninchen, der sich draußen nass regnen lässt und viel im Gehege unterwegs ist.
Lars bekam Antibiotika und homöopathische Unterstützung. Auch seine Nase wurde gespült.
Es wurde nicht besser, eine weitere Woche wurde behandelt.
Dann trat langsame Besserung ein, sein Nasenausfluss wurde klar.

Nach dem Verlust von Kinga brauchte Lars eine neue Partnerin, auch gerade jetzt, wo es doch so kalt war. So nahmen wir Nina (aus Gruppe 1) zu ihm, die beiden haben sich früher schon gut verstanden - auch jetzt problemlos.

Nun zur aktuellen Situation:

Lars hat eine akute Verschlechterung, seit heute morgen kommt wieder deutlich zäher/eitriger Nasenausfluss und (!) er setzt eine Vorderpfote nicht auf !!
(letzte Antibiotika-Gabe Samstag, homöopathische Unterstützung ohne Unterbrechung)

Ich hatte durch Kinga auch viel im WWW gelesen. Mir ließ es keine Ruhe und hat uns fertig gemacht, dass wir so gar nichts tun konnten und auch nicht wussten was es ist.
Ich kam auf E.C.... gelähmte (Hinter-)Läufe, Lars Nasenausfluss... es kann ja so unterschiedlich sein.
Doch beim TA dies angesprochen hieß es "EC fängt immer mit Kopfschiefhaltung an, den Ohren, da es eben im Hirn beginnt"
O.K. - also erst mal den Gedanken verworfen... aber jetzt ??

Was tun ???
Natürlich fahre ich heute Nachmittag zum TA, sobald dieser geöffnet hat und ich einen Babysitter habe.

Aber was meint ihr ? Wie sind eure Gedanken dazu ?
Nina wieder weg von Lars, bevor sie auch krank wird ?
Lars reinholen ? Was aber bedeuten würde: bis zum Frühjahr Einzelhaft ohne Auslaufmöglichkeit.
Doch E.C. ??
Was würdet ihr tun ?

ratlose, fragende Grüße
boerdy

Lupine 06.02.2014 15:33

Zitat:

Zitat von boerdy (Beitrag 606860)
...
Doch beim TA dies angesprochen hieß es "EC fängt immer mit Kopfschiefhaltung an, den Ohren, da es eben im Hirn beginnt"

Mein Vorschlag: umgehend den Tierarzt wechseln!

Es gibt E.C.-Patienten die ausschließlich eine Erblindung zeigen (meist bei Ansteckung bereits im Mutterleib der Fall). Andere zeigen ausschließlich eine Lähmung, meist an der Hinterhand. Wieder andere haben "nur" Nierenprobleme! Der Tierarzt gehört leider zu denen, die sich offensichtlich nicht ausreichend fortbilden, sonst wüsste er dass E.C. viele verschiedene Gesichter haben kann, und dass die "typische" Kopfschiefhaltung ganz und gar nicht typisch ist! Selbst Kaninchen mit Gleichgewichtsverlust müssen nicht zwangsläufig die Kopfschiefhaltung zeigen.

Zur Schnupfenproblematik:

- Wurde geprüft ob ein Fremdkörper in den Atemwegen sitzt? (Heuhalm?)
- Wurde ein Abstrich gemacht und ein Antibiogramm erstellt? Oder einfach "auf gut Glück" ein AB eingesetzt?
- Wurde evtl. auch eine Röntgenaufnahme vom Kopf gefertigt?

Das Humpeln könnte auch zusammenhanglos zu den bisherigen Vorkommnissen sein, möglicherweise gab es von euch unbemerkt eine kleine Jagd bei dem frischen Paar, und er hat sich dabei verletzt.

Nina würde ich bei Lars lassen - wenn es etwas ansteckendes ist, ist sie längst mit dem Erreger in Kontakt gekommen. Ich hatte selbst ein E.C.-Nin und habe die anderen bei ihr gelassen. E.C.-Träger sind ohnehin vermutlich ungefähr 80 % aller Hauskaninchen, da macht eine Trennung absolut keinen Sinn. Und auch mit dem Schnupfen (falls es nicht doch evtl. ein Fremdkörper ist oder sogar ein Zahnproblem) ist sie längst in Kontakt gekommen.

Katharina P. 06.02.2014 18:17

Könnte e.c sein
Wie genau und mit was wurde er denn gegen den schnupfen behandelt?

boerdy 15.02.2014 23:20

Jetzt komme ich endlich dazu mich zu melden.

Wir haben auch den Kampf um Lars verloren.

Klar, ein TA sollte wissen, dass E.C. nicht immer mit Schiefhaltung beginnt... aber deswegen wechsel ich ihn nicht gleich ! Jeder TA wird irgendwo "Lücken" haben, wie es bei jeden anderen Beruflern auch so sein wird.
Es ist eine Gemeinschaftspraxis, wir sind seit Jahren dort und immer zufrieden gewesen ! ....totgeglaubte lebten bereits dank dieser Praxis noch lange vergnügt !

Was auch immer Kinga hatte, wir werden es nicht mehr erfahren - es ist nicht mehr zu ändern.

Lars... er hatte Gelenkschwellungen, daher setzte er seine Vorderpfote nicht mehr auf. Röntgen ergab´aber nichts.
Er bekam Schmerzmittel und Entzündungshemmer und nochmal Antibiotika.
Die Rotznase war das kleine Übel, unter nochmaliger Antibiotika-Gabe wurde es auch besser.
Die Rotznase kam wohl, da einfach sein Immunsystem runter war und seine Kraft sich neigte.
Er mochte aber trotz Schmerzmittel nicht fressen, nahm immer weiter ab. (Zähne auch in Ordnung!) Wir päppelten... er mochte selbst das kaum.
Er war sonst ein Kaninchen, das man nicht so einfach einfangen konnte. Nun konnte man ihn so hoch nehmen....
Es wurde nicht besser.... er war ein Häufchen elend.
Immer wieder waren wir beim TA zur Kontrolle der Schwellungen und des Allgemeinzustandes.
Dann wurde Lymphknotenschwellungen festgestellt und durch seine drastische Gewichtsabnahme nun auch Knubbels (beim erneuten abtasten) im Bauchraum...
....kleine Tumore.... und sein Darm war dann auch schlaff, keine Körperspannung mehr.

Wie alt Lars war wissen wir nicht, wir haben ihn als erwachsenes Böckchen vor vier Jahren gefunden....

Lars konnte nicht mehr... mir mussten loslassen. Er hat sich aufgegeben, man sah´, dass er nicht mehr wollte.
Es war so weit, ich streichelte ihn in den Schlaf, was nicht lange dauerte.
Die TÄ hatte die erste Spritze (Narkosespritze) gerade angesetzt, da sackte er schon komplett zusammen.... da war er schon gegangen.... ganz schnell.

Lupine 16.02.2014 00:09

Mein Beileid, zwei so schwere Verluste in so kurzer Zeit :sad:

Ja, natürlich kann kein TA alles wissen. Aber eine Zweitmeinung ist immer wichtig, wenn es um so wichtige Themen geht wie den möglichen Verlust eines Kaninchens. Deshalb meine Aufforderung den TA zu wechseln. Möglicherweise hätte jemand der unvoreingenommen an die ganze Sache herangegangen wäre, auch den Zustand von Lars eher erkannt.

Es gibt auch hier so einige die tatsächlich zwei Tierarztpraxen haben - eine für Routineangelegenheiten, und eine zweite wenn es mal richtig brennt. Überlegt es euch, vielleicht macht das auch bei euch Sinn.


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