 | Zwergkaninchen | | Registriert seit: 14.04.2010
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Geschrieben am
24.03.2013, 00:04
| | | | Beinahe gestorben wegen Haken an den Zähnen?? Vor 2 Wochen am Freitag viel uns auf, dass unser Otello nicht zum "Frühstück" erschienen ist und nur in der Ecke saß. Vorher schien alles in Ordnung, er kam immer freudig angehoppelt, wenn wir mit was neuem Essbaren erschienen sind und er hatte auch gefressen.
Jedenfalls haben wir das gedacht, denn nachdem er am Freitag offensichtlich ein Problem hatte, ist mein Mann gleich mit ihm zum Tierarzt und der hat festgestellt, dass das Kaninchen wohl schon länger nicht richtig gefressen haben musste, denn er war relativ abgemagert.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das wohl wegen des dicken Winterfells nicht bemerkt hatte.
Unsere Kaninchen sind ziemlich scheu. Sie leben in einem Gartenhaus mit vielen Versteckmöglichkeiten und angeschlossenem Außenhege.
Da ein Einfangen aus diesem Grund unglaublich schwierig und mit großem Stress für die Kaninchen verbunden ist, haben wir gedacht, den Gesundheitszustand anhand des Verhaltens bei den Fütterungen und an den Ausscheidungen im Blick zu behalten. Eingefangen wurden sie nur hin und wieder zum Krallen schneiden oder wenn uns was komisch vorkam. Ein großer Fehler, der mir in Zukunft nicht mehr passieren wird.
Auf jeden Fall ist mein Mann also mit Otello in unsere langjährige Tierarztpraxis gefahren. Ich selbst konnte nicht mit, da ich zur Arbeit musste.
Tierärztin 1 der Gemeinschaftspraxis hat sich leider nicht die Mühe gemacht, eine Ursache für die Beschwerden zu finden, sondern gleich ein Antibiotikum und Buskopan gespritzt. Eine Zahnuntersuchung, die mein Mann auf mein Geheiß hin angefragt hatte wollte sie nicht durchführen, weil sie "dafür keine Fachfrau sei". Das könne nur Tierärztin 2 der Gemeinschaftspraxis.
Die Behandlung hat aber erst mal angeschlagen und kurz darauf ging es Otello wieder besser.
Ich hatte dann den nächsten TA-Termin bei Tierärztin 2 der Gemeinschaftspraxis.
Die untersuchte dann mal richtig, fand eine leicht verschleimte Nase und ganz wenig Schleim auf der Lunge. Außerdem schaute sie die Zähne an und meinte, da seien Haken, die dringend gemacht werden müssten, wenn Otello wieder halbwegs fit ist.
Es wurde weiterhin Antibiotikum gespritzt, ich bekam noch ein zusätzliches Schmerzmittel mit, ich habe Otello mit Critical Care gefüttert und er fraß außerdem auch wieder selbst. Nach einer Woche schien alles überstanden zu sein. Nur zugenommen hatte er innerhalb dieser Zeit nicht wieder. Deshalb bekam er noch immer Critical Care.
Am Donnerstag saß er dann leider wieder in der Ecke. Mein Mann rief also in der Praxis an. Tierärztin 2 war leider nicht da und Tierärztin 1 meinte, sie habe keine Zeit, er solle am nächsten Tag um 17:00 Uhr kommen.
Als mir mein Mann das erzählte, war ich stinkesauer und da das Häschen nicht wirklich gut aussah, sind wir in eine Tierklinik gefahren.
Das war auch gut so, denn Otello ging es noch schlechter, als wir gedacht hatten. Der hatte schon Untertemperatur und sein Kreislauf war völlig im Keller. Der wäre mit ziemlicher Sicherheit in den nächsten Stunden gestorben.
Mit etlichen Infusionen, Spritzen, Möhrenbrei, Critical Care und Bauchmassagen haben wir ihn dann über die Nacht gebracht und morgens hat er dann auch endlich wieder geköttelt.
Am nächsten Tag wurden dann in der Tierklinik neben diversen anderen Untersuchungen (Röntgenbild, diversen Kotuntersuchungen) noch mal die Zähne kontrolliert.
Im Stuhl war nichts auffälliges zu finden.
Die Tierärztin der Tierklinik vermutet, dass das eigentliche Problem tatsächlich die Zähne sind. Der hat Schmerzen, kaut nicht richtig oder frisst gar nicht und dadurch konnte es zu diesen Verdauungsproblemen kommen.
Jetzt bekommt der arme Kerl eine Intensivbehandlung zuhause. Das heißt, nach genauem Therapieplan alle 2 Stunden Critical Care, alle 3 Stunden Sab-Tropfen und zwischendurch noch diverse Medikamente.
Inzwischen hoppelt er wieder rum, putzt sich und macht auch Ansätze zu fressen - wenn das auch noch viel zu wenig ist.
Am Montag soll er dann die Zähne gemacht bekommen, sofern er dann halbwegs stabil ist. Die Tierärztin würde zwar lieber ein gesundes Kaninchen in Narkose legen, aber sie meint, dass in seinem Fall die frühe Behandlung das kleinere Risiko ist.
Es bleibt also noch immer gribbelig und über den Berg ist Otello noch lange nicht.
Ich bin echt geschockt. Hat von euch jemand schon mal solche gravierenden Probleme bekommen wegen simpler Haken an den Backenzähnen? |