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monsterrübli 24.01.2013 11:53

Hilft denn nun Ananassaft, oder nicht?
 
Hilft denn nun Ananassaft zur Vorbeugung von Verstopfung durch Haare oder nicht? Der eine sagt ja, aber nur frisch gepresster, der andere sagt es ginge auch Direktsaft aus der Falsche. Dann gibt es noch diese Enzym-Kapseln aus der Apotheke … Oder stimmt es, was die anderen sagen? Dass das entscheidende Entzym gar nicht erst da ankommt, wo es hin soll, da es vorher "zerstört" wird? Dann heißt es wieder, dass man aufpassen sollte wegen Verätzungen.

Was ist denn nun richtig?

Ich hätte einfach gerne ein Mittel, das ich relativ regelmäßig zur Prophylaxe geben kann, ohne meinem Blacky auf Dauer damit zu schaden.

LG,
monsterrübli

Lupine 24.01.2013 12:04

Diese Frage konnte bisher nicht wirklich beantwortet werden, monsterrübli. Leider - denn vor dem gleichen Problem wie du stehen ja eine Menge Halter.

So kann ich nur sagen: es KANN helfen, MUSS aber nicht. Ich denke, es kommt nicht zuletzt darauf an wo genau der Haarballen sitzt.

Ich würde in der Prophylaxe deshalb nicht oder nicht ausschließlich auf Ananas setzen, sondern ein Gesamtpaket an Vorsorgemaßnahmen aufziehen.

Dazu gehört für mich eine rohfaserreiche, energiearme Ernährung (Wiese) genauso wie nach Möglichkeit das Ausbürsten losen Fells während der Fellwechselperioden, bei Langhaarkaninchen das Kürzen des Fells in regelmäßigen Abständen und eine entsprechende Gehegehygiene damit nicht übers Futter unnötig Haare aufgenommen werden.

Auch in der Akutbehandlung würde ich mich nicht auf Ananas verlassen. Sollten die Kritiker nämlich Recht behalten, wäre das ein großes Risiko.

monsterrübli 24.01.2013 12:16

Hallo Lupine,

danke für Deine Antwort!

Ja, Wiese wäre das Optimum, das weiß ich. Ich komme leider nicht an soooo viel ran, da ich mitten in der Stadt wohne, aber ich gebe immer mein Bestes, um zumindest etwas zuzufüttern. Bürsten tue ich eh schon jeden Tag, sogar beide Kaninchen, da sie sich auch viel gegenseitig putzen. Blacky ist ein Löwenkopf. Sollte man die "Mähne" auch kürzen? Der Rest des Fells ist kurz. Heu frisst Blacky eigentlich auch recht viel. Ansonsten gibt es eben Frischfutter (wenig Knolle) – 3mal täglich, kein Trockenfutter. Die Gehegehygiene dürfte bei mir jetzt eigentlich auch nicht das Problem sein, da ich da auch schon ziemlich dahinter bin.

In einer Akutphase habe ich noch nie mit Ananassaft behandelt. Da hast Du wirklich Recht, das wäre zu gefährlich!

Lupine 24.01.2013 12:20

Hast du beobachtet, ob er viel Haare aus seiner Mähne verliert? Das kürzen an dieser Stelle ist nicht ganz unproblematisch, denn man läuft Gefahr die Tasthaare in Mitleidenschaft zu ziehen. Ich würde im Zweifel deshalb am Kopf nicht kürzen, habe das auch bei meiner Teddyhäsin nur zwischen den Ohren ab und an gemacht. Dort allerdings auch eher, wenn Streu festgehangen war und einen kleinen Filzknoten verursacht hat.

monsterrübli 24.01.2013 12:27

Aus der Mähne wird er wahrscheinlich genauso die Haare verlieren wie sonst wo auch. Zumindest habe ich schon das Gefühl, dass sich die Form und die Menge ab und an ändert.

april 24.01.2013 12:33

Zitat:

Zitat von monsterrübli (Beitrag 456049)
Hilft denn nun Ananassaft zur Vorbeugung von Verstopfung durch Haare oder nicht? Der eine sagt ja, aber nur frisch gepresster, der andere sagt es ginge auch Direktsaft aus der Falsche. Dann gibt es noch diese Enzym-Kapseln aus der Apotheke … Oder stimmt es, was die anderen sagen? Dass das entscheidende Entzym gar nicht erst da ankommt, wo es hin soll, da es vorher "zerstört" wird? Dann heißt es wieder, dass man aufpassen sollte wegen Verätzungen.

Was ist denn nun richtig?

Ich hätte einfach gerne ein Mittel, das ich relativ regelmäßig zur Prophylaxe geben kann, ohne meinem Blacky auf Dauer damit zu schaden.

LG,
monsterrübli

Nein es hilft nicht. Haare bestehen zwar aus Eiweiss (Keratin), das lässt sich aber durch das eiweissauflösende Enzym von Ananas (Bromelain) aus Ananassaft nicht auflösen: Die Konzentration ist nicht ausreichend. Mach den Selbstversuch in einer Schale zu Hause.
Im übrigen: Würde Bromelain so lange von der Verdauung ungenutzt bleiben, dass es sich an einen Haarballen andocken könnte, um den zu zersetzen, dann hätte Dein Kaninchen wahrscheinlich immer dann Durchfall, wenn grad kein Haarballen zum Zersetzen da wäre.

Das beste Mittel zur Prophylaxe wäre Dill, oder Löwenzahn oder - Wiese.

monsterrübli 24.01.2013 12:43

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 456073)
Das beste Mittel zur Prophylaxe wäre Dill, oder Löwenzahn oder - Wiese.

O.k., danke! Wiese und Löwenzahn finde ich jetzt gar nicht und im Sommer, wie schon gesagt, leider nur begrenzt. Alles Hundewiesen um mich rum, auch wenn ich weiter raus fahre. Das machen die, mit ihren Hunden auch, um schön spazieren zu gehen. Da habe ich sowieso immer Angst wegen Parasiten und so … deshalb wasche ich die Wiese auch immer (auch, wenn das wahrscheinlich nicht viel bringt …)

Gibt es noch was anderes außer Dill, was Du empfehlen würdest?

Nur zur Info: Mein anderes Kaninchen neigt zu Blasenschlamm/-gries …

saloiv 24.01.2013 12:59

Die Enzyme überleben nicht den Magensaft, da dieser die Enzyme zerstört.
[url]http://hasenhaus-im-odenwald.de/graulikiwi.jpg[/url]

Getrocknete Früchte von Ananas und Kiwi sind unvorteilhaft, da sie auch noch Wasser entziehen. Saft hingegen wirkt sich positiv aus, da mehr Flüssigkeit aufgenommen wird, dies kann Haarballen verhindern/lösen. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass durch Haarballen inappetente Kaninchen fast alles an Nahrung verweigern aber Ananassaft aus der Spritze gerne aufnehmen. Evtl. besteht auch die positive Wirkung der Ananas durch einen anderen, noch nicht erforschten Mechanismus.

Von daher: die Wirkung von Ananassaft ist bisher negativ bewiesen, aber schaden kann es nicht bzw. die Flüssigkeit oder evtl. unerforschte Mechanismen können helfen.

Haarballen vorbeugen: [url]http://kaninchendorf.dreipage2.de/link_71057862.html[/url]

april 24.01.2013 13:02

Wiese waschen brauchst Du eigentlich nicht. Hundekot riechen die Supernasen-Hasen schon Meilen gegen den Wind und sie fressen derart beschmutzte Wiese normalerweise auch nicht.
Alles wie Dill, also blättrig, krautig, hilft gegen Haarballen, weils Wasser mitbringt (als frisches Kraut) und mit vernünftiger Struktur kommt. Dazu gehören auch etliche Winden - schau doch mal bei Schrebergärtnern vorbei, die würden gerne Winden und einiges Unkraut los, denen kannst Du helfen ;)

Lupine 24.01.2013 13:03

Zitat:

Zitat von saloiv (Beitrag 456106)
Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass durch Haarballen inappetente Kaninchen fast alles an Nahrung verweigern aber Ananassaft aus der Spritze gerne aufnehmen. Evtl. besteht auch die positive Wirkung der Ananas durch einen anderen, noch nicht erforschten Mechanismus.

Diese Erfahrung deckt sich mit der, die ich bei Jule gemacht habe. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie nach dem Ananassaft erstaunlich schnell wieder erstes Interesse an frischen Kräutern zeigte.

monsterrübli 24.01.2013 13:09

Aber welchen Ananassaft nehmen? Frisch gepresst oder Direktsaft aus der Flasche, oder …?

saloiv 24.01.2013 13:11

Ich nehme Standard-Ananassaft aus dem Handel (Supermarkt).

monsterrübli 24.01.2013 13:12

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 456107)
Wiese waschen brauchst Du eigentlich nicht. Hundekot riechen die Supernasen-Hasen schon Meilen gegen den Wind und sie fressen derart beschmutzte Wiese normalerweise auch nicht.
Alles wie Dill, also blättrig, krautig, hilft gegen Haarballen, weils Wasser mitbringt (als frisches Kraut) und mit vernünftiger Struktur kommt. Dazu gehören auch etliche Winden - schau doch mal bei Schrebergärtnern vorbei, die würden gerne Winden und einiges Unkraut los, denen kannst Du helfen ;)

Also sind auch Hundewiesen kein Problem? Ich hab da echt ein bisschen Angst …

Schrebergärten … das ist wirklich eine Idee …

Lupine 24.01.2013 13:13

Bei mir war es frischer, mein Tierarzt sagte mir man könne den auch einfrieren. Das wird dort in der Praxis so gehandhabt, wenn eine der Helferinnen eine Ananas kauft dass sie dann immer ein bisschen Saft abzweigt und einfriert, damit idealerweise etwas vorrätig ist wenn ein Kaninchen mit Haarballenproblematik in die Praxis kommt.

Ob der Direktsaft die gleiche positive Wirkung hat weiß ich nicht, ich vermute aber nicht. Der muss ja irgendwie haltbar gemacht werden, und das könnte Einfluss auf den Wirkmechanismus haben. Was wohl definitiv NICHTS bringt, ist Dosenananas, das scheint klar zu sein.

Edit: dann ist wohl nur die Dosenananas nicht so wirksam - wieder was dazugelernt.

april 24.01.2013 13:20

Vielleicht kann der Ananassaft nicht die Haare auflösen, wohl aber den ganzen Schmodder angreifbarer machen, der die Haare zusammen hält.

Lupine 24.01.2013 13:25

Das könnte möglich sein, april. Ich hoffe dass das bald näher untersucht wird. Jedenfalls würde ich mich niemals ausschließlich auf Ananas verlassen, wenn es um Haarballen geht. Unterstützend ja, aber eben nur unterstützend.

april 24.01.2013 13:51

Die Frage ist ja doch, ob speziell Ananassaft hilft oder Flüssigkeit ganz allgemein, wobei Flüssigkeit mit Aroma und Zucker natürlich besser ankommt als Wasser.

saloiv 24.01.2013 15:10

Aroma und Zucker? Ananassaft = 100% Frucht.

Benny 24.01.2013 15:30

Zitat:

Zitat von monsterrübli (Beitrag 456116)
Also sind auch Hundewiesen kein Problem? Ich hab da echt ein bisschen Angst …

Lieber "gehundete" Wiese, als gar keine Wiese. ;)
Du musst ja nicht direkt 30cm neben einer Tretmine pflücken....wobei ich das auch hin und wieder mache, wenn da ausgerechnet etwas wächst, dem ich nicht widerstehen kann. :o

Ich hab noch nie Wiese gewaschen, die suchen sich schon raus, was sie davon fressen mögen.

monsterrübli 24.01.2013 16:02

Zitat:

Zitat von Benny (Beitrag 456194)
Lieber "gehundete" Wiese, als gar keine Wiese. ;)
Du musst ja nicht direkt 30cm neben einer Tretmine pflücken....wobei ich das auch hin und wieder mache, wenn da ausgerechnet etwas wächst, dem ich nicht widerstehen kann. :o

Ich hab noch nie Wiese gewaschen, die suchen sich schon raus, was sie davon fressen mögen.

Jaaaaa, wenn man am Land wohnt, da ist das mit den Hunden auch nicht so schlimm … aber hier wimmelt es nur von welchen … und außerdem sch… die ja nicht nur, sondern pullern ja auch überall hin.

Letztes Jahr wurde ich sogar von einer Hundebesitzerin extrem angegriffen … Sie beschimpfte mich … ich würde bestimmt gerade hier für Kaninchen pflücken … die armen Kaninchen … das Gras von dieser "Hundewiese" zu geben, wo doch hier die ganze Umgebung mit Ihren Hunden herkommen würde … Ich war ganz verdattert … und das hat mir dann wieder den Rest gegeben … da war ich dann wieder total unsicher …


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