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iLulu 02.10.2012 07:14

Akute Blasenentzündung und die Ursachensuche
 
Guten Morgen,

ich habe mir gedacht, dass ich mal die Krankengeschichte von meiner Süßen hier niederschreibe. Für jeden, der vielleicht ähnliche Probleme hat und natürlich für gute Ratschläge.

Alles fing vor ca. 5 Wochen an. Ich beobachtete plötzlich, dass Leila nicht mehr in die Kloschale pinkelte (was sie sonst immer gemacht hatte), dass sie im Vergleich zu vorher sehr viel pinkelte, und, dass sie sich selbst dabei nass machte.

Ich ging also gleich zum TA (den ich bis dato nicht kannte, der aber nur 5 Gehminuten entfernt lag). Dieser diagnostizierte auf Grund der Symptome direkt eine akute Blasenentzündung, spritzte ihr "irgendwas" und gab mir noch "irgendwas" mit, was ich täglich verabreichen sollte. Er ging kaum auf meine Fragen ein und erklärte mir auch sonst nichts. Es kam mir merkwürdig vor, aber ich war erstmal froh, dass ich ihr helfen konnte. Nach 5 Tagen sollte ich zur Kontrolle wieder kommen.

Nach 3 Tagen ging es Leila sichtlich besser, das Gehege blieb weites gehend sauber und auch ihren Hintern konnte sie wieder sauber halten. Bei der Kontrolle bekam ich nochmal Medikamente (AB), die ich ihr noch 3 Tage geben sollte. Da sonst "alles" unauffällig war, war die Sache für ihn erledigt.

Wir fuhren dann (glücklich, dass es Leila besser ging) beruhigt in den Urlaub. Als wir 10 Tage später zurück kamen, war der Käfig wieder komplett voll gepinkelt. Zunächsten schoben wir das auf die Urlaubspflege, doch schon am nächsten Tag war klar, Leila ist wieder nass. Zusätzlich zu den Symptomen vom letzten mal frass sie etwas schlechter und war auch so sehr ruhig.

Wieder fuhren wir direkt zum Tierarzt, diesmal zu einer größeren Praxis im Kölner Süden, die laut Internet gute Bewertungen hat (bis auf die angeblich hohen Preise). Die Tierärztin fragte uns über die Haltung aus, untersuchte Leila ausgiebig, fragte, ob eine Urinprobe untersucht worden sei...sie kannte sich offensichtlich mit Kaninchen aus und hatte auch Interesse daran diese zu behandeln (im Gegensatz zu dem anderen Tierarzt, bei dem wir uns vorkamen, wie bei einer Fließbandabfertigung). Sie diagnostizierte dann ebenfalls eine akute Blasenentzündung, gab uns AB (den Namen weiß ich leider grad nicht) mit UND Schmerzmittel (MetaCam). Sie erklärte und ganz genau das weitere Vorgehen, mögliche Ursachen - auch solche, die der andere Tierarzt als "Schwachsinn" abgetan hatte. Dann versuchte sie noch Urin zu bekommen, was misslang, da die Blase leer war. Gestern sollten wir wieder kommen, am besten mit frischem Urin.

Auf der Fahrt zum TA gelang es uns dann tatsächlich Urin von ihr abzufüllen. Die TÄ (eine andere - aber genauso gute) untersuchte Leila nochmal und konnte - auf Grund der wiederum leeren Blase auch nicht viel fühlen. Ansonsten sei sie unauffällig. Sie hat ein bisschen abgenommen, was wohl daran liegt, dass sie viel Salat und insgesamt weniger frisst, als sonst. Nicht dramatisch.

Die Urinuntersuchung ergab rote Blutkörperchen im Urin und vermehrt Kristalle (die TÄ rief gegen 23 Uhr an um uns dies alles genau zu erklären) - möglich, dass beides "nur" an der akuten Entzündung liegt. Wir sollen also bis Dienstag (insgesamt 10 Tage) weiter mit AB und Schmerzmittel behandeln und dann erneut Urin abgeben. Sollten dann weiter hin vermehrt Kristalle vorliegen, muss ein Ultraschall gemacht werden.

Weiterhin sollen wir versuchen Leila möglichst sauber zu halten, damit sich nichts entzündet hat. Sie hat am rechten Bein bereits gerötete Haut durch das Urin. Das "Baden" lief dann gestern recht unproblematisch ab, da Leila zu wissen scheint, dass wir ihr nur Gutes wolle oder, da ihr das gefällt...bei ihr kann man nie wissen ;) Sie war danach jedenfalls sehr fidel, hat mit Balu gekuschelt und ist endlich wieder "unbeschwert" im Käfig rumgehüpft.

Ich hoffe es geht aufwärts...sorry, dass es so lang geworden ist. Ich würde mich sehr über eure Erfahrungsberichte und Tipps zu dem Thema freuen.

Ein Wort noch zu dem ersten TA: Er hat ja Gott sei Dank nicht völlig falsch behandelt, aber ich möchte mich bei einem TA wohlfühlen und das Gefühl haben, dass alles für mein Tier getan wird. Ich möchte, dass man mir erklärt warum was und wie gemacht wird und das vorsichtig mit dem Tier umgegangen wird. Das alles hat er nicht getan. Er hat ja nicht mal Schmerzmittel verabreicht. Bei beiden Besuchen waren wir vielleicht je 5 Minuten im Behandlungsraum - Fließbandabfertigung. Nein Danke. Da nehm ich den weiteren Weg und die höheren Preise gerne in Kauf.

Pinkie 02.10.2012 07:44

Wenn Kristalle im Urin sind, könntest du die Ernährung schonmal etwas umstellen. Stark Calziumhaltige Dinge solltest weglassen, vorallem Trockenfutter wie zB Trockenkräuter.

Du kannst dir vom TA Teststreifen holen und den Urin zu Hause selbst testen um rauszufinden ob noch Blut im Urin ist.

Baden muss natürlich sein wenn sie nass ist (ich hab ein inkontinentes Tier) und die Wunden Stellen mit Bepanthen eincremen und eventuell Babypuder nehmen.

iLulu 02.10.2012 07:54

Danke :)

Trockenkräuter hatte ich die letzten Tage schon weggelassen, da ich mir sowas schon gedacht habe. Frischfutter nimmt sie im Moment fast nur Salat, selbst wenn Kohlrabiblätter da liegen...sie scheint zu wissen was gut für sie ist.

Ist es bedenklich wenn sie Bephanten ableckt? Hatte gestern auch schon überlegt was drauf zu machen, war mir dann aber zu unsicher. Babypuder ist eine super Idee, das werd ich nachher direkt holen.

Mit den Teststreifen: Ist das notwendig wenn der Urin nächste Woche sowieso nochmal untersucht wird wegen der Kristalle?

Pinkie 02.10.2012 08:05

Nee, wenn der Urin sowieso nochmal untersucht wird ist das mit den Teststreifen nicht nötig.

Ich glaube nicht das es schlimm ist wenn sie Bepanthen ableckt. Es gibt auch extra Salben für Tiere. Frag mal den TA. Ich hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht weil meine wegen ihrer Arthrose so unbeweglich ist und die Salbe gar nicht ablecken kann.

Jinro 02.10.2012 08:06

Dexpanthenol ist ungefährlich, kann ruhig abgeleckt werden, wenn sie keine Kontaktallergie gezeigt hat.

iLulu 02.10.2012 08:11

Danke Jin :)

iLulu 02.10.2012 18:58

Guten Abend,

habe Leila nun wieder mit Medikamenten versorgt und ihr wundes Bein eingecremt.

Sie war heute gar nicht mehr nass und wirkt auf mich, als hätte sie keine/kaum noch Schmerzen. Gefressen haben beide auch wieder mehr. UND sie sitzen wieder mehr zusammen. Kann es an ihrer Krankheit gelegen haben, dass die beiden sich fast völlig ignoriert haben?

Pinkie 02.10.2012 19:07

Ja, das kann an der Krankheit liegen das er sie etwas ignoriert hat. Kranke Tiere sind nicht gut fürd Rudel und werden eher verstoßen.
Kann man das so sagen?

marinahexe 02.10.2012 19:18

Zitat:

Zitat von Pinkie (Beitrag 411861)
Ja, das kann an der Krankheit liegen das er sie etwas ignoriert hat. Kranke Tiere sind nicht gut fürd Rudel und werden eher verstoßen.
Kann man das so sagen?


Im Prinzip ja, aber es gibt auch Ausnahmen. Ich habe beispielsweise bei 2 EC-Kaninchen die Beobachtung gemacht, dass sich das Partnertier rührend um den Patienten gekümmert hat. Das kranke Tier wurde geputzt und bekuschelt/gewärmt. Deshalb würde ich ein krankes Tier erstmal nicht separieren, sondern erstmal beobachten, wie sich der Partner verhält. Bei EC halte ich einen Partner für sehr wichtig.

Da fällt mir gerade noch was ein:
Im Juni 2011 ging es meinem Kaninchen Flocke nicht gut. Sie saß etwas abseits und kam nicht zum Fressen. Eine halbe Stunde später saß sie immer noch dort. Neben ihr hatte sich Lou hingelegt und sie gewärmt. Flocke ist trotz Behandlung in der Nacht gestorben, vermutlich hatte sie irgendwas ausgebuddelt und gefressen (lt. TÄ).

Pinkie 02.10.2012 22:32

Ja es gibt immer Ausnahmen. Meine waren bei Krankheiten immer fürsorglich zueinander.

ich sagte ja auch nur das es sein kann.

iLulu 04.10.2012 08:31

Guten Morgen,

Statusupdate:
Die beiden sind wieder "topfit". Leila wehrt sich mittlerweile gegen das Antibiotikum, frisst wieder ganz normal und tobt mit Balu. Jetzt wird noch das AB zu Ende gegeben (bis Dienstag, wenn ich nicht wieder die Hälfte verschütte) und dann wird nochmal der Urin untersucht.

Fragen:
Es soll dann, wenn immer noch vermehrt Kristalle vorhanden sind, eine Ultraschalluntersuchung gemacht werden. Kann mir jemand was über die Vorgehensweise sagen? Wird das Fell am Bauch abrasiert? Braucht man dafür eine Narkose oder reicht festhalten?
Und noch was zu den Medikamenten. Ich habe jetzt gestern kein Metacam mehr gegeben, da das AB ja offensichtlich anschlägt. Schmerzen hat sie auch gegen Abend keine mehr gezeigt und hat gut gefressen. Kann ich also davon ausgehen, dass ich kein Schmerzmittel mehr geben brauch?

Pinkie 04.10.2012 10:57

Also zum Ultraschall wurde bei meiner Dicky der Bauch komplett kahl rasiert.
Ich durfte sie beim Ultraschall festhalten, sie lag auf dem Rücken auf einer Luftpolsterunterlage. Narkose ist keine notwendig.

Wenn du denkst das sie keine Schmerzen mehr hat dann lass es weg. Hat der TA gesagt wie lange du es geben sollst?

Jinro 04.10.2012 11:07

Rasur sollte unbedingt gemacht werden, macht man ein Ultraschall durch Fell kann man die Auflösung vergessen. Zu viel Luft als Dämpfungsmedium und zu viel Reflektionsstellen.

iLulu 04.10.2012 11:43

Zitat:

Zitat von Pinkie (Beitrag 412742)
Also zum Ultraschall wurde bei meiner Dicky der Bauch komplett kahl rasiert.
Ich durfte sie beim Ultraschall festhalten, sie lag auf dem Rücken auf einer Luftpolsterunterlage. Narkose ist keine notwendig.

Wenn du denkst das sie keine Schmerzen mehr hat dann lass es weg. Hat der TA gesagt wie lange du es geben sollst?

Nein, die TÄ hatte nur gesagt, dass ich das AB bis zum Ende geben soll - insgesamt dann 10 Tage. Mein Freund hatte mit ihr telefoniert, wegen dem Ergebnis der Urinprobe, und hat nicht daran gedacht zu fragen. Ich werd es weglassen solange sie weiter so ausgelassen ist...sollte sich das ändern kann ich ja wieder damit anfangen.

Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 412745)
Rasur sollte unbedingt gemacht werden, macht man ein Ultraschall durch Fell kann man die Auflösung vergessen. Zu viel Luft als Dämpfungsmedium und zu viel Reflektionsstellen.

Okay. Die arme Maus. Hoffentlich bleibt ihr das erspart...aber besser so, als immer wieder die Schmerzen einer Blasenentzündung oder noch schlimmer...

jule-mit-hasi 04.10.2012 21:39

Hey, ich fühle mich hier gerade "heimisch", meine Hasi hatte letztens auch eine Blasenentzündung. ;) Mir ist es allerdings nur aufgefallen, weil sie immer nass untenrum war, besonders am rechten Beinchen. Ich habe es beobachtet und gesäubert und am nächsten Tag war es wieder das selbe. Ansonsten hatte sie keine Probleme, hat gefressen wie immer und war putzmunter. Trotzdem bin ich dann zum TA.
Die meinte, das könnte eine Blasenentzündung sein. Sie gab ihm eine AB-Spritze und eine Vitaminspritze und (es war ein Donnerstag) meinte, wenn es nicht besser wird, soll ich Montag wiederkommen. Sonntag war sie immer noch nass und deshalb ging ich Montag wieder. Dann bekam sie drei Tage lang AB und nun ist alles wieder okay. Ich habe allerdings zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt, dass sie irgendwie Schmerzen hätte. Hoffentlich hatte sie wirklich keine.

Ich bin froh, dass es meinem und natürlich auch deinem Häschen wieder gut geht. :)
Und ich würde auch eher denken, dass Kaninchen einen Partner brauchen, wenn sie krank sind.

iLulu 11.10.2012 14:08

So, es gibt Neuigkeiten. Nachdem wir gestern Urin zur erneuten Untersuchung abgegeben habe, kam heute nun das Ergebnis:

Es sind immernoch vermehrt Kristalle vorhanden und der PH-Wert ist leicht erhöht.

Nun können wir entscheiden, ob wir sie noch röntgen lassen, um herauszufinden, ob es eventuell Blasensteine sind. Die TÄ meinte allerdings, dass sie davon nicht ausgeht, da es Leila dafür zu gut geht.

Ansonsten sollen wir bei der Ernährung jetzt kaum noch Kalzium füttern...das hatte ich ja bereits angefangen.

Was würdet ihr machen - röntgen oder erstmal auf Verdacht "behandeln"?

Wenn ich jetzt kaum noch Kalzium mehr füttere, fehlt den beiden dann auf kurz oder lang nicht Kalzium - vor allem Balu?

Achso, um den PH-Wert runter zu kriegen hat die TÄ geraten etwas Ascorbinsäure zu geben. Ist das ratsam? Im Wasser ist ja schwierig, weil Balu das eventuell auch trinkt...kann ich das dann auf Futter machen was ich ihr gebe?

Habt ihr sonst noch Tipps und Tricks? Bin für alles dankbar! Danke!

Pinkie 11.10.2012 15:01

Du sollst das Kazium nicht ganz weglassen. Das hätte schlimme Folgen.
Ich kann die gleich eine Futterliste schicken, die ich von meiner THP bekommen hab. Ich hab auch einen Blasenschlammpatient.

Jinro 11.10.2012 15:28

Zitat:

Zitat von iLulu (Beitrag 416097)
Wenn ich jetzt kaum noch Kalzium mehr füttere, fehlt den beiden dann auf kurz oder lang nicht Kalzium - vor allem Balu?

etwas Kalzium braucht der Körper immer, weil Kalziumionen eine wichtige Steuerungsfunktion im Körper zukommt. Kalziummangel ist tödlich, vorher versagt allerdings die Muskelsteuerung und dein Nervensystem. Wie hoch der exakte Bedarf beim Kaninchen ist weiß ich nicht, aber weglassen sollte man es nie.

iLulu 11.10.2012 15:39

So, nun habe ich mal rumgelesen. Jeder sagt/schreibt was anderes. Kein Heu - auf jeden Fall Heu. Nur Frischfutter mit wenig Kalzium - auch Frischfutter mit mehr Kalzium. Gar keine Trockenkräuter mehr - ab und zu Trockenkräuter.

Also die einen sagen kalziumarm ist gut.
Die anderen sagen hauptsache Kalzium und Phosphor sind ausgeglichen und es ist genug Flüssigkeit mit aufgenommen worden.

Wem glaub ich jetzt?
Und sollte ich Röntgen lassen um sicher zu gehen?

Dann habe ich auch noch von Blasenspülungen und Infusionen mit anschließendem ausmaßieren gelesen...ist das sinnvoll? Kann sie den Schlamm überhaupt "von alleine" loswerden?

Ich hab echt Angst, dass sie nun ständig eine Blasenentzündung bekommt...bis sie zu schwach wird. :(

Jinro 11.10.2012 15:57

Ich würde röntgen, schon um zu sehen ob sich die Kristalle als Blasengrieß abgelagert haben und wie voll die Blase ist. Könnte ja sein, dass sie operativ ausgeräumt werden muss - da könntest du füttern wie du willst das bekämst du nicht mehr raus.


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