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Speeb 14.01.2025 14:24

Große Sorgen: Herzaussetzer/Atemnot
 
Hallo zusammen,

leider schreibe ich heute aus großer Sorge heraus. Unsere Kaninchendame (wird im April 9 Jahre alt) hat schon eine Weile eine hin und wieder auffällige Flankenatmung gezeigt, war aber sonst top-fit. Seit Samstag war sie wesentlich weniger aktiv und häufiger mal den Kopf beim Atmen gehoben, auch teilweise verstärkte Nasenatmung. Wir haben sie umsorgt und uns gekümmert, sie hat auch gefressen und im Heu gewühlt etc, aber war vom Verhalten schon sehr ruhig und anders. Heute, da sie den ganzen Vormittag nicht aus ihrem Häuschen kam zum Tierarzt, der sie abgehört hat. Herzaussetzer - lebensbedrohlicher Zustand, Kopf weit in den Nacken :(.
Sie musste jetzt in der Sauerstoffbox da bleiben. Der Tierarzt meldet sich, es könne aber sein, dass sie nicht heim kommt.
Bin total fertig und brauche einfach ein bisschen Austausch, Support von euch. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

Mache mir gerade auch Vorwürfe, ob die Fahrt zum TA es nicht noch schlimmer gemacht hat....
Ihr Partner war mit, zur Unterstützung, er sitzt hier nun zitternd und völlig gestresst in der Ecke.
Bin total durch....

marinahexe 14.01.2025 14:59

Ach nee. Das ist sowas, was sich jeder wünscht. Warum durfte der Partner nicht dableiben? Es wäre doch beruhigend für sie.

Speeb 14.01.2025 15:11

Er hatte tatsächlich mehr Stresssymptome gezeigt als sie und, da es hieß, sie solle mind. 2 Stunden bleiben, habe ich ihn wieder mitgenommen, da die Box laut TA wohl sehr klein sei...
Habe sehr starke Angst um die Kleine und leider kein gutes Gefühl :(.

marinahexe 14.01.2025 15:12

Ich könnte mir vorstellen, dass ein Herz-US gemacht werden sollte. Ältere Tiere haben öfter ein vergrößertes Herz. Sie wird es schaffen!!!!


Du kannst Dich ja hier schon mal ein bisschen einlesen:
https://kaninchenwiese.de/gesundheit/organerkrankungen/herzerkrankungen/

HarzerBrockensteig 14.01.2025 15:14

Schade, da hätte ein Tierarztbesuch am Samstag in einer kaninchenkundigen Klinik sicher gut getan.
Nicht zu ändern und soll auch kein Vorwurf sein. Den Fehler, zu lange zu warten, machten wir alle mal.
Bzw bin ich bei völlig neuen Unwohlseins-Situationen auch immernoch oft am überlegen, ob das jetzt..oder doch nicht.. Mittlerweile geht das meist (zu den üblichen Öffnungszeiten) über einen Anruf beim TA einzuschätzen, vielleicht gibt es bei euch auch diese Möglichkeit.
Ich drücke dir und deiner Kleinen die Daumen. Was du ganz konkret in der Wartezeit machen kannst, wenn du dich schlecht fühlst und noch keine hast: eine Notfall-Apotheke anlegen. Nützt für den konkreten Fall nix, ist aber ein Upgrade für die Haltungsbedingung und man "tut was".

https://kaninchenwiese.de/pflege/hausapotheke/

Speeb 14.01.2025 15:20

@Marina:

Danke dir! Ja, ein US wollte der TA machen, sagte aber in dem Zustand von vorhin, sei das nicht zu verantworten. Sie solle sich erstmal stabilisieren.

Die Infos auf Kaninchenwiese habe ich schon gelesen, danke dir.

@HarzerBrockensteig:

Ja, ich halte mir das auch vor, allerdings ist sie generell sehr menschenscheu und ängstlich, mag es auch gar nicht angefasst zu werden etc.
Ich dachte, da sie dann am Sonntag wieder aktiver war und im Heu gewühlt und gefressen hat, dass es evlt. besser wird...

Eine Notfallapotheke habe ich, aber bisher hatten die beiden nur mit Magenproblemen zu kämpfen, d.h Sab Simplex, Rodicare Präparate und Novalgin ist vorhanden.

Ich hoffe sehr, dass sie es schafft :(.

Speeb 14.01.2025 17:08

Habe die Info eben bekommen, dass sich der Zustand in der Box leider nicht gebessert hat. Sie wollen nun dennoch die bildgebenden Verfahren durchführen, damit man weiß, womit man es zu tun hat. Es sähe aber derzeit nicht gut aus :(.

marinahexe 14.01.2025 17:21

Ich drück ganz fest die Daumen. Die Untersuchungen müssen sein, damit man weiß wie man behandeln kann.

Speeb 14.01.2025 17:40

Sie hat einen Zwerchfellriss und der Darm ist hochgerutscht, daher bekommt sie keine Luft :((. Wir können uns alle nicht erklären wie. Sie kann nirgends gestürzt sein... Es gäbe zwei Optionen.

Sofortige OP oder eben das Einschläfern...

Ich bin so baff und wir sollen es nun entscheiden :(

4Chaoten 14.01.2025 17:56

Das tut mir sehr leid, aber es ist immer so, dass der Halter entscheiden muss

Hat die TÄ gesagt, welchen Rat sie geben würde und ist sie Kaninchenkundig? Ich habe TÄ immer alles aus der Nase ziehen müssen, man hat so viele Fragen und keine Antworten:( Wie stehen die Chancen?

Die Frage ist, wie siehst du die Situation? Welches Gefühl hast du, OP und die Hoffnung sie hat noch gute Jahre?

Ich persönlich bin, egal was es kostet, immer dafür eine OP zu versuchen, wenn die Hoffnung besteht, aber das ist eben nur meine Einstellung.

Ich wünsche dir viel Kraft!

marinahexe 14.01.2025 18:21

Vielleicht könnt ihr euch bis morgen Zeit lassen, um diese Nachricht erstmal sacken zu lassen? Ist sie sonst fit oder hat sie noch andere Baustellen?


Ein Zwerchfellbruch kann ohne Fremdeinwirkung entstehen. Meine Mutter hatte das auch.


Sehr schwere Entscheidung.

HarzerBrockensteig 14.01.2025 18:41

Zwerchfellbruch? Es gibt wohl nix, dass es nicht gibt. O.O

Ich höre i.d.R.auf den Rat vom TA, aber wenn es Bauch-OPs betrifft, ist es tricky, weil afaik die Chance so klein ist und die Scheiss-Zeit fürs Kaninchen so lange dauert.
Meine persönliche(!) Tendenz ist bei sowas: lieber ein Ende mit Schrecken. Im Tod leidet das Kaninchen nicht und es kann, anders als Menschen, ja auch nicht traurig sein, jetzt schon gehen zu müssen.


Ach Mensch, blöde Situation, es tut mir Leid für dich. Sei gedrückt!

Speeb 14.01.2025 21:35

Wir haben sie nun wieder mit nach Hause genommen, da wir sie nicht in der Praxis gehen lassen wollten.

Das Zwerchfell ist tatsächlich komplett gerissen. Es wird vermutet, da sie diese auffällige Atmung ja schon länger hat, dass dieser Riss mit der Zeit weiter aufgerissen ist, so dass dann letztlich ein Teil des Darms "hochgerutscht" ist und ein Atmen erschwert.
Auf dem Röntgenbild waren mehrere Darmschlingen im Brustraum zu erkennen und die Areale, die nicht schwarz waren, das heißt, wo noch Luft ist, sind eher in der Nierengegend zu finden gewesen. Darüber läuft die Atmung wohl noch soweit.

Die Tierärztin sagte, dass die OP bei Kaninchen, gerade in ihrem Alter und Allgemeinzustand, ein großes Risiko darstellt und es nicht selten vorkommt, dass Kaninchen auf dem OP-Tisch versterben. Ich habe im Netz letztlich auch dasselbe an Infos gefunden:

https://kaninchenseele.de/lungenerkrankungen.html

Dort ganz nach unten scrollen.

Die Prognose ist also wohl sehr schlecht, da, selbst wenn sie die OP überlebt, es wahrscheinlich ist, dass das genähte Zwerchfell nicht hält. Das ist bei Kaninchen anscheinend eher der Fall als bei Hund, Katze etc.

Sie frisst zwar noch, wenn man ihr das Grün und Leckerli hinlegt bzw. direkt gibt, aber von selbst, ist relativ wenig Antrieb da. Seit wir vom Tierarzt zurück sind, sitzt sie auch nur an einer Stelle im Beet, ohne sich groß zu bewegen. Das war die Tage noch besser als heute.

Wir sind hin und her gerissen, ob wir sie in heimischer Umgebung gehen lassen sollen oder die OP wagen, obwohl dies wohl wenig Hoffnung verspricht.

Ansonsten war auf dem Röntgenbild nichts anderes auffällig, es ist also letztlich der Zwerchfellriss und der Darm, der Teils nach oben gerutscht ist, was die ganzen Probleme bereitet, aber in schwachem Allgemeinzustand, bei den aktuellen Temperaturen...sicherlich eine maximal ungünstige Situation.

marinahexe 14.01.2025 21:53

Ich denke jetzt mal laut: Bei dem Befund würde ich sie friedlich zu Hause einschlafen lassen. Sie hat ein tolles Leben bei euch gehabt. Lasst sie gehen und vor allem lasst den/die Partner hinterher Abschied nehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das für die Tiere wichtig ist.


Ich kann so gut nachempfinden, wie es gerade in euch aussieht. Auch ich stand schon oft vor dieser Entscheidung. Ich vermute, dass sie auf dem OP-Tisch bleiben würde. Ich kenne die Betreiberin von Kaninchenseele persönlich und vertraue ihr.



Ich wünsche euch ganz, ganz viel Kraft für diesen Weg!

HarzerBrockensteig 14.01.2025 23:56

Ich würde sie einschläfern als selbst-einschlafen lassen. Ansonsten Zustimmung zu marinahexe. :)

Speeb 15.01.2025 10:02

Guten Morgen zusammen,

danke für eure Aufmunterungen und Ratschläge.
Wir haben uns nun gegen die OP entschieden, da wir wirklich nicht wollen, dass sie in der Praxis auf dem Tisch verstirbt, allerdings tun wir uns gerade extrem schwer, was das Einschläfern angeht. Gestern saß sie ja, bis zum TA-Besuch nur im Stall. Nach dem TA-Besuch sehr lange nur an einer Stelle im Beet, hat dann aber am späten Abend noch etwas gegrast und auch Leckerli gefressen.

Heute früh kam sie raus und ist im Garten herum, hat gegrast, Kräuter gefressen und war auch sonst recht aktiv. Eben ist sie ihrem Partner hinterher und hat sogar neugierig unter den Gartenmöbeln und Fahrrädern geschnuppert.
Nach dieser Aktivität hatte sie aber wieder für kurze Zeit den Kopf/die Nase relativ weit oben.

Dennoch unsere Unentschlossenheit:

Sollen wir ein Kaninchen einschläfern, dass zwar ohne Zweifel eine schreckliche Diagnose und Prognose bekommen hat, aber dennoch so aktiv ist und anscheinend noch Lebenslust hat? Klar weiß ich, dass bei Kaninchen in der einen Minute alles toll sein kann und wenige Stunden später die Situation hochkritisch sein mag, aber ich hoffe ihr versteht unseren Zwiespalt hier...

Es wäre toll, wenn ihr hier eure Gedanken und Erfahrungen teilen könntet.

LG

Edit: Eben wollte die Maus sogar in einen größeren Blumentopf springen (ca. 40 cm), hat es aber leider nicht geschafft und ist hingefallen. Achje, sowas sollte sie nicht machen, aber danach ist sie normal weitergehoppelt und war neugierig. Habe ihr den Topf nun umgelegt und sie knabbert die Pflanze ab...
Sie war jetzt seit 2 1/2 Std nicht mehr im Stall oder an einem Rückzugsort...

marinahexe 15.01.2025 10:59

Zitat:

Zitat von HarzerBrockensteig (Beitrag 1277213)
Ich würde sie einschläfern als selbst-einschlafen lassen. Ansonsten Zustimmung zu marinahexe. :)


Hab mich vielleicht blöd ausgedrückt. Ich würde den TA nach Hause kommen lassen und sie in ihrem gewohnten Umfeld auf die Reise schicken.

HarzerBrockensteig 15.01.2025 11:04

Sie muss sich ja so normal wie möglich benehmen, sonst droht Mobbing/Ausschluss aus der Gruppe. Hæufige Luftnot ist echt kein Vergnügen, Schmerzen hat sie eventuell obendrein. Zeigen wird sie es erst, wenn sie nicht mehr anders kann, also meist kurz vor einem, eventuell qualvollen, Sterbevorgang.
Wie sagt man so schön: irgendwann gibt es nur noch ein "zu spät" und kein "zu früh" mehr. Ich glaube, an dem Punkt ist sie schon. Ich würde sie in einem guten Moment gehen lassen, so hart das auch ist.

marinahexe 15.01.2025 11:08

Zitat:

Zitat von Speeb (Beitrag 1277214)
Guten Morgen zusammen,

danke für eure Aufmunterungen und Ratschläge.
Wir haben uns nun gegen die OP entschieden, da wir wirklich nicht wollen, dass sie in der Praxis auf dem Tisch verstirbt, allerdings tun wir uns gerade extrem schwer, was das Einschläfern angeht. Gestern saß sie ja, bis zum TA-Besuch nur im Stall. Nach dem TA-Besuch sehr lange nur an einer Stelle im Beet, hat dann aber am späten Abend noch etwas gegrast und auch Leckerli gefressen.

Heute früh kam sie raus und ist im Garten herum, hat gegrast, Kräuter gefressen und war auch sonst recht aktiv. Eben ist sie ihrem Partner hinterher und hat sogar neugierig unter den Gartenmöbeln und Fahrrädern geschnuppert.
Nach dieser Aktivität hatte sie aber wieder für kurze Zeit den Kopf/die Nase relativ weit oben.

Dennoch unsere Unentschlossenheit:

Sollen wir ein Kaninchen einschläfern, dass zwar ohne Zweifel eine schreckliche Diagnose und Prognose bekommen hat, aber dennoch so aktiv ist und anscheinend noch Lebenslust hat? Klar weiß ich, dass bei Kaninchen in der einen Minute alles toll sein kann und wenige Stunden später die Situation hochkritisch sein mag, aber ich hoffe ihr versteht unseren Zwiespalt hier...

Es wäre toll, wenn ihr hier eure Gedanken und Erfahrungen teilen könntet.

LG

Edit: Eben wollte die Maus sogar in einen größeren Blumentopf springen (ca. 40 cm), hat es aber leider nicht geschafft und ist hingefallen. Achje, sowas sollte sie nicht machen, aber danach ist sie normal weitergehoppelt und war neugierig. Habe ihr den Topf nun umgelegt und sie knabbert die Pflanze ab...
Sie war jetzt seit 2 1/2 Std nicht mehr im Stall oder an einem Rückzugsort...


Es ist eine schwere Entscheidung. Vielleicht besprecht ihr das nochmal mit dem TA, dass er zu euch kommt, wenn es ihr wieder schlechter geht. So könntet ihr noch ein paar Tage mit ihr verbringen. Du müsstest halt fürs WE auch einen TA haben, der dann rauskommen würde. Oder ihr macht für Freitag nach Praxisschluß einen Termin aus. Diese Entscheidung kann euch keiner abnehmen. Wir können nur Ratschläge geben, wie wir es machen würden.
Aber ich weiß, dass dieser Austausch euch schon helfen wird. Egal, wie ihr euch entscheidet, es muss im Sinne eures Tieres sein. Sie soll nicht jämmerlich ersticken, das hätte sie nicht verdient - und das wollt ihr auch nicht.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:36 Uhr.



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