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Vergesellschaftung - benötige Hilfe Hallo, seit ein paar Stunden sind wir mitten in der Vergesellschaftung von zwei kastrierten Rammlern. Diese sind aus schlechter Haltung zu uns gekommen, wurden tierärztlich versorgt und vor 6,5 Wochen kastriert. Nun sind sie auf neutralem Boden (ca. 20m2) und können sich begegnen. Ich empfinde keinen der beiden als aggressiv. Es sind aber verschiedene Charaktere zu beobachten: Nola: neugierig, frisst, geht aufs Klo, will Odin besteigen, zwickt ihn, jagt ihn Odin: ängstlich, sitzt ausschließlich auf einen Platz und rennt weg, wenn Nola kommt, frisst nicht, geht nicht aufs Klo Beide saßen beim Vorbesitzer in einem winzigen Stall und haben sich gegenseitig stark verwundet, da sie auch nicht kastriert waren. Wir haben nicht den Anspruch, dass es klappen muss. Mit dem Tierschutzverein haben wir Kontakt und würden sonst nach anderen Konstellation schauen, die für beide besser sind. Meine Frage: Ab wann würde man die VG abbrechen? Wir machen uns Sorgen um Odin, der nicht frisst und nicht aufs Klo geht. Ps: Unterschlüpfe mit mehreren Eingängen, neue Toiletten, viele Futterstellen vorhanden |
Hallo, Odin frisst auch nicht, wenn ihr ihn das Futter direkt vor die Nase haltet? Nicht mal verbotene Leckerli;) Wichtig ist natürlich das alle fressen, wenn gar nichts hilft und er nicht frisst, würde ich wohl ein Gitter zwischen beide aufbauen und dann weiter beobachten |
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was ist denn verbotenes Futter? Apfel und Möhre habe ich neben ihm gelegt und er hat es nicht angerührt. Ansonsten liegt hier allerlei grün: Fenchel, Pak Choi, Feldsalat, Kopfsalat, Kohlrabi-grün, Möhre und Apfel, Äste von verschiedenen Bäumen, Äste von verschiedenen Sträuchern. Odin bewegt sich kein bisschen. Nola rennt nicht immer auf ihn zu. Teilweise hüpft er ihm vorsichtig entgegen ind Odin rennt dennoch panisch davon. |
Mit verbotene Leckerli ist das Futter gemeint, was nicht zuviel und eher selten (eben als Leckerli) gegeben werden sollte. Wie z. B. Gemüse und Obst besser ist immer blattgrün wie Wiese (verschiedene Wiesenkräuter) oder das Möhrengrün, Kohlrabiblatt, Kohl oder Äste mit Blättern etc Kennen sie das Futter? Habt ihr evtl Dill oder Petersilie (hier wird gerne glatte Petersilie gefressen) oder Wurzelgrün? Meine fressen dies meine immer Bevorzugt und lockte auch Tiere, die frisches vorher nicht kannten Im Tierschutz wurden sie getrennt gehalten und hatten mehr Platz als beim vorherigen Halter? Vielleicht ist Odin auch einfach der schüchterne, ängstliche und braucht ein wenig länger um sich an viel Platz und eine neue Umgebung zu gewöhnen |
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Möhre und Apfel gibt es sonst nie ausnahmsweise. Wir dienen als Pflegestelle für den Tierschutzverein. Sie lebten bis jetzt jeder auf ca. 5-6m2. Sie wurden kastriert und haben verschiedene ärztliche Behandlungen hinter sich. Odin ist der ängstliche. Wir fragen uns, wie lange eine VG gehen darf, wenn einer nicht isst. Die Vermittlung von Kaninchen läuft tatsächlich eher schleppend und so wäre es schön, wenn sie auch bei uns auf der Pflegestelle nicht alleine sitzen müssten. |
Kaninchen haben einen so genannten Stopfmagen, d. h. es muss vorne was rein damit hinten was rauskommt. Es ist bedenklich, wenn ein Tier lange nicht frisst, das führt schnell zu weiteren Problemen. Tagsüber wird eher weniger gefressen, weil die Tiere Nacht- bzw Dämmerungsaktiv sind, aber es wird ein wenig gefressen Ich selber würde da nicht lange warten, auf keinen Fall die Nacht über. Versuche mal mit Grünfutter vor seiner Nase/Mund rumzuwedeln. Oft beissen die Tiere (eher weil sie genervt sind) ab und damit wird angeregt weiter zu fressen Wenn alles nicht hilft, dann solltest du päppeln. Seid wann läuft die VG? Also wieviel Stunden schon? |
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Nola frisst in einer Tour (Stressabbau unter anderem?). Nola kommt immer wieder zu mir und sucht Kontakt. Zu Odin möchte er auch Kontakt, aber Odin läuft panisch und knurrend davon. |
Okay, 3,5 Stunden sind für mich im Rahmen. Dachte es geht schon länger Einige Tiere fangen auch wirklich erst mit Einbruch der Dämmerung an mehr zu fressen, zwischendurch mal einen Stängel Beobachte weiter und stell dich auf eine lange Nacht ein;) Du bleibst bei der VG dabei oder? Ich schlafe dann immer auf dem Sofa, da es hier in den frühen Morgenstunden (ca 4 Uhr) immer anfing zu krachen |
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Ich konnte auch nicht sehen, ob sie fressen;) Schau mal, wie es sich bis ca 22.00/23.00 Uhr weiterentwickelt mit dem Fressen Ich bin oft gegen Mitternacht irgendwann eingeschlafen und um ca 4.00/5.00 Uhr durch die Kämpfe geweckt worden. Morgens Bestandsaufnahme gemacht : Wieviel Fell liegt rum, was liegt an Futter da und Kontrolle ob ein Tier verletzt ist. Ist Ruhe eingekehrt mit Leckerli geschaut, ob gefressen wird und weiter beobachtet |
Ein Tipp für die Zukunft: VGs beginnt man früh morgens in der Hoffnung, dass zum Abend alles geklärt ist.;) Wann hat er denn das letzte Mal richtig gefressen? Ich denke, dass ich - wenn nichts Gravierendes passiert - bis morgen früh abwarten würde und dann ein Gitter durch den Raum ziehen. Wenn die beiden zusammen in einem kleinen Stall gesessen und sich gegenseitig verletzt haben, wird er traumatisiert sein. Pass bitte gut auf beide auf. Ich hatte mal von einer Freundin ein Männchen übernommen, der vorher mit einigen Unkastraten in einer Scheune zusammen lebte und dort schwer verletzt wurde. Die Behandlung war sehr schwierig und aufwendig, da der ganze Körper mit frischen und älteren, eitrigen Bisswunden übersät war. Als er wieder soweit hergestellt und kastriert war, hab ich ihn in meine Traum-6er-Gruppe gesetzt. Meine Gruppe war extrem sozial und verträglich. Anfangs ging alles gut. Bisschen Gejage, man hat zusammen gefressen und akzeptierte sich. Nach ca. 2-3 Monaten hab ich außer Vincent keines meiner Tiere gesehen. Ich ging auf die Suche. 2 hatten sich im Stall versteckt, eins mit Bisswunde, der andere apathisch mit Untertemperatur. 2 weitere saßen hinter dem Stall und die anderen beiden saßen hinter einem Strohballen und waren total panisch. Bin mit dem Apathischen und seinem Weibchen sofort zum TA. Die blieben über Nacht erstmal in der Wohnung zur Beobachtung. Am nächsten Tag stellte ich fest, dass ein Böckchen mit hochgezogenem Hinterteil rumlief. Hab ihn mir geschnappt und genauer angeschaut. Er hatte eine Bissverletzung im Genitalbereich. Nur durch Zufall hab ich bemerkt, dass er winzige Fliegenmaden (ca. 1-2mm groß) hatte. Der Zufall war eine dunkelgrüne Kiste, auf die ich Lou setzte und er direkt pinkelte. Auf dem dunklen Untergrund konnte man die Maden gut sehen. Auf hellem Untergrund oder Steinplatten hätte ich sie nicht gesehen. Das war der Punkt, an dem ich gesagt habe, dass Vincent wieder ausziehen muss. Er ist danach zu einem einzelnen Weibchen gezogen und lebt dort glücklich sein Leben. Wenn Tiere so eine Haltung hinter sich haben, sind sie gestört. Manchmal ihr Leben lang. |
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Danke für den Tipp. Ich hatte mich verlesen. Bei Kaninchenwiese steht: Mittagszeit und warum auch immer habe ich Nachmittagszeit abgespeichert. Ich beobachte alles weiter. :) Die Geschichte macht sehr traurig. Odin und Nola haven sich laut Vorbesitzer mit einem weiteren Kaninchen in einem winzigen Stall bekämpft. Alle haben starke Wunden davon gezogen. Vielleicht ist sowas auch abgespeichert? |
Kaninchen vergessen nicht nach 14 Tagen, wie es immer behauptet wird. Sie erkennen sich auch nach 6 oder 12 Monaten wieder. Mit morgens mein ich so 9-10 Uhr. Tagsüber sind sie eh etwas träger, das sollte man nutzen. Du könntest zu den beiden Jungs noch 1 oder 2 Weibchen setzen, wenn es so nicht funktioniert. Ich drück die Daumen!:thumbsup: |
Schlimme VG - Erfahrungen können durchaus ein Trauma nach sich ziehen. Ich habe schon erlebt, dass sich Kaninchen bei späteren VG‘s (auch mit anderen Kaninchen) ganz anders verhalten haben. Forsches, selbstbewusstes Auftreten wurde durch ängstliches, vorsichtiges Verhalten ersetzt, teilweise sogar im eigenen Revier, wo man vorher dominantes Auftreten sah… Haben sie sich vorher schon gekannt, dann werden sie sich auch garantiert nicht vergessen haben. Erst recht nicht bei einer schlimmen Vorgeschichte. Sicherlich keine idealen Voraussetzungen. Sollte es neu eskalieren, würde ich auf alle Fälle sehr schnell abbrechen (zumindest schneller als bei Kaninchen, die sich nicht kennen) und bei Kämpfen nicht zu warten, ob es da noch bessert…. |
Die Nacht war leider nicht besser. Ab und zu wird gejagt. Oder Odin erschreckte sich als Nola näher kam. Dass er gegessen hat konnte ich nicht erkennen… Odin saß nur versteinert in der Ecke. Für beide kein Gewinn und für Odin (gefühlte) Quälerei. |
Dann würde ich das Zimmer jetzt durch Gitter teilen und das erstmal eine Weile so lassen. Beide entfernt auf der jeweiligen Seite füttern und die Futterstellen alle 2-3 Tage etwas näher zum Gitter hin verlegen. Odin muss merken, dass ihm auf seiner Seite nichts passiert und er in Ruhe fressen kann. Wenn dann das Futter direkt neben dem Gitter liegt und beide entspannt fressen, würde ich das Gitter an beiden Seiten etwas öffnen (aber stehen lassen). Für Odin ist es sein sicheres Revier, in das er zurück kann, für den Partner fremdes Gebiet. |
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Könnten sich dadurch den Aggressionen aufstauen und sie sich am Gitter beißen? |
Das kann passieren, hatte ich hier aber noch nicht. Wenn Du 2 Reihen Gitter versetzt oder mit etwas Abstand aufstellst, könntest Du die Verletzungsgefahr minimieren bzw. ausschließen. Du kannst das Gitter auch mit Volieren- oder Kaninchendraht bespannen. |
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