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Kaninchen frisst kein Heu mehr Hallo liebe Gruppe, habe mich hier mal angemeldet weil ich einen Rat brauche. Meine Lilly ( wird im Dezember 6 Jahre alt) hat ab und zu mal an den Backenzähnen so Spitzen, die dann abgeschliffen werden müssen. Beim letzten Abschleifen meinte der TA, dass ihr auf der linken Seite auch ein paar Zähne fehlen würden. Das wäre neu, denn vorher hat das noch keiner gesagt. Mir ist nun aufgefallen, dass Lilly kein Heu mehr frisst, obwohl sie es sonst immer sehr gerne und ausgiebig getan hat. Meine erste Frage wäre nun, ob es damit zusammen hängen könnte ? Vor ein paar Tagen war ich nun beim Chef von der Praxis. Ich lasse immer einmal im Jahr eine Herzuntersuchung machen, das sie einen Herzfehler hat und ich überprüfen lasse, ob sich etwas geändert hat. Ihm habe ich es auch mit den Zähnen gesagt und er meinte, dass man sie in Narkose legen müsste, um genau zu sehen, was mit den Zähnen ist. Ich bin mir aber sehr unsicher, da er mal vor ein paar Jahren meinte, es wäre aufgrund ihres Herzfehlers mit der Narkose schwierig, sie könnte dann evtl nicht wieder aufwachen. Er gab mir Critical Care mit, dass ich ihr erstmal geben sollte. Inzwischen habe ich ihr aber JR Farm Breifutter gegeben, da das wesentlich günstiger ist und sie es auch viel lieber mag. Meine zweite Frage ist nun, hat Jemand von Euch vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir einen Rat geben ? Am liebsten würde ich ihr lieber das Breifutter als Heu Ersatz geben und ihr die Narkose ersparen. Ihr anderes Futter, wie Möhrchen, Brokkoli, Salat, Fenchel usw frisst sie ganz normal. Vielen lieben Dank schon mal für Eure Hilfe im Voraus. |
Solange Frischfutter gefressen wird, gibt es absolut keinen Grund zuzufüttern. Wenn sich Fressverhalten so auffällig ändert, sollte man schon mal genauer hinschauen. Das geht aber leider nur über ein mehrschichtiges Röntgenbild. In der Aufzählung vom sonstigen Futter fehlen mir blättrige Gemüsesorten, die sind für die richtige Zahnabnutzung und die Verdauung extrem wichtig. |
Bei Herzerkrankungen gibt‘s leider ein höheres Narkoserisiko (welches normal um ca. 1% liegt). Bei einem sehr guten Narkosemanagement, wo mittels Geräten und mind. von einer zusätzlichen Person überwacht wird, sollte man in einem Notfall eingreifen müssen. Wobei die Mehrheit der Zwischenfälle sich erst 1-2 h später ereignen, daher ist da auch eine gute Überwachung bei einem Risikopatienten angebracht. Wenn bereits Zähne ausgefallen sind, dann ist die Gefahr schon hoch, dass bereits eine Infekt oder Abszess vorhanden ist durch die Eintrittswunde. Kaninchen können ihre Schmerzen sehr gut verstecken, was nicht heisst, dass keine vorhanden sind. Es sind nicht alle so hart im Nehmen (auch wenn es Kaninchen gibt, die ohne sichtbaren Problemen weiter fressen), aber bei derart massiven Zahnproblemen wäre Schmerzmittel angebracht. Für Röntgen braucht es ja nicht eine lange Narkose (eine Sedierung braucht es ja beim Zähneschleifen auch!); es würde zumindest Auskunft geben, wie der Zahnstatus ausschaut und man könnte ein Prognose geben, wie es um die Zukunft bestellt ist, um rechtzeitig handeln zu können. Sei es, ob es Richtung OP geht oder wenn sich der Zustand verschlechtert sollte, dass es irgendwann rechtzeitig erlöst wird… Solange es mit dem Zähneschleifen noch funktioniert, sollte man natürlich keine zusätzliche Zähne ziehen. Aber vielleicht braucht‘s trotzdem Antibiotika bei einem Infekt. PS: Änderung jeglichen Fressverhaltens ist aufgrund von Schmerzen. Das bezieht sich darauf, wenn gewisse Futtermittel nicht gefressen werden, oder wenn Tempo verlangsamt wird, geschmatzt oder einseitig gefressen wird. Anzeichen dafür können vielfältig sein und total unterschiedlich. |
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