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Sabbl 03.01.2021 00:07

Rammler in schlechter Haltung
 
Hallo,

wir haben seit zwei Monaten drei Zwergkaninchen (zwei Weibchen und einen kastrierten Rammler). Ein Nachbar hat mich auf einen anderen Nachbarn aufmerksam gemacht, der auch ein Zwergkaninchen - in Einzelhaltung - hält. Es ist ein sehr schönes Tier, auch gepflegt. Aber ein nicht kastrierter Rammler in einem zu kleinen Käfig. Nachdem ich Nachbarn eins schon gesagt hatte, dass wir den nicht auch noch nehmen können, bin ich dann doch bei Nachbar zwei vorbeispaziert und habe ihn drauf aufmerksam gemacht, dass einer alleine sich nicht wohlfühlt...noch einen würde er aber nicht nehmen, wenn wir ihn wollen, würde er ihn wohl abgeben. Jetzt bin ich wirklich hin- und hergerissen. Eigentlich haben wir mit 6 m² wirklich nicht genug Platz für einen weiteren und zusätzlich habe ich Angst, dass er - auch wenn wir ihn jetzt kastrieren lassen - die Gruppe sprengt. Außerdem beißt er (zumindest in dieser Haltung). Aber vielleicht würden sich die zwei Damen auch über mehr männliche Gesellschaft freuen...und für immer in Einzelhaft ist doch keine Lösung. Was würdet ihr tun?

Tintenherz 03.01.2021 00:10

Moin,
ich würde ihm anbieten, das Tier für ihn zu vermitteln, wenn du gar keine Möglichkeit hast, ihn unterzukriegen. ich kenne die Dynamik zwischen deinen Beiden nicht, deshalb kann ich da nichts zu sagen, aber vielleicht lässt er sich ja darauf ein. Vielleicht kannst du ihn ja auch in einem anderen Zimmer erstmal zu dir holen, nur dass er erstmal aus der Situation kommt?

Viel Erfolg

Sabbl 03.01.2021 00:39

1. Wenn ich ihn nehme, müssten sich vier Zwergkaninchen 6 m² teilen. Tue ich ihnen damit einen Gefallen?

2. Handzahm muss er wegen mir nicht mehr werden. Aber wenn es nicht klappt mit der Vergesellschaftung, kann ich ihn nicht behalten, dann muss er ins Tierheim.


Die Frage ist aber - soll ich eine VGS überhaupt probieren? Oder dem Nachbarn abschwatzen und ihn direkt ins Tierheim bringen? Dann hat er die Möglichkeit, noch zu einem Partnertier vermittelt zu werden (wie gesagt, ein sehr schönes Tier, da hätte er bestimmt Chancen) oder macht es Sinn, einen Versuch mit der VGS zu wagen - auch wenn sie dauerhaft dann nur 6 m² hätten (zusätzlicher Auslauf tagsüber, ca. 16 m²). Möglicherweise mit üblen Verletzungen für meine drei?

Honeymouse 03.01.2021 08:08

Moin!

Bei 6m² Platz würde ich es definitiv nicht probieren. Dann lieber das Kerlchen kastrieren lassen und versuchen so zu vermitteln, 6m² ist für 4 einfach viel zu wenig Platz, wie du selbst schon sagst.

Myrabbit 03.01.2021 08:54

Zitat:

Zitat von Sabbl (Beitrag 1235618)
Hallo,

wir haben seit zwei Monaten drei Zwergkaninchen (zwei Weibchen und einen kastrierten Rammler). Ein Nachbar hat mich auf einen anderen Nachbarn aufmerksam gemacht, der auch ein Zwergkaninchen - in Einzelhaltung - hält. Es ist ein sehr schönes Tier, auch gepflegt. Aber ein nicht kastrierter Rammler in einem zu kleinen Käfig. Nachdem ich Nachbarn eins schon gesagt hatte, dass wir den nicht auch noch nehmen können, bin ich dann doch bei Nachbar zwei vorbeispaziert und habe ihn drauf aufmerksam gemacht, dass einer alleine sich nicht wohlfühlt...noch einen würde er aber nicht nehmen, wenn wir ihn wollen, würde er ihn wohl abgeben. Jetzt bin ich wirklich hin- und hergerissen. Eigentlich haben wir mit 6 m² wirklich nicht genug Platz für einen weiteren und zusätzlich habe ich Angst, dass er - auch wenn wir ihn jetzt kastrieren lassen - die Gruppe sprengt. Außerdem beißt er (zumindest in dieser Haltung). Aber vielleicht würden sich die zwei Damen auch über mehr männliche Gesellschaft freuen...und für immer in Einzelhaft ist doch keine Lösung. Was würdet ihr tun?

Hallo,
ich kenne auch jemanden der hält einen nicht kastrierten Rammler in Einzelhaltung. Dem Tier geht es sogar noch schlechter. Er ist sehr dick und bekommt NUR Trockenfutter und kennt kein Grünfutter. Auslauf bekommt er fast nie und er sitzt in einem ) 1qm Käfig ( wenn überhaupt ) Ich habe den Besitzer schon mehrmals auf seine Haltung aufmerksam gemacht doch er will nicht hören. In seinem Käfig ist sehr wenig Einstreu, eine kleine Ecktoilette, ein Plastiknapf und eine Nippeltränke. ( kein Häuschen ) Es gibt halt leider so Menschen.
lg Myrabbit

marinahexe 03.01.2021 11:55

Zitat:

Zitat von Sabbl (Beitrag 1235622)
1. Wenn ich ihn nehme, müssten sich vier Zwergkaninchen 6 m² teilen. Tue ich ihnen damit einen Gefallen?

2. Handzahm muss er wegen mir nicht mehr werden. Aber wenn es nicht klappt mit der Vergesellschaftung, kann ich ihn nicht behalten, dann muss er ins Tierheim.


Die Frage ist aber - soll ich eine VGS überhaupt probieren? Oder dem Nachbarn abschwatzen und ihn direkt ins Tierheim bringen? Dann hat er die Möglichkeit, noch zu einem Partnertier vermittelt zu werden (wie gesagt, ein sehr schönes Tier, da hätte er bestimmt Chancen) oder macht es Sinn, einen Versuch mit der VGS zu wagen - auch wenn sie dauerhaft dann nur 6 m² hätten (zusätzlicher Auslauf tagsüber, ca. 16 m²). Möglicherweise mit üblen Verletzungen für meine drei?


Ich würde ihn erstmal da rausholen und dem TA vorstellen. Dann impfen und kastrieren lassen. Halte ihn getrennt von Deinen Tieren und lerne ihn kennen. Dann kannst DU vielleicht einschätzen, ob das von den Charakteren passen könnte. Wenn Du meist, dass es geht, müsstest Du das Gehege vergrößern oder auf freie Zimmerhaltung umstellen. Geht es nicht, vermittelst Du ihn in ein schönes Zuhause.Bei der Vermittlung kann ich Dir dann helfen.


Tierheime und private Pflegestellen sind z.Zt. sehr voll, vor allem in Innenhaltung.

Lara004 03.01.2021 12:19

Ich muss sagen, dass ich es, gerade in der Nachbarschaft, kritisch finde, wenn man das Tier abschwatzt mit der Erklärung es selbst zu behalten und dann doch aber von vornherein zu wissen, dass man es gar nicht behalten kann...

Dann sollte man wenigstens sagen, dass man es versucht und wenn es nicht klappt mit der eigenen Gruppe, dass man ihn dann weiter vermittelt.

Ob man es dann versucht oder nicht, das muss ja keiner wissen, aber den jetzigen Besitzer zumindest informieren, dass es sein könnte, dass es nicht klappt.

Ist schwer zu beschreiben was ich meine, aber ich hoffe man versteht es trotzdem.

Sabbl 03.01.2021 16:29

Ja, das macht mir auch Bauchschmerzen.

Lara004 03.01.2021 17:45

Ich habe auch schon Leuten ihre Kaninchen abgeschwatzt, meist waren es allerdings so schwer kranke Tiere, dass sie es oft nicht geschafft haben.

Die Ausgangslage ist etwas anders, da ich die Leute nicht „persönlich“ aus meinem näheren Umfeld kenne, sondern es „nur“ Kunden meiner Arbeitsstelle sind.

Jedem habe ich aber immer gesagt, dass ich versuchen werde das Leben des Tieres zu retten und Entscheidungen so zu treffen, wie bei meinen eigenen Tieren.
Das ist für mein Gewissen genug der Erklärung gewesen und war immer im Sinne der Tiere und man hat den Besitzern nicht vor den Kopf geknallt, dass sie schuld daran sind, wie es dem Tier geht und man es ihnen deshalb „wegnehmen“ will.

Du musst im Endeffekt entscheiden, was das richtige ist und womit du am besten leben kannst - dein Wunsch dem Tier zu helfen in allen Ehren, aber es geht nicht immer so einfach wie man es gerne hätte.

Sabbl 20.03.2021 21:00

Hallo, nun haben wir uns entschlossen und es auch in die Tat umgesetzt - wir haben den Rammler zu uns geholt. Seit heute. Wir haben einfach den gesamten Stall (weniger als 1 qm) mitsamt dem Nin um die Ecke getragen, jetzt steht er bei uns im Garten. Wir haben ihm einen kleinen Auslauf rangebaut, aber da hat er sich heute noch nicht rausgetraut. Auch wenn der Vorbesitzer gesagt hat "der frisst alles" hat er weder das Blättchen Feldsalat, das Stückchen Möhre oder das Blatt Endivie angerührt. Und auf rausnehmen angesprochen - er hat ihn immer am Nacken rausgehoben. Und unseren anderen Nachbarn hatte er schon gebissen (verständlich, wenn man einfach in den Käfig fasst und das Tier nicht weg kann). Nur: Wie bekomme ich ihn nun einigermaßen stressfrei und ohne Bisse zum Tierarzt. Mit Handschuhen rausholen, wahrscheinlich? Oder hat jemand einen besseren Tip?

Sabbl 20.03.2021 21:08

Nächste Frage: Vergesellschaftung: Wer hat Erfahrung? Der hat seit der Trennung von der Mutter keine Kaninchen gesehen und weiß gar nicht, dass es so etwas gibt. Sollte man ihm nicht die Möglichkeit geben, unsere drei ein bißchen zu beobachten, vor einer Vergesellschaftung? Z. B. - eine Woche eingewöhnen und gucken - dann TA - dann noch vier Wochen mit gucken - dann zwei Wochen ohne Sichtkontakt - dann Eingewöhnung - hat jemand schon in so einer oder ähnlichen Konstellation vergesellschaftet?

Solkinok 20.03.2021 21:16

Hi,


nur zum besseren Verständnis: Du willst ihn mit deiner Dreiergruppe vergesellschaften in dem bestehenden 6qm-Gehege?


S.

Tintenherz 20.03.2021 22:06

Also die VG würde ich eh erst angehen, nachdem er gründlich durchgecheckt, geimpft und kastriert ist, also in frühestens 6 Wochen. In die Box bekommst du ihn vermutlich entweder, wenn du sie ihm als Versteck mit Leckerlis drin anbietest und dann schnell zu machst oder eben mit Handschuhen, wenn es gar nicht geht. Unser Pluto kannte auch keine anderen Kaninchen, da kommt es glaube ich wirklich auf den Charakter der Kaninchen an, wie man das macht. Ich bin persönlich kein Fan der Gitter Methode, durch den Sicht- und Riechkontakt können sie keine Rangfolgen klären und Aggressionen können sich anstauen und sie können sich auch durch die Gitter beißen und verletzen. Das ist aber nur meine Meinung, ich weiß, viele hier nutzen diese Methode erfolgreich.

Sabbl 20.03.2021 23:41

Zitat:

Zitat von Solkinok (Beitrag 1244459)
Hi,


nur zum besseren Verständnis: Du willst ihn mit deiner Dreiergruppe vergesellschaften in dem bestehenden 6qm-Gehege?


S.


Nein. Vergesellschaftung würde ich in unserem Schuppen machen, ca 12 m². Parallel unser geplantes "neues" Gehege bauen. Das hätte dann ca. 6 x 1,5 m. Die Zwerge wiegen alle knapp 1,5 kg - bei der habe ich als Richtwert 2 m² / Tier. Zusätzlich Gartenfreilauf. Natürlich nur am Tag und erst nach Eingewöhnung in das neue Gehege. Habe aber schon festgestellt, dass es eben nicht nur auf die Fläche ankommt - 6 x 1,5 sind wesentlich besser als z. B. 3 x 3 - einfach weil sich die Tiere wesentlich besser aus dem Weg gehen können und dann auch längere Laufstrecken haben. Dann noch jeweils ein Häuschen vorne und hinten (so dass man drumrum kann) und schon laufen die wie die Hasen :D

Sabbl 20.03.2021 23:46

Ja, das ist klar, erst nach Quarantäne, Kastration usw. Muss ja auch erst auf Frischfutter umgestellt werden, da sind sechs Wochen ohnehin gut. Ich frage mich nur: soll ich unsere Gruppe sechs Wochen ohne Gartenfreilauf lassen (also mit nur 6 qm Nacht + 12 qm Tag). Wenn wir sie rauslassen, werden sie das Gehege entdecken und natürlich auch unseren neuen Hasi. Oder ist das vielleicht sogar gut, dann weiß er schon vor der VG, dass es auch noch weitere Kaninchen gibt?

dangerschaf 21.03.2021 07:34

Zitat:

Zitat von Sabbl (Beitrag 1244466)
Ja, das ist klar, erst nach Quarantäne, Kastration usw. Muss ja auch erst auf Frischfutter umgestellt werden, da sind sechs Wochen ohnehin gut. Ich frage mich nur: soll ich unsere Gruppe sechs Wochen ohne Gartenfreilauf lassen (also mit nur 6 qm Nacht + 12 qm Tag). Wenn wir sie rauslassen, werden sie das Gehege entdecken und natürlich auch unseren neuen Hasi. Oder ist das vielleicht sogar gut, dann weiß er schon vor der VG, dass es auch noch weitere Kaninchen gibt?

Das wird dir niemand mit Sicherheit sagen können. Letztendlich hängt es von den Tieren ab, was der bessere Weg ist. Ist der Neue schlecht sozialisiert, macht das Kennenlernen am Gitter häufig Sinn. Wenn es am Gitter Agressionen gibt, kannst du es ja abbrechen.
Wenn er sein Lebenlang in Einzelhaltung saß, würde ich die beiden anderen mal raus lassen und gucken, was passiert.

Sabbl 01.04.2021 11:19

Also...nachdem ich meinem Mann erzählt hatte, dass Kaninchen in Paaren leben - und er ein bißchen beobachtet hat, dass Lotte irgendwie immer außen vor ist - fand er die Idee, noch einen Rammler dazu zu holen irgendwie doch ganz charmant. Seit zwei Wochen haben wir nun den "schönen Hans" haben Kotuntersuchung (alles i. O.) Krallenschneiden (die waren dann doch mehrere Zentimeter lang) und gestern auch die Kastration durch. Einmal haben wir einen Kontakt am Gitter schon zugelassen - d. h. Hans war in seinem abgezäunten Freilauf und die anderen im Garten. Es war wirklich kurios. Lu hat angefangen am Gitter zu buddeln (nur wenige Sekunden) und sich dann auf den Rücken gewälzt. Mehrfach. Das fand ich sehr merkwürdig - wie kann man das interpretieren? Dann haben die beiden noch einen Paartanz aufgeführt - synchron aufrichten, runtergehen, sich vom Gitter entfernen, wieder aufeinander zugehen...Ehrlich gesagt - besonders aggressiv hat das für mich nicht gewirkt. Danach haben aber alle außer Holly verstärkt markiert. Hat jemand so ein Verhalten schon mal beobachtet?


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