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Pfoten 20.09.2020 08:23

Ethische Qual der Wahl, altes Kaninchen noch kastrieren und vergesellschaften?
 
Hallo,
Mein Kaninchen ist 12 Jahre alt, unkastriert und lebt schon seit Beginn alleine, nun habe ich ihn übernommen und er lebt in einem knapp 6qm Innengehege, mit Buddelkiste, Verstecken und guter Ernährung. Nun weiß ich allerdings nicht weiter. Sollte ich ihn so in Ruhe seinem Alter entgegen treten lassen oder eine Kastration+ Vergesellschaftung zumuten? Ich habe Angst das er die OP nicht überlebt oder sich gar nicht mehr vergesellschaften lässt :/
Was würdet ihr machen ?
Ich fühle mich zum einen wie ein Tierquälerei weil er alleine lebt, habe aber auch Respekt vor einer anderen Möglichkeit.:confused:

dangerschaf 20.09.2020 08:51

Ich würde es mit einem ruhigen, kastrierten Weibchen probieren. Dabei müsste man schauen, ob er ihr sehr auf die Nerven und wie sie damit umgeht.
Alternativ ein ruhiges, nicht dominantes, kastriertes Männchen.
Voraussetzung ist immer ein großes, gut strukturiertes Gehege.

Tamou 20.09.2020 08:52

Wie steht es denn um seine Gesundheit? Ist er rundum fit für sein Alter?

Pfoten 20.09.2020 09:04

Zitat:

Zitat von Tamou (Beitrag 1224510)
Wie steht es denn um seine Gesundheit? Ist er rundum fit für sein Alter?

Also man merkt ihm sein Alter schon an aber ich denke für 12 Jahre+ ist er noch recht fit

Pfoten 20.09.2020 09:11

Zitat:

Zitat von Tamou (Beitrag 1224510)
Wie steht es denn um seine Gesundheit? Ist er rundum fit für sein Alter?

Zitat:

Zitat von dangerschaf (Beitrag 1224509)
Ich würde es mit einem ruhigen, kastrierten Weibchen probieren. Dabei müsste man schauen, ob er ihr sehr auf die Nerven und wie sie damit umgeht.
Alternativ ein ruhiges, nicht dominantes, kastriertes Männchen.
Voraussetzung ist immer ein großes, gut strukturiertes Gehege.

Aber nach 12 Jahren? Kann das überhaupt klappen? Ist er nicht nach gefühlt seinem ganzen Leben schon desozialisiert? Ich möchte nicht das sie sich verletzen :/

dangerschaf 20.09.2020 09:16

Deswegen ja probieren. Und deswegen einen ruhigen, nicht dominanten und sozialen Partner.
Man sollte das sicher eng begleiten, aber eine Chance sollte man der Sache geben.
Ob eine VG klappt oder nicht, kann man nie vorher sagen. Vielleicht wird er auch einfach nur froh und dankbar sein.

Das Partnertier sollte aus dem Tierschutz stammen. Da bekommst du die besten Informationen über den Charakter. Außerdem kannst du das Tier zurückgeben, wenn es gar nicht geht.

marinahexe 20.09.2020 16:30

Es gäbe noch die Möglichkeit einer chemischen Kastration, hab ich mal gelesen. Kenne mich damit aber nicht wirklich aus.
Es gibt auch ein Medikament aus der Humanmedizin, dass den Hormonspiegel etwas runterfährt.


Für die VG würde ich das Gehege teilen und jedes Tier erstmal auf einem Teil halten, so dass sie sich auf Distanz kennenlernen können. Der Senior muss ja wahrscheinlich erst feststellen, dass es sowas wie ihn öfter gibt.


Schau mal, vielleicht könnte das passen:
https://www.kaninchenforum.de/plz-5xxxx/48145-59199-b%F6nen-shelly-7-jahre-weiblich-kastriert-ec-aber-symptomfrei.html

Pfoten 20.09.2020 18:23

Vielen Dank den Beitrag hatte ich auch schon Mal gelesen aber zwischen 7 Jahren und 12 ist schon ein großer Unterschied. Allgemein hab ich auch schon öfters gelesen das Kastrationen im höheren Alter kein Problem sind allerdings ging es da eher um 8-10 :/
Ich denke ich werde ihn alleine leben lassen, vllt ist es das beste in dieser Situation auch wenn ich damit stark an mir selbst Zweifel. :/ Aber es gibt ja auch im Tierheim z.B. Katzen die man auch nicht mehr mit anderen zusammen hält weil sie so desozialisiert ist nach den ganzen Jahren. Vielleicht muss ich noch Mal ein paar Tage darüber schlafen :/

dangerschaf 20.09.2020 18:42

Das kapier ich aber nicht.. warum schon aufgeben, bevor du es versucht hast? :confused:
Es spricht nichts gegen einen Gitter-VG-Versuch. Dabei kann er sich nicht mal wehtun.

4Chaoten 20.09.2020 18:49

Es ist eine gute Idee, schlaf noch eine Nacht drüber:wink5:
Ich finde Marinahexe ihren Vorschlag sehr gut und auch die 7jährige hört sich passend an. Dies würde ich nicht einfach verwerfen, nur weil er 5 Jahre älter ist. Bei Kaninchen sollte man nicht in Jahren messen, sondern in welchem Entwicklungsjahr sie sich befinden. Beide zählen für mich schon zu den Senioren
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass wenn er in jungen Jahren gut sozialisiert wurde, er heute damit nicht mehr klar kommen würde, eine Partnerin zu bekommen, aber das muss man natürlich ausprobieren, weil man wahrscheinlich auch die genaue Herkunft nicht kennt.
Tiere, die ich aus jahrelanger (allerdings höchsten 3 oder 4 Jahre) Einzelhaltung habe/hatte, brauchten nur einfach länger und waren manchmal auch erstmal auf der Flucht, das braucht dann einfach Zeit.

Pfoten 20.09.2020 19:03

Dankeschön, ich denke ich werde mich die Tage Mal mit einem Tierarzt in Verbindung setzen und ihn nach seiner Meinung fragen und möglichweise schonende Methoden. Nein kleiner ist sehr ängstlich, gerade der Umzug ist für ihn totaler Stress gewesen was man immer noch merkt. Er sitzt teilweise Stunden in seiner Buddelkiste (Unterteil seines alten Käfigs :/

Pfoten 20.09.2020 19:04

Das stimmt allerdings ist er sehr empfindlich und reagiert sehr empfindlich auf Stresssituationen, den Umzug hat er immernoch nicht ganz verkraftet und auch sonst ist er sehr schreckhaft allem gegenüber. Ich möchte ihn in seinem hohen Alter nicht noch unnötig stressen :/

4Chaoten 20.09.2020 19:17

Ich hoffe, du hast einen kaninchenkundigen TA:rolleyes: ansonsten würde ich Marinahexe per PN nach einer Empfehlung fragen. Es gibt schon seltsame Aussagen von TA und deswegen würde ich mich da nicht drauf verlassen, wenn die Erfahrung nicht da


Die Zeit sich einzuleben würde ich ihm auch geben, andererseits ist meine Erfahrung, dass sobald ein Artgenosse da ist, die Tiere aufleben. Sie sind weniger ängstlich und aufgeweckter, interessierter am Leben. Einzelhaltung ist für mich gesehen eine Qual. Ich habe es leider oft genug erlebt, wie sie sich verändern, wenn der Partner verstorben ist. Auch, bei den Tieren, die ich aus Einzelhaltung übernommen habe war es so

marinahexe 20.09.2020 20:35

Nein, Du solltest es ihm gönnen, sein restliches Leben in Gesellschaft einer lieben Partnerin verbringen zu dürfen. Das Gitter habe ich vorgeschlagen, damit er nicht überfordert wird und sich langsam an Gesellschaft gewöhnen kann. Er kann sich jederzeit vom Gitter entfernen, wenn es ihm zu viel wird. Bei Tieren, die lange in Einzelhaltung gelebt haben oder andere Kaninchen überhaupt nicht kennen, muss man sehr behutsam vorgehen.



Ich habe vor Jahren mal eine ausrangierte Zuchthäsin aufgenommen, die in einer Bucht groß geworden ist. Sie war sehr ängstlich, schreckhaft und schaffte es gerade, eine halbe Runde um den Wohnzimmertisch zu hoppeln. Dann war sie platt und hat sich erstmal hingelegt. Als sie etwas Muskulatur aufgebaut hatte, bekam sie einen Partner. Von da an blühte sie richtig auf, flitzte durch die Wohnung, machte unbeholfene Freudensprünge und wurde zutraulicher.



Schick mir gerne Deine PLZ per PN. Ich habe eine Liste mit guten, kaninchenerfahrenen Tierärzten.

-Flöckchen- 20.09.2020 22:12

Ich würde dir auch empfehlen es erst mal zu versuchen. Wenn du es ausreichend probiert hast, DANN würde ich drüber nachdenken ihn alleine zu lassen, aber vor dem ersten Versuch gleich den Kopf in den Sand zu stecken hilft dir und dem Kaninchen nicht. Gerade wenn du sagst es belastet dich, weil du weißt das es falsch ist. Gerade da solltest du es probieren. Würde dir auch mehrere Versuche empfehlen, bevor du aufgibst. Gerade bei der Gitter-VG kann ihm ja nichts passieren und du kannst erstmal abchecken wie er darauf reagiert und damit umgeht- wer weiß, vielleicht klappt es sofort und er hat eine Partnerin sehr vermisst und braucht sie :)

Pfoten 22.09.2020 09:43

Ist es dabei von essenzielleler Bedeutung die beiden auf neutralem Boden zusammenzuführen? Sein Gehege nimmt nämlich schon das halbe Wohnzimmer ein sodass es langsam eng wird für ein extra Gehege während dessen.

Honeymouse 22.09.2020 09:45

Wenn du ein durchaus älteres, gemütliches Tier nimmst, würde ich es bei ihm probieren - meist sind ohnehin die Weibchen revierbezogener. Alternativ könntest Du das Gehege teilen und sie Gitter an Gitter vergesellschaften und irgendwann das Gitter entfernen. Hab ich persönlich noch nie gemacht, soll aber durchaus gut funktionieren.

Pfoten 22.09.2020 09:47

Dann werde ich es so versuchen, wie alt sollte das Weibchen sein? Also ist ein neutraler Boden nicht unbedingt notwendig? Ein Gitter habe ich noch das würde passen

AIL 22.09.2020 09:48

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1224776)
Alternativ könntest Du das Gehege teilen und sie Gitter an Gitter vergesellschaften und irgendwann das Gitter entfernen. Hab ich persönlich noch nie gemacht, soll aber durchaus gut funktionieren.

So war's ja bei meinen. Und ich hatte, wie gesagt, verglichen mit anderen VG-Stories 'ne absolute Bilderbuchvergesellschaftung, die nichtmal 6 Stunden gedauert hat und komplett gewaltfrei verlief.

Honeymouse 22.09.2020 09:48

Ich würde weniger nach dem Alter und mehr nach dem Charakter gucken. Du brauchst ja ohnehin wenn ein kastriertes Weibchen, da gibt es meist nicht so viele.
Ruhig, nicht dominant, vielleicht etwas flotter als er, damit sie zur Not vor ihm gut fliehen kann. 5 Jahre aufwärts wäre gut, würd ich sagen.

Honeymouse 22.09.2020 09:50

Zitat:

Zitat von AIL (Beitrag 1224780)
So war's ja bei meinen. Und ich hatte, wie gesagt, verglichen mit anderen VG-Stories 'ne absolute Bilderbuchvergesellschaftung, die nichtmal 6 Stunden gedauert hat und komplett gewaltfrei verlief.


Bitte nicht natürliche Verhaltensweisen mit der menschlichen Sichtweise ansehen. Sich anspringen, rammeln und auch mal Fell rupfen ist eine absolut natürliche Verhaltensweise um die Rangordnung zu klären.

AIL 22.09.2020 10:05

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1224782)
Bitte nicht natürliche Verhaltensweisen mit der menschlichen Sichtweise ansehen. Sich anspringen, rammeln und auch mal Fell rupfen ist eine absolut natürliche Verhaltensweise um die Rangordnung zu klären.

Gerammelt wurde ja durchaus... Das hätte ich jetzt aber nicht als Gewalt angesehen. Auch anspringen nicht. Fellrupfen dann wiederum eigentlich schon. Weil das tut ja vermutlich auch weh, ergo hielte ich es durchaus für zutreffend, das als Gewalt zu bezeichnen.

Nur weil es natürlich ist, heißt das ja nicht, dass es keine Gewalt ist. Ich meine wenn eine Katze ein anderes Tier umbringt, dann ist das auch natürlich aber eben trotzdem Gewalt.


Ich hätte auch keine Katze adoptiert, die in einer ähnlichen Situation gewesen wäre, wie es Martha und Jonas waren. Einfach weil ich es nicht mit meinen Werten vereinbaren könnte, ihr ihre natürliche Nahrung zu besorgen.

Honeymouse 22.09.2020 10:11

Bei Stress werfen Kaninchen ihr Fell auch gerne "ab". Sieht man hier häufig beim Tierarzt, da fliegt das Fell nur so vor sich hin, wenn man sie aus der Box holt. Von daher tut das auch bei einer Scheinschwangerschaft oder VG nicht weh, wenn sie sich nur Fell rupfen. Richtiges beißen tut natürlich schon weh.

AIL 22.09.2020 10:30

Ich denke da spielt auch viel die Antizipation mit hinein. Wenn Martha weiß, dass sie sich selbst gleich ein paar Haare für den Nestbau rausrupft, dann spannt sie vermutlich die Muskeln an und so tut es ihr nicht weh.
Als sie aus Versehen an Jonas gezupft hat, der meinte sich bei diesem Vorgang quasi unter sie zu schieben, war dieser nicht darauf gefasst und hat die Flucht ergriffen.
Man sieht auch gut, dass keine Wurzeln an den Haaren sind. Das ist auch ein Indiz dafür, dass es leicht rausging und dadurch nicht all zu weh getan haben kann.

marinahexe 22.09.2020 12:09

Ich würde die Gittermethode wählen. Ich versuch mal, Dir das zu erklären.


Stell Dir vor, Du lebst in einer kleinen Wohnung. Plötzlich ist ein Fremder da, der auch in der Wohnung leben will. Dann bist Du erstmal in Abwehrstellung, weil es ein Eindringling ist. Wenn Du denjenigen schon vorher kennen lernen und beobachten konntest wie er tickt und auf bestimmte Situationen reagiert, fällt es Dir leichter Dich mit der Situation zu arrangieren.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:28 Uhr.



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