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Und ich dachte meine Kaninchenzeit wäre vorbei auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 02.09.2020
Beiträge: 6
Westi4ever befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.09.2020, 22:50

Und ich dachte meine Kaninchenzeit wäre vorbei


Hallöchen.
Ende 2019 habe ich bei einem Gnadenhof angefangen, weil ich die Nähe zu Pferden suchte. Der Hof hielt auch Kaninchen. Mehrere einzeln, einige in Zweiergruppen. Alle Tiere in kleinen Ställen, ohne Auslauf, im dunklen Stall, ohne Licht oder Fenster. Zu fressen bekamen sie Trockenfutter, ein paar Stück Gemüse, viel Obst, schlechtes Heu und täglich Brot.

Ich habe früher in meinem alten Zuhause Kaninchen den Leuten weggenommen, sie artgerecht gehalten, mit einem großen Auslauf und passendem Futter. Deshalb hat mich das sehr mitgenommen und ich habe mich nur auf die Pferde konzentriert, hatte Angst, mich mit den Leuten am Hof anzulegen.

Fast 5 Monate später war ein Außengehege fertig und alle Tiere kamen zusammen rein. Dann hatten sie viel Platz. Ich habe ein paar Mal die Aufgabe bekommen, mich zu kümmern. Das Ergebnis war eine Depression, weil ich so - überhaupt nicht - artgerechte Anweisungen bekam. Ich fiel mehrere Wochen aus und als ich wiederkam, setzte ich durch, dass ich alleine mich um sie kümmern darf. Ich sagte den Hofbetreibern endlich meine Meinung und habe Freie Hand bekommen!

Jetzt ist alles anders. Kein Brot mehr. Trockenfutter nur noch selbst gemischt, maximal einen Esslöffel pro Tier und nicht mehr täglich. Hauptsächlich besteht das Futter aus getrockneten Kräutern und ein paar Haferflocken. Fertig
Ich kaufe hochwertiges Heu, das Gemüse, das Stroh und Einstreu. Mittlerweile fehlt mir das Geld für mich selbst. Täglich schneide ich frisches Gras und beschäftige die Kaninchen.

Letzteres hat mich sehr gestört und war nicht unwesentlich an meiner Depression beteiligt. Man legte ihnen Futter rein und ging wieder. Keine Beschäftigung, kein Kontakt, nix. Jetzt bekommen sie Rascheltüten, Strohkisten, Futter wird aufgehängt, unter Ästen und Zweigen versteckt oder in Stroh eingebuddelt.
Und jeden Tag werden ihnen mehrere Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Ich habe auch Einrichtungsgegenstände gekauft, wie Heuröhren und große Häuser.

Leider bin ich Langzeitarbeitslose und habe so meine Probleme mit der Finanzierung. Deshalb habe ich auch selbst keine Kaninchen mehr. Das Geld fehlt. Aber wenn ich den Gnadenhof-Kaninchen nichts mehr kaufen würde, bekämen sie wieder eine nicht artgerechte Ernährung. Denn Brot wird ständig gespendet und Trockenfutter ebenso.
Ich habe mein Heu und das Hofheu mal in separate Raufen gepackt. Das Hofheu wurde ignoriert

Die Hofbetreiber denken langsam mit um und sehen, dass es den Tieren besser geht und sie sich wohler fühlen. Bald soll auch noch ein zweites Gehege angebaut werden, damit sie noch mehr Platz haben

Ich dachte meine Kaninchenzeit wäre vorbei. Kein Garten mehr, kein Geld mehr, kein Platz mehr. Und jetzt das. Inzwischen bin ich länger bei den Kaninchen und verbringe bei ihnen die meiste Zeit. Den Pferden kann ich nur mal kurz hallo sagen

Ich liebe Kaninchen und kann einfach nicht anders. Bloß das mit dem Geld ist halt kompliziert. Aber für meine Psyche ist es förderlich. Es ist wie eine Therapie, im Gehege zu sitzen.

So, das war sozusagen meine Vorstellung.
Weshalb ich in dieses Forum gegangen bin? Um noch nach Anregungen zu suchen, die Tiere zu beschäftigen und so artgerecht wie möglich zu ernähren. Und natürlich, diese kleine Geschichte zu erzählen.
Familie und Außenstehende sagen ich übertreibe, es sind ja nicht meine. Sogar so mancher Hofmitarbeiter ist genervt, dass man jetzt nicht einfach alles reinwerfen kann. Mit Trockenfutter und Brot war es natürlich einfacher

Da darf ich mir noch viel anhören
Vielleicht zeige ich euch ein paar Fotos, wie viel Spaß die Ninchen jetzt haben. Ich bin begeistert von ihnen.

LG & schönen Abend



 

Stichworte
brot, einzelhaltung, stallhaltung, trockenfutter



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