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Saoirse 09.03.2020 15:19

Zwergwidder müssen mit auf Reisen
 
Nach 4 wunderbaren und nahezu Zwischenfallsfreien Monaten hat es uns Kaninchenbesitzer-Frischlinge auch erwischt: der erste Notfall.
Sonntagmorgen fanden wir uns ungeplant beim Tierarzt wieder, da Madame - eigentlich "die Hexe" - sich plötzlich nicht mehr viel bewegte, nicht fressen wollte und sich teils sogar streicheln ließ. Zudem waren im Außengehege zwei Köttel in einer "Kette". Diagnose: Bauchweh wegen Haarballen irgendwo im Kaninchen.
Sie bekam Novalgin (und vielleicht noch irgendwas, ich bin nicht sicher, aber es waren zwei Spritzen) und nun müssen wir zweimal täglich Rodicare Hairball in die Dame bekommen. Der Magen war wohl relativ leer, sie war immerhin schlau genug, nicht vorne noch mehr rein zu stopfen, wenn's hinten nicht zuverlässig raus kommt.
Nachmittags ging es ihr dann schon deutlich besser und es wurde wieder gefressen, abends gab es ein kleines bisschen Durchfall (man weiß aber nicht, von welchem Kaninchen) und heute scheint es ihr auch wieder sehr gut zu gehen. Es lag nochmal eine winzige Köttelkette mit zwei Kötteln im Gehege, aber sie köttelt ansonsten normal. Der Herr hat sich gestern Mittag aus Loyalität - und vielleicht auch, weil ihm der Tierarztbesuch mehr zusetzte, als ihr - auch etwas zurückgezogen, tobt dafür heute umso wilder im Gehege.

Folgendes Problem: wir fahren in 3 Stunden los in den Urlaub. Die geplante Aufsicht ist nicht in der Lage, unsere Hexe zweimal täglich zu fangen und Medikamente zu verabreichen (das bekommen wir ja schon nur schwer hin). So kurzfristig haben wir auch keine andere kompetentere Aufsicht. Pension ist voll.
Wir haben in den letzten 24h also keine andere Lösung gefunden, als dass die Kaninchen mit ins 300km entfernte Ferienhaus müssen. Es ist bereits gepackt, ein 2qm Gehege + Auslauf im Badezimmer müssen für die paar Tage leider reichen. Die Tierärztin meinte ebenfalls, dass das vielleicht besser ist als fremde Personen und fremde Umgebung. So können die Kaninchen zusammen bleiben und die Medikamente bekommen.

Uns ist trotzdem nicht wohl dabei. Wie kann ich es den Kleinen möglichst angenehm machen? Dass das wirklich viel für sie ist, weiß ich.

Rakete 09.03.2020 16:11

Die Fahrt ist sicherlich stressig, weil es relativ lang ist. Überstehen werden sie es trotzdem :wink5:

Revierwechsel fand ich jetzt immer unkompliziert für die Ferien, die haben sich sofort damit arrangiert und fanden es spannend. Allerdings hatten Meine in den Ferien genügend Platz. Die Platzeinschränkung wäre für Meine ein Problem. Die würden Radau machen.

PS: da gerade Fellwechsel überall angesagt ist, würde ich regelmäßig bürsten oder Fell auszupfen. Sonst hast Du gleich wieder den nächsten Vorfall.

LouisAbby 09.03.2020 20:55

Ich gebe meinen vor Autofahrten Rescue-Tropfen zur Beruhigung. Bin mir aber nicht sicher, wie viel das wirklich bringt. Während der Fahrt sollte es nicht zu warm im Auto sein (Heizung aus), keine Zugluft geben (Fenster nicht zu weit auf), Lärm vermeiden (Radio aus oder sehr leise) und nicht zu wild Schaukeln (Transportbehältnis gut sichern). Futter und Wasser würde ich ihnen bei so einer langen Fahrt zur Verfügung stellen.

Lara004 09.03.2020 23:04

Hat die Fahrt gut geklappt?

Oda 10.03.2020 07:38

Wie war die Fahrt? Wir ziehen im Sommer um - vom Süden in den hohen Norden... 800 km Fahrt... bestimmt brauchen wir locker 10 Stunden mit dem Auto und unser „Großer“ hat Schnupfen( allerdings zum Glück schon lange symptomfrei). Ich mache mir jetzt schon sehr meine Gedanken, ob das klappt und wie man den Kaninchen die Fahrt erleichtern kann... hat da irgendwer Tipps?? Vielen Dank schon mal!!

Saoirse 10.03.2020 13:23

Hi, danke für die Anteilnahme!
Mein Freund war Beifahrer und hatte die Transportbox auf dem Schoß, somit alles sicher. Ich habe die Zwerge eine Stunde vor Abfahrt gefüttert, während der Fahrt wollten sie nichts. Sie ist eher die, die sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie will ihr Ding machen, so lang man nichts von ihr will wie z.B. Streicheln, ist ihr alles egal. Er ist eher der, der sich sofort in die Hose macht. Er hat beim Transport mal versucht, sich aus der Transportbox zu buddeln, ging ja aber nicht. Die Fahrt war sonst sehr ruhig. Sie haben sich mit der misslichen Situation abgefunden. Zum Glück ist das Pärchen äußerst verträglich.

Nun sind sie im 2qm Gehege, ist so ein Metallgitter für draußen zum Aufstellen, oben mit Netz, unten hab ich eine Wasserdichte Plane dran gebastelt und am Gehege 7cm hoch befestigt. So fallen Späne etc nicht raus.
Unterm Strich geht es beiden gut. Sie hat etwas schlechte Laune, weil wir ständig an sie ran müssen wegen Medikamenten. Er schwankt zwischen Herzinfarkt vor Aufregung, neugierig sein, Ausgang suchen und schlafen. Ihre Ruhe färbt zum Glück auf ihn ab und so sitzen sie jetzt beide kuschelnd da und Dösen. Heute Morgen hatte er eine sehr aktive Phase, ich würde beide dann gerne im Zimmer laufen lassen wenigstens ne Stunde, weiß aber nicht, ob ich sie eingefangen kriege..
Sie dürften etwas mehr fressen, verweigern das Futter aber nicht. Hoffe, sie bekommen heute Mittag mal richtig Hunger.
Was mir allerdings sehr Sorgen macht ist, dass er auf dem Transport, nach ca zwei Stunden, genießt hat. Abends dann etwas mehr, alle 45min mal einen Nieser. Nachts sehr wenig und jetzt am Morgen alle zwei Stunden mal.. ihn jetzt wieder einzupacken und zum TA zu schleppen ist aber wahrscheinlich heimlich auch nicht förderlich.. ab wann wird das gefährlich?
Gestern Abend dachte ich noch, er hat in der Transportbox Späne oder Staub in die Nase bekommen. Aber das ist ja jetzt schon länger her..

Saoirse 15.03.2020 12:50

Huhu nochmal, ich wollte einmal Bericht erstatten: wir sind alle heile Zuhause angekommen.
Ich kann nur jedem sagen, dass es - wenn's eben nicht anders geht - kein Problem ist, die Kaninchen mal mit auf Reise zu nehmen.
Unsere beiden haben es sehr gut vertragen. Sie durften regelmäßig im Zimmer laufen und sich austoben. Da sie das Gehege als ihren Rückzugsort sahen, sprangen sie auch regelmäßig dort wieder rein. Einfangen war also kinderleicht. Die beiden haben viel gefressen, viel gelegen, viel getobt und einen angenehmen Aufenthalt gehabt. Auch die Fahrten verliefen stressfrei.
Er niest übrigens nicht - was wir gehört und für Niesen gehalten haben war das Geräusch von Kralle auf Plane, wenn er sich hingelegt und die Späne beiseite geschoben hat, sowohl im Gehege als auch in der Transportbox.
Wieder zuhause freuen sie sich nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf gestern umso mehr, ihr Gehege wieder zu haben. Vorteil für uns alle: da wir eine Woche lang dicht an dicht gelebt haben, sind sie uns nun deutlich besser gewöhnt und etwas weniger "verwildert". Hoffe, dass wir den Kontakt etwas beibehalten und regelmäßiger wirklich Zeit bei ihnen draußen verbringen können.

Natürlich wäre es für die beiden stressfreier gewesen, daheim zu bleiben, aber das ging ja nunmal nicht. Und unterm Strich war es schön, sie mit zu haben, gut versorgt zu wissen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Wir würden es nicht nochmal machen, wenn es nicht sein muss, aber es war auch für keinen ein großes Problem. :-)


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