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Mana 26.04.2019 16:39

Hilfe mit meinem "spritzigen" Mann
 
Hallo liebe Kaninchenfreunde,

da dies mein erster Beitrag ist, möchte ich uns kurz vorstellen: zu unserer kleinen Familie gehören mein Mann und ich, sowie unsere zwei Zwerge Knödel(w) und Mori(m).

Beide sind ein gutes Jahr alt. Knödel lebt seit September 2018 bei uns, war immer ein äußerst aktives, dominantes, neugieriges und mutiges Mädchen. Vom Kuscheln ganz zu schweigen - sehr verkuschelt! ;) trotzdem sie immer sehr glücklich war haben wir uns dann für einen Partner entschieden um sie einfach artgerechter zu halten.

So... dann kam unser kleiner Mori im März diesen Jahres zu uns :) Bevor er für circa 4 Monate in eine tolle, liebevolle Pflegestelle gegeben wurde, lebte er bei seiner ersten Familie zusammen mit seinem Bruder unkastriert in einem Käfig. Da dies natürlich zu Auseinandersetzungen führte, wurde er dann schließlich in besagte Pflegestelle gegeben wo er auch im Januar 2019 kastriert wurde. Wie gesagt kam er dann nach seiner Abwartezeit Anfang März zu uns. Nach einigem Rangordnungsgerangel hatten die beiden sich dann auch endlich geeinigt wer der Chef ist.. Mori ;)

Mori war von der ersten Sekunde an extrem zutraulich ließ sich hochheben auf den schoß setzen und schlief dabei sogar das ein oder andere mal ein! kurzum: Ein Kaninchen mit Grundvertrauen :)

Nach ein paar Tagen wurde er immer und immer selbstsicherer was wir natürlich super fanden :) Dann fing langsam unser Problem an:

Beim Aufräumen seiner Hinterlassenschaften, wann immer man in "sein" Territorium kam wurde plötzlich rumgespritzt. Mittlerweile muss man aufpassen wie man sich Ihm nähert, wann man Ihn anfasst usw. er macht einen Satz und sein Urin fliegt meterweit!
Dieses Verhalten zeigt er auch gegenüber seiner Frau Knödel. Regelmäßig wird sie mit Urin vollgespritzt, es fliegt in Ihr Gesicht, Augen und Ohren.. und das obwohl sie stets unterwerfendes Verhalten an den Tag legt. Sie ist mittlerweile zu einer kleinen Haushenne geworden. Sitzt meist nur noch in Ihrem Haus, hat kein Interesse daran viel rumzurennen wie früher. Auch lässt sie sich kaum mehr anfassen...

Nicht zu Letzt habe ich den Eindruck dass das Verhalten vor allem Mori selber stresst. Er muss ständig in Bereitschaft sein sein Territorium zu verteidigen... Mein Mann wird Abends auf der Couch teilweise angegriffen!

Zu der Haltung unserer Ninchen: Sie haben freien Wohnungslauf, nur in unser Schlafzimmer dürfen sie nicht hihi. Ich arbeite von zu Hause weswegen sie Tagsüber meist mit mir im Arbeitszimmer sind, ihr "Hauptgehege" ist im Wohnzimmer. es ist ca. 4 qm groß mit allerhand Etagen mit Liegeplätzen und Höhlen. Ich möchte Sie eigentlich nicht einsperren da unsere Knödel Ihre Sprints einfach braucht!
Für Mori ist das aber grad die einzige Möglichkeit "gezwungen" Ruhe zu finden. sobald er draussen unterwegs ist kann es vorkommen dass er 5-6 Stunden unterwegs ist ohne sich auszuruhen!

Vielleicht hat jemand ein ähnlichen Problem oder kann uns helfen!
Wir möchten den Kleinen auf keinen Fall abgeben, umso wichtiger wäre eine Lösung für uns:)

Viele liebe Grüße und vielen Dank im voraus!:)

Lauri 26.04.2019 16:49

Hallo und herzlich Willkommen!
Es ist super, dass ihr euch für ein Partnertier entschieden habt!
Ehrlich gesagt ist das für einen kastrierten Bock ein seltsames Verhalten. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er die ganze Zeit 24/7 in diesem "Revier"?
Wenn dem so ist, kann es eigentlich nicht wirklich "normales" Terrotorialverhalten sein, das müsste sich schon gelegt haben. Ich denke, ich würde mit ihm noch einmal zum Tierarzt gehen, sehr selten kommt es vor, dass bei Kastrationen ein Hoden vergessen wird, weil sich dieser unter der Bauchdecke befindet. Das würde sein Verhalten erklären. Sonst habe ich aber auch keine Idee:confused:

Mana 26.04.2019 17:05

Vielen Dank für die schnelle Antwort @Lauri!

Ja sie sind immer im gleichen Revier! Ich dachte schon dass es vielleicht zu groß ist und er sich als „Herrscher“ ein wenig überfordert fühlt ;)

Über das mit dem Hoden hab ich auch nachgedacht...das heißt ja nicht dass er mit dem kleinen Bauchhoden noch zeugungsfähig sein muss! Vielleicht könnte das auch einfach nur für einen Testosteronüberschuss sorgen! ;)

Noch einmal vielen lieben Dank! Mit dem TA mach ich auf jeden Fall noch einen Termin!

Rakete 26.04.2019 19:50

Es muss leider nicht zwingend etwas beim TA raus kommen, aber es ist gut, das mal abgeklärt wird.

Mein Übernahmekastrat (4 jährig) ist über 2 Jahre bei mir und markiert bei freiem Wohnungslauf auch überall hin: Parkett, Teppiche und Wände. Bei seiner Vorbesitzerin hat er übrigens nie markiert. Zuerst dachte ich, dass mein anderer Chefkastrat an dem Verhalten Schuld ist, aber der ist zwischen verstorben. Und sonst hatte ich lange auch nur kastrierte Häsinnen.

Auch ich habe das massive Verhalten abklären lassen, indem ich den Testosteron- Spiegel bestimmen haben lasse. Der war aber für einen Kastraten im Normbereich. Weder Hoden im Bauchraum, noch missglückte Kastration mit Hoden- Restgewebe ist vorhanden...

Es könnte daher auch bei Mori eine Charakterfrage sein (auch aufgrund seiner Erfahrungen) in Kombi mit Alter. Dass er aber Menschen angreift, soll nicht sein. Vermutlich hat er das Gefühl, er sei überall der Chef. Ich würde das mal versuchen zu unterbinden. Du kannst ihm ein Nein- Kommando beibringen, was generell bei allen Kaninchen sinnvoll ist neben dem Leckerli- Ruf :wink5:. Bei mir heißt Nein 'Pscht', den Zischlaut verstehen die Tiere recht schnell für unerwünschtes Verhalten.

Bei Meinem habe ich neu auch das Angreifen-Problem, aber die Aggressionen ist aufgrund der Tatsache, dass ich die Tiere trennen musste und er mit seiner Partnerin nun im Zimmer 13 qm eingesperrt ist, was nun zu diversen Verhaltensauffälligkeiten führte. Eingesperrt zu sein passt ihm gar nicht...

Die Markierei zu unterbinden, wird schwieriger werden. Einerseits stinkt es (zumindest bei mir) schon von den urinierten Stellen her, zudem hat sich das Verhalten über lange Zeit schon fest manifestiert. Ich habe leider bis heute kein Rezept gefunden, abgesehen dass es sich seit 2 Monaten auf das Zimmer beschränkt. Allerdings wollte ich wieder eine VG mit allen Kaninchen starten (inkl. Neuem Kastraten), aber falls das glücken sollte, wird die Markiereri ziemlich sicher noch schlimmer.

Wuschelinchen 26.04.2019 19:50

Zitat:

Zitat von Mana (Beitrag 1146582)
...
Beim Aufräumen seiner Hinterlassenschaften, wann immer man in "sein" Territorium kam wurde plötzlich rumgespritzt. Mittlerweile muss man aufpassen wie man sich Ihm nähert, wann man Ihn anfasst usw. er macht einen Satz und sein Urin fliegt meterweit!
...
Nicht zu Letzt habe ich den Eindruck dass das Verhalten vor allem Mori selber stresst. Er muss ständig in Bereitschaft sein sein Territorium zu verteidigen... Mein Mann wird Abends auf der Couch teilweise angegriffen!


Moin Mana,
so ein dominanter Chaot war mein Rübe auch. Er hielt sich für den Chef und mußte lernen, das _ich_ der Chef bin.
Er pieselte quer über meine Bettdecke als ich grade aufgewacht war. Ich habe ihm gleich nach dem ersten Mal reflexartig mein Glas Wasser ins Gesicht geschüttet, dass ich immer am Bett stehen habe. Am nächsten Morgen guckte er mich herausfordernd an, dann ging sein Strahl wieder über meine Decke. Und ich habe ihm wieder das Wasser ins Gesicht geschüttet. Ich habe eben auch "markiert". :smilewinkgrin:

Danach hatte er verstanden, dass ich Chef sein will und das Bett _mein_ Revier ist und er als _Gast_ geduldet ist. Er kam dann regelmäßig kuscheln, aber das Bettzeug blieb trocken.


Wenn ein Kaninchen die Couch verteidigen will, würde ich brummen/knurren und es runterschubsen (aber nicht mit Schwung, es soll sich nicht verletzen). Das klingt jetzt brutal, aber die kleinen Biester sind ja auch nicht grade fein, wenn sie buddeln, beißen oder alles naßpieseln und damit zeigen, dass sie Chef sind und sich alles erlauben können.

Viel Erfolg bei der Kaninchenerziehung. :D

marinahexe 26.04.2019 20:32

Mein Keks hat auch nach der Kastra noch extrem mit Urin gespritzt. Mein TA erklärte mir, dass sich bereits im embryonalen Zustand einige Zellen auf den Weg gemacht und sich irgendwo im Körper angesiedelt haben.


Er bekam ca. 1x im Monat eine Spritze, um den Hormonspiegel zu senken. Es war ein Mittel aus der Humanmedizin. Nach einigen Monaten wurde das Markieren weniger und er bekam keine Spritzen mehr. Heute, mit 5 Jahren, kommt es gelegentlich nochmal vor.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:04 Uhr.



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