Hallo!
Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Anliegen. Der Winter steht vor der Tür und ich suche nach einer Wärmequelle, Heizung oder was auch immer. Meine Nins leben in Außenhaltung und bisher war das „Heizproblem“ kein Thema für mich. Die Tiere lebten im Erdreich, hatten ausreichend Heu und Stroh, isolierte Ställe usw.
Nun ist aber folgendes Problem:
Mein Romeo (Alter 10+) hatte vor über 1,5 Jahren eine beginnende Hinterhandschwäche und seit April diesen Jahres kann er alleine nicht mehr aufstehen. Anfangs auch nicht alleine Sitzen (haben dann, da er rechtsseitig wegkippte, einen Stock in die Erde gerammt, an den er sich beim Fressen anlehnen konnte). Laufen ging nur, wenn wir ihn am Becken festgehalten haben. Die rechte Hinterpfote hatte er seit April auch in einer komischen Haltung. Die Zehe waren verkrampft eingekrallt (etwa wie ein Greifvogel, der Beute dazwischen hat) und der komplette Fuß war nach hinten rausgestreckt (so wie ein Pferd, bei dem man die Hufe auskratzt). Ich kann es nicht so gut beschreiben. TA meinte, es ist ein Nervenschaden, der von der Wirbelsäule kommt und das wird sich nicht mehr besser.
Aber was soll ich sagen…, obwohl 2 unterschiedliche TAs mich belächelten, weil ich meinen Romeo mehrmals täglich massierte und bewegte, hat sich sein Zustand deutlich gebessert. Romeo kann wieder selbständig sitzen, der Fuß ist komplett wieder regeneriert. Auch einige Meter kann er ganz vorsichtig von selber hoppeln. Wenn er merkt, dass ich neben ihm bin und meine Hand seitlich neben ihn halte (ohne ihn dabei zu berühren), dann sprintet er los. Natürlich würde er irgendwann fallen, aber dafür ist meine Hand da. Da fällt er leicht dagegen und kann sich ausbalancieren. Ich mache bestimmt eine lustige Figur dabei, wenn ich mit ihm über das Grundstück in gebückter Haltung laufe. Ach ja, und vor einigen Tagen hatte er es mal geschafft, aufzustehen. Ganz von alleine! Wir hoffen alle auf weitere Verbesserungen.
Aber nun mal zum eigentlichen Problem: Romeo kennt keine Innenhaltung. Außer 3x, wo er wegen Krankheit seiner Partnerin mit rein musste. Er fühlte sich nicht wohl als „Zimmerhase“ und war froh, wenn er wieder in seiner vertrauten Umgebung war.
Ich möchte ihn gerne, trotz Behinderung, draußen lassen und habe einiges an Vorbereitungen getroffen. Beide Nins leb(t)en im Erdreich. Als Romeo nicht mehr aufstehen konnte, waren die Erdhöhlen ein großes Problem. Ich habe dann nach und nach einen Gang geöffnet und mich bis zum „Wohnbereich“ vorgearbeitet. Damit Romeo und seine Nele weiterhin dort leben können, habe ich diesen Höhlengang durch isolierte Steigrohre ersetzt, diese auch wieder komplett vergraben. Ein Steigrohr hat einen Durchmesser von 40cm, wurde von innen mit Styropor und Teppichen isoliert und ein kleineres Steigrohr reingeschoben. Das kleinere Steigrohr hat einen Teppich reingeklebt bekommen, damit niemand ausrutscht. Zusätzlich aber liegt auf dem Teppich Erde, damit es „echter“ für die Nins ist.
Das „Wohnzimmer“ ist jetzt mein „Service-Schacht“ geworden. Habe aus Holzbolen eine Umrandung gemacht und verschließe diesen Schacht mit 10cm dicken Styropor, darüber 2 Teppiche (Schuhabtreter), dann eine Gummimatte drauf (die, die man als Fallschutz auf Spielplätzen nimmt) und eine Holzplatte. Von hier komme ich problemlos mit der Hand in die Röhre und in einen weiteren kleineren Gang, der noch „naturbelassen“ ist. Das „Wohnzimmmer“ habe ich an 2 Seiten von innen ebenfalls mit Styropor+Holz verkleidet, um weiteres Tunnelbuddeln zu unterbinden. Außerdem habe ich einen Sensor angebracht, der die Temperatur misst und sie mir per Funk auf meine Wetterstation schickt. Diese würde Alarm schlagen, wenn die Innen-Temperatur auf unter 5°C fällt bzw. auf über 20°C steigt. Momentan hält die Temperatur innen fast konstant die Wärme. Wir hatten 2x Temperaturen in der Nacht von -1°C und Hasis „Wohnzimmer“-Temperatur betrug 10°C.
Tagsüber, wenn es selbst 30°C draußen waren, hatte es im Wohnzimmer max. 18°C.
Der Winter allerdings wird kommen und ich denke, dann wird es deutlich kälter werden, als die bisherigen Nachttemperaturen. Ich weiß nicht, wie sich das Erdreich und somit das „Wohnzimmer“ temperaturmäßig verändern wird und möchte vorbeugend noch eine Wärmequelle anbringen. Am besten, denke ich, an den Styropor-Deckel des Service-Schachtes. Meine Idee war eine Anzucht Wärmeplatte dort anzubringen. Also z. B. diese hier: https://www.amazon.de/Bio-Green-Anzucht-Wärmeplatte-flexibel/dp/B001B8Y056
Die Kabel so zu verlegen, das kein Ninchen daran nagen kann, ist kein Problem. Aber ich bin mir nicht sicher, ob so eine Matte gut ist. Ich wäre für Ideen oder Hinweise auf bewährte „Heizquellen“ dankbar. Rotlichtlampen oder ähnliches kommen nicht in Frage, da der Mindestabstand zum Boden nicht eingehalten werden kann und das „Wohnzimmer“ für diese heftige Wärme zu klein wäre.
Gibt es Heizmatten, die mit Batterien betrieben werden und nicht allzu heiß werden? Snuggle-Safe (2 Stück) habe ich, auch eine selbstwärmende kleine Kuscheldecke. Momentan lege ich nur Heu, Stroh und getrocknete Gingkoblätter als Bett hin, aber Nele schaufelt spätestens am nächsten Tag alles raus. Sie möchte auf dem blanken Erdboden schlafen. Vielleicht ist es noch zu warm? Wenn ich früh kurz nach 6 Uhr den Schacht öffne, liegt Nele oft halb auf Romeo drauf und hält ihn warm. Sieht puzig aus. Ich helfe dann Romeo beim Aufstehen und lasse ihn in die Röhre laufen. Er kommt dann am anderen Ende raus und versucht, selber zum Fressplatz zu laufen. Ich bin nur für alle Fälle dabei, falls er mal fallen sollte. Ansonsten gehe ich ca. alle 2h zu ihm, massiere ihn, laufe mit ihm usw. Gegen 22 Uhr bin ich das letzte Mal dann draußen, lasse ihn Pipi usw. machen, fressen und dann geht’s wieder in die Röhre rein und er läuft selbständig in sein Wohnzimmer zum Schlafen. Futter lege ich aber auch mit rein.
Sorry, ist wieder ein Roman geworden. Ach ja, Fotos von meinem Röhrensystem usw. habe ich auch, falls es jemanden interessieren sollte. Muss nur mal rausfinden, wie man diese hier einfügt.