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Aufreger des Tages: Handaufzuchten als Therapie-Kaninchen?! Ich wollte euch mal von meinem Aufreger des Tages berichten: Mein Mann studiert Sozialpädagogik und hat unter anderem auch ein Seminar in tiergestützter Therapie von Kindern. Dort haben die Studenten heute einen Bericht gesehen über einen Jungen mit psychischen Problemen, der in eine Einrichtung mit Tieren gebracht wurde. Dort setzte man ihm dann - nach der Schilderung meines Mannes - verschiedenste Tiere vor, um zu sehen, ob er eine Reaktion zeigt. So wurden ihm auch einfach mal 2 Kaninchen in den Arm gedrückt. Mal ganz abgesehen davon, dass der Junge keinen Bock auf die Kaninchen hatte und auch nicht wusste, wie man sie halten soll, hatten die Kaninchen sichtlich Angst, worauf aber niemand Rücksicht nahm. Mein Mann, der durch mich bei dem Thema einigermaßen sensibilisiert ist, hat dann in dem Seminar darauf hingewiesen, dass er das mit dem Kaninchen nicht in Ordnung fand und man diese nur im äußersten Notfall überhaupt hochheben darf. Er erklärte dann auch allen, dass Kaninchen keine Kuscheltiere sind, sondern Beobachtungstiere. (Er hat mir anscheinend echt zugehört! *freu*) Und was meinte die Dozentin??? Das es "solche und solche" Kaninchen gibt! Man müsse sie einfach bei der Geburt von der Mutter trennen und per Hand aufziehen, dann würden sie sehr gerne auf den Arm genommen!!! Ist das nicht unglaublich? Ich meine, wenn man sowas den Studenten schon an der Hochschule beibringt, wie sollen die dann psychisch Kranken den richtigen Umgang mit Tieren vermitteln??? Ist das echt der Maßstab? Ich hoffe, es gibt auch verantwortungsbewusstere Therapeuten in dem Gebiet, sonst dreht sich mir der Magen um... Ich reg mich gerade total auf...:mad: |
Ja, das ist absolut verantwortungslos. Man will durch gezielte Fehlprägung einen Nutzen aus den Tieren ziehen. Wirklich schlimm, was die Dame da von sich gibt. |
Ich habe erst vor kurzem eine Handaufzucht machen müssen. Zugegebenermaßen sind die zwei Buben tatsächlich sehr anhänglich und mögen es auf den Arm genommen zu werden. Aber die jungen extra von der Mutter zu trennen um solch ein Ergebnis zu erzielen ist doch unter aller sau... Mal abgesehen davon, dass die Überlebenschancen sehr gering sind (bei mir überlebten nur 2 von 4), ist eine Handaufzucht ein nicht zu verachtender 24h Job. Und dass die Tiere dann meist anfälliger sind was Krankheiten angeht, daran muss man auch mal denken... Schlimm solche Menschen.... |
Ich kann dieser Dame gerne einen Kontakt zu einer Aktiven vom Kaninchenschutz vermitteln, die recht häufig Handaufzuchten machten. Der letzte Wurf (14 Tiere) wurde auf 2 PS aufgeteilt. Von diesen 14 Tieren ist gestern das 13. gestorben. Er wurde nur 4-5 Wochen alt und war eigentlich aus dem Gröbsten raus. |
Zitat:
Und natürlich sind Kaninchen super pflegeleicht und brauchen nicht viel Platz. Das einzig Gute an dem Buch ist, das es so kaputt ist, das wir es jetzt aussondern und auch kein neues mehr kaufen Vielleicht sollte man der Dozentin tatsächlich mal den Kontakt zur Tierschützerin raten (vielleicht mit dem Vorwand, dass sie so mehr über die Handaufzucht lernen kann, was sie dann tatsächlich auch wird) ? |
Dass Handaufzuchten automatisch zutraulicher werden ist einfach nur Dünnschiss. Meine 5 sind nicht zahmer als andere. Es liegt nicht an der Handaufzucht, sondern daran wie intensiv man sich mit den heranwachsenden Tieren befasst. Natürlich wird jemand der wochenlang um die Tiere gekämpft und sich die Nächte um die Ohren geschlagen hat, meist eine größere Bereitschaft zeigen, zeit mit den Tieren zu verbringen. Bei mir gings umständehalber nicht und voilà: normal scheue Tiere. Evtl sogar schreckhafter als andere, ihre Mutter war extrem scheu. Auch wenn sie sich nie kennen gelernt haben, wird es schon in gewisser Weise genetisch verankert sein, wie aufgeschlossen ein Tier Menschen gegenüber ist. Es mag sogar Kaninchen geben, denen es nichts ausmacht, auf dem Bett Demenzkranker zu sitzen (wie viele Innenhalter müssen ihr Bett einzäunen?! ;) ) aber da muss man halt drauf achten und genau solche Schmusebacken raus picken. |
Ich bezweifle ohnehin, dass ein Kaninchen - egal ob Handaufzucht oder nicht - es, genießt, von einem fremden Kind auf dem Arm gehalten zu werden, dass a) überhaupt keine Lust auf das Kaninchen hat und b) nicht weiß, wie man es hält. Ich bin nur froh, dass diese "Dozentin" selbst nur mit Hunden arbeitet. Von allen anderen Tieren sollte sie mal besser die Finger lassen. Ich hoffe, mein Mann konnte wenigstens ein paar der anderen Studenten überzeugen, damit sich diese Tierquälerei in Zukunft nicht auch noch verbreitet... |
@Ron&Matt, sehe ich auch so. Kaninchen sind ja nicht dumm und Sie können Menschen von einander unterscheiden. Meine zwei sind so zutraulich, dass sie mich oft sogar anbetteln, dass ich sie hoch hebe (wenn ich Ihnen die Hand hinhalte, machen sie Männchen und versuchen sich an meinem Arm festzukrallen), aber das machen sie auch nur bei mir. Eine fremde Hand wird lediglich neugierig beschnuppert. Auch als sie noch Milch getrunken haben, wussten sie genau von wem sie die bekommen :D Ich finde es eigentlich immer sehr schön wenn Tiere zu therapeutischen Zwecken genutzt werden. Aber um das zu tun, sollte man die gegebene Tierart auch erstmal gut kennen und ihre Bedürfnisse berücksichtigen... Egal ob es sich um eine Maus oder ein Pferd handelt. Das ist man den Tieren schuldig.. |
Ich habe hier durchaus zwei Kaninchen, welche sich dazu eignen würden. Es sind Lars und Kalle - Deutsche Widder von Julia (Donauwidder) Es kommt einfach sehr auf den Charakter des Tieres an und vor allem die Aufzucht! Ich bin allerdings wirklich entsetzt darüber was die Dozentin erzählt. Handaufzuchten bringen oft mehr Probleme mit sich als man ahnt. Gerade bei den Papageien(-artigen) sieht man es immer wieder und so wird es auch bei anderen Tierarten sein. |
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