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Der Hase 04.01.2016 07:22

Partnerin verstorben, was nun?
 
Guten Morgen alle zusammen und ein gesundes neues Jahr,
wir haben/hatten 2 Hasen, einen Zwergwidder (Schnuffi) und ein Zwergkaninchen (Bomber), beides Weibchen und leben in Aussenhaltung. Leider ist unsere Bomber (sie würden uns als Männchen verkauft, daher der männl. Name) nun nach gut 2 Jahren verstorben und nun sitzt meine Schnuffi alleine da, was ja bekanntlich nicht so gut ist. Nun haben wir überlegt, was wir uns jetzt anschaffen, ein kastriertes Männchen im gleichen Alter, wieder Jungtiere oder einen unlautereren Bock, um vielleicht doch ein paar kleine Hasis zu bekommen. Ich weiß es ist eigentlich ungewöhnlich dass zwei Weibchen zusammen Leben, aber die zwei waren ein Herz und eine Seele. Nun haben wir auch gelesen, dass Zwergkaninchen nicht älter als 12 Monate sein sollten um Nachwuchs zu bekommen. Jetzt wissen wir nicht so richtig weiter. Ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Danke schonmal im Voraus. Grüße

Angora-Angy 04.01.2016 12:14

Hallo. Als erstes zur Nachwuchsfrage: Hast du eine Ahnentafel für deine Häsin, kennst du Eltern und Geschwister, am besten noch weitere verwandte und kannst nur hoher Sicherheit erbliche Fehler wie Zahnfehlstellungen und dergleichen ausschließen? Das gleiche beim möglichen Partner? Hast du einen erfahrenen Züchter an der Hand, der dir Rat und Hilfe bietet und dir bei Problemen zur Seite steht? Deine Häsin ist außerdem schon recht alt im Hinblick auf den ersten Wurf, ab 2 Jahren steigt das Risiko dass sie die Geburt nicht überlebt, überproportional. Ich selbst hatte aus diesem Grund eine Handaufzucht von 9 Jungtieren, 5 davon haben es geschafft. Allerdings wurde damals die Häsin unabsichtlich gedeckt, weil ich mich auf die Geschlechtsbestimmung der Züchterin verlassen habe, bei der ich eine junge Häsin gekauft hatte. "Lilly" bekam ein Paar prächtiger Hoden und suchte sich ausgerechnet die eine Häsin in der Gruppe aus, die niemals hätte trächtig werden dürfen... Es gibt lustigeres als nach der Arbeit heim zu kommen und sein Kaninchen mit heraushängender Gebärmutter kalt und steif in einer Blutlache liegend vorzufinden... Und da war das nichtmal meine Lieblingshäsin. Sich die Nächte um die Ohren zu schlagen und um jedes der rosa Würmchen zu kämpfen, um dann morgens doch wieder eins raus tun zu müssen, ist auch nicht unbedingt meine Vorstellung von Spaß. Und damals hatte ich einen Job und einen Chef, die es mir überhaupt erst möglich machten, weil ich die Kleinen mit ins Büro nehmen konnte.

Zu deiner Dame würde ich dir einen netten Kastraten aus dem Tierschutz empfehlen. Deine Konstellation mit den beiden Weibchen war harmonisch, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Es ist übrigens auch unerheblich ob die Tiere verwandt sind, das wissen die eh nicht und ich selbst habe es erlebt, dass die beiden Schwestern, die ich damals in der Wohnung hatten, bei erreichen der Geschlechtsreife anfingen sich blutig zu schlagen. Kommt gut auf weißen Kaninchen...
Jungtiere dazu setzen kann funktionieren. Allerdings ist bei Jungtieren nie vorherzusehen, welchen Charakter sie mal entwickeln, wenn sie groß sind. Jungtiere sind leichter in eine Gruppe zu integrieren, weil sie noch keinen Revier- und Ranganspruch stellen. Aber das kommt dann noch, wenn sie alt genug sind. Und wie viele Tiere du halten kannst, hängt von der Größe deines Geheges ab. Man rechnet 2qm pro Tier, 24/7!!! Erhöhte Ebenen werden gern angenommen, zählen aber nicht zur Grundfläche. Verstecke /Häuser mit zwei (!!!) Eingängen sind wichtig.

Der Hase 04.01.2016 13:36

Hallo Angora-Angy,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Einen Ahnentafel gibt es nicht, da wir sie geschenkt bekommen haben. Welche Erfahrungen hast Du mit dem Tierheim gemacht? Grüße

JayJay 05.01.2016 16:27

Hallo und herzlich Willkommen bei uns :seeya:
Ich bin mal so frei und berichte von meinen Erfahrungen ;)

Wir haben seit vielen Jahren nur Tiere aus dem Tierschutz, von Pflegestellen und aus Tierheimen und ich habe persönlich nur sehr positive Erfahrungen gemacht :)
Ich möchte persönlich weder verantwortungslose Züchter, noch die kommerzielle Massenzucht in Tierhandlungen unterstützen.
Man hat auch selber ein sehr positives Gefühl, wenn man einem nicht mehr gewollten, ausgesetzten Tier ein neues Zuhause gibt :thumbsup:
Zudem können Pflegestellen und Tierheime oft genau erkennen und beraten welchen Charakter die Tiere haben und ob sie zu deinem Kaninchen passen würden - das hast du in der Tierhandlung nicht.

Hier gibt es zudem einige Berichte, dass die Tiere aus den tierhandlungen oft richtige gesundheitliche Baustellen waren und seeehr hohe Kosten in Form von Tierarztrechnungen nach sich zogen.
Die Tiere werden nur "augenscheinlich gesund" verkauft, zudem stimmt auch die Geschlechterbestimmung leider oft nicht.

Von einer Vermehrung möchte ich dir ebenfalls dringend abraten, dafür braucht man jahrelnge Erfahrung und selbstverständlich auch Tiere mit Ahnentafel - einfach nur der Natur freien Lauf zu lassen ist meines Erachtens nach unverantwortlich. Die Folgen für das Muttertier und die Jungen kann verheerend sein, zudem gibt es auch einfach jetzt schon zu viele heimatlose Kaninchen auf der Welt.
Kaninchen sind leider eine wertlose Massenware...

sophiaaa 06.01.2016 01:01

Herzlich willkommen hier :)
Es ist sehr schön, dass ihr eure Häsin nicht alleine lassen wollt. Ich würde auch zu einem kastrierten Männchen aus dem Tierheim bzw. Tierschutz raten. Damit habe ich auch die besten Erfahrungen gemacht. Als der Partner meiner Häsin verstorben ist, haben wir ihr auch ein Männchen aus dem Tierschutz geholt und inzwischen ist noch ein dritter Kastrat aus dem Tierheim bei uns eingezogen. Beide sind unglaublich tolle, gesunde Kaninchen, die ich nie wieder hergeben würde.
Im Tierschutz warten so viele ungewollte Kaninchen auf ein schönes Zuhause und diese sind in der Regel schon kastriert und tierärztlich durchgecheckt, was bei Kaninchen aus der Zoohandlung oder von Vermehrern oft nicht der Fall ist, diese Tiere tragen häufig versteckte Krankheiten mit sich. Außerdem hat man bei Tierschutzorganisationen meistens die Möglichkeit, das Kaninchen notfalls wieder zurückzubringen, falls die Vergesellschaftung mit deiner Häsin gar nicht klappen sollte...

Angora-Angy 07.01.2016 12:44

Zitat:

Zitat von Der Hase (Beitrag 867656)
Hallo Angora-Angy,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Einen Ahnentafel gibt es nicht, da wir sie geschenkt bekommen haben. Welche Erfahrungen hast Du mit dem Tierheim gemacht? Grüße

Darauf wollte ich hinaus. Du weißt nicht was in deiner Häsin schlummert. Mit ihr zu vermehren ist wie russisch Roulette zu spielen. Mein Rat: lass es!
Ich selbst habe noch kein Kaninchen aus dem Tierheim, weil ich tatsächlich züchte, mit Zuchtbuch und so. Ich habe mir also Tiere mit Abstammunsnachweis geholt, habe Kontakt zu anderen Züchtern der Rasse und als ich anfing, hatte ich einen Nachbarn, der zwar "nur" Schlachtkaninchen vermehrt hat, mir aber aufgrund dessen in Sachen Geburt und Aufzucht zur Seite stehen konnte. Ich war auch mal kurz in einem Zuchtverein, habe mir die Geschlechtsbestimmung und das Tätowieren beibringen lassen. Da meine Rasse aber vom ZDRK (noch) nicht anerkannt ist, hat mir der Verein sonst nicht viel gebracht außer regelmäßiger Gänsehaut, wenn ich die Ställe, den Umgang mit den Tieren gesehen und Fütterungsmethoden und die Einstellung der Züchter zu ihrem Zuchtmaterial (!) gehört habe.

Ich habe auch Notfellchen hier sitzen als Gesellschaft für meine Rammler, die habe ich aber jeweils quasi vor dem Tierheim abgefangen, sie wurden via Kleinanzeigen verschenkt bzw einer wurde mir mehr oder weniger einfach in die Hand gedrückt, nimm ihn oder er geht in die Wurst.


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