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snowiecoco 19.05.2014 17:09

Kaninchen bleibt nicht im Käfig und zwickt!
 
Hallo. Seit gestern habe ich ein neues Kanichen, Coco, das aus einem Freilaufgehege stammt. Jetzt darf sie bei mir laufen, bleibt aber einfach nicht in ihrem Käfig und zwickt mich hin und wieder! Sie frisst, trinkt und putzt sich, ist jedoch etwas scheu, wenn man auf sie zukommt. Ist für ihr Alter, 12 Wochen, recht klein.

Habe noch ein zweites Kaninchen, das leider Enzephalitis hat, deshalb halte ich sie getrennt. Er hat sie jedoch gebissen und wollte sich mit ihr paaren, kann Ihre "Angst" davon kommen? Ich halte sie in zwei verschiedenen Käfigen und gehe immer sicher, dass die beiden sich nur treffen, wenn ich anwesend und aufmerksam bin.

Ist sie einsam? Meinem Großen reicht der Konakt mit den Menschen, da er mittlerweile sehr zutraulich ist (war früher auch sehr ängstlich), doch sie kommt aus einer dreißigköpfigen Zucht.

Sollte ich ein zweites Kaninchenbaby dazuholen und zu ihr setzen? Ich weiß nicht, was ich tun soll. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich sie etwas öfter hochgehoben habe. Ich weiß, dass Kaninchen das nicht wollen, sie hat jedoch keine Anzeichen von Angst gezeigt.. Mein Großer hat das früher gehasst, wrd jetzt jedoch gerne hochgenommen.

Sie zwickt mich auch hin und wieder. Nicht so stark, dass man es schon beißen nennen kann, aber trotzdem.

Aber vielleicht bin ich auch etwas ungeduldig, immerhin habe ich sie ja seit gestern.

Hilfe. :confused:

xVannix 19.05.2014 17:36

Hallo, snowiecoco.

Ich fang mal ganz direkt an:
Dein Kaninchen sollte nicht im Käfig bleiben, der, davon gehe ich jetzt mal aus, vermutlich eh zu klein ist. Was für Maße haben die Käfige denn? Auf dem Platzmangel entwickeln sich starke Revierbezüge und Coco versucht den wenigen Platz der ihr bleibt zu verteidigen. Wenn du sie oft hochhebst würd ich mich auch nicht wundern wenn sie dich oder deine Hände als Angreifer ansieht - und sich dann durch das Zwicken verteidigt. Kaninchen sind einfach keine Kuscheltiere.
Sobald sie den Boden unter den Füßen verlieren beim Hochheben wird ihr Instinkt geweckt, der ihnen in freier Wildbahn sagt, dass sie grade von einem Raubvogel gepackt wurden - sie haben dabei natürlich Ängste. Dran gewöhnen kann man sie eigentlich nicht, Instinkte werden immer bleiben. Aber genau kenn ich mich damit nicht aus. Lass es einfach sie hochzuheben wenn keine wirklicher Grund wie zB. ein Gesundheitscheck vorliegt.

Dass sie für ihr Alter zu klein ist muss erstmal nichts heißen, aber bist du sicher, dass sie wirklich 12 Wochen alt ist? Wirkte der Züchter auf dich seriös? Was meinst du mit "dreizigköpfig"? Waren grade viele Junge da, oder hat er/sie so viele Zuchttiere?


Das mit dem ständigen Zusammen laufen lassen und wieder trennen und womöglich noch die Käfige in Sicht- und Riechweite haben baut bei den Kaninchen nur Frust auf. Sie sind darauf ausgelegt sozial zu leben - in einer Rangordnung. Heißt: 1. Nicht alleine halten, auch nicht nur ein paar Stunden am Tag. 2. die Rangkämpfe und das Dominanzverhalten nicht unterbinden. Das "paaren wollen" ist, soweit der Herr kastriert ist, nicht sexueller Natur, sondern dient ebenfalls der Festlegung der Rangordnung. Bei diesem "Akt" muss das untere Tier sich eben unterordnen.


Was ich dir jetzt raten würde: Bau ein anständig großes Gehege, die Käfigunterschalen kannst du als Toiletten nehmen, ein Gehege lässt sich schnell in einer Ecke aus Freilaufelementen zusammenbauen, das sollte mind. 4-6qm groß sein, je mehr desto besser. Das ganze in einem für beide Kaninchen unbekannten also neutralen Gebiet. Sollte das nicht gewährleistet sein, bitte vorher den Ort wo das Gehege hin soll gründlich putzen und von allen Gerüchen reinigen. Weiterhin sollten die Tiere dann mind. 1-2 Wochen (?) (genau Zeitangaben weiß ich leider nicht) ohne Sicht- und Geruchskontakt gehalten werden. Anschließend kannst du die beiden dann Vergesellschaften.
Alles weitere zur Vergesellschaftung kannst du hier nachlesen: [url]http://www.kaninchenforum.de/kaninchen-faq/1038-faq-kaninchen-vergesellschaftung-zusammenf%FChrung.html[/url] (Link mit der Maus markieren, rechtsklick und in neuem Tab öffnen).

Die Krankheit deines Männchens stellt dabei eigentlich keine große Barriere dar, insofern er mit dem Stress der VG zurecht kommt und keine Anfälle bekommt. Das wäre etwas worauf du achten solltest. Ansonsten kann ein Partner nur zur Besserung und Heilung beitragen.


Wie gesagt, Kaninchen sind soziale Tiere, ein paar Stunden zusammen Auslauf gewähren ihnen nicht das was sie an Sozialleben benötigen. Vorallem dann nicht wenn sie jedes Mal versuchen eine Rangordnung festzulegen und dadurch nur gestresst sind. Dass ist grade für das Männchen mit E.C. nicht gut.

Lg, Vanessa.

Lupine 19.05.2014 18:09

Zitat:

Zitat von snowiecoco (Beitrag 638724)
Hallo. Seit gestern habe ich ein neues Kanichen, Coco, das aus einem Freilaufgehege stammt.

Eine vorbildliche Haltung, wenn das Gehege groß genug ist, 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht und der Züchter darauf achtet die potenten Rammler nicht in die Gruppe zu lassen, und außerdem die Ernährung stimmt.

Zitat:

Jetzt darf sie bei mir laufen, bleibt aber einfach nicht in ihrem Käfig und zwickt mich hin und wieder!
Ich fürchte das musst du mir näher erklären. Wenn sie bei dir laufen darf, warum sollte sie dann im Käfig bleiben? Ich meine - sie soll doch laufen, oder?

Zitat:

Sie frisst, trinkt und putzt sich, ist jedoch etwas scheu, wenn man auf sie zukommt. Ist für ihr Alter, 12 Wochen, recht klein.
Stimmt möglicherweise das Alter nicht? Dass sie scheu ist, wundert mich nicht. Sie ist aus ihrer gewohnten Gruppe gerissen worden und jetzt plötzlich allein, wenn man dich im Kindergartenalter ohne menschliche Gesellschaft in einen Raum verfrachtet hätte, dann wärest du sicher auch zurückhaltend.

Zitat:

Habe noch ein zweites Kaninchen, das leider Enzephalitis hat, deshalb halte ich sie getrennt.
Warum? Geht es ihm so schlecht? Rollt er? Wie wird er behandelt?

Zitat:

Er hat sie jedoch gebissen und wollte sich mit ihr paaren, kann Ihre "Angst" davon kommen?
Wieder verstehe ich das nicht - wenn du sie getrennt hälst, wie konnte er sie dann beißen und rammeln?

Zitat:

Ich halte sie in zwei verschiedenen Käfigen und gehe immer sicher, dass die beiden sich nur treffen, wenn ich anwesend und aufmerksam bin.
Bitte entweder ganz oder gar nicht. Entweder vergesellschaftest du sie, oder du hälst sie so getrennt dass sie sich nicht sehen und riechen können.

Zitat:

Ist sie einsam?
Natürlich. Kaninchen sind Gruppentiere, sie leiden wenn sie allein gehalten werden.

Zitat:

Meinem Großen reicht der Konakt mit den Menschen, da er mittlerweile sehr zutraulich ist (war früher auch sehr ängstlich),
Da muss ich dir leider widersprechen. Es reicht ihm nicht - er hat nur aufgegeben sich gegen die Einsamkeit zu wehren, und dich als Ersatzpartner (als sehr schlechten Ersatz - du schleckst ihm nicht Augen und Ohren, bist nicht 24 Stunden täglich für ihn da, spielst nicht mit ihm nachhoppeln oder Tauziehen mit einem Kohlrabiblatt) akzeptiert weil ihm nichts anderes übrig bleibt. Aus Angst, dass du dich auch noch abwendest zeigt er nicht, dass es ihm nicht gut geht.

Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe ein Kaninchen aus Einzelhaltung übernommen. Er musste bei mir noch die Kastrafrist absitzen, und wirkte durchaus zufrieden. Wie er sich benahm wenn er wirklich glücklich war, merkte ich später als er mit meinen beiden Mädels vergesellschaftet war. Es war ein ganz anderer Leo, den ich da kennenlernte, ein WIRKLICH glücklicher Leo. Ein schönes Gefühl.

Zitat:

doch sie kommt aus einer dreißigköpfigen Zucht.

Sollte ich ein zweites Kaninchenbaby dazuholen und zu ihr setzen?
Das wäre möglich - aber dann ist dein bereits vorhandenes Kaninchen immer noch ohne Partner(in).

Zitat:

Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Dein "Fahrplan" für die nächsten 2 Wochen:

6-qm-Gehege bauen, überlegen ob du noch einen frühkastrierten kleinen Rammler mit dazu nehmen möchtest, und dann alle gemeinsam (ohne dass dort schon mal einer von ihnen schnuppern durfte!) in diesem neuen Gehege vergesellschaften.

Zitat:

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich sie etwas öfter hochgehoben habe. Ich weiß, dass Kaninchen das nicht wollen, sie hat jedoch keine Anzeichen von Angst gezeigt..
Möglicherweise hast du diese Anzeichen übersehen?

Zitat:

Mein Großer hat das früher gehasst, wrd jetzt jedoch gerne hochgenommen.
:hand: Das glaube ich nicht. Gerne nicht - er lässt es sich nur gefallen. Aber ich glaube nicht dass er aus eigenem Antrieb zu dir kommen würde und auf deine Hand klettern würde um sich hochnehmen zu lassen.

Zitat:

Sie zwickt mich auch hin und wieder. Nicht so stark, dass man es schon beißen nennen kann, aber trotzdem.
Das finde ich nicht weiter verwunderlich. Sie ist klein, sehr einsam und in einem (vermutlich handelsüblichen und damit zu kleinen) Käfig festgesetzt. Sie merkt dass ihr das nicht gut tut und will dir sagen: "Ändere das! Sorge für mich so, dass es mir gut geht bei dir!"

Zitat:


Aber vielleicht bin ich auch etwas ungeduldig, immerhin habe ich sie ja seit gestern.

Hilfe. :confused:
Geduld gehört zur Kaninchenhaltung dazu, und zwar jede Menge Geduld. Allerdings nicht, wenn es um Einzelhaltung und zu wenig Platz geht, da muss schnellstmöglich gehandelt werden. Sind deine Tiere glücklich, dann werden sie viel von diesem Glück an dich zurück geben.


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