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Wild oder doch nicht...behalten, auswildern oder abgeben?Halli Hallo, ich bin neu hier und habe mich ehrlich gesagt angemeldet weil ich Hilfe von Euch Profis, Kaninchenkennern und -Liebhabern benötige. Wie der Titel schon sagt, schwirren bei uns einige Fragen umher, vielleicht habt Ihr ja Tips und Ideen für uns. Kurz vor Ostern bekamen wir plötzlich mehrmals am Tag Besuch in unserem Garten von einem kleinen Kaninchen. Es kam immer vom Eckhaus neben uns (wir wohnen in einer reinen Reihenhaussiedlung, Wald + Wiese sind einiges entfernt), quetschte sich unterm Zaun durch in unseren Garten. Es hüpfte umher und fraß immer munter unser Gras und ließ sich auch überhaupt nicht stören. Es war auch gar nicht ängstlich oder schreckhaft - selbst wenn wir im Garten (60qm, also eher überschaubar) gearbeitet haben, kam es unterm Zaun durch und hielt sich bei uns auf. Es kam auch ganz nah zu uns und machte Mänchen am Bein! Wir haben dann hin und herüberlegt was wir machen und haben Zettel in der Siedlung und in den Geschäften um die Ecke aufgehängt. Als Hagel, schlechtes Wetter und Nachttemperaturen um 0 Grad angesagt wurden, entschlossen wir zu versuchen eseinzufangen, denn wir vermuteten daß das Kleine irgendwo abgehauen war und dieses Wetter evtl nicht gewohnt war. Gesagt getan, es ging dank Kescher auch ganz schnell. Vorher hatten wir uns noch einen Käfig besorgt. Wir sind dann auch gleich zu unserer Tierärtzin um die Ecke. Augenscheinlich war es gesund und munter, ein Männlein, geschätzt 4-6 Wochen alt und wog 400g. Sie meinte allerdings daß es vom Aussehen ein Wildkaninchen sein könnte...was allerdings komplett dagegenspräche wäre sein Verhalten! Denn er war super lieb, ließ sich ohne Strampeln etc aus dem Karton nehmen und auch während der Untersuchung war er ruhig und wirkte eher neugierig und interessiert. TÄ und auch ihre Helferinen (darunter eine die selber lange Zeit Kaninchen hatte) waren sich absolut nicht sicher ob er ein Wilder ist oder ein entlaufenes Hauskaninchen. Sie hat ihn dann noch geimpft und was gegen Flöhe gegeben. Vielleicht könnt Ihr helfen? Ich habe mal Bilder hochgeladen. Die beiden ersten wurden am Anfang im Garten gemacht, die beiden anderen vor ein paar Tagen. Ja, er ist immer noch bei uns, es hat sich Niemand gemeldet. Und nun wissen wir ehrlich gesagt nicht was wir machen sollen. Wir hatten eigentlich fest damit gerechnet daß der kleine Mann irgendwo schmerzlich vermißt wird und wir wollten ihn ja auch nur bei dem Wetter nicht draußen lassen, zumal es hier in der Siedlung auch von Katzen und Hunden wimmelt und auch einige Krähen und Elstern unterwegs sind. Was macht man in einem solchen Fall? Was nun? Das Hauptproblem ist daß wir ja auch nicht wissen ob er nun ein Wild- oder Hauskaninchen ist. Denn dann wären wir schon um Einiges schlauer, auch was evtl. weitere Schritte angeht. Da wir keine große Ahnung von Kaninchen hatten, haben wir erstmal im Internet gelesen gelesen gelesen. Zur Zeit haben wir ihn ab abends bis morgens im Käfig der im Wohnzimmer steht. Tagsüber haben wir ihn in einem leeren Zimmer im Dachgeschoß wo noch Arbeiten am Fenster ausstehen. Hier liegt PVC und wir haben ihn aus Flickenteppichen, alten Handtüchern, Kartons, Tunneln, Kisten, Eierkartons, Papprollen und Vielem mehr einen "Spielplatz" gebaut. Hier findet er es auch wohl ganz toll. Sobald er oben ist springt und hüpft umher und schmeißt die Beine in die Luft Dies kann so aber leider nicht für immer bleiben. Zumal er ja auch Anschluß und Gesellschaft von Artgenossen benötigt. Ach ja, er war ja am Anfang schon recht zutraulich und nicht schreckhaft oder ängstlich. Er ließ sich bereits vom ersten Tag an anfassen, hält sogar dann das Köpfen hin und läßt sich streicheln und er leckt uns die Finger ab. Ich freue mich auf Eure Antworten. VG Natalie
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| Hallo, ich bin zwar kein Experte, aber selbst wenn das ein Wildkaninchen ist und es so zahm ist und allein unterwegs war,würde ich es wohl nicht mehr auswildern. Vermutlich würde es ja wieder Kontakt zu Menschen suchen,Futter in Gärten erbetteln und evtl auf nicht so nette Leute treffen. Ich würde es allerdings nur behalten wenn ein großes Gehege für ihn gebaut werden kann und er natürlich nach Kastration Gesellschaft bekommt.
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| Hallo, für mich sieht das ganz stark nach Wildtier aus. Frag doch bitte mal jemanden vom Fach (Biologe, Zoologe, Jäger, Wildtierstation etc.). Bestimmt habt ihr in der Gegend mindestens eine Naturschutzorganisation (Nabu o. Ä. Frag doch mal im örtlichen TH nach, die bekommen dort bestimmt öfter mal Wildtiere rein und kennen i. d. R. Kontaktadressen zu Wildtierstationen). Im Gegensatz zu meinen Vorschreiberinnen bin ich nicht der Meinung, dass ihr das Kaninchen einfach behalten sollt/dürft, wenn es ein Wildtier ist. Und Zimmerhaltung von einem Wildtier fällt für mich ganz klar in die Kategorie Tierquälerei, das muss ich mal ganz ehrlich sagen. Außenhaltung in einem großen Freigehege finde ich eher noch okay, würde mir da aber auf jeden Fall mind. einen Experten, siehe oben, mit ins Boot holen. Auch, um das abzusegnen. Die Tatsache, dass das Kaninchen (relativ) zahm ist, spricht für mich jedoch nicht per se gegen eine Auswilderung. Bei uns am Badesee kommen die Enten und Gänse auch ganz nah zu uns Menschen hin, wenn wir dort grillen, und schnorren Futter. Sie fressen sogar aus der Hand. Deshalb sacke ich sie auch nicht alle ein, um sie vor bösen Mitmenschen zu schützen ![]() Mal so als Beispiel... Es ist halt auch ein Stückweit "normal", dass Wildtiere, die in unmittelbarer Nähe zu Menschen aufwuchsen, einen Teil ihrer Scheu verloren haben und menschliche Nähe ertragen können. Alles Gute & viele Grüße, Lilith
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| Da muss ich ein wenig widersprechen was das zutraulich-werden betrifft, Lilith. Ich kenne jemanden, der Handaufzuchten bei Wildkaninchen versucht, und dabei recht erfolgreich ist. Am Beispiel des letztjährigen Jungtieres kann man gut sehen dass Wildkaninchen trotz Kontakt zum Menschen doch ein maßgeblich anderes Verhalten zeigen. Das Kleine ist, weil es zu dem Zeitpunkt als es keine Milch mehr benötigte doch noch etwas zu zart war um ausgewildert zu werden, zunächst in eine größere Kaninchengruppe mit Hauskaninchen integriert worden um dort noch ein paar Wochen unter Artgenossen zu verbringen. Es wurde geradezu zum Phantom, und das trotz Handaufzucht. All die hier beschriebenen Verhaltensweisen hat dieses Jungtier nicht gezeigt. Auch Besitzer von Wildie-Mixen berichten von deutlich anderem Verhalten, teils erheblicher Distanz zum Menschen und gesteigertem Bewegungsdrang. Gut finde ich aber den Vorschlag, eine Wildtierstation zu kontaktieren um möglichst sicher durch Experten klären zu lassen ob es sich um ein Wildtier handeln könnte. Davon hängt das weitere Vorgehen ab. Sollte es sich tatsächlich um ein Wildtier handeln, müssen die Experten entscheiden ob es noch auswilderungsfähig ist, und es gegebenenfalls auf sein Leben in freier Natur vorbereiten (Entwöhnung vom Menschen). Ist das nicht möglich, würde ich die Einschätzung in die Hand dieser Experten legen, ob eine Zimmerhaltung bzw. freie Wohnungshaltung für dieses Tier in Ordnung ist, oder ob nach einem angemessen großen Außengehege gesucht werden sollte.
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| Optisch sieht es ja wirklich sehr nach Wildkaninchen aus, ich kann keinen Unterschied feststellen, wenn ich Fotos vergleiche. Allerdings könnte ein sog. "untypischer Farbenzwerg" (die ja genetisch bedingt in der Zucht immer vorkommen!) in wildfarbig ganz genau so aussehen. Und ich bezweifel, dass irgendein Mitarbeiter einer Wildtierstation das tatsächlich unterscheiden könnte. Wenn überhaupt, würde ich darauf auchten, dort auch einen Biologen und nicht etwa irgendeinen ehrenamtlichen Mitarbeiter zu sprechen. Wobei man dabei auch immer bedenken muss, dass Spezialisten für einheimische Wildtiere sich keineswegs mit Kaninchenrassen auskennen müssen, und vielleicht nicht darüber informiert sind, dass es Rassen und Mixe gibt, die exakt diese Statur und Färbung aufweisen können. Aber selbst wenn der kleine ein Wildkaninchen sein sollte, täte man ihm keinen Gefallen mit einer Auswilderung. Mit seinem furchtlosen Verhalten wäre er eines jener Exemplare, bei denen die natürliche Auslese schnell die Fortpflanzung verhindert, indem Fressfeinde es schnell erwischen. Und selbst in bewohnten Gebeten gibt es Marder und Füchse, und auch einige Hauskatzen können sogar ausgewachsene Kaninchen erbeuten. Kaninchen sind ja auch nicht gerade eine gefährdete Art, so dass es zwecks Arterhalt notwendig wäre, jedes Tier auszuwildern. Ich würde ihn behalten (oder in eine andere Haltung weitervermitteln) aber auf keinen Fall auswildern. Da wäre in diesem Fall ebenso verwerflich, wie ein beliebiges Hauskaninchen auszusetzen.
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| Ich kann mich Lupine nur anschließen - Wildkaninchen sind nicht zahm, vor allem nicht von jetzt auf gleich. Ich meine, ihr habt ihn eingefangen und er war sofort zahm bzw. war er sogar vorher schon zahm, ganz ohne dass ihr irgendetwas gemacht hättet, er hatte nicht mal beim Tierarzt Stress - so verhält sich nie und nimmer ein Wildkaninchen. Mal abgesehen davon würden sie dir eingesperrt in einen Käfig unter die Decke gehen (warum sperrt ihr ihn eigentlich nachts ein, wenn er ohnehin ein eigenes Zimmer hat?). Selbst in Fällen, wo wilde Kaninchen im Garten von jemandem wohnen, dort gefüttert werden usw., sind sie bei Weitem nicht so zahm. Wildkaninchen in Stadtparks sind schon ungewöhnlich zahm, würden aber niemals einen Menschen auf mehr als einen Meter an sich heranlassen, geschweige denn anfassen oder hochheben.
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| Hey, ich hab den Thread gerad erst gelesen und war interessiert, was denn nun aus dem Findelkind geworden ist und wie es ihm geht. Für mich sieht er wie ein normaler Farbenzwerg aus. Zu einem ist er zu hell für ein Wildi, ihm fehlt zu sehr die Zonierung. Dann hat er keine typischen hellen Umrandungen um Nase, Augen und Kinn. Soweit ich sehen kann, auch nicht am Bauch. Außerdem ist die Stirn recht rund. Wildkaninchen haben eine lange "Schnauze". Aber auf alle Fälle könnte das natürlich ein Ausgesetzter Mix sein. Vermutlich dachten die Aussetzer er kann überleben, schließlich ist er ein halber Wilder. Denn die Ohren mit der typischen schwarzen Umrandung und die großen schwarzen Augen sind Wildkaninchen ähnlich. Wenn man von der Zahmheit noch absieht.Jedoch werden auch Halbwilde nicht recht zahm. Ich kenne einen ehemaligen Züchter, dem ein verletztes Wildkaninchen in den "Weiberauslauf" geschmissen wurde. Er ist zwar gestorben, aber die Konsequenzen waren 31 Tage später zu sehen. ![]() (Gottseidank nur zwei Würfe und nicht 7) ![]()
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| Ein reines Wildkaninchen ist es vermutlich nicht, dafür ist auch der Kopf zu rund... Was ihr gemacht habt war genau richtig, ein Jungtier dieser Dimensionen wäre ein Festschmaus für Marder und co. Aufgrund der Verhaltensweisen die ihr beschreibt möchte ich von einer Auswilderung auch dringend abraten. Zahme Enten am Teich sind nicht vergleichbar mit Fluchttieren. Die zahmeren Modelle Wildkaninchen in Parks kommen zwar nah ran, würden sich aber niemals anfassen lassen. Wenn ihr das Tier behalten möchtet solltest ihr ein schönes Außengehege bauen und ein Poartnertier besorgen, wenn ihr es abgeben möchtet kannst Du mir gerne eine PN schreiben, ich helfe Euch gerne bei der Suche.
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