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Fluffi 04.05.2014 17:12

Kaninchen in die Freiheit?
 
Liebe Forumsmitglieder,

ich würde gerne mal eure Einschätzung hören.

Ich habe ein Kaninchenweibchen, das 1 Jahr alt ist. Leider ist es allein. Und das tut mir sehr leid. Ich kann aus Platzgründen kein weiteres Kaninchen dazu nehmen, darum suche ich ein neues Zuhause für die Kleine.

Ich hätte jetzt eine Möglichkeit, das Kaninchen abzugeben, habe aber Bedenken.

Die Familie besitzt ein großes Grundstück von mehreren Tausend Quadratmetern. Dieses Gebiet möchten sie mit Kaninchen besiedeln. Die Tiere würden zunächst für einige Wochen in einem eingezäunten, ca. 40qm großen Abschnitt auf dem Gelände wohnen. Dort gibt es Futter und Schutzhütten. Wenn sich alle eingewöhnt haben, wird die Tür dieses Abschnitts geöffnet und sie können sich in ihrer Umgebung und auf diesem riesigen Areal frei bewegen. Sie können jedoch trotzdem immer in den geschützten Bereich zurück und werden weiterhin dort täglich gefüttert.

Was haltet ihr davon? Kann ein Kaninchen, das ein Jahr allein in der Wohnung gelebt hat, sich an so ein Leben gewöhnen? An sich stelle ich mir das schon toll vor für die Kleine, hätte aber Sorge, dass die Umstellung sie überfordert.

Viele Grüße
Fluffi

TanjaZ 04.05.2014 17:18

Klar!! Etwas schöneres kannst du deinem Kaninchen nicht antun :thumbsup: Ein Kaninchentraumleben!!! Dein Wohnungskaninchen wird sich ganz schnell daran gewöhnen :wink5:

hasis2011 04.05.2014 17:21

Sehe ich auch so! Ab mit ihr in die Freiheit, ein Traum für jedes Kaninchen! :thumbsup:

Fluffi 04.05.2014 17:23

Ja? Das erleichtert mich jetzt irgendwie.

Also, dieses riesige Areal ist quasi wie eine Wildnis. Also kein großer Garten oder so, sondern wie ein zig Hektar großes Waldgebiet.

Ich mache mir auch ein wenig Sorgen wegen anderer wilder Tiere. Mein Häschen ist ja da ganz arglos. Käme ein Fuchs, würde es sich nicht wie ein Wildkaninchen sofort vom Acker machen. Aber ich vermute, dass es das ganz schnell in der Gruppe lernen würde. (Oder...?)

hasis2011 04.05.2014 17:28

Natürlich besteht ein gewisses Risiko, aber der Preis dafür ist ein tolles Leben, ich würde diesen Weg immer gehen, wenn ich das Grundstück hätte. :wink5:

Und auch wenn sie 1 Jahr in der Wohnung war, ihre Sinne und ihr Instinkt funktionieren trotzdem noch, sie wird auf Gefahren richtig reagieren, keine Sorge. Mein kleiner Zwergwidder hat 4 Jahre lang in einem Käfig in Innenhaltung gelebt, bevor er zu mir kam, wo er frei im Garten laufen kann, von Anfang an war er sehr aufmerksam und reagiert auf Gefahren instinktiv.

Mohrrübe 04.05.2014 17:58

Ich sehe das genauso !

Das ist ein wahrer Traum für Kaninchen!
Ich weiß das es hart ist, sie wegzugeben aber dort geht es ihr bestimmt gut und sie hat Artgenossen, mit denen sie spielen kann !:wink5:

Sie ist ein Kaninchen und wird immer eins bleiben, das heißt, dass sie (wie hasis2011 schon gesagt hat) immer noch die Instinkte eines Wildkaninchens hat :wink:

LG

Hase2 04.05.2014 18:12

Hallo,
Ich finde das nicht so gut, so komplett ungeschützt vor jeder Art Wildtier tag und nacht und wenn es krank wird, kümmert sich keiner, impfen kann man wohl dann auch vergessen. Dann kann man sie ja auch gleich irgendwo aussetzen. Wildkaninchen sind den Hauskaninchen noch um einiges überlegen und trotzdem werden die meisten kaum zwei Jahre alt, das darf man nicht vergessen.

LG

hasis2011 04.05.2014 18:42

Wer sagt denn das keiner mit den Kaninchen zum TA fährt oder das sie nicht geimpft werden?
Meine Kaninchen sind auch nicht geimpft. :wink5:

Hase2 04.05.2014 18:50

Soweit ich es bei dir verstanden habe, hast du doch aber eher kontrollierten Gartenfreilauf und weisst was du da tust. Bei der Beschreibung des threaderstellers klingt das für mich aber alles eher so als hätte jemand ein unabgesichertes verwildertes Grundstück (wie käme da sonst ein Fuchs hin?) auf dem man mal Kaninchen laufen lässt. Es hört sich für mich nicht so an, als ob man die noch finden würde, wenn mal eins krank wird etc.

hasis2011 04.05.2014 18:57

Wäre interessant wie das dort genau ablaufen soll mit den Kaninchen, besonders würde mich interessieren, ob es dort Wildkaninchen gibt und ob wirklich alle kastriert werden, vor allem die Rammler...sonst könnte das in einer putzigen Katastrophe enden. :willy_nilly:

Hase2 04.05.2014 18:59

Ja, vielleicht sollte die Threaderstellerin nochmal genauer nachhaken, damit sie weiss, auf was sie sich einlässt. Mir ist es noch nicht so ganz klar.

NiTi 04.05.2014 19:01

Füchse gibt es auch mitten in Großstädten in Parks und Gärten, nicht nur auf verwilderten Grundstücken ohne Zaun am Waldrand. Bei uns im Stall kam ein Fuchs auf ein umzäuntes Gelände und in den Hühnerstall, den hat er aufgebrochen. Ende: alle Hühner und Enten waren tot und teilweise vergraben. Nur die Gänse, an die hat er sich wohl nicht rangetraut.

Ein vollständig ungesichertes Gelände wäre mir auch zu gefährlich, nicht, weil die Kaninchen sich nicht in der "Wildnis" zurecht finden (das ist und bleibt ein angeborener Instinkt), sondern weil ich meine Lieblinge nicht einfach so (aus den Augen) verlieren wollen würde.

Edit meint, das mit dem Kastrieren von allen Kaninchen halte ich auch für wichtig.

Fluffi 04.05.2014 20:09

Vielen Dank für eure Antworten.

Also, die Tiere dort werden nicht kastriert und sie würden im Normalfall auch nicht zum Tierarzt gebracht, wenn ich das richtig verstanden habe.

Die Tiere leben dort wie Wildkaninchen, mit dem einzigen Unterschied, dass sie jederzeit Zugang zu Futter und Schutzhütten haben. Und dass sie erst an die Umgebung gewöhnt werden, bevor die Tür geöffnet wird.

hasis2011 04.05.2014 20:15

[QUOTE=Fluffi;634474]
Also, die Tiere dort werden nicht kastriert/QUOTE]

Auch nicht die Rammler? :eek:

Weiß die Frau, auf was sie sich da einlässt und was sie erwarten könnte?
Wir waren mal vor 2 Jahren bei einem Notfall, da lebten die Kaninchen auch frei, im ersten Moment sah das gut aus, aber da war auch kein Kaninchen kastriert und zum TA wurden sie auch nicht gebracht...dort waren insgesamt, soweit wir alle erwischt haben, etwa 100 Tiere (nach nur 2 Jahren!) in teilweise katastrophalem Zustand, die Halterin war komplett überfordert, die Tiere krank und verwahrlost...auf so etwas würde ich mich ehrlich gesagt nicht einlassen.

Roady 04.05.2014 20:22

Das finde ich nicht gut. Entweder sind alle ratzfatz tot oder verwahrlost oder sie vermehren sich wie die Karnickel. Und wenn sie sich dann noch mit Wildkaninchen paaren, ist das für den Genpool der Wildies auch nicht gut.
Ich finde, wenn man sich Tiere anschafft, muss man sich auch drum kümmern. Dazu gehören tierärztliche Versorgung, Kastrationen, Absicherung des Grundstückes und vieles mehr. Wenn man dazu keine Lust hat, soll mans sein lassen.

Madzia 04.05.2014 21:00

Ich finde die Idee auch nicht gut. Instinkt hin, oder her; Hauskaninchen sind nicht dafür ausgerüstet in der Wildnis zu überleben. Allein schon die Fellfarben der meisten Tiere würde es ihnen unmöglich machen, da draußen durch zu kommen. Raubtiere hätten da ein riesen Vorteil, weil sie im Gegensatz zu den Kaninchen, in der Lage sind in der Wildniss zu leben.

Ich habe ein Kaninchen, welches in dem Wald ausgesetzt werden sollte. Zwar war es zu der Zeit stark unterernährt und krank, aber ich könnte mir auch heute niemals vorstellen, dass die Kleine im Wald überleben könnte. Ihr fehlt nicht nur das nötige Misstrauen; sie ist auch nicht besonders Wachsam und viel zu Neugierig. So ist es aber auch mit vielen anderen Hauskaninchen...

Fluffi 04.05.2014 21:31

Mmmmh. Das sind gute Einwände. Danke dafür. Ich lasse mir das ein paar Tage durch den Kopf gehen.

Fluffys 04.05.2014 21:38

Selbst wenn alle aufgenommenen Kaninchen kastriert werden gibt es dort doch sicher Wildkaninchen die dann in kürzester Zeit sämtliche Weibchen decken könnten. Auch die zu alten Weibchen die bei der Geburt dann wohl alle versterben da man es gar nicht im Blick hat welches Tier evtl trächtig ist und welches nicht. Ich finde diese Haltung für Haustier Kaninchen nicht optimal bzw eher fahrlässig. Gibt genug krank gezüchtete Tiere die einfach regelmäßige Kontrollen brauchen,und das ist bei der Masse und dem großen Grundstück gar nicht möglich.
Frage mich ob das überhaupt erlaubt ist, können ja durchaus Tiere entwischen und sich im umliegendem Gebiet fröhlich weiter vermehren?

Amy76 04.05.2014 21:40

Selbst wenn alle Rammler kastriert sind, ein männliches Wildkaninchen reicht aus, und schon sind doch alle Häsinnen schwanger.

Ich hätte für meine auch ein Grundstück haben können. 400 qm mit Gitterzaun drumrum. Zum einen kommen da natürlich die Raubtiere drüber, zum anderen können sich die Nins drunter herbuddeln. Mir war das zu unsicher, Freiheit hin oder her.

Tinachen 04.05.2014 21:41

Also zuerst hatte ich auch den Impuls zu sagen was das für ein tolles Leben für Dein Kaninchen ist. Auch die 40 qm Eingewöhnungsgehege hören sich super an. Aber ich finde es schon arg daneben mit ein paar unkastrierten Hauskaninchen "einfach so" eine neue Population zu bilden. Ich bin mir auch gar nicht sicher ob das nicht einen viel zu großen Eingriff in die Natur darstellt.

Jackrabbit 04.05.2014 21:42

Ich habe gerade in den Vermittlungsthreads gesehen, deine kleine is ein rex.

Sie würde ich dann sowieso lieber in innenhaltung vermitteln.

Fluffi 04.05.2014 21:45

Ja, da habt ihr recht, glaube ich. Meine Freude von heute nachmittag ist erstmal verflogen...

Fluffi 04.05.2014 21:47

Sind Rexkaninchen für draußen zu empfindlich?

Sarabi 04.05.2014 21:54

Bei so einer Haltung bin ich immer hin und her gerissen. Ich kenne jemand der seine Tiere genauso hält und das schon seit vielen, vielen Jahren. Die Tiere sind augenscheinlich gesund und natürlich sehr fortpflanzungsfreudig. Allerdings da ein einfangen der kranken Tiere unmöglich wäre greift eben die Natur ein und kranke Tiere versterben recht schnell. Und die gesunden, kräftigen pflanzen sich fort. Die Tiere sehen nicht! so aus wie Wildkaninchen obwohl sie schon seit Generationen "verwildert" leben. Alle haben verschiedene Farben und Fellformen. Sie werden auch zugefüttert und kennen den Menschen, aber man kann ihnen nicht zu Nahe kommen.
Ich finde so ein Leben für Kaninchen deutlich besser als in einem Mini-käfig in Einzelhaft. Aber man muss damit rechnen das ein Kaninchen vielleicht nur einen Tag dort überlebt.

Jackrabbit 04.05.2014 21:57

Ich hab auch ein rexmädel hier sitzen.

Wollte sie erst vermitteln, aber mir wurde davon abgeraten, sie in Außenhaltung zu vermitteln.

Rexkaninchen sind ja eine sogenannte qualzucht.

Durch ihr seltsames fell und die verkümmerten tasthaare sind sie nicht wirklich für die Außenhaltung geeignet.

In der Wohnung kommt zoe prima zurecht, sie is seit Mitte Februar hier und war bis jetzt nur zum impfen beim Tierarzt :)

aber Außenhaltung wäre mir mittlerweile zu heikel bei ihr.

Fluffi 04.05.2014 21:57

Was meinst du damit, dass es nur einen Tag überleben könnte? Weil es von einem wilden Tier gefressen wird oder an was denkst du da zum Beispiel?

Sarabi 04.05.2014 22:02

Zitat:

Zitat von Fluffi (Beitrag 634543)
Was meinst du damit, dass es nur einen Tag überleben könnte? Weil es von einem wilden Tier gefressen wird oder an was denkst du da zum Beispiel?

Ja, zum Beispiel. Dieser Instinkt zur Flucht ist zwar in jedem Tier vorhanden allerdings kann er ein wenig verkümmern. Je länger das Tier wieder in Freiheit ist desto stärker bildet sich dieser wieder aus. Aber am Anfang sind die Kaninchen relativ leichte Beute.

Keks3006 04.05.2014 23:53

Ich gehöre nicht zu den Haltern, die ihre Tiere zu ihrer größtmöglichen Sicherheit lieber einsperren als ihnen ein bisschen Freiheit zu geben. Aber es gibt Grenzen. Wenn Tiere nicht mehr tierärztlich versorgt werden, sind die längst überschritten. Da wiegt Freiheit das auch nicht mehr auf.

Ich muss dabei an die verwilderten Hauskatzen denken, die sich fleißig vermehren, aber oft in schlimmem Zustand sind, die Jungen nicht ernähren können... Im Endeffekt versuchen nun Tierschützer, der Lage durch Kastrationen Herr zu werden, mit mäßigem Erfolg. Vielleicht läuft es in diesem Fall letztlich auch so: die Tiere vermehren sich, der Besitzer ist hilflos und dann badet der Tierschutz aus, was er sich eingebrockt hat.

Wer sich Tiere anschafft, trägt die Verantwortung. Sie einfach sich selbst zu überlassen, komme was wolle, hat nichts mehr mit dem romantischen Traum von Freiheit zu tun, sondern ist grob fahrlässig. Gegenüber den Tieren und der Umwelt, siehe z.B. Verschlechterung des Genpools der Wildkaninchen. In meinen Augen unterscheidet sich das nicht wesentlich von Aussetzen.

Fluffi 05.05.2014 07:48

Danke an alle für eure Hilfe. Ich werde mein Kaninchen dort nicht abgeben.

Liebe Grüße
Fluffi

Lupine 05.05.2014 09:43

Deine Entscheidung finde ich richtig. Ich habe mich nur deshalb nicht auch noch eingemischt, weil schon alles gesagt wurde bezüglich der Verantwortung, möglicher Trächtigkeiten und der Gefahren.

Eine solche Freilandhaltung unterscheidet sich sehr maßgeblich von einer freien Gartenhaltung auf halbwegs gesichertem Gebiet. Letztere ist durchaus für etwas risikofreudigere Halter (Gefahr durch Katzen und Füchse auch tagsüber) zu befürworten, soweit die Kaninchen ein sicheres Nachtgehege und adäquate tierärztliche Versorgung bekommen.

Aber für ein Rexkaninchen ist auch eine solche freie Gartenhaltung sorgfältig zu prüfen, denn nicht alle Rexe bilden ausreichend Winterfell aus. Das muss im Einzelfall überprüft werden, das heißt der neue Besitzer müsste die Möglichkeit haben jederzeit auf Winter-Innenhaltung oder zumindest frostfreie Haltung umzustellen.

Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche nach einem guten neuen Zuhause für dein Nin.

Roady 05.05.2014 13:16

Ich habe mein Rexkaninchen in Außenhaltung. Es wurde aber bei einer Züchterin in Außenhaltung geboren und bekommt ein sehr dichtes Winterfell.
Mein Rexkaninchen hat mit verschiedenen Witterungseinflüssen keinerlei Probleme. Mein Langhaarkaninchen ist da schon empfindlicher.

Hase2 05.05.2014 14:09

Ich weiß nicht, ob es nicht vielleicht sogar sinnvoll wäre, das Vetamt zu informieren, vielleicht sind es Leute, die schonmal auffällig waren ?


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