Ich hätt' da mal wieder eine Frage, für die ich vielleicht etwas weiter ausholen muss
In den letzten beiden Wochen habe ich mich ausgiebig hier durchs Forum und auch durch diverse Internetseiten und andere Foren gesucht und jeden Thread durchgelesen, den ich über Gruppenhaltung finden konnte.
Einige sehr spannende Threads hab ich dabei schon gefunden, vor allem bei richtig grossen Gruppen mit über 10 Tieren. Bei vielen wurden solche Gruppen dann aber recht schnell wieder aus diversen Gründen aufgegeben, von daher hatten die Themen relativ wenig Aussagekraft.
Es geht im Grunde darum, dass ich ja überlegt hatte meine 5 im Frühjahr auf eine gerade Zahl aufzustocken, also auf 6, einfach weil mir vom Gefühl her eine gerade Anzahl mehr zusagen würde. Erst im Frühling deshalb, weil ich mir eine VG mitten im Winter in Aussenhaltung eher schwierig vorstelle.
Rein vom Bauchgefühl her hätte ich gesagt, dass ich am ehesten noch eine Häsin dazugenommen hätte. Meine 3 Mädels verstehen sich sehr gut, sie sitzen auch mit Körperkontakt herum, oft zu dritt, putzen sich alle gegenseitig. Klar gibts auch mal kurzes Gejage, aber alles nicht der Rede wert.
Die beiden Jungs dagegen sind da nicht so lieb zueinander. Ich habe das Gehege jetzt so strukturiert, dass sie viele sichtgeschützte Bereiche haben, der Kleinere hat wenn er dem dominanteren zu nahe kommt nämlich schon Stress und wenns ums Futter geht wird sich auch schonmal 2 Runden etwas heftiger verfolgt, Fell find ich eigentlich jeden Tag etwas.
Es ist nicht besorgniserregend, wenn der dominantere vorher beim Futter ist kann sich auch der kleinere dazumogeln, sie schlafen alle 5 gemeinsam in einer Schutzhütte, der Kleine darf auch in den Auslauf (wird nur hin und wieder wieder hineingejagt) und wenn sie was neues bekommen, erkunden es die Jungs immer zusammen.
Aber der Kleine weicht dem dominanteren schon vorsorglich aus und setzt sich auch im Garten öfter mal für 1-2 Stunden komplett von den anderen ab, richtig grossräumig, mein Garten ist 50m lang und er nutzt die auch aus.
Also alles wie es eben sein soll, denke ich, ich hab auch kein Problem mit dem Verhalten, winzige Minizwerge sind offensichtlich einfach etwas biestig
So, nun wars aber vor 2 Wochen so, dass mein Freund gemeint hat er hätte sich mit irgendeinem Kollegen unterhalten, der kürzlich einen Hund bekommen hat, eigentlich gings wohl um den Hund, weil wir die selbe Rasse haben und jetzt sein Kaninchen "loswerden" möchte, weil die beiden nicht so gut miteinander klarkommen - seltsam irgendwie bei einem Jagdhund

Das Kaninchen ist ein kastrierter Rammler, 2 Jahre alt und lebt auf dem Balkon, mehr Infos hab ich nicht, weil ich eigentlich gleich gesagt habe: Nö, kommt nicht in Frage.
Also keine Ahnung, ob jemals ein 2. Kaninchen vorhanden war (vermutlich, sonst wäre er ja nicht kastriert) und wie er charakterlich ist.
Bis ich dann doch nachdenklich geworden bin


Das hier geht jetzt also eher an die Halter von mindestens 2 Häsinnen UND 2 Kastraten.
Generell ist die Meinung in den meisten Foren ja, lieber mehr Rammler als Häsinnen, weil die sich besser vertragen. 4 meiner Kaninchen sind ja jetzt richtig in der Pubertät (6 und 7 Monate), ich weiss also noch nicht, wie sie sich endgültig entwickeln werden, bisher haben die Mädels aber keine Probleme miteinander.
Ich weiss schon, dass es keine allgemeingültigen Antworten gibt, aber für mich ist es jetzt eher schwer abzuwägen, ob es möglich ist einen erwachsenen Kastraten zu meinen Kaninchen zu vergesellschaften. Oder ob es vielleicht sogar ganz gut wäre einen erwachsenen Kastraten dabei zu haben, könnte ja auch sein.
Nachdem ich hier viel mitlese habe ich teilweise schon das Gefühl, dass ich sehr froh sein kann, dass sich meine bisher so gerne mögen und es doch gleich bei 5 belassen sollte, aber ich nehme an, dass sich die Negativbeispiele nur so zu häufen scheinen, weil niemand einen Thread eröffnet nur um mitzuteilen, wie toll bei ihm alles funktioniert - daher hier der Aufruf: Bei wem funktioniert eine Gruppe gut?
Die andere Sache, wenn ich mich entscheide ihn doch zu nehmen, ist eben wie ich sie zusammenpacke.
Ich hätte theoretisch schon ein neutrales Zimmer im Haus, allerdings kann ich sie ja schlecht mitten im Winter alle reinholen und dann wieder raussetzen. Also kann ich sie nur im Gehege oder eben im Wiesenfreilauf zusammenlassen und dann im schlimmsten Fall die Reste aufsammeln. Der ganze Garten wäre natürlich etwas neutraler, aber ein fremdes Kaninchen, das sich hier garnicht auskennt frei in den Garten zu setzen klingt für mich auch nicht nach so einem guten Plan.
Und zum Abschluss nochmal alle Fakten auf einen Blick, weil die sonst sicher niemand im Kopf haben wird. Hier leben:
2 Frühkastraten 6 Monate alt
2 Häsinnen 7 Monate alt
1 Häsin 2 Jahre alt
Nachtgehege 18m²
Wiesenfreilauf (mindestens 12 Stunden pro Tag) 30m²
jeden Tag zwischen 2 und 6 Stunden Freilauf im ganzen Garten auf 1000m²
Meinugen? Erfahrungen? Anregungen?
Ich weiss schon, dass es schwierig ist da was zu zu sagen, weil keiner hier meine Tiere kennt, aber grad Erfahrungen von Gruppen die länger als ein paar Monate bestehen würden mir sehr weiterhelfen. Vor allem wie sich mehrere Kastraten in einer Gruppe bei euch untereinander verhalten.
Diese allgemeinen Aussagen, die viele mal irgendwo gelesen und seitdem übernommen haben sind tendentiell nur bedingt hilfreich - als Wissenschaftler sind Angaben ohne Quellen für mich ja grundsätzlich fraglich
Dankeschön schonmal im Voraus an alle, die das bis zum Schluss überhaupt durchgelesen haben

