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Kaninchen scheren lassen?Hallo zusammen, ich habe bereits seit 5 Jahren Kaninchen, bin aber neu in diesem Forum und wende mich an euch, weil ich ein wenig ratlos bin. Nach dem Tod eines meiner beiden Kaninchen habe ich im Tierheim einen neuen, gleichaltrigen kleinen Kerl für meine Kaninchendame Rapante gesucht. Fündig wurde ich bei Ludwig, einem - ebenfalls wie Rapante - 5-6 Jahre altem Kaninchen. Ludwig hat Angorafell, diese "Fellart" ist jedoch neu für mich, und das Scheren bereitet Mensch und Tier großen Stress, genauso wie das Bürsten. Ich schere auch nicht wirklich, sondern schneide vorsichtig mit einer Schere nach und nach das Fell zurück. Ob das an sich so reicht und / oder richtig ist, weiß ich nicht - womit ich schonmal bei Frage 1 wäre: Müssen Angoras gelegentlich oder auch regelmäßig das dicke, filzig wirkende Unterfell geschoren bekommen? Jetzt wirds aber eigentlich vor allem dadurch brenzlig, dass Ludwig regelmäßig Durchfall hat. Die Tierärztin konnte dahingehend nichts feststellen, und auch die Ernährung scheint nicht wirklich eine Rolle zu spielen, jedenfalls habe ich noch keine großen Veränderungen feststellen können, egal was ich füttere. Es scheint ihm auch recht gut zu gehen. ABER natürlich ist sein Popo vollkommen verklebt, und manchmal reicht ein Arbeitstag aus, um Abends einen dicken - Achtung ekelig - Kotklumpen aus seinem Fell zuppeln zu können. Wisst ihr hier einen Rat? Ich habe natürlich Bedenken, dass sonst alles "da hinten" verstopft! Die Tierärztin hat ihn einmal ziemlich runtergeschoren, ein halbes gerupftes Nacktkaninchen kam nach hause, sie ist allerdings aufgrund des Zeitaufwands und des Streikens diverses Scherköpfe auch nicht unbedingt gewillt, die Scherung regelmäßig anzubieten. Am Popo macht sie es, wenn wir, wie vor 2 Monaten, wegen der Impfung da sind, aber ich kann da ja auch schlecht wöchentlich aufschlagen, oder etwa doch? Wie sind eure Erfahrungswerte? Falls das noch irgendwie interessant sein könnte in Sachen Verdauungsprobleme: Rapante und Ludwig verstehen sich blendend und sind die meiste Zeit gar nicht wirklich voneinander zu trennen. DANKE und viele Grüße Steffi
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| Kannst du mal ein gutes Foto posten, am besten eins wo er ungeschoren ist? Richtige Angoras MÜSSEN ZWINGEND viermal im Jahr geschoren werden. Bei manchen kann man die Wolle auch auszupfen, das nennt man dann pflücken und ergibt eine qualitativ besonders hochwertige Wolle. Den Po kannst du natürlich auch öfter frei schneiden und wenn du die Wolle nicht nutzen willst, kann du sie auch dauerhaft kurz halten. Wichtig ist, dass eine Hundeschermaschine mit Angorahaar nicht zurecht kommt, weil die Haare viel weicher sind und nicht abgeschnitten, sondern eingezogen werden und dann wird schnell die Haut verletzt. Richtige Angorascherköpfe sind schweineteuer, die leiste noch nichtmal ich mir mit derzeit 16 Satinangorakaninchen! Ich habe eine sehr gute, sehr scharfe Schere mit Mikrozahnung, die geht einwandfrei. Am besten wäre es, ihn einmal ringsrum richtig raspelkurz zu schneiden und die Haut mit einer Naturhaarbürste einmal kräftig zu massieren, damit die losen Haarstoppeln rauskommen, die zu Filz führen würden, und die Durchblutung angeregt wird. Was die Verdauung angeht, lass das wirklich abklären. Vor allem, ob es vielleicht nur Blinddarmkot ist, den er nicht fressen konnte, weil er im Fell verpappt war?
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| Danke schonmal für eure Mithilfe! Zu futtern bekommen die beiden täglich frisches Heu und Wasser, außerdem Salate, Möhren, gelegentlich Apfelstücke und Kräuter. Leckerchen gibt es kaum, wenn, dann so "Knupserkissen", daraus sind beide dann recht wild, und es eignet sich perfekt als Belohnung für besonders geduldiges Verhalten ihrerseits, wenn mal wieder an ihnen "rumhantiert" werden musste. :-) Ich werde ab sofort mal notieren, was es genau wann gab und wie der Durchfall dann aussah. Da ich berufstätig bin, gebe ich vor und nach der Arbeit mein bestes die beiden kulinarisch gesund und lecker zu versorgen, was es genau wann gibt, ist aber eine Sache des Vorrats und variiert entsprechend. Da ich damit bei Rapante und seinerzeit Schneewante wenig Probleme hatte, habe ich bisher dahingehend auch nie irgendwie genaue Notizen im Kopf oder Schriftform gehalten... Rapante geht es zum Glück wie immer, sowohl vom Verhalten, als auch vom Appetit, und von der Verdauung her. Mir ist aber auch klar und ich gebe euch Recht: Ich muss nochmal dringend zum Tierarzt und Ludwig aufgrund seines mittlerweile wirklich fast stetigem Durchfall (konkret und sehr appetitlich ausgedrückt: Matschkot) untersuchen lassen. Beim letzten Tierarztbesuch war dies eher "gelegentlich" der Fall und da nichts festgestellt werden konnte, ging ich zunächst davon aus, dass der neue Mitbewohner einfach anderes gewohnt ist als die eingefleischte Stammhasendame des Hauses. Ein Foto von Ludwig ist anbei. Laut Tierarzt ist er ein Angora, aber ich bin froh, wenn eure geschulten Kaninchenhalteraugen da mal ihre Meinung zu äußern. Der Tipp dann ggf. einen Angorahalter zu kontaktieren in Sachen Scherenlassen gefällt mir. Natürlich würde ich dies auch entsprechend bezahlen, kein Problem. Die Frage ist nur: WO finden? Ich komme aus Dortmund. Sollte jemand von euch in der Nähe wohnen, bitte melden :-) Ansonsten muss ich hier und ggf woanders einen entsprechenden Sucheintrag starten. DANKE!
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| Ich habe von der Problematik hier keinen Schimmer - aber das Kerlchen ist ja ein Hammer! Der ist ja so süß!!!
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| Da ist Angys geschultes Auge gefragt, ob Ludwig ein Angora ist - ich selbst hatte eine Teddyhäsin, kann Ähnlichkeiten feststellen, aber Angy ist die Spezialistin für Angoras. Wenn du einen Tierarzttermin ausmachst, sammle bitte Kot von 3 aufeinanderfolgenden Tagen ein und lass den zunächst auf Kokzidien, Hefen und Würmer untersuchen. Wichtig auch: eine gründliche Zahnkontrolle, insbesondere wenn Hefen gefunden werden. Sollte die Kotprobe negativ sein, bietet es sich an eine weitere Kotprobe zu sammeln und diese im Labor auf bakterielle Infektionen wie E.Coli untersuchen zu lassen. In einem Fall, wo längere Zeit "unerklärlicher" Durchfall bestand und die Kotprobe nie Kokzidien, Hefen oder Wurmbefall zeigte, war nämlich E.Coli die Lösung des Rätsels und konnte entsprechend erfolgreich behandelt werden. Könntest du die Salatsorten einmal näher auflisten? Es gibt Kaninchen, die Salat nicht gut vertragen. Das war bei meinem zwar nie der Fall, aber besonders Eisbergsalat kann da manchmal Ärger machen. Außerdem ist auch die Quelle für dein Frischfutter wichtig. Ein weiteres Beispiel: ein Kaninchen mit immer wiederkehrendem Matschkot, scheinbar unerklärbar, selbst ein erstes Fütterungstagebuch ergab nichts. Dann präzisierte die Halterin das Fütterungstagebuch, indem sie es um die Quelle der Futtermittel ergänzte, und fand so den Auslöser: Staudensellerie aus dem Supermarkt! Die aus dem eigenen Garten vertrug das Nin gut, deshalb kam die Sellerie zunächst nicht in Verdacht. Aber auf der Supermarkt-Sellerie muss irgendein Stoff gewesen sein den dieses eine Kaninchen nicht vertrug. Wir haben also eine Menge Detektivarbeit vor uns, zusammen mit deinem neuen Tierarzt. Vielleicht kann Angy auch eine Hilfestellung geben wie man am besten einen Angorazüchter im Raum Dortmund finden könnte - andernfalls kann sie dir aber zumindest genauere Angaben über die von ihr benutzte Schere geben, so dass du über diese Schiene erst einmal die Zeit überbrücken kannst bis du einen Profi als Hilfe gefunden hast.
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| Wunderschön, der kleine Kerl! Ein reinrassiges Angora aus Verbandszucht ist er allerdings nicht, Schecken sind im Standard nicht erlaubt. Da muss noch irgendwas anderes mitgemischt haben. Wie ist es denn bei ihm mit Filz? Filzt er schnell? Wenn nicht, solltest du nicht unnötig an ihm rumbürsten, das beschädigt nur die Haarstruktur und fördert das Filzen noch zusätzlich. Entstehende Knötchen lokal rausschneiden oder rauszupfen (die meisten hängen erstmal nur an einigen bereits losen Haaren). Wenn, dann bitte nur kämmen, am besten mit einem Metallkamm. Da gibts welche mit unterschiedlich groben Seiten. Weiche Bürsten, vor allem aus Kunststoff, tragen zu viel statische Aufladung ins Haar. Sollte er Filz haben (was auf dem Foto nicht so aussieht), schere ihn einmal richtig bis auf die Haut runter und lass dann das Vlies in Ruhe nachwachsen. Öfter als alle drei Monate musst du das dann nicht machen. Den Poppes kannst du ihm kurz halten, wenn nötig, bei meinen ist das aber nicht nötig. Wenn du die Schuren so planst, dass du ihn im Sommer zur größten Hitzezeit "nackig" machst, ist alles gut. Die Hauptfilznester sind an den Stellen, wo sich was bewegt, also im Nacken und in den Beinbeugen. Da kannst du öfter mal kontrollieren und rausschneiden. Meine Schere hab ich auf ner Messe gekauft, ich kann dir leider nichts über den Hersteller sagen. Muss mal schauen, ob ich die Quittung noch finde, die hat mein Schatz bestimmt aufbewahrt (er hat mir die Schere geschenkt). Ist jedenfalls aus Solinger Chirurgenstahl und mit einem ganz feinen Sägeschliff, der die Haare festhalten soll. Die Schere ist so scharf, dass sie keinen Unterschied zwischen Haar und Haut macht, da muss man ganz vorsichtig sein. Allerdings ist mir bisher auch noch kein Tier eingegangen, wenn es doch mal einen kleinen Schnitt abgekriegt hat. Das heilt problemlos aus. Mittlerweile hab ich aber mehr Übung ![]() Was das Futter angeht: Ich würde diese Knusperkissen und überhaupt alles künstlich gefärbte und gebackene komplett weglassen. Meine Schätzchen fahren total auf Leinkuchen als Leckerlie ab, die sind natürlich, gesund, enthalten das für die Haarbildung wichtige Methionin und sind zusätzlich noch darmpflegend wegen der Schleimstoffe in der Leinschale. Gibts bei Ebay und landet regelmäßig in den Näpfen meiner Schäfchen. Auch mit Salat etc. immer vorsichtig, da kann ich Lupine nur beipflichten. Versuch mal, möglichst viel Blättriges mit derber Struktur aufzutreiben. Auch Äste, besonders Weide und Eiche wegen der Gerbstoffe, sind nützlich. Ist egal, wenn keine Blätter mehr dran sind, die Rinde wird trotzdem noch geknabbert. Wichtig ist, dass Angora wegen der Haarbildung viel Eiweiß brauchen. Sie können ja nicht entscheiden, das Haar nicht wachsen zu lassen, es wächst halt. Wenn die nötigen Nährstoffe fehlen, wächst es langsamer und in schlechterer Qualität, was wiederum zu Problemen wie Filz führt. Außerdem gehts von den Körperreserven ab. Ich bin gerade dabei, an meiner Futtermischung herumzutüfteln und mich dazu von einem erfahrenen Kraftfutterselbermischer aus dem Züchterforum beraten zu lassen. Er riet mir zu einer Mischung, die neben Hafer und einigen anderen Sachen Soja oder alternativ Futtererbsen oder Rapsschrot enthält, wegen des höheren Eiweißgehalts. Soja ist nun wieder aus ökologischen GEsichtspunkten bedenklich, daher werde ich wahrscheinlich eher die Erbsen oder den Raps nehmen. Bei Innenhaltung musst du halt darauf achten, nicht gar zu energiereich zu füttern, sonst werden sie bloß dick. Meine sind draußen, die brauchen Brennstoff zum heizen ![]()
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| Ach so, noch ein Nachtrag: Auf dem Foto ist zu sehen, dass du Hobelspäne einstreust. Die KÖNNEN (müssen nicht) Filz auslösen, indem sie sich ins Haar setzen und dort immer mehr verwurschtelt werden. Je kleiner die Partikel, desto wahrscheinlicher. Ich selbst habe zwar Sägemehl in den Toiletten, aber dick mit langem Stroh abgedeckt. Seither ist Ruhe mit Fremdkörpern in der Wolle.
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| Angys Erfahrung kann auch auf Teddykaninchen übertragen werden, wie meine Erfahrung zeigt. Am besten ist es, mit qualitativ hochwertigem Stroh überzustreuen. Verwende am besten kein gepresstes Stroh aus den Kleinpackungen im Tierhandel, die Halme sind oft stark zerstört und bilden dann Widerhaken die sich im Fell festhängen. Stroh sollte locker in der Tüte lagern, oder aus großen Ballen beim Bauern stammen, dann sind die Halme besser in Schuss.
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