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Lady_Dynamite 16.12.2012 11:20

Zitat:

Zitat von Benny (Beitrag 440630)
Das ist Ansichtssache.

Wenn ich einen Dt. Schäferhund möchte, hol ich mir keinen Dackel.
Wenn ich einen Audi möchte, hole ich mir keinen Passat.
Wenn ich eine blaue Couch möchte, hole ich mir keine grüne.
Wenn ich ein Reitpferd möchte, hole ich mir kein Minipony.
Und wenn ich Widder möchte, dann hole ich mir auch welche.......wo ist das Problem?:rolleyes:

Von mir aus kannst du Passat und Audi gleichzeitig fahren und grün-blaue Couchgarnituren haben so viele du willst. Aber diese Vergleiche mit Hunden und Pferden sind wie meistens unzureichend. Allein charakterlich unterscheiden sich Dt. Schäfer/Dackel und Reitpferd/Minipony sowie in ihren Ansprüchen um einiges mehr als Stehohr/Widder.

arya900 16.12.2012 11:26

Zitat:

Zitat von Lady_Dynamite (Beitrag 440466)
Zu diesem ganzen "Ich will unbedingt ein Tier das so und so ist/aussieht und das bekomme ich nur beim Züchter" möchte ich auch mal was sagen. Und zwar das ich es nicht nur nicht gut, sondern ziemlich daneben finde. Klar kann man nicht jedes x-beliebige Tier nehmen. Aber die einzigen Auswahlkriterien die man meiner Meinung nach stellen sollte ist: Entspreche ICH den Bedürfnissen des Tieres? Passt es in meine Gruppe, habe ich genug Platz/Zeit/Geld für das Tier? Natürlich kann man keine Deutsche Dogge in einer 1-Zimmer-Wohnung halten und in eine Gruppe mit 2 zickigen Weibern verträgt keine 3. Zibbe. Aber alles andere finde ich mehr als nebensächlich. Und bei Sätzen wie: "Mir kommen nur Widder ins Haus" platzt mir der Sack.

Ich seh das anders. Ich muss mich um das Tier kümmern und ich entscheide, welches Tier ich nehme und wenn ich ein Widder haben möchte, dann nehme ich auch ein Widder. Es ist ja letzt endlich so, dass ich mich auch darum kümmern muss. Natürlich muss man auch schauen, ob man sich drum kümmern kann, ob es in die Gruppe passt ect.
Ich find' es auch ehrlich gesagt nicht schlimm. Mir geht es bei der Haltung auch nicht drum, ein Kaninchen zu retten, sondern darum, dass ich Kaninchen mag. Ich hole aus den Zoogeschäften allerdings trotzdem kein Kaninchen, weil ich das nicht unterstützen möchte. Eine Züchterin, die vernünftig mit den Tieren umgeht ect, da sehe ich keinen Grund, sie nicht zu unterstützen.

Zumal man so oder so nicht alle Kaninchen retten kann und man sich nun mal Kriterien setzen muss, da kann auch die Rasse mit rein spielen.

Roadrunner 16.12.2012 11:38

Ursprünglich wollte ich auch ausschließlich Tiere aus dem Tierschutz.
Leider stellte sich die Kommunikation mit Tierheimen als sehr schwierig dar.
Mein erster Hund kam aus einem schlechten Tierheim. Dort wollte man ALLE Tiere retten und holte so viele aus dem Ausland dazu, dass die Zustände in dem Tierheim alles andere als gut waren. Man könnte es fast Animal Hoarding nennen. Mein Hund war extrem verdreckt und verwurmt und verstört und hatte kleine Bissverletzungen, als er zu mir kam. Er hat sich psychisch leider nicht mehr erholt davon.
Als ich nach seinem Tod mich wieder nach einem Hund umsah, reagierten einige Tierheime nicht auf Anfragen. Schließlich nahm ich einen Hund aus einem privaten Notfall (Überforderung). Auch als ich einen kastrierten Rammler suchte, reagierten einige Tierheime nicht auf meine Anfrage, andere hatten keine Kaninchen. In einem Fall war meine Haltung noch nicht gut genug. Damit hatten sie ja recht, aber man kann ja dazubauen und die Haltung war allemal besser als die von 99 Prozent aller Kaninchen. Inzwischen hält auch dieses Tierheim wohl aufgrund von Platzmangel Kaninchen in Käfigen. Das Zahnkaninchen, für das ich mich interessierte, ist auch nach über einem Jahr noch im TH.
Der Einfachheit holte ich ein kastriertes Böckchen aus einer Zoohandlung.
Ein Züchter gibt dort regelmäßig kastrierte Tiere ab. Ich finde dies ein Superangebot. Ich habe nämlich auch schon das Gerücht gehört, dass es bei Rassezüchtern vorkommen soll, dass überzählige Tiere getötet werden. Dann finde ich es doch besser, wenn ein Züchter sie an einen Zooladen abgibt. Geld wird der Züchter mit meinem Böckchen kaum verdient haben. Es hat kastriert 39,95 Euro gekostet.

Kreusa 16.12.2012 11:51

Zitat:

Zitat von arya900 (Beitrag 440647)
Ich seh das anders. Ich muss mich um das Tier kümmern und ich entscheide, welches Tier ich nehme und wenn ich ein Widder haben möchte, dann nehme ich auch ein Widder.

Finde ich an sich auch in Ordnung.

Nur wenn es dann soweit geht, dass z.B. ein Kaninchen dessen Partnertier gestorben ist, 3 Monate länger allein sitzen muss, obwohl es passende Kandidaten gäbe, die aber "ohrenmäßig" oder "farbtechnisch" dem Besitzer nicht in den Kram passen. Das finde ich egoistisch.
Es geht mir hier nicht um die charakterlichen Eigenschaften oder das Alter (das muss natürlich zum vorhandenen Tier passen) und auch nicht um die Frage Riese oder Zwerg (mit einem knapp 4qm Innengehege hole ich mir keinen Riesen).
Aber wenn ein Tier unnötig lange allein sitzen muss und leidet, nur weil das vom Besitzer unbedingt gewünschte "schwarze Widderlöwchen unter 2,5 Kilo" noch nicht aufgetaucht ist, finde ich das nicht in Ordnung.

Als ich einen Partner für Bonnie brauchte, wollte ich eigentlich auch keinen schwarz-weißen Schecken mehr, weil das Weibchen meines ersten Kaninchenpaares so aussah und es sich komisch angefühlt hätte so schnell wieder ein ähnliches Tier zu haben. Im Tierheim ist es trotzdem ohne weiter zu zögern Gizmo geworden, weil der alters- und charaktermäßig passte und ebenfalls dort allein saß. Ihn da zu lassen, weil er die falsche Farbe hat, fand ich unfair.

Fini 17.12.2012 04:20

als ich paar sätze hier gelesen habe, bzgl schlachtkaninchen... was bringt es eins zu nehmen, es ändert nichts daran dass andere geschlachtet werden ist mir sofort eine geschichte eingefallen :)

Im sonnigen Kalifornien lebte ein alter, weiser Mann, welcher jeden Morgen zum Sonnenaufgang am Strand spazieren ging. Man sah, wie er sich fortwährend hinunter beugte, etwas aufhob und ins zurückweichende Meer warf.
Dieses beobachtete eines Tages ein junger Mann aus weiter Ferne, der auch schon früh auf den Beinen war. Als dieser sich noch mehr näherte, sah er, dass der alte Mann Seesterne aufhob, die an den Strand gespült worden waren, und – einen nach dem anderen – warf er sie ins Meer zurück.
Der junge Mann war verblüfft. Er näherte sich dem alten Mann und sagte: “Guten Morgen, alter Mann. Ich habe mich gefragt, was sie da tun.“


„Ich werfe diese Seesterne zurück ins Meer. Sehen sie, es wird gerade Ebbe und all diese Seesterne sind ans Ufer gespült worden. Wenn ich sie nicht ins Meer zurück werfe, wird die heiße Sonne sie austrocknen und sie werden sterben.“„Ich verstehe“, erwiderte der junge Mann. „Aber es muss an diesem Strand tausende von Seesternen geben. Sie können unmöglich alle zurück ins Meer werfen. Es gibt einfach zu viele. Sehen sie nicht, dass sie unmöglich etwas ändern können?“
Der alte Mann lächelte, beugte sich wieder hinunter und hob einen weiteren Seestern auf. Auch diesen warf er zurück ins Meer. Dann sah er den jungen Mann an und erwiderte: “Für diesen einen macht es einen Unterschied.“

Pünktchen und Anton 19.12.2012 13:06

Zitat:

Zitat von Benny (Beitrag 440630)
Das ist Ansichtssache.

Wenn ich einen Dt. Schäferhund möchte, hol ich mir keinen Dackel.
Wenn ich einen Audi möchte, hole ich mir keinen Passat.
Wenn ich eine blaue Couch möchte, hole ich mir keine grüne.
Wenn ich ein Reitpferd möchte, hole ich mir kein Minipony.
Und wenn ich Widder möchte, dann hole ich mir auch welche.......wo ist das Problem?:rolleyes:

Ich finde es an sich schon mal schade und auch problematisch, Lebewesen mit Autos oder Sofas zu vergleichen.
Ich verstehe es, wenn man sich Tiere mit bestimmten charakterlichen Eigenschaften wünscht(z. B. bei Hunden), oder zu einem bestimmten Zweck (z. B. Reiten). Ich persönlich kann das aber bei Tieren, wo es nur noch um ein bestimmtes Schönheitsideal oder einen momentanen "Modeboom" geht, nicht nachvollziehen, es sei denn man sieht das Tier als Accessoir und nicht als lebendiges Wesen. Natürlich muss "der Funke überspringen", dass ist aber meiner Meinung nach nicht davon abhängig, ob ein Tier eine bestimmte Farbe hat, Steh- oder Schlappohren.

Dennoch finde ich den oben angestellten Vergleich als Ausdruck unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, denn dass ich ein Tier, ebenso wie eine Couch entsorge, wenn es nicht meinen Wünschen entspricht, mir nicht mehr passt oder "defekt" ist, ist nur die logische Konsequenz, wenn man diesen Vergleich weiter fortsetzt.


Zitat:

Zitat von Benny (Beitrag 440630)
Wer Tiere aus dem TH holt, macht auch wieder Platz für "Nachschub", diese Rechnung geht also nicht auf. ;)

Solange das Züchten der Kaninchen nicht allgemein verboten wird, wird es immer Kaninchen in Kleinanzeigen oder TH oder beim Züchter geben, so ist das nun mal. Ist ja mit anderen Tierarten nicht anders.
Wenn in Zukunft niemand mehr ein Kaninchen kaufen/holen würde, würde es über die Jahre hinweg auch keine Kaninchen mehr geben. Wo keine Nachfrage, da kein Angebot....dann wird es nur noch Schlachtkaninchen für den Eigenbedarf geben, aber nicht mehr zur Privathaltung. Solange immer wieder Kaninchen "gerettet" oder gekauft werden, werden sie auch nicht weniger.

Das Tierheim stellt das letzte Glied dieser Kette dar, ich persönlich finde es also am Sinnvollsten dort anzufangen. Dort befinden sich nämlich die stimmlosen Opfer die dieser Gesellschaft zum Opfer fallen, dem Kauf- und Wegwerfwahn. Die Rechnung geht in sofern auf, dass das erste Glied der Kette (Züchter oder Geschäft) nicht direkt betroffen ist und keinen Nutzen daraus zieht, wenn man ein Tier aus dem Tierheim holt, aber wohl, wenn man es direkt kauft.
Ja, der Platz wird dann frei für ein neues weggeworfenes Tier, aber da gilt es am Bewusstsein der Menschen zu arbeiten, dass es sich eben um keine Couch handelt, sondern um ein denkendes, fühlendes Wesen.

Wenn ich mir ein Tier zulege übernehme ich nunmal die Verantwortung und kann es nicht wegwerfen wie einen alten Pulli, wenn es nicht so ist, wie ich mir vorgestellt habe, knabbert, bellt, oder krank wird. Das muss mal in die Köpfe der Leute. Meinem Empfinden nach, wird es in dieser Gesellschaft, wo es immer um das neueste I-Phone geht, wo ich alles zu jeder Zeit haben kann, zunehmend wichtiger die Leute dafür zu sensibilisieren, auch mal nachzudenken und nicht stumpf vor sich hin zu konsumieren. Denn was beim I-Phone anfängt, setzt sich beim Tier fort.

Dass es so viele schlechte Erfahrungen mit Tierheimen gibt, ist schade und schadet den Tieren, die dort absitzen. Die Kontrollen finde ich teilweise übertrieben, aber teilweise auch verständlich, schließlich geht es darum, den Tieren, die zumeist bereits eine schlechte Erfahrung gemacht haben, dauerhaft ein liebevolles neues zu Hause zu geben.
Mich persönlich macht es glücklich (und ja, auch das ist eine Form von Egoismus) einem Tier ein schöneres Leben zu geben, als es vorher hatte.
Wenn ich unsern Anton rumtollen und Buddeln sehe, d. h. wahrnehme, dass er ein glückliches Kaninchen ist und daran zurückdenke, woher er stammt, dann gibt es mir einfach ein gutes Gefühl. Dieses wäre sicherlich getrübter, wenn ich wüsste, dass ich ihn gekauft hab und gleich dafür ein neues Nin "produziert" wird. Klar, für das eine Tier macht es einen Unterschied, aber es ändert leider nichts am System.
Und diese Erfahrung ist für mich der Grund, warum ich nur noch Tiere aus dem Tierheim/Tierschutz nehmen würde.

Benny 19.12.2012 13:33

Zitat:

Zitat von Pünktchen und Anton (Beitrag 441722)
Ich verstehe es, wenn man sich Tiere mit bestimmten charakterlichen Eigenschaften wünscht(z. B. bei Hunden), oder zu einem bestimmten Zweck (z. B. Reiten). Ich persönlich kann das aber bei Tieren, wo es nur noch um ein bestimmtes Schönheitsideal oder einen momentanen "Modeboom" geht, nicht nachvollziehen, es sei denn man sieht das Tier als Accessoir und nicht als lebendiges Wesen.

Bei Kaninchen gibt es auch unterschiedliche charakterliche Eigenschaften, zumindest ist das meine eigene Erfahrung. Und die ist halt so, dass Widder im allgemeinen ruhiger sind als Stehohren. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie bei jeder anderen Tierart auch.
Ich habe mir meine letzten Widder also nicht wegen der Schönheit oder einem Modeboom geholt, sondern wegen dem Charakter.;)

mausefusses 19.12.2012 13:48

Mir gehen manche "Tierschutzvereine" auch irre auf den Zeiger und auch ich habe auch echt keine Lust mich als erwachsener Mensch "kontrollieren" zu lassen.

Viele Tierschutzvereine finden das nun ja auch gar nicht gut das meine Tiere im Garten laufen und vermitteln lieber in 5qm Knasthaltung , solche Vereine scheiden also auch schon aus.

Trotzdem gehe ich nicht zum Züchter.
Ich habe hier Tierheime die mir durchaus Tiere anvertrauen und ebay Kleinanzeigen ist ja auch voll von bedürftigen Tieren: Züchterausschuß der abgemurkst werden soll, Tiere aus Zuchtauflösung, Tiere aus übler Haltung etc.
Für die Tiere zahle ich 0.- bis 5.- Euro, mal abgesehen davon das mich der "Anschaffungspreis " nicht interessiert, ich möchte mit dem Geld nur nichts , in meinen Augen, falsches unterstützen.
Ich habe daher auch kein Problem 40.- im Tierheim zu geben, wenn es nunmal das Tier sein soll, obwohl ich auch was für lau haben könnte.

Ich möchte jedoch nicht eine Neuproduktion unterstützen solange es so viele Notfelle gibt.


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