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Probleme im Rudel Hallo, ich bin Lehrerin und leite seit etwa 5 Jahren die Hasenheim AG in unserer Schule. Aktuell haben wir 7 Zwergkaninchen in unserem Außengehege. Zwei dieser Kaninchen habe ich nach dem Sommer von einer alten Dame übernommen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kümmern konnte. Die beiden sind Geschwister (ein kastrierter Rammler, Flocke und eine Häsin, Fussel) und etwa 4 - 5 Jahre alt. Der Rammler Flocke hat mir das ganze Sozialgefüge der Gruppe (2 kastrierte Rammler, Ernest und Freddy und 3 Häsinnen, Kikkie, Sally und Moose - jeweils zwei Geschwistergruppen) durcheinandergewirbelt und tut es eigentlich immer noch. Er hat innerhalb kurzer Zeit die Alphaposition übernommen - ist der Herr über alle Fressnäpfe und drängt die weg, die ihm unterlegen sind. Daher wird er langsam auch richtig fett :(. Es kommt nicht mehr zu großen Kämpfen, aber für mich irritierend ist die Tatsache, dass sich die Rangordnung unter ihm immer wieder verschiebt. Während Flocke in den vergangenen 3 Monaten das Geschwisterpärchen Ernest und Kikkie, die bisherigen "Anführer des Rudels", problemlos neben sich duldete und die anderen 4 an den Rand drängte, duldet er nun nur noch die beiden anderen Rammler als gleichwertig neben sich und hat angefangen Kikkie zu "mobben". Diese leidet sehr darunter und zieht sich nun seit Tagen ängstlich und verstört zurück. Große Problem bereitet auch Moose. Sie war immer eher schüchtern, wurde aber nach dem Einzug der beiden Neuen zum letzten Glied in der Kette, das plötzlich von allen verjagt und gebissen wurde. Letzteres war so schlimm, dass ihr ganzer Körper von Wunden übersät war und ich sie zusammen mit Ernest als Tröster erstmal mit nach Hause nahm, um ihre Wunden zu pflegen. Nach ihrer Rückkehr kam es nicht mehr zu großen Beißereien, weil sie sich nur noch in ihre eigenen dunkeln Nischen zurückzieht und kaum Kontakt zu den anderen aufnimmt. Auch vor mir hat sie mehr Angst als früher. Ihre weiße Nase ist stets schmutzig, weil sie sich nicht mehr putzt (sie hat meines Erachtens keinen Schnupfen, niest nicht, kein laufendes Sekret), und sie ist zu mager für den kalten Winter der kommt. Ich habe nun Sorge dass Kikkie das gleiche Schicksal droht und überhaupt, dass mir Moose vor lauter "Unglück" langsam wegstirbt. Irgendeiner muss wohl gehen - soll ich versuchen für Moose ein neues Zuhause zu finden, oder wäre es besser den dominanten Flocke anderweitig unterzubringen, bevor er sich "totfrisst"? Oder hat noch jemand anderes Tipps? Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar |
Hallo, dass sich die Rangordnung einer größeren Gruppe immer mal wieder verschiebt, ist eigentlich ganz normal. Wie viel Platz hat die Gruppe und wie ist der strukturiert (Häuser, Ebenen, Sichtschutze, Sackgassen?)? Befinden sich alle Futterplätze an einem Ort? (Wenn ja würde ich die als Soformaßnahme im Gehege verteilen, sodass Flocke sie nicht mehr alle besetzen kann). Wichtig ist jetzt vor allen Dingen, dass das kränkliche Tier zum Tierarzt kommt und untersucht wird. Ich glaube du verwechselst da Ursache und Wirkung. Wahrscheinlich wird Moose von den anderen weggemobbt WEIL sie krank ist (und damit in der freien Natur eine Gefahr für die Gruppe wäre) und dadurch immer schwächer und nicht krank, weil sie gemobbt wird. Kikkie würde ich zur Sicherheit gleich auch mitnehmen und durchchecken lassen. |
Wir haben ein Haus mit etwa 10 qm Grundfläche, darin aber auch Einbauten auf verschiedenen Höhen und Stallabteilungen und Häuschen, so dass sich für die Tiere innen verschiedene Einzelrückzugsmöglichkeiten befinden. Dann gibt es das vordere Außengehege (ca. 3 qm) in das sie ein Höhlensystem mit verschiedenen Ein- und Ausgängen angelegt haben, dass sich bis unter das Haus zieht, und schließlich gibt es noch einen hinteren kleinen Auslauf (ca 1 qm). Mir ist auch klar, dass ich mit den 7 Ninchen auch schon wirklich die Obergrenze dessen erreicht habe, was das Terrain hergibt. Ich stelle immer mehrere Näpfe mit gleichem Futter hin und das auch zu den Nischen, die meine Zurückgezogenen bevölkern. Moose sitzt mittlerweile immer auf einer der oberen Raufen, wo ich ihr extra Futter hinstelle um auch beobachten zu können, ob sie frisst. Ob sie immer nur dort oben sitzt, weiß ich nicht, da sie einfach auch vor MIR so viel Scheu hat und ich oft mitbekomme, dass sie, sobald sie den Schlüssel im Schloss hört, ganz nach oben hüpft - ich bin ja leider auch die böse Frau, die bei ihr Zähne schneiden muss, und daran hat sie sich bis heute nicht gewöhnt. Die Frage inwieweit Moose krank ist, hab ich mir auch schon gestellt, ich weiß um den Zusammenhang zwischen Krankheit und Ausstoßen aus dem Rudel. Allerdings brach das Mobbing mit dem Einzug der neuen Hasen aus. Ich hatte meine fünfer-Bande in den Sommerferien bei mir auf dem Balkon und da wurde gekuschelt was das Zeugs hielt, ständig lag irgendwo ein großer Hasenhaufen rum :D. Dann kamen sie alle wieder zurück ins Gehege, in das ich zwei Tage vorher die neuen Hasen zum Eingewöhnen einquartiert hatte - was vielleicht die falsche Reihenfolge war... Nach zwei Tagen stellte ich fest, dass Moose von dem neuen Rammler und auch von zwei Häsinnen aus dem alten Rudel übelst attakiert wurde... dann ging auch das mit dem Zurückziehen los - zunächst eher unter die Erde - und mit der schmutzigen Nase, eine Mischung aus Wunden und Erde. Nach einer Woche war sie so zerschrammt, dass ich mit ihr zur Tierärztin ging, die aber außer den Wunden nichts auffälliges an ihr entdecken, allerdings wurden keine Bluttests oder ähnliche serologischen Untersuchungen gemacht. Als sie dann wieder bei mir auf dem Balkon war zusammen mit Ernest, hat sie wieder angefangen sich zu putzen und mit ihm zu kuscheln und die Nase heilte und war wieder sauber. Aber ich werde nächste Woche auf jeden Fall mit den beiden zum Tierarzt gehen und sie nochmal untersuchen lassen. |
Du hast dir die frage quasi schon selbst beantwortet: die Vergesellschaftung war Murks! Wenn dir daran gelegen ist, dass die Gruppe in der Konstellation wieder funktioniert, wuerde ich die Tiere in Kleingruppen (wie sie sich vertragen) über 3-4 Wochen komplett trennen und eine Vergesellschaftung auf NEUTRALEM (für Alle unbekanntem) Gebiet durchführen. Die zeit der Trennung kannst du nutzen, um die Tiere gesundheitlich durchchecken zulassen und das Gehege grundrein (Reinigung mit essigreiniger, umdekorieren, Gänge zuschütten) zu machen. Wenn die Vergesellschaftung auf neutralem Boden geglückt ist und die Gruppe zur Ruhe gekommen ist, kann dann der Umzug in das ursprüngliche Gehege erfolgen. Ich weiß, klingt schwer realisierbar, aber anders wird es sehr schwer und stressig die Gruppe zur Ruhe zu bringen. |
Die Idee ist mit Sicherheit gut und wäre im Sommer auch weniger problematisch und findet eigentlich jeden Sommer statt, da ich die Tiere meistens bei Schülern unterbringe und sie dann am ersten Schultag wieder ins geputzte und umgestaltete Gehege kommen. Da wäre es auch möglich ein provisorisches neutrales Außengehege zu schaffen. Im Winter ist sie aber nicht nur schwer realisierbar, sonder anhand unserer Gegebenheiten in der Schule quasi unmöglich. Ich bräuchte zunächst mehrere Unterbringungen in Außenhaltung, weil ich die Kaninchen jetzt nicht mehr reinholen kann. Also mehrere große Ställe - Kosten, die die Schule nicht tragen würde. Zur Neuvergesellschaftung bräuchte ich dann noch ein Außenhaltungsgehege, das winterfesten Raum für 7 Kaninchen bietet :(. Die Gänge komplett zuzuschütten ist unmöglich, da sie sich bis unter das Häuschen ziehen und vor allem bieten sie meinen Kaninchen bei sehr tiefen Temperaturen auch Schutz. Letzten Winter hatten wir Spitzenwerte von -22°, in diesen Tagen waren die Tiere fast nur unter der Erde. Die Winter werden bei uns in Brandenburg oft so kalt. |
Das mit den Gängen waere mir zu gefährlich. Gerade, wenn du geschwächte Tiere hast. Was ist, wenn es darin verendet? Was ist, wenn es da krank drin hockt? Ich wuerde das nie zulassen, das die so weit Buddeln, dass ich keinen Zugriff mehr habe. Eine andere Möglichkeit außer des trennend sehe ich hier leider nicht, um die Gruppe in der Konstellation zu halten. Entweder es klappt irgendwie. Keller der Schule, dein Balkon etc. Oder du haelst es bis Sommer aus oder du trennst sich von den Störenfrieden. |
also ich seh da kein großes problem, du hast geschrieben, du hast sowieso 2 nasen bei dir auf dem balkon gehabt, da sind schon mal 2 weg, ich würde das neue pärchen weg holen, die anderen haben sich ja anscheinend gut verstanden. es sollte auch kein problem sein, für 5 nins ein provisorisches gehege zu bauen, ein paar gitterelemente sollten doch wohl drin sein, bei einer schule, denke mal, gerade in berlin is der etat nicht gerade niedrig bemessen ( hab gesehen, du kommst aus berlin) es sind ja nur für 2-3 wochen, in der zeit kann man das alte/neue gehege mit essigreiniger putzen, dass es nicht mehr nach den nasen riecht, dann kann man auch in den alten gehege vergesellschaften, weil dann normalerweise keiner mehr revieransprüche stellen kann, riecht ja nach keinem mehr, also is auch keiner mehr der chef:D sie müssen dann ihre komplette rangordnung neu klären, es muss ja jeder nickel seinen platz in der gruppe finden und behaupten. ud danach kann man ja die gitterelemente wieder verkaufen, dann kommt das geld fast wieder ganz rein, also kein sooo großer verlust für die schule. mit den kleinen kranken kerlchen solltest du auf jeden fall nochmal zum TA gehen, in den 2,3 wochen kann er/sie sich ja auch wieder erholen. wenn man den nickel tatsächlich von den anderen trennen muss, findet sich bestimmt jemand, der sich um den kleinen kerl kömmert, ich geh mal davon aus, dass die schule TA kosten usw. übernimmt... so, is n bissl lang geworden. aber so seh ich das ganze:D Liebe Grüße Jackrabbit |
Wenn die Probleme in der Gruppe so schlimm sind, ist es fraglich, ob es gut ist im alten Gehege zu vergesellschaften. Kaninchen haben doch oft ein besseres Gedächtnis, als man meint. |
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